05.04.2015 - Flandern-Rundfahrt

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      05.04.2015 - Flandern-Rundfahrt

      Die Flandern-Rundfahrt („De ronde van Vlaanderen“, "vlaanderens mooiste") ist das populärste Eintagesrennen Belgiens. Sie wird zu den Klassikern und fünf sogenannten Monumenten des Radsports gezählt.

      Die „Ronde“ findet jährlich Anfang April statt, genau eine Woche vor Paris-Roubaix. Das Rennen war Teil des nach der Saison 2004 abgeschafften Rad-Weltcups und gehörte zwischen 2005 und 2010 zur UCI ProTour, einer neu eingeführten Serie der wichtigsten Radrennen des Jahres, und seit 2011 zur Nachfolgeserie UCI World Tour.

      Das heutzutage vom Grote Markt in Brügge aus durch den radsportverrückten flämischen Teil Belgiens führende Eintagesrennen wurde erstmals 1913 gestartet. Wie die Tour de France von dem Journalisten Henri Desgrange der Zeitschrift L'Auto initiiert wurde, war es in diesem Falle der Journalist Karel Van Wijnendaele der flämischen Sportzeitschrift Sportwereld, der die Idee zur Flandern-Rundfahrt hatte. Aktueller Anlass war der Sieg des ersten Belgiers bei der Tour, Odiel Defraeye, im Jahre 1912 gewesen.

      Erster Gewinner der Flandern-Rundfahrt war der Belgier Paul Deman. Am Anfang wenig erfolgreich und durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, wurde es in den 1920er und 1930er Jahren populärer. Während bis in die 1950er Jahre hinein aufgrund des unzureichenden Straßenausbaus in Flandern ungefähr die Hälfte der Strecke aus nicht-asphaltierten Wegen bestand, besteht heute eher das Problem, überhaupt noch Kopfsteinpflasterstrecken zu finden. Heute ist die
      „Ronde“ das wichtigste Rennen in Flandern und zusammen mit Lüttich-Bastogne-Lüttich und dem Flèche Wallonne das wichtigste in Belgien.

      Spitzname des Rennens ist Vlaanderens mooiste (das Schönste von Flandern). Die zahllosen flämischen Fans machen die Ronde jedes Jahr wieder zum größten Volksfest Belgiens. In Oudenaarde befindet sich ein Museum zur Geschichte der Rundfahrt.

      Strecke:
      In den Jahren von 1973 bis 2011 änderte sich die Streckenführung der Flandern-Rundfahrt von Jahr zu Jahr nur unwesentlich. Nachdem die ersten rund 150 km auf flacher Strecke absolviert wurden, führte der zweite Teil des rund 250 km langen Rennens durch die hügelige Gegend der so genannten „Flämischen Ardennen“, oft auf engen Wegen und über kurze, steile Anstiege. Dadurch gilt dieses Rennen als deutlich schwieriger als Paris-Roubaix. Von 1973 bis 2011 befand sich das Ziel auf dem Halsesteenweg in Meerbeke. Da der Vertrag mit Meerbeke als Zielstadt 2011 auslief, wurde ab 2012 Oudenaarde als neuer Zielort ausgewählt. Als Folge des neuen Zielorts ist der traditionelle Anstieg Mauer von Geraardsbergen nicht mehr Teil der Streckenführung.

      „Hellingen“
      Entscheidend für den Ausgang des Rennens sind die dort angefahrenen zahlreichen Hellingen, kurze und steile Anstiege von meist nicht mehr als 2 km Länge und 60–100 m Höhenunterschied, aber bis über 20 Prozent Steigung, die zudem zum Großteil nicht asphaltiert sind. Am berühmtesten und gefürchtetsten sind der Oude Kwaremont, der Koppenberg und - früher - die Mauer von Geraardsbergen mit Steigungen von bis zu 20 %. Bis 2011 wurden bei der Ronde
      regelmäßig 17 Hellingen überquert, wobei die Mauer von Geerardsbergen und der Bosberg traditionell die letzten Hindernisse vor dem Ziel waren. Ab 2012 wird die Flandernrundfahrt von den insgesamt jeweils dreimal zu überquerenden
      Hellingen Oude Kwaremont und Paterberg vor dem Zieleinlauf in Oudenaarde abgeschlossen.

      Viele „Hellingen“ werden schon vor der Flandern-Rundfahrt in zahlreichen anderen flämischen Frühjahrsklassikern angefahren, beispielsweise beim Scheldepreis, dem E3-Preis, den Drei Tagen von De Panne oder dem Omloop Het Nieuwsblad.

      „Kasseien“
      Die „Kasseien“ (flämisch für Kopfsteinpflaster) fallen bei der Ronde regelmäßig mit den Hellingen zusammen, was die Anstiege umso schwieriger macht. Ausnahmen bilden davon lediglich die Paddestraat und Mater, jeweils über zwei Kilometer lange flache Passagen auf Kopfsteinpflaster.

      Der Koppenberg wurde von 1988 bis 2003 aus dem Programm genommen, da der Radfahrer Jesper Skibby auf dem rutschigen Kopfsteinpflaster ausrutschte und um Haaresbreite vom Jury-Auto überfahren worden wäre. Mittlerweile ist der Straßenbelag des Anstiegs gründlich überholt worden und der Berg war in der Saison 2006 wieder Teil der Strecke.

      Anfang November 2006 gaben die Organisatoren des flämischen „Monuments“ bei einer Pressekonferenz bekannt, dass der Koppenberg bei der folgenden Ausgabe am 8. April 2007 nicht gefahren werde. Man wolle ein „Fiasko“ wie beim letzten Mal verhindern. Bei der 90. Flandern-Rundfahrt im Frühjahr 2006 hatten zahlreiche Fahrer am Koppenberg alle Siegchancen eingebüßt. Nur zehn Fahrer konnten den giftig steilen Kopfsteinpflasteranstieg auf dem Rad absolvieren, die anderen mussten zu Fuß gehen, als wie so oft Stürze am „Friedhof der Ambitionen“ die Straße blockierten.

      Jeweils drei Siege bei der Flandern-Rundfahrt haben der Italiener Fiorenzo Magni (1948,1949,1950), der Schweizer Fabian Cancellara (2010,2013,2014) sowie die Belgier Achiel Buysse (1940,1941,1943), Johan Museeuw (1993,1995,1998), Eric Leman (1970,1972,1973) und Tom Boonen (2005,2006,2012) aufzuweisen. Einzige deutsche Sieger sind Rudi Altig 1964 und Steffen Wesemann 2004.

      Die letzten Podien:
      2010: Fabian Cancellara, Tom Boonen, Philippe Gilbert
      2011: Nick Nuyens, Sylvain Chavanel, Fabian Cancellara
      2012: Tom Boonen, Filippo Pozzato, Alessandro Ballan
      2013: Fabian Cancellara, Peter Sagan, Jürgen Roelandts
      2014: Fabian Cancellara, Greg Van Avermaet, Sep Vanmarcke

      Quelle=www.wikipedia.de

      An der Ausgabe 2015 werden weder Cancellara, noch Boonen (beide verletzt) noch der Ende 2014 zurück getretene Nick Nuyens teilnehmen. Es wird also einen neuen Sieger geben.
      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt

      Von Löwen, Gladiatoren und Glorreichen / Teil 1

      Ich habe da etwas wieder gefunden, das möchte ich euch nicht vorenthalten, eine dreiteilige Serie von Herbert Watterott aus dem letzten Jahr. Ideal als Vorbereitung auf das nächste der Monumente des Radsports das auch in diesem Jahr am Ostersonntag stattfindet.

      Von Herbert Watterott


      Herbert Watterott Foto: ROTH

      1913 – „Heeren, vertrekt“
      Als erster Belgier gewinnt Odile Defraye aus Rumbeke in Westflandern 1912 nach 5.289 Kilometern die Tour de France, die bereits seit 1903 ausgetragen wird. Seine Landsleute bereiten ihm einen triumphalen Empfang. Mit einem Autokorso wird er durch den Ort gefahren und bejubelt. Belgien hat einen neuen Helden. Damit beginnt der Aufbruch in eine neues Abenteuer.

      Die Begeisterung im Land der Flamen und Wallonen will der Belgier Carolus Ludovicus Steyaert, der unter dem Pseudonym Karel Van Wijnendaele Jounalist der flämischen Sportzeitung Sportwereld ist, ausnutzen und zusammen mit seinem Kollegen Leon Van Den Haute, der etwas von Geld und Geschäft versteht, ein großes Eintagesradrennen veranstalten, das durch Flandern führen soll.

      Im wallonischen Teil Belgiens gibt es bereits seit 1892 das Rennen Lüttich-Bastogne-Lüttich, das sich großer Beliebtheit erfreut. Und so erkennt Van Wijnendaele diese Lücke und organisiert 1913 die erste Flandern-Rundfahrt für seine radsportbegeisterten Landleute.

      Am Sonntag, den 23.Mai 1913 starten in Gent 37 Rennfahrer zur ersten und zugleich längsten „Ronde“ über 370 Kilometer. Mit den Worten: „Heeren, vertrekt“ (Meine Herren, der Start ist freigegeben), schickt Van Wijnendaele bei blauem Himmel, aber großer Kälte und später feinem Nieselregen das Profi-Häuflein auf die beschwerliche Reise über schlechte Wegstrecken mit Kopfsteinpflasterbelag.

      Nach 12 Stunden und drei Minuten, bei einem Stundmittel vom 30,705 km/h überquert Paul Deman aus Belgien den Zielstrich als Premierensieger in Flandern. Als 1914 der erste Weltkrieg ausbricht, macht sich das belgische Militär Demans Radsporttalent zu Nutze. Er bringt mit seinem Rennrad geheime Nachrichten in die Niederlande, die er in seinem Goldzahn versteckt hat. Kurz vor Kriegsende wird Paul Deman von den Deutschen zum Tode verurteilt.

      Aber das Schicksal meint es gut mit dem 24-Jährigen. Er wird von amerikanischen Soldaten befreit. Nach dem Krieg gewinnt er 1920 noch Paris-Roubaix und produziert später noch Fahrräder. Viele seine Landsleute erlangen durch einen Sieg bei der Flandern-Rundfahrt großen Ruhm und Popularität. Aber Paul Deman der 1961 im Alter von 72 Jahren stirbt, hat schon bei der Premiere vor 100 Jahren durch seine mutige Fahrweise die Massen begeistert.


      1942 –„Briek“ Schotte, der Dauerbrenner

      Mitten in der Siegesserie des Belgiers Achiel Buysse geht ein neuer Stern auf. Briek Schotte beherrscht seine Gegner und ist sechs Jahre später 1948 erneut erfolgreich. Kurz vor seinem Tod 2004, just am Tag der 89. Flandern-Rundfahrt, sagt Schotte, das größte Unglück seines Lebens bestehe darin, dass er es nicht in die Liste der dreimaligen Flandern-Sieger geschafft habe. Er bezeichnet trotz der beiden Siege das Rennen im Jahr 1950 als seinen größten Erfolg, als er, die Finger klamm vor Kälte, mit Hilfe eines Zuschauers einen Platten flickt und sich durch die Windböen und Schneewehen wieder fast bis zur Spitzengruppe nach vorne kämpft. Der Sieger nach 273 Kilometern quer durch Flandern heißt damals Fiorenzo Magni aus Italien.

      Briek Schotte nimmt zwischen 1940, als jüngster Teilnehmer und 1959, als ältester Fahrer, ununterbrochen – also zwanzigmal – an der Ronde van Vlaanderen teil. Dieser Rekord ist bis heute ungebrochen und bringt ihm dem Spitznamen „Der Eiserne“ ein. Bei seinem Debüt 1940 wird Schotte Dritter und bei seinem Abschied von Flandern muss er vorzeitig wegen eines Rahmenbruchs aufgeben.

      1949 – 1951 Fiorenzo Magni – Il Magnifico

      Die frühen 1950er-Jahre werden erstmals von einem Italiener geprägt. Er kommt aus Vaiano di Prato in der Provinz Florenz und ist der erste Profi, der nach dem Belgier Achiel Buysse das Kunststück fertig bringt, die Flandern-Rundfahrt dreimal zu gewinnen. Und das sogar dreimal nacheinander, das ist ein neuer Rekord.

      Bis dahin haben seit der Premiere im Jahr 1913 mit Henri „Heiri“ Suter ein Schweizer und 31 Belgier die „Ronde“ beherrscht. Die italienischen Tifosi geben ihm den Spitznamen „Löwe von Flandern“. Magni hat 1948 den Giro d’ Italia gewonnen, weil er der beständigste Fahrer über drei Wochen war. Er hatte seine großen Rivalen der damaligen Zeit, Fausto Coppi und Gino Bartali, in die Schranken gewiesen. Die Coppi- und Bartali-Anhänger beleidigen Magni auf der Mailänder Vigorelli-Bahn so massiv, dass er seine Ehrenrunde abbrechen muss, einer der traurigsten Momente seines Lebens.

      Der baumlange Modellathlet Magni vergisst diesen Moment nie und sucht einen anderen Weg, um sein Können unter Beweis zu stellen. Im Winter hat er eine Idee und nennt sie Flandern-Rundfahrt. Er lernt alles, was er über die Strecke und die Beschaffenheit des Rades für das Rennen über Kopfsteinpflaster wissen muss: den Lenker mit Schaumgummi polstern, schwere Schlauchreifen der Firma Clement aufziehen und Felgen aus Holz für mehr Elastizität montieren. Sein Wilier-Team hat kein Interesse ihn zu unterstützen. Begründung: „Ein Italiener kann genauso wenig die Flandern-Rundfahrt gewinnen, wie ein Flame den Giro d’Italia. Wenn Du dort hin willst, geh, aber auf eigene Kappe“.

      Er bereitet sich auf das Abenteuer vor, wird zuvor Sechster bei Mailand-Turin und Dritter bei Mailand-San Remo. Magni ruft bei der italienischen Sportzeitung Gazzetta dello Sport den Radsportjournalisten Guido Giardini an, informiert ihn, dass er zusammen mit seinem Helfer Tino Ausenda mit dem Nachtzug nach Brüssel fahren will, um die Flandern-Rundfahrt als erster Italiener zu gewinnen. Mit zwei Koffern und zwei Rennrädern, aber ohne Team und Mechaniker. Giardini, ein Fan des flämischen Radsports, verspricht ihm zu kommen. Das wolle er sich auf keinen Fall entgehen lassen. Ein alter Ex-Profi im Hotel, dessen Bruder in 1920er-Jahren die Ronde gewonnen hatte, verspricht, seinen alten Masseur für Magni 80 Kilometer vor dem Ziel zu postieren, um ihm Verpflegung und heißen, süßen Tee anzureichen.

      Auf einem der steilen Kopfsteinpflasterberge, dem Oude Kwaremont, hängt Fiorenzo Magni am 10.April 1949 fast alle ab. Fünf Kilometer vor dem Ziel wird er von den Belgiern Raymond Impanis und „Brik“ Schotte eingeholt. Aber Magni verschärft sofort das Tempo und distanziert die Gegner.

      Schließlich schlägt Magni seine letzten Widersacher im Spurt und siegt erstmals bei der Flandern-Rundfahrt, so wie er es Giardini versprochen hatte. Durch Charakterstärke, Intelligenz und unbeugsamen Willen verdient er sich endlich den Respekt der italienischen Medien und der Fans. Und auch den Respekt gegenüber Fausto Coppi und Gino Bartali.

      Fiorenzo Magni stirbt am 19. Oktober 2012 im Alter von fest 92 Jahren in seiner Heimat Monza.

      1950 - Zuschauermagnet Muur van Geraardsbergen

      Tausende begeisterte Zuschauer strömen seit 1950 an diese berühmte und gefürchtete Stelle, um dort die „Giganten der Landstraße“ zu sehen und anzufeuern. Der Organisator Karl van Wijnendaele lernt durch seinen Freund Robert Piérard kurz vor dem Zweiten Weltkrieg diese 20 Prozent steile Steigung kennen und ist sofort begeistert. Aber es kommt an dieser schmalen Passage regelmäßig zu Stürzen im Feld und auch die Begleitfahrzeuge sorgen für Verwirrung und Risiko. In der Folge wird von 1954 bis 1970 die Muur aus dem Programm genommen.

      Dann aber folgt die Wiedergeburt und ab 1981 sogar noch ein weiteres Kopfsteinpflasterstück hinauf zur Kapelmuur, bis zu 18 Prozent steil. Haben die Fahrer den Kulminationspunkt erreicht, steht am linken Straßenrand eine kleine Kapelle, die mit zahllosen Siegerschleifen und Radtrikots geschmückt ist. Seit 2012 müssen die Fans auf das Volksfest an dieser Stelle verzichten, denn die Organisatoren wählen eine andere Streckenführung mit Oude Kwaremont und Paterberg als die beiden letzten von insgesamt 17 Steigungen, im Flämischen Hellingen genannt.

      1954 – Zieleinlauf erstmals mit Fotofinish

      In diesem Jahr wird die Reihenfolge nach 255 Kilometer mittels Zielfilm ermittelt. Die Fahrer müssen ihre Startnummer auf der linken Seite tragen und damit konnten die Zielrichter den genauen Einlauf erkennen. In der zeitlichen Periode davor standen Kampfrichter mit Bleistift und Papier am Zielstrich und notierten, so gut sie eben konnten, die Nummern
      der ankommenden Fahrer. Zum Glück waren die Teilnehmerfelder in den Anfängen und ersten Jahren nicht so groß und Fehler damit nicht so häufig.

      1957 - Fausto Coppi nicht dabei

      Eine der großen Lücken in der Geschichte der Flandern-Rundfahrt ist die ständige Abwesenheit des italienischen Campionissimo Fausto Coppi. 1948 gewinnt Coppi das Rennen Omloop Het Volk, wird aber disqualifiziert, weil er von einem Teamgefährten ein Rad bekommen hatte, was nach dem Reglement verboten war. Coppi bleibt allen belgischen Rennen über Jahre fern. Dann will er doch bei der Flandern-Rundfahrt starten und verlangt ein garantiertes Startgeld. Aber die Organisatoren weigern sich prinzipiell. 1957 lässt sich Coppi Wochen vor dem Start in die Teilnehmerliste einschreiben. Aber der Italiener hat sich kurz vorher bei einem Sturz verletzt und muss den Start absagen.

      Teil 2 folgt morgen.

      Quelle=www.radsport-news.com

      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt

      Von Löwen, Gladiatoren und Glorreichen / Teil 2


      Von Herbert Watterott

      1960 – Erste Schritte ins Fernseh-Zeitalter

      Anfang der 1960er-Jahre überträgt das Belgische Fernsehen BRT nur die letzten 600 Meter des Rennens. Das ist alles, was die Zuschauer in Schwarz-Weiß-Bildern zu sehen bekommen.

      Warum nur 600 Meter? Der Grund: Die TV-Kamerakabel sind nur 300 Meter lang. Der Übertragungswagen wird 300 Meter vor dem Zielstrich geparkt, und die Rechnung ist simpel. Mit der einzigen Kamera kann man in die eine Richtung aufnehmen und dann mittels Schwenk die Fahrer von hinten bis ins Ziel verfolgen. In einem anderen Jahr wird eine fest
      installierte Kamera an der Kloosterstraat in Geraadrsbergen an einer Kopfsteinpflastersteigung postiert, um das Feld zu zeigen. Aber unterwegs bläst ein heftiger Wind den Fahrern in den Rücken und das Feld ist rund 30 Minuten schneller als die vorhergesehene Marschtabelle. Die TV-Techniker haben sich bei beißender Kälte in ein Café zurückgezogen und verpassen so, die Vorbeifahrt der Fahrer. Diese geplante erste Übertragung an einem der Anstiege wird zum Fiasko für das Belgische Fernsehen.

      1969 gewinnt Eddy Merckx seine erste Flandern-Rundfahrt. Der Belgier hat einen Vorsprung von fünf Minuten auf den Italiener Felice Gimondi. Mit der einzigen mobilen Motorradkamera, die 7,5 Kilogramm wiegt, muss Regisseur Rik De Saedeleer die letzten 70 Kilometer bestreiten und hat in der Live-Sendung nur einen einzigen Fahrer im Bild, nämlich den späteren Sieger Eddy Merckx. Der Regisseur informiert den Kommentator Fred De Bruyne (ehemaliger Profi und Sieger 1957) über den Stand der Dinge und warnt De Bruyne vor: „Du musst heute alles erzählen, was Du über Eddy Merckx, seine Familie, seinem Hund, seine Katze, seine Freunde und seine Teamkameraden weißt“.

      Aber das ist kein Problem für De Bruyne, der ein glänzender Erzähler ist und natürlich aus seiner eigenen Zeit als Berufsfahrer genügend Geschichten und Hintergründe kennt, um die Zeit mit interessanten Details zu füllen. Alfred De Bruyne war übrigens nicht nur ein erstklassiger Rennfahrer und Reporter, sondern auch ein lustiger und hilfsbereiter Kollege, von dem ich während wir auf der Eurovisionstribüne nebeneinander saßen, wertvolle Tipps und heiße Informationen bekam.

      1961 – Ein Denkmal für einen außergewöhnlichen Radsportpionier

      Im Alter von 79 Jahren stirbt Carolus Ludovicus Steyaert am 21. Dezember in Sint-Martens-Latem. Als Journalist nahm er das Pseudonym Karel Van Wijnendaele an, benannt nach dem Vorort der flämischen Stadt Torhaut, wo er als fünftes von fünfzehn Kindern geboren wurde. 1911 heiratete er, und seine Frau verbot ihm die Betätigung als Radrennfahrer. Aber unter dem Künstlernamen Mac Bolle machte er einfach weiter.

      Van Wijnendaele gründete 1912 gemeinsam mit anderen Journalistenkollegen die Wochenzeitung Sportwereld (Sportwelt). 1925 wurde er Miteigentümer und sechs Jahre später alleiniger Besitzer. 1939 verkaufte er die Zeitung an die noch heute erscheinende Het Nieuwsblad. Der literaturinteressierte Flame verfasste Texte und Gedichte. Bereits 1908
      schrieb er seinen ersten Artikel über den belgischen Radrennfahrer Cyrille Van Hauwaert aus Moorslede in Westflandern, der Belgischer Straßenmeister wurde und die Rennen Mailand-San Remo, Paris-Roubaix und Bordeaux-Paris gewann.

      Am 4.April 1964 wurde an der legendären Kwaremont-Steigung ein Denkmal für Karel Van Wijnendaele, den Mitbegründer und Organisator der Flandernrundfahrt seit 1913, enthüllt. In Sint-Martens-Latem ist eine Straße nach ihm benannt. Van Wijnendaele managte auch Fahrer und Teams, war jahrzehntlang der starke Mann im belgischen Radsport und betreute 37mal Mannschaften bei der Tour de France.

      1964- Rudi Altig ist der erste deutsche Triumphator

      Nachdem Altig schon 1963 zum engen Favoritenkreis der Siegesanwärter gehörte, kommt er aber einige Kilometer vor dem Ziel durch einen Sturz für einen Podestplatz nicht mehr infrage. Am 5. April 1964 sind 120 Fahrer am Start in Gent, darunter wieder Rudi Altig, diesmal in der Form seines Lebens.

      Es ist ein eiskalter Frühlingstag, viel Wind, aber der Himmel strahlt blau über Flandern. 40 Rennfahrer bilden am Valkenberg die illustre Spitzengruppe. Dann kommt der entscheidende Antritt von Altig, er fliegt förmlich über die giftigen Anstiege und hat einen Maximalvorsprung von sieben Minuten. Die Zuschauer feuern den Deutschen an, das Menschenspalier an der Muur de Grammont, im Flämischen die Mauer von Geraardsbergen genannt, ist so dicht, dass die Fahrer den Atem der Fans spüren können.

      Nach 60 kilometerlanger Alleinfahrt überquert Altig in Gentbrügge mit über vier Minuten Vorsprung den Zielstrich, und das mit einem neuen Stundenrekordmittel von 41,685 km/h. Zweiter wird im Spurt der Verfolger der belgische Straßen-Weltmeister im Regenbogentrikot Benoni Beheyt „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, einer der größten Erfolge meiner
      Laufbahn war perfekt“, erinnert sich Rudi heute nach 50 Jahren noch.

      Wenn Altig heute in Flandern zu Besuch ist, erkennen ihn die Menschen sofort und wollen ihn zu einem Pintje, einem Bier einladen. Aber er zieht ein Glas Rotwein vor. Seine Beliebtheit in Belgien ist bis heute ungebrochen.

      1968 + 1978 – Walter Godefroot, ein wahrer Flame

      Vier Jahre nach seinem grandiosen Solosieg belegt Rudi Altig den zweiten Platz und findet seinen Meister im Belgier Walter Godefroot, der erstmals triumphiert. Godefroot, der exzellente Sprinter mit der Boxernase, befindet sich in den besten Jahren seiner Karriere und bringt das Kunststück fertig, zehn Jahre später, also 1978, noch einmal zu gewinnen. Diesmal vor seinem Landmann mit dem schaukelnden Fahrstil, Michel Pollentier, und dem Deutschen Gregor Braun, der „Bär“ aus Neustadt an der Weinstraße.

      Godefroot, aus Drongen bei Gent stammend, wird zur lebenden Legende und erinnert sich an die Vergangenheit und seine Anfänge als Radsportler. „Als ich 16 war, arbeitete ich 57 Stunden pro Woche in der Fabrik, und am Abend machte ich vierstündige Ausfahrten mit dem Velo. Welcher Vater würde das seinem Sohn heutzutage noch zumuten? Ein wahrer Flame ist Mann, der angreift – selbst wenn er dem Tod in die Augen schaut.“

      1974 – Oude Kwaremont, heiliger Boden für Radprofis

      Vor genau 40 Jahren hat diese schwere Kopfsteinpflastersteigung Premiere und ist seitdem regelmäßig im Profil der „Ronde“. 111 Meter hoch, in der Gemeinde Kluisbergen gelegen, 2,2 Kilometer lang mit bis zu 11 Prozent Steigung. Die letzten 1.600 Meter stehen unter Denkmalschutz.

      Den Oude Kwaremont kann man in drei Abschnitte unterteilen. Der erste ist asphaltiert. Hier ist es wichtig, möglichst vorne zu fahren, damit man eine gute Ausgangspostion für die Steinpassagen hat. Im Dorf Kwaremont muss man dann angreifen, um nicht in Bedrängnis zu kommen. Der dritte Teil ist gerade und nicht gar so steil.

      1975 nutzt Eddy Merckx bei seinem späteren Sieg den Oude Kwaremont zur Vorentscheidung - ein resoluter Antritt und nur sein Landsmann Frans Verbeeck kann folgen, alle anderen sind geschlagen. Seit 2012 bekommt der Oude Kwaremont noch größere Bedeutung, denn er ist das vorletzte Hindernis bis ins Ziel nach Oudenaarde und muss dreimal bezwungen
      werden.

      1976 – Das Koppenberg-Debüt

      Es gibt in Flandern zahlreiche Anstiege mit Kopfsteinpflasterbelag. Die Belgier nennen diese giftigen und relativ kurzen „Hügel“ – Hellingen. Die berüchtigste Steigung ist der Koppenberg in der Nähe von Oudenaarde, auch wenn er nur rund 600 Meter lang ist. Die durchschnittliche Steigung liegt bei 11,6 Prozent, die maximale sogar bei 22 Prozent. 1976
      taucht der Koppenberg zum ersten Mal im Streckenprofil der „Ronde“ auf. Meist hatte diese Stelle keinen entscheidenden Einfluss auf den Rennausgang, waren doch meist noch zu viele Kilometer bis ins Ziel zu fahren. Aber 1976 startet der spätere Sieger Walter Planckaert aus Belgien seine erfolgreich Soloflucht am Koppenberg.

      Nachdem 1987 der alleine in Führung liegende Däne Jesper Skibby in der Mitte der Steigung vom Wagen des Renndirektors beinahe überfahren wurde, wobei das Rennrad allerdings zermalmt wurde, wird der Koppenberg für 15 Jahre nicht mehr befahren und an 365 Tagen im Jahr zu einem friedlichen Fleckchen Erde in Flandern. 500.000 Euro und fünf Jahre Arbeit kostet es, den Koppenberg zu restaurieren, um ihn dann 2002 wieder auf den Streckenplan zu setzen.

      1977 – Neuer Startplatz für den Flandern-Klassiker

      Zum ersten Mal seit 1913 ist Gent nicht mehr Startplatz der „Ronde“. 63 Jahre versammelten sich die Fahrer und der Begleittross auf dem Koornmarkt und später an der Sint-Pietersstation. Die Einschreibung und die Vorstellung des Fahrerfeldes ist frühmorgens immer eine Attraktion. In den 1950er-Jahren wurde in Gent extra für die Teilnehmer und Begleiter der Flandern-Rundfahrt eine Frühmesse eingerichtet, sodass man noch vor dem Start seiner Sonntagspflicht nachkommen konnte.

      Ab 1977 beginnen die Vorbereitungen in Sint-Niklaas auf den Grote Markt. Seit vielen Jahren wird der Klassiker in Brügge, der größten Stadt der Provinz Westflandern gestartet und somit auch am 6.April in diesem Jahr die 98.Austragung. Brügge ist mit seinem mittelalterlichen Stadtkern übrigens seit 2000 Weltkulturerbe der UNESCO.

      Teil 3 folgt morgen.


      Quelle=www.radsport-news.com
      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt

      Von Löwen, Gladiatoren und Glorreichen / Teil 3

      Von Herbert Watterott

      1980 – Im Zeichen der Holländer

      Mit dem Erfolg vom Wim van Est (1953) beginnen die Siege der Niederländer. Es folgen Jo de Roo (1965), Evert Dolman (1971), Cees Bal (1974) und Jan Raas, der Kartoffelpflücker aus Amsterdam (1979). Die Glanzzeit der Profis aus dem Land der Tulpen und des Käses sind die 1980er-Jahre. 1981 siegt Hennie Kuiper, 1984 wird Außenseiter Johan Lammerts Erster, und zwei Jahre später heißt der Gewinner Straßen- und Querfeldeinspezialist Adri van der Poel.

      Brillenträger Jan Raas fügt nach seinem Erfolg 1979 vier Jahre später einen weiteren Sieg hinzu. Einen dritten verhindert 1985 ein unvorsichtiger Zuschauer. Raas gehört einer Ausreißergruppe an, die sich am Koppenberg durch die enge Passage und das Spalier der Fans quält. Weil ein Zuschauer ihm den Weg versperrt, kommt Raas aus dem Rhythmus und verliert den Kontakt zur Spitze. Seine Wut entlädt sich in einer Ohrfeige für den, der ihm im Wege steht. Ingesamt triumphieren in 100
      Jahren Flandern-Rundfahrt neunmal Profis aus den Niederlanden.

      1985 – Sintflut in Flandern und preisgekrönte Live-Übertragung

      Das Rennen über 271 Kilometer nehmen 173 Fahrer in Angriff. Nach der Hälfte der Distanz bricht über Flandern ein stundenlanger, sintflutartiger Regen herein, 149 Fahrer scheiden vorzeitig aus, und nur24 hart gesottene Profis erreichen das Ziel, mit dem Sieger Eric Vanderaerden aus Belgien.

      Für diese Direktübertragung mit faszinierenden Bildern des Kampfes und der Leiden auf dem Kopfsteinpflaster erhält das Belgische Fernsehen BRT mit seinem Regisseur Rik De Saedeleer beim internationalen Sportfilmfestival in der jugoslawischen Stadt Portoroz den ersten Preis. Bei diesem Wettbewerb mit Namen „The Golden Shot“ verweist die Reportage der Flandern-Rundfahrt die Konkurrenz des Amerikanischen Senders ABC von der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles und die BBC-Sendung der Golf Open in Schottland auf die Plätze.

      1987 - Skandal um Skibby

      Der Koppenberg steht einmal mehr im Fokus. Die Straße ist bestückt mit groben Pflastersteinen. Ist es nass, braucht man große Körperbeherrschung, um im Sattel zu bleiben. Nur ein kurzer Ausrutscher und die Fahrer müssen zu Fuß den Kulminationspunkt erklimmen.

      Jesper Skibby aus Dänemark liegt 1987 mit zwei Minuten Vorsprung alleine an der Spitze. Die Begleitfahrzeuge der Mannschaften und der Journalisten werden am Fuße der Steigung umgeleitet, dürfen nicht über den Koppenberg fahren, damit es nicht zu Karambolagen auf der schmalen Passage kommt. Hinter Skibby befindet sich das Fahrzeug des Renndirektors. Skibby rutscht auf dem glatten Kopfsteinpflaster aus, und wird fast überfahren. Die zermalmte Rennmaschine allerdings kann der
      Däne nicht mehr gebrauchen. Der Begleitwagen kümmert sich nicht um Mensch und Material, fährt weiter.

      Das sorgt für einen Riesenskandal mit der Folge, dass der Koppenberg aus Sicherheitsgründen für die nächsten 15 Jahre bis 2002 aus dem Streckenprofil genommen wird. Der Straßenbelag des Anstiegs ist inzwischen gründlich überholt und ausgebessert worden. Für die Profis ist es wichtig, frühzeitig in einem kleinen Gang zurückzuschalten, damit sie nicht aus dem Rhythmus kommen, stehen bleiben und stürzen.

      1993 – Johan Museeuw, der Löwe von Flandern

      Die Tradition belgischer Siege setzt Johan Museeuw ab diesem Jahr eindrucksvoll fort. Besonders motiviert ist dieser wortkarge Ausnahmekönner durch die Tatsache, dass das Rennen jedes Jahr durch seinen Heimatort Gistel in Westflandern führt. Er gewinnt nicht nur dreimal, sondern wird noch dreimal Zweiter und dreimal Dritter -eine einmalige Bilanz. In dieser Zeitspanne zwischen 1993 und 1998 gewinnt Museeuw auch dreimal Paris-Roubaix und wird 1996 Straßen-Weltmeister in Lugano. Heute baut Museeuw Rennräder, deren Oberrohre die Aufschrift „Leeuw van Vlaanderen“, Löwe von Flandern, tragen.

      2004 – Sieger Steffen Wesemann – erst 40 Jahre nach Rudi Altig

      Voller Zuversicht geht Steffen Wesemann mit seiner deutschen T-Mobile-Mannschaft an den Start zur „Ronde“. Er sollte der physisch und auch psychisch der stärkste Fahrer an diesem Sonntag sein. Selbst ein Sturz kurz nach Beginn des Rennens über 257 Kilometer bringt ihn nicht aus dem Konzept.

      Wesemann wartet bis zur legendären Mauer von Geraardsbergen, der Muur de Grammont, greift an und riskiert alles. In einem sehr nervösen Rennen sind die beiden Belgier Dave Bruylandts und Leif Hoste seine letzten Begleiter. Ein fazinierendes Pokerspiel beginnt. Drei Kilometer vor dem Ziel attackiert Bruylandts, der nicht die besten Spurtqualitäten besitzt. Wesemann behält die Nerven, überlässt Hoste, der lange Zeit an seinem Hinterrad „lutschte“, die Verfolgung und hängt sich in dessen Windschatten.

      Als alle drei Fahrer wieder zusammen sind, greift Wesemann aus dritter Position sofort an, überrumpelt mit einem trockenen Antritt die beiden Belgier und verweist in Meerbeke Hoste und Bruylandts auf die Plätze. Der kleine Steffen Wesemann ist an diesem Sonntag das große Schlitzohr und holt sich den größten Erfolg seiner Profilaufbahn.

      2012 – Tom Boonen im illustren Kreis und neuer Rekordmann?

      Nach seinen beiden Siegen 2005 und 2006 schafft es „Tornado Tom“, wie Boonen von seinen radsportbegeisterten Fans auch genannt wird, 2012 mit seinem dritten Erfolg in den kleinen Kreis der dreimaligen Gewinner aufzusteigen. Achiel Buysse (1940/1941/1943) – Fiorenzo Magni (1949/1950/1951) – Eric Leman (1970,1972,1973) und Johan Museeuw (1993/1995/1998) gewinnen vor Boonen jeweils dreimal.

      „In Belgien bist du überhaupt erst ein Champion, wenn du die Flandern-Rundfahrt gewonnen hast“, sagt Boonen. Ganz Flandern steht Kopf, als er 2005 alleine auf die Zielgerade einbiegt und seinen ersten von
      drei Siegen einfährt. Es folgen noch der Sieg bei Paris-Roubaix und der Gewinn der Weltmeisterschaft im Herbst in Madrid.

      2013 startet Boonen im Trikot des Belgischen Meisters, stürzt in der Anfangsphase des Rennens, bricht sich eine Rippe und muss aufgeben. Trotz einer verkorksten Saison mit Darminfektion, Notoperation wegen einer Entzündung im Ellenbogen und Sitzbeschwerden schenkt ihm sein Rennstall aber weiterhin das Vertrauen und verlängert seinen Vertrag um zwei Jahre.

      Nach einer guten Vorbereitung bei den diversen Frühjahrsrennen in dieser noch jungen Saison (zwei Etappensiege bei der Katar-Rundfahrt und Gewinner von Kuurne-Brüssel-Kuurne) zählt Tom Boonen auch 2014 zu den Favoriten und könnte als erster Profi die schwere Prüfung zum vierten Mal gewinnen. (Anmerkung von mir: was er nicht tat)

      2013 - Fabian Cancellara, der Gladiator


      2013 schließt sich ein Kreis, der vor neunzig Jahren beginnt. Der Schweizer Heiri Suter ist der erste Nicht-Belgier, der 1923 die Flandern-Rundfahrt gewinnt. Im letzten Frühjahr ist es mit Fabian Cancellara wieder ein Eidgenosse, der bei der „Ronde“ siegreich bleibt.

      Nach seinem sechsten Rang 2006 hat er drei Jahre später Riesenpech. Am legendären Koppenberg reißt die Kette, er schultert sein Velo, klettert über das Kopfsteinpflaster bis zu seinem Teamwagen und gibt das Rennen auf. Das Bild des enttäuschten Favoriten, der seine Ambitionen „zu Grabe trägt“, geht in die Geschichte des Rennens ein.

      2010 aber ist der Berner am Ziel seiner Träume. Er macht seinem Spitznamen Spartakus alle Ehre - der römische Sklave und Gladiator hatte wie Cancellara einen muskelbepackten Körper, war gebildet, intelligent und enorm willensstark - und ließ „die Muskeln spielen“: erster Sieg in Flandern. Zwei Jahre später gilt Cancellara wieder als Top-Favorit, aber er stürzt und zieht sich einen komplizierten, vierfachen Schlüsselbeinbruch zu, der ihm in der restlichen Saison arge Probleme bereitet.

      „Wenn Du im Staub am Boden liegst, bist du der einsamste Mensch der Welt, deine Chance ist dahin. Dieser seelische Schmerz ist viel größer als der körperliche“, sagte Cancellara. 2013 ist das alles anders. An diesem Ostersonntag wird Fabian Cancellara wie 2010 seiner Favoritenrolle gerecht und dominiert die gesamte Gegnerschaft.

      Am Ziel wartet sein Frau Stefanie, der er in die Arme fällt und Freudentränen vergießt. Ein ganz besonderer Moment, voller Emotionen, und ein unendliches Gefühl der Erleichterung. Er bereitet seinen erneuten Triumph akribisch vor, greift beim letzten Anstieg zum Oude Kwaremont an, lässt seinen letzten Widersacher Peter Sagan aus der Slowakei am Paterberg stehen, und fährt seinem zweiten „Ronde-Sieg“ entgegen. Cancellara ist ein würdiger Sieger dieses 100-jährigen Jubiläumsklassikers.

      Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister zählt auch 2014 wieder zum engen Favoritenkreis, beweist seine hervorragende Form mit dem zweiten Platz bei Mailand- San Remo und könnte am 6.April 2014 bei einem Sieg in den
      kleinen, aber illustren Kreis der Fahrer aufsteigen, die in Flandern dreimal gewonnen haben. Und das sind bisher mit Achiel Buysse, Fiorenzo Magni, Eric Leman, Johan Musseuw und Tom Boonen nur fünf Fahrer in 100 Jahren. (Anmerkung von mir: Cancellara gewann auch 2014 und gehört damit auch zum Kreis der dreimaligen Sieger)
      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt

      Wer sind die Favoriten?

      Ich finde es ist dank Herbert Watterott schon prima angerichtet für Morgen. Doch eines fehlt noch, nämlich wer sind die Favoriten in diesem Jahr?

      Die beiden Topfavoriten sind ja bekannter Weise nicht am Start, Cancellara und Boonen fehlen verletzt. Ja, aber wer dann? Einer ganzen Reihe von Fahrern traut man den großen Wurf zu. Fangen wir mit dem einzigen ehemaligen Gewinner an der in diesem Jahr am Start ist, sein Name Stijn Devolder. Teamkamerad von Cancellara. Hat sich diese Woche prima in Form gebracht bei den drei Tagen von De Panne. Platz 2 dort am Ende ist schon mal eine Kampfansage.

      Immer auf der Rechnung haben muss man die belgischen Teams, Etixx-Quick Step ist auch ohne Tom Boonen immer noch eine Macht. Niki Terpstra z.B., er gewann letztes Jahr Paris - Roubaix. Er könnte die Lücke durchaus füllen die Boonen da aufgemacht hat. Zdenek Stybar wäre ein weiterer Kamerad, er glänzt ja schon die ganze Zeit durch gute Ergebnisse.

      Kommen wir zum Team Sky. Spätestens seit dem E3 Harelbeke darf sich auch Geraint Thomas mehr als nur Hoffnungen machen. Doch die eigentlichen Favoriten sahen wir schon bei Mailand - San Remo, die kommen aus dem Team Katusha, Alexander Kristoff und Luca Paolini muss man auch morgen wieder sehr sehr Ernst nehmen. Diesmal sogar beide, bei Mailand - San Remo ging es darum Kristoff ins Sprintfinale zu bringen. Paolini hat ihn mit seinen Diensten erst dorthin gebracht. Käme es zum Sprintfinale ist Kristoff sicherlich erster Anwärter, geht jedoch vorher eine Gruppe oder wird es Ausscheidungsrennen, was eher zu vermuten ist, dann ist Paolini gefragt. Beide zeigten auch bei De Panne wieder was sie drauf haben.

      Als Zweiter des Vorjahres gehört auch Greg van Avermaet (BMC) zum engeren Favoritenkreis. Der Belgier landet konstant vorne bei den Klassikern - nur für ganz oben hat es noch nicht gereicht. Gleiches gilt für Sep Vanmarcke (LottoNL). Der Niederländer ist stets einer der Aktivposten im Rennen. 2013 wurde er Zweiter bei Paris-Roubaix.

      Tja und dann ist da ja auch noch der Sieger von Mailand - San Remo, John Degenkolb. Er kämpft noch mit den Nachwirkungen seines Sturzes beim E3. Er selbst hat zugegeben das sie heftiger sind als er erwartet hat. Nun denn, ist das Taktik? Ist das Ehrlichkeit? Abschreiben sollte man John auf keinen Fall. Erst Recht nicht wenn es zum Sprint kommens sollte.

      Ja und einen hab ich noch vergessen, Team Tinkhoff macht zwar derzeit durch andere Dinge Schlagzeilen, aber deshalb gehört der Zweite von 2013, Peter Sagan gerade erst Recht dazu. Die Wollen endlich den großen Wurf, deshalb musste Bjarne Riijs ja gehen. Warum nicht gleich morgen?

      Mein Tip - Es wird ein Duell zwischen Thomas und Kristoff auf den letzten Metern. Die Gruppe die am Ende vorn ist wird nicht groß sein, drei, vier maximal fünf Fahrer und die beiden sind dabei, machen es am Ende im Finish unter sich aus.
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      Autor: unbekannt

      Ergebnismeldung 99. Flandern-Rundfahrt - Kristoff als erster Norweger „Ronde“-Sieger, Degenkolb Siebter


      Alexander Kristoff (Katusha) hat als erster Norweger die Flandern-Rundfahrt
      gewonnen. | Foto: Cor Vos


      05.04.2015 | (rsn) – Alexander Kristoff (Katusha) hat die 99. Auflage der Flandern-Rundfahrt gewonnen. Der 27-Jährige bezwang nach 264,2 Kilometern von Brügge nach Oudenaarde im Sprint zweier Ausreißer den Niederländer Niki Terpstra (Etixx-Quick-Step) und sicherte sich als erster Norweger den Sieg bei der „Ronde“. Rang drei ging an Greg Van Avermaet (BMC), der wie im vergangenen Jahr bester Belgier war. Vierter wurde der Slowake Peter Sagan (Tinkoff-Saxo).
      Der Frankfurter John Degenkolb (Giant-Alpecin) kam mit der ersten Verfolgergruppe ins Ziel und sicherte sich den siebten Platz. Der Schweizer Meister Martin Elimger (IAM) belegte Rang zehn.

      Terpsta und Kristoff hatten sich auf der Kuppe des Kruisberg, des drittletzten der insgesamt 19 Hellingen, rund 26 Kilometer vor dem Ziel aus der Favoritengruppe abgesetzt und im Finale ihren knappen Vorsprung verteidigt. Im Sprint hatte der Gewinner der Drei Tage von De Panne dann keine Mühe, sich gegen seinen Rivalen durchzusetzen.

      Endstand:
      1. Alexander Kristoff (Katusha)
      2. Niki Terpstra (Etixx-Quick-Step) s.t.
      3. Greg Van Avermaet (BMC) +0:07
      4. Peter Sagan (Tinkoff-Saxo) +0:17
      5. Tiesj Benoit (Lotto Soudal) +0:35
      6. Lars Boom (Astana) s.t.
      7. John Degenkolb (Giant-Alpecin) +0:48
      8. Jürgen Roelandts (Lotto Soudal) s.t.
      9. Zdeněk Štybar (Etixx – Quick-Step)
      10. Martin Elmiger (IAM)

      Quelle=www.radsport-news.com

      Ausführliche Meldung folgt.
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      Autor: unbekannt
      Naja, ich hab den Sieger richtig, Thomas ging im Finale dann irgendwie unter. Wurde 14. und kam in der Gruppe um Degenkolb ins Ziel.

      Saustark und für mich der Fahrer des Rennens war Andre Greipel. Was der geackert hat, wow. Ich sag mal da muss man bei Lotto die Kapitänfrage für Sonntag aber nochmal überdenken.

      Kristoff ist allerdings wirklich saustark im Moment, schon wie er Mailand - San Remo von vorn gefahren ist nötigt einem jeglichen Respekt ab und nun das hier hinten drauf. Statt sich auf den Sprint zu verlassen geht er 25 km vor dem Ziel Solo. Tepstra hätte vorher angreifen müssen wenn er noch eine Chance hätte haben wollen, was im Fernsehen wie Taktik aussah war schlicht und ergreifend das er fertig war und Kristoff ihn mit ins Ziel gezogen hat. So das ist meine Meinung, nun wollen wir endlich mal den ausführlichen Rennbericht zu worte kommen lassen.
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      Autor: unbekannt

      Kristoff krönt bei der „Ronde“ ein außergewöhnliches Frühjahr


      Alexander Kristoff (Katusha) feiert seinen Sieg
      bei der 99. Flandern-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos05.04.2015 |


      05.04.2015 | (rsn) – Nach den Plätzen vier und fünf in den vergangenen beiden Jahren hat Alexander Kristoff (Katusha) bei der 99. Auflage der Flandern-Rundfahrt alle Konkurrenten hinter sich gelassen. Der Norweger setzte sich am Ostersonntag nach 264,2 Kilometern von Brügge nach Oudenaarde im Sprint zweier Ausreißer souverän gegen den Niederländer Niki Terpstra (Etixx-Quick-Step) durch und feierte seinen fünften Sieg innerhalb einer Woche und den zweiten bei einem der fünf Radsport-Monumente. 2014 hatte er Mailand-Sanremo - ebenfalls als erster Norweger - für sich entscheiden können.

      „Ich bin überglücklich. Die ganze Saison läuft schon sehr gut. Das Team hat heute hervorragend gearbeitet“, strahlte der 27-jährige Katusha-Kapitän, der bereits die Generalprobe zur „Ronde“ in beeindruckender Weise dominiert hatte. Bei den Drei Tagen von De Panne nämlich gewann er bis auf das Zeitfahren alle Etappen und schloss auch die Gesamtwertung auf Rang eins ab.

      Nun gelang dem Norweger auch der Triumph bei der Kür, nachdem er am Kruisberg gut 25 Kilometer vor dem Ziel als einziger auf eine Attacke von Terpstra reagiert hatte und den Niederländischen Zeitfahrmeister und Paris-Roubaix-Gewinner von 2014 nach einigen taktischen Spielereien auf den letzten Kilometern schließlich deutlich auf Rang zwei verwies.

      „Am Ende wollte Terpstra nicht mehr so richtig mit mir zusammenarbeiten, aber ich kann das verstehen. Schließlich hat es doch noch für uns gereicht. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich gewonnen habe“, strahlte Kristoff im
      Siegerinterview, bei dem er seinen kleinen Sohn auf dem Schoß hielt und auf eine entsprechende Frage des Reporters scherzhaft meinte: „Die Zukunft des norwegischen Radsports ist gesichert.“

      Als fairer Verlierer zeigte sich der geschlagene Terpstra. „Er hat den Sieg verdient und ich muss mit dem zweiten Platz zufrieden sein. Es ist ein großes Ergebnis in einem Monument“, sagte der 30-Jährige, der aber gestärkt das Unternehmen Titelverteidigung bei Paris-Roubaix in Angriff nehmen wird. „Natürlich hatte ich schon zu viele zweite Plätze und mein Ziel ist der Sieg. Aber in Anbetracht der Umstände bin ich zufrieden und freue mich jetzt schon auf Paris-Roubaix nächste Woche.“

      Bester heimischer Fahrer beim großen belgischen Radsport-Feiertag war Greg Van Avermaet (BMC), für den es nach Rang zwei im vergangenen Jahr auch diesmal wieder zum Podium reichte. Der 29-Jährige schüttelte auf den letzten Metern den erneut schwächelnden Slowaken Peter Sagan (Tinkoff-Saxo) ab und sicherte sich sieben Sekunden hinter Kristoff den dritten Platz. Sagan wurde mit 16 Sekunden Rückstand Vierter, gefolgt vom jungen Belgier Tiesj Benoot (+0:36), der überraschend bester Fahrer der starken Lotto Soudal-Auswahl war, die mit seinem Landsmann Jürgen Roelandts als Achten einen weiteren Fahrer in die Top Ten brachte.

      Nicht viel zum erhofften Podiumsplatz fehlte John Degenkolb (Giant-Alpecin). Der Mailand-Sanremo-Gewinner zeigte eine erneut überzeugende Leistung und entschied hinter dem sechstplatzierten Niederländer Lars Boom (Astana/+0:36) den Sprint der ersten Verfolgergruppe vor Roelandts, dem Tschechen Zdeněk Štybar (Etixx – Quick-Step) sowie dem Schweizer Meister Martin Elmiger (IAM) für sich.

      „Mir blieb nur der Sieg aus meiner Gruppe, aber unterm Strich können wir zufrieden sein. Wir haben eine wahnsinnig gute Mannschaftsleistung gezeigt“, sagte Degenkolb, der 49 Sekunden nach Kristoff ins Ziel kam und schon auf Paris-Roubaix schaute: „Wir haben Geschlossenheit gezeigt und zusammengehalten. Das lässt für nächste Woche hoffen.“

      Leer ging dagegen das hoch gehandelte Sky-Team aus, dessen Kapitän Geraint Thomas zwar im Finale einer der stärksten Fahrer war und bei der dritten und letzten Überquerung des Oude Kwaremont zur Jagd auf Terpstra und Kristoff blies, doch am Ende als letzter Fahrer der Degenkolb-Gruppe ankam – was Platz 14 bedeutete, noch hinter den Italienern Daniel Oss (BMC/11.) und Filippo Pozzato (Lampre-Merida/12.) sowie dem Belgier Stijn Devolder (Trek/13.), dem zweifachen
      Ronde-Gewinner (2008/09), der ein würdiger Vertreter seines verletzten Kapitäns Fabian Cancellara war.

      Mehr als nur ansprechend war der Auftritt von André Greipel (Lotto Soudal). Der Deutsche Meister imponierte in der entscheidenden Rennphase, attackierte mehrmals aus der Favoritengruppe heraus, opferte sich für seinen Kapitän Roelandts in der Tempoarbeit auf und wurde mit 2:28 Minuten Rückstand sogar noch Fünfzehnter, unmittelbar gefolgt von Marcus Burghardt (BMC), dem dritten Deutschen unter den besten 20. „Ich habe mein Bestes gegeben, damit wir aufs Podium kommen oder eventuell sogar gewinnen können“, kommentierte Greipel im Ziel seine bärenstarke Vorstellung.

      Und auch der mit sechs Deutschen angetretene Zweitdivisionär Bora-Argon18 konnte zufrieden sein, denn mit Ralf Matzka platzierte das Team aus dem oberbayerischen Raubling wie gewünscht einen Fahrer in der Gruppe des Tages, die sich bei strahlend blauem Himmel innerhalb der ersten Stunde formiert hatte.

      Nach schnellem Beginn und hartem Kampf waren es der Ire Matthew Brammeier (MTN – Qhubeka), der Neuseeländer Jesse Sergent (Trek), die Franzosen Damien Gaudin (Ag2R) und Clément Venturini (Cofidis), der Niederländer Dylan Groenewegen (Roompot), der Italiener Marco Frapporti (Androni), der routinierte Däne Lars Bak (Lotto Soudal) sowie der Frankfurter Matzka, die sich aus dem Feld lösen und schnell einen Vorsprung von maximal sieben Minuten herausfahren konnten.

      Den Tiegemberg, den ersten der 19 Hellinge des Tages, der nach knapp 90 Kilometern anstand, erreichte die um Venturini reduzierte Spitzengruppe 6:30 Minuten vor dem Feld, in dem zunächst Trek, Etixx, Katusha und vor allem Sky für die Tempoarbeit verantwortlich zeigten. Als das Feld in die 90-Grad-Kurve einbog, nach der die Oude Kwaremont-Passage beginnt, stürzte Bradley Wiggins (Sky) an vorderer Position. Der Brite verletzte sich am Handgelenk und musste das Rad wechseln. Kurz nachdem er wieder zum Feld aufgeschlossen hatte, wechselte er wieder zurück auf seine alte Rennmaschine.

      Schlimmer als den Tour-Sieger von 2012, der als Helfer für Thomas angetreten war, erwischte es Sergent, der von einem neutralen Materialwagen auf der ersten von drei Runden um Oudenaarde herum in einer Kurve umgefahren
      wurde und mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ausschied.

      Kurz darauf erging es Sebastien Chavanel (FDJ) nicht viel besser, als er, nach einem Defekt am Straßenrand auf Hilfe wartend, von seinem eigenen Teamfahrzeug umgefahren wurde. Grund war auch hier der neutrale Materialwagen, dessen Fahrer unaufmerksam war, als FDJ-Teamchef Marc Madiot wegen Chavanel bremste, und das Teamauto rammte. Der Franzose kam nach Angaben von FDJ glücklicherweise ohne schlimmere Blessuren davon.

      Zu diesem Zeitpunkt hatten die Ausreißer noch rund 3:30 Minuten Vorsprung, der in der Folge weiter schnell schrumpfte, ehe Bak im Kaperij-Helling mit seiner Attacke die Spitzengruppe sprengte. Nur Gaudin konnte dem routinierten Dänen folgen, während Team Sky im Feld den Druck erhöhte. Das hielt Greipel allerdings nicht davon ab, im Kanarienberg rund 70 Kilometer vor dem Ziel zum bereits zweiten Mal zu attackieren und so eine Verfolgergruppe zu initiieren, die allerdings
      nicht lange Bestand hatte.

      Auch als sich bei der zweiten Überfahrt über den Oude Kwaremont um Greipels Teamkollegen Jens Debusschere (Lotto Soudal) eine weitere Gruppe formierte, reagierte das Feld und stellte nicht nur dieses Quartett, sondern kurz darauf am bis zu 20 Prozent steilen Paterberg auch Bak und schließlich Gaudin.

      Prompt startete Greipel seinen nächsten Angriff, und zwar kurz vor dem Koppenberg. Zum vierten Mal zog der 32-Jährige davon (oder besser nach), als in der Anfahrt zum Taaienberg der Kasache Alexej Lutsenko (Astana) attackierte. Doch die zu diesem Zeitpunkt nur noch rund 30 Fahrer starke Favoritengruppe vereitelte auch diese Aktion, ehe Terpstra auf der Kuppe des Kruisberg das Tempo verschärfte und lediglich Kristoff folgen konnte oder wollte.

      Die erste Ratlosigkeit unter den Verfolgern nutzte das Duo, um sich schnell einen Vorsprung von rund 20 Sekunden herauszufahren, den es dann sogar noch auf bis zu eine halbe Minute ausbauen konnte. Bei der finalen Überfahrt über den Oude Kwaremont - erst hier musste übrigens der unermüdliche Greipel passen – attackierte Thomas und reduzierte schnell den Rückstand um die Hälfte.

      Doch dem Waliser am Hinterrad klebte Terpstras Teamkollege Stybar, der sich nicht an der Tempoarbeit beteiligte, so dass das Duo wieder gestellt wurde. Wieder zeigten sich die Verfolger zu lange unschlüssig, wer nun weiter Verantwortung übernehmen sollte.

      Das brachte Terpstra und Kristoff letztlich die entscheidenden Sekunden. Am Paterberg, dem letzten Anstieg des Tages, zogen Van Avermaet und Sagan aus der Gruppe davon, doch um den Anschluss zum Spitzenduo herzustellen, reichte es nicht mehr.

      Quelle=www.radsport-news.com
      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt
      Schön, dass Du uns die Frühjahrsklassiker näher bringst. Und dank Deines richtigen Siegertipps nenne ich Dich jetzt nur noch "Herbert Lancelott". :P
      Hauptstory:
      Gloria Viktoria
      Story des Monats: 03+07/2012 | 01,10+11/2013 | 06/2014
      Oscargewinner: Beste Kadervorstellung/-analyse, Beste Story SI, Beste Story Gesamt (2012), Beste Einleitung, Beste Story SI, Lebenswerk(2013)