19.04.2015 Amstel Gold Race

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      19.04.2015 Amstel Gold Race



      Das Amstel Gold Race ist ein Straßenradrennen, das seit 1966 jährlich in der Nähe von Maastricht in den Niederlanden stattfindet. Das klassische Eintagesrennen, welches nach der niederländischen Biersorte Amstel benannt ist, war bis 2004 Teil des zehn Rennen umfassenden Rad-Weltcups. Nach dessen Abschaffung gehörte es seit 2005 zur neu eingeführten UCI ProTour, einer Serie der wichtigsten Radrennen des Jahres. Seit 2011 gehört das Rennen zur Nachfolgeserie UCI World Tour.

      Der rund 250 km lange niederländische Klassiker galt aufgrund seiner eher einfachen Topographie lange Zeit eher als Radrennen für Sprinter. In den letzten Jahren wurden dagegen immer mehr neue Hügel in den Parcours des Rennens eingebaut. Als entscheidend hat sich vor allem die Verlegung des Ziels erwiesen: Seit dem Jahr 2003 endet das Amstel Gold Race nicht mehr in Maastricht, sondern auf dem Cauberg in Valkenburg, einem relativ kurzen, aber steilen Anstieg, der auch schon viermal Schauplatz der Straßenweltmeisterschaften war. 2013 wurde das Ziel erneut verlegt. Es befindet sich nun 1,8 Kilometer hinter dem Cauberg, an derselben Stelle an der 2012 auch schon die Weltmeisterschaft endete.[1]

      Seit einigen Jahren wird das Amstel Gold Race auch als Jedermannrennen am Tage vor dem Profirennen durchgeführt. Die vorherige „Touristik-Version“ des Amstel Gold Race, die Radtour „Limburgs Mooiste“ wird aber weiterhin durchgeführt.

      Bis Anfang der 1990er Jahre wurde das Amstel Gold Race weitgehend von Belgiern und Niederländern dominiert. Seit das Rennen Teil von Rad-Weltcup bzw. der UCI ProTour ist, hat sich das Palmarès deutlich internationalisiert. Rekordsieger des Amstel Gold Race ist der Niederländer Jan Raas, der den Klassiker zwischen 1977 und 1982 fünfmal gewinnen konnte. Deutsche Sieger waren Olaf Ludwig 1992, Erik Zabel 2000 und Stefan Schumacher im Jahr 2007.

      Quelle=www.wikipedia.de

      Letzte Sieger:
      2014: Philippe Gilbert
      2013: Roman Kreuziger
      2012: Enrico Gasparotto
      2011: Philippe Gilbert
      2010: Philippe Gilbert
      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt

      Amstel Gold Race: Martens erstmals als Kapitän am Start


      Paul Martens (LottoNL-Jumbo) | Foto: Cor Vos

      16.04.2015 | (rsn) – In den vergangenen Jahren musste Paul Martens (LottoNL-Jumbo) beim Amstel Gold Race in schöner Regelmäßigkeit für seine Kapitäne wie Oscar Freire, Robert Gesink oder Bauke Mollema. Doch nachdem Freire seine Laufbahn längst beendet hat, Gesink diesmal verzichtet und Mollema am Saisonende das Team verließ und sich dem Trek-Rennstall anschloss, wird bei der 50. Jubiläumsausgabe des ersten der drei Ardennenklassiker der 31-jährige Deutsche sein Team
      anführen.

      „Ja, ich werde wohl die volle Unterstützung genießen“, bestätigte Martens gegenüber radsport-news.com, schickte aber gleich als Einschränkung hinterher: „Aber dadurch, dass ich kein ‚sicherer Top 10-Kandidat bin, müssen wir uns auch als Gruppe präsentieren.“

      Martens bisher beste Platzierungen – bei neun Starts – datieren aus den Jahren 2010 und 2011, als er Elfter bzw. Zehnter wurde. Bei den vergangenen drei Teilnahmen reichte es dagegen nur zu Positionen in den Top 30. Interessanterweise waren darunter die beiden jüngsten Austragungen, die nicht mehr am Gipfel des Caubergs, sondern einige Kilometer dahinter in Berg en Terblijt endeten.

      Auch wenn er zu den sprintstarken Klassikerspezialisten gehört, denen die veränderte Routenführung entgegenkommen müsste, betonte der gebürtige Rostocker: „Ich fand das alte Finale schöner, denn eigentlich wird jetzt noch abwartender gefahren als früher.“

      Mit der Generalprobe zum Amstel Gold Race war Martens alles in allem zufrieden, zumal er Anfang April wegen einer Grippe aus dem Tritt geraten war. Es reichte am Mittwoch beim Pfeil von Brabant dann aber zum elften Platz. „Bis zu den letzten 200 Metern war ich gut, danach sind mir die Beine aufgegangen, was durch die Wettkampf-Trainingspause zu erklären ist, aber eigentlich hatte ich die Top 5 angepeilt“, erklärte er.

      Damit spiegelte seine Vorstellung bei dem Eintagesrennen durch die Provinz Brabant in etwa seine Leistungen im bisherigen Saisonverlauf wieder, die Martens so beschrieb: „Ziemlich solide, aber ohne einen Top-Tag. Bei der Algarve-Rundfahrt hätte ich gleich mit einem Sieg starten können, aber da kam mir meine Schaltung in die Quere.“

      Ob er nach der überstandenen Grippe in Bestform am Sonntag in Maastricht – unweit seiner Wahlheimat – das Heimspiel seines Teams in Angriff wird nehmen können, bezeichnete Martens als „die große Frage. Ich gehe davon aus, dass ich gut sein werde, aber dort startet die Weltspitze, da ist jedes fehlende Körnchen fatal.“

      Fatal ist vielleicht auch das Attribut, das man angesichts der bisherigen Erfolgsbilanz von LottoNL-Jumbo verwenden könnte. Als einziges der 17 WorldTour-Team sind die Niederländer noch ohne Sieg – was nach Martens Auffassung den Druck, unter dem man am Sonntag steht, allerdings nicht erhöht. „Das Amstel Gold Race ist immer wichtig für uns, ob wir nun schon 20 Siege eingefahren hätten oder auf Null stehen“, erklärte er.

      Augenscheinlich reagiert die LottoNL-Teamleitung auf die Situation anders als etwa Tinkoff-Saxo, wo Eigentümer Oleg Tinkov Teammanager Bjarne Riis wegen Erfolglosigkeit bereits gefeuert hat. „Das Management betreibt eine Fehleranalyse, ohne dass Extra-Stress im Team entsteht, das würde uns auch nicht helfen“, lobte Martens die Umgangsweise mit Sportlicher Leistung und Fahrern , zumal „wir alle gut fahren wollen, und da wird der Punkt kommen, an dem wir wieder die Ergebnisse einfahren können, die wir uns vornehmen, da bin ich mir sicher.“

      Vielleicht wird es schon beim Amstel Gold Race so weit sein. Für den Auftakt der Ardennenwoche äußerte Martens zwei Wünsche: „Gute Beine und gutes Wetter.“ Der dritte dürfte eine Top Ten-Platzierung sein.

      Quelle=www.radsport-news.com
      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt

      Kwiatkowski geht ambitioniert in die Ardennenwoche


      Michal Kwiatkowski (Etixx-Quick-Step) freut sich über seinen Sieg
      im Prlog zu Paris-Nizza. | Foto: Cor Vos


      18.04.2015 | (rsn) - Zahlen lügen nicht. Schaut man auf die Palmares der Straßenweltmeister der letzten zehn Jahre, wird jedem klar: Seit Tom Boonens Regenbogen-Coup in Madrid 2005 gab es zu Beginn der nachfolgenden Saison keinen erfolgreicheren Champion als Michal Kwiatkowski. Und nun will der 25-jährige Pole bei den Ardennenklassikern um Siege mitfahren.

      Die bisherige Saison verlief durchaus zufriedenstellend. Der Profi des belgischen Teams Etixx-Quick-Step - bei dem ja auch Boonen unter Vertrag steht - gewann in dieser Saison den Prolog bei Paris-Nizza und belegte in der Gesamtwertung Rang zwei. Mit diesem Ergebnis hatte Kwiatkowski zuvor bereits die Algarve-Rundfahrt beendet. Nach dem Pech bei Mailand-Sanremo, als er in der Abfahrt von der Cipressa stürzte, wurde er als einer der Favoriten für die Baskenland-Rundfahrt gehandelt. Mehr als Rang acht im Gesamtklassement sprang allerdings nicht heraus.

      „Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn es im Baskenland für mich ein wenig besser gelaufen wäre und ich bessere Ergebnisse erzielt hätte“, kommentierte er den Ausgang des Rennens, von dem er sich seine gute Laune aber nicht nehmen ließ. „Ich muss stets daran denken, dass die Klassiker wichtiger sind. Ich musste das Rennen in glänzender Form und gut erholt beenden, um hier in den Ardennen vorne zu landen“, fügte er an. Und das war seiner Meinung nach der Fall.

      Fokussiert und gelassen nutzte der Etixx-Kapitän die vergangene Woche dazu, seine Form zu konservieren, um nun am Sonntag beim Amstel Gold Race um den Sieg kämpfen zu können. Die Aussichten sind gut, auch wenn man auf das Jahr 2014 zurückblickt, als Kwiatkowski bei allen drei Ardennenklassikern ganz vorne mitgemischt hatte.

      Im Vorjahr wurde er in Valkenburg Fünfter, bei den folgenden Flèche Wallone und Lüttich-Bastogne-Lüttich schaffte Kwiatkowski es sogar aufs Podium (jeweils Platz drei). Diesmal will der Weltmeister, der die Ardennenwoche als eines seiner großen Ziele dieses Jahres nannte, die Ergebnisse von 2014 nicht nur bestätigen, sondern sie sogar noch toppen. „Man muss immer Ambitionen haben, hohe Ansprüche an sich selbst stellen. Meine Form ist gut genug, um den anderen die
      Stirn zu bieten. Einfach wird es nicht – ich fahre doch im Weltmeistertrikot. Aber ans Aufgeben habe ich nie gedacht“, scherzte Kwiatkowski.

      Quelle=www.radsport-news.com
      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt

      Gilbert zum vierten oder jubelt erstmals ein Spanier?


      Das Podium des 49. Amstel Gold Race, v.l.: Jelle Vanendert (Lotto Belisol),
      Philippe Gilbert (BMC), Simon Gerrans (Orica-GreenEdge) | Foto: Cor Vos




      17.04.2015 | (rsn) – 34 Anstiege, verteilt über 258 Kilometer, mehr als 4000 Höhenmeter – das sind auch diesmal die beeindruckenden Eckdaten zum Amstel Gold Race, das am Sonntag sein 50-jähriges Jubiläum feiert.

      Gestartet wird das einzige niederländische WorldTour-Rennen in Maastricht, das Ziel befindet sich seit 2013 nicht mehr am Cauberg, sondern 2,6 Kilometer hinter dem berühmten Anstieg, der nicht weniger als vier Mal erklommen werden muss.

      Aber nicht nur der 900 Meter lange, 7,5 Prozent steile Cauberg, sondern auch der Geulhemmerberg (dreimal zu befahren/1000m/6,2%), der Gulpenerberg (2600m/9,7%) und der Kruisberg (1700m/8,3%) haben es in sich. Der längste der 34 Anstiege - genauso viele wie 2014 übrigens - ist der Camerig (4600m/4%), der bereits nach knapp 100 Kilometern im Programm steht. Dort haben die Fahrer schon zehn „Berge“ in den Beinen. Die Achterbahnfahrt beginnt nämlich bereits nach gut neun Kilometern mit dem Slingerberg nördlich von Maastricht.

      Danach führt die Strecke in südöstlicher Richtung, ehe die erste Passage des Caubergs bei Kilometer 54 den Einstieg in vier Runden markiert, deren letzte 18,5 Kilometer vor dem Ziel beginnen. Hier müssen zum dritten Mal der Geulhemmerberg, zum zweiten Mal der Bemelerberg und ein letztes Mal der Cauberg bewältigt werden. Vom höchsten Punkt folgen noch 2,6 flache Kilometer bis ins Ziel.

      Mit der Verlegung des Ziels hat sich der Charakter des Rennens nochmals verändert. Endete es bis 2003 in Maastricht und bot den Sprintern gute Aussichten auf den Sieg, so waren die schnellen Männer mit der Benennung des Caubergs bei Valkenburg praktisch aus dem Rennen. Und nach der WM in Valkenburg 2012, wo das Straßenrennen einige Kilometer jenseits des Anstiegs endete, entschlossen sich die Organisatoren, dieses Ziel auch für das Amstel Gold Race beizubehalten. Seitdem gibt es für Fahrer, die am Cauberg abgehängt wurden, zumindest eine kleine Chance, doch noch den Anschluss zu schaffen.

      Gleich sieben ehemalige Sieger werden am Sonntagmorgen in Maastricht am Start stehen. Neben Titelverteidiger Gilbert sind das die Italiener Damiano Cunego (Nippo-Fantini/2008) und Enrico Gasparotto (Wanty-Groupe Gobert/2012),
      der Luxemburger Fränk Schleck (Trek/2006), der Tscheche Roman Kreuziger (Tinkoff-Saxo/2013) sowie der Italiener Davide Rebellin (CCC Sprandi/2004) sowie sein Teamkollege Stefan Schumacher, der als bisher
      letzter Deutscher das Amstel Gold Race im Jahr 2007 gewinnen konnte. Vor dem 33-jährigen Nürtinger, der erstmals seit 2008 wieder den Frühjahrsklassiker bestreiten wird, konnten sich Olaf Ludwig (1992) und Erik Zabel (2000) in die Siegerlisten eintragen.

      Beste Chancen auf einen weiteren Erfolg hat aus der Reihe der früheren Gewinner zweifellos Gilbert, der mit einem vierten Amstel Gold-Sieg in die Nähe des Rekords käme, den Jan Raas hält. Der Niederländer triumphierte zwischen 1977 und 1982 fünf Mal in Maastricht. Mit Rang drei beim Pfeil von Brabant bewies Gilbert seine gute Form. Den Sieg bei der Generalprobe holte sich am Mittwoch sein Teamkollege Ben Hermans, der am Sonntag aber wieder für seinen Kapitän arbeiten wird.

      Für den ersten Coup eines Spaniers könnte Alejandro Valverde sorgen. Der 34-Jährige landete bisher zwei Mal auf dem Podium: 2008 wurde Valverde Dritter, vor zwei Jahren musste er sich nur Kreuziger geschlagen geben. 2014 beendete der Movistar-Kapitän das Rennen auf Rang vier. Nach seinem überragenden Auftritt bei der Baskenland-Rundfahrt, wo er zwei Etappen und die Gesamtwertung gewann, ist aber auch Valverdes Landsmann Joaquim Rodríguez (Katusha) – Zweiter der Austragung von 2011 - der Sieg zuzutrauen.

      Sollte es zum Sprint einer Gruppe kommen, ist auch Michael Matthews, Zweiter des Pfeils von Brabant, ein heißer Kandidat. Der 24-jährige Australier erhält das Vertrauen seines Orica-GreenEdge-Teams. Auch der zweimalige Amstel Gold-Dritte, Simon Gerrans, wird sich in Matthews‘ Dienste stellen.

      Über eine Attacke am Cauberg dürfte Weltmeister Michał Kwiatkowski (Etixx-Quick-Step) versuchen, zum Erfolg zu kommen. Der Pole belegte in den vergangenen beiden Jahren einen vierten und einen fünften Platz – niemand wäre überrascht, wenn Kwiatkowski beim Jubiläum auf dem Podium landen würde.

      Zum Favoritenkreis zählen außerdem der Kolumbianer Sergio Henao (Sky), Zweiter der Baskenland-Rundfahrt, Bauke Mollema (Trek), neben Dumoulin die Hoffnung der Niederländer, der Portugiese Rui Costa (Lampre-Merida), der Ire Daniel Martin
      (Cannondale-Garmin) und der Franzose Tony Gallopin (Lotto-Soudal), der stärker einzuschätzen ist als sein Teamkollege Jelle Vanendert. Der Belgier, 2012 und 2014 jeweils Zweiter, wird aber auch diesmal nicht zu unterschätzen sein.

      Das deutsche Team Giant-Alpecin muss auf den an den Folgen eines Schlüsselbeinbruchs laborierenden Simon Geschke verzichten. Der 29 Jahre alte Freiburger war im vergangenen Jahr sehr guter Sechster und wäre auch diesmal ein Kandidat für eine Spitzenplatzierung gewesen. In Abwesenheit Geschkes wird das Team vom Niederländer Tom Dumoulin angeführt, der zuletzt das abschließende Zeitfahren der Baskenland-Rundfahrt gewann.

      Die Deutschen gehen nur als Außenseiter ins Rennen, beste Chancen auf ein Ergebnis haben Fabian Wegmann, der den dänischen Zweitdivisionär Cult Energy anführt, und Paul Martens, der bei seinem niederländischen Team LottoNL-Jumbo erstmals die Kapitänsrolle einnehmen wird.

      Quelle=www.radsport-news.com
      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt

      Kwiatkowski bricht in Valkenburg den Klassiker-Bann


      Michal Kwiatkowski (Etixx-Quick-Step) gewinnt das 50. Amstel Gold Race. |
      Foto: Cor Vos


      19.04.2015 | (rsn) – Weltmeister Michal Kwiatkowksi hat seinem Etixx-Quick-Step-Team den heiß ersehnten ersten Sieg bei einem der großen Klassiker dieses Jahres beschert. Der Pole entschied am Sonntag das 50. Amstel Gold Race nach 258 Kilometer von Maastricht nach Valkenburg im Sprint einer knapp 20 Fahrer starken Gruppe für sich und konnte erstmals im Regenbogentrikot jubeln.

      Zwar hatte Kwiatkowski bereits im März den Prolog von Paris-Nizza für sich entschieden, doch dabei das herkömmliche Etixx-Quick-Step-Jersey tragen müssen. „Ich kann es kaum glauben. Mein Traum, im Regenbogentrikot zu gewinnen, ist in Erfüllung gegangen“, strahlte Kwiatkowski deshalb im Ziel.

      Nach der Jagd über 34 Anstiege mit insgesamt mehr als 4000 Höhenmetern verwies der Vorjahresfünfte durchaus überraschend den Spanier Alejandro Valverde (Movistar) und den Australier Michael Matthews (Orica-GreenEdge) auf die Plätze – zumal Kwiatkowksi 500 Meter vor dem Ziel eingebaut war.

      Doch dann zog er vom Hinterrad des Franzosen Tony Gallopin (Lotto Soudal) auf der vom Ziel aus gesehen äußeren rechten Seite nach vorn und sicherte recht sich deutlich den Sieg im ersten der drei Ardennenklassiker und seinem Team nach einer ganzen Reihe von zweiten Plätzen auch das erste Erfolgserlebnis bei einem bedeutenden Eintagesrennen in dieser Saison.

      „Das Finale war extrem schwer. Am vorletzten Cauberg-Anstieg fühlte ich mich ehrlich gesagt nicht so ganz gut“, gab Kwiatkowski zu. „Den Angriff von Philippe Gilbert habe ich nicht gesehen, weil ich nicht an seinem Hinterrad war. Dort saß Michael Matthews, der ihm das Leben schwer machte. Gilbert kennt den Cauberg wie kein anderer, er ist immer sehr stark. Ganz oben am Cauberg war noch eine ganz große Gruppe vorne und deshalb freut es mich umso mehr, dass ich im Sprint Matthews und Alejandro Valverde bezwungen habe.“

      „Es war für uns keine Super-Stress-Situation. Wir haben ‚positiven Druck‘ gehabt, denn wer Zweiter, Dritter, Vierter wird, der kann auch gewinnen. Man muss sich seiner Stärke bewusst sein, muss das analysieren und darf nicht in Panik verfallen“, ergänzte Etixx-Manager Rolf Aldag im Ziel gegenüber radsport-news.com.

      Gallopin blieb hinter dem Portugiesen Rui Costa (Lampre-Merida) nur Rang fünf, gefolgt vom Belgier Greg Van Avermaet (BMC), Kwiatkowskis französischem Teamkollegen Julian Alaphilippe und dem Italiener Enrico Gasparotto (Wanty-Groupe Gobert), der 2012, als das Rennen letztmals am Gipfel des Caubergs endete, den größten Erfolg seiner Karriere feiern können.

      Enttäuschend verlief die Jubiläumsausgabe des Amstel Gold Race dagegen für den Belgier Philippe Gilbert (BMC). Der Titelverteidiger, der mit seiner Attacke bei der vierten und letzten Überquerung des Caubergs erwartungsgemäß das Finale eröffnet hatte, konnte diesmal seine Konkurrenten nicht abschütteln und musste sich noch hinter dem Polen Maciej Paterski (CCC Sprandi) mit Rang zehn begnügen.

      Es waren zunächst Matthews und Valverde, die dem 32 Jahre alten Gilbert am Cauberg folgen konnten. Kwiatkowski dagegen wurde abgehängt, kämpfte sich aber auf den letzten beiden flachen Kilometern gemeinsam mit
      weiteren Fahrern wieder zum Spitzentrio zurück und holte sich schließlich den nach dem WM-Triumph von Ponferrada bisher größten Erfolg seiner Karriere mit einer Radlänge Vorsprung vor Valverde.

      „Ich denke, heute war angesichts der Sprintentscheidung nicht mehr drin als der zweite Platz. Als ich zu Gilbert und Matthews aufschließen konnte, wollte ich gleich wieder attackieren, in der Hoffnung, dass sie sich anschauen würden. Aber das leider nicht geklappt“, sagte der Movistar-Kapitän, der zwar wieder einmal auf dem Podium landete, aber auch diesmal nicht für den ersten Amstel Gold-Sieg eines Spaniers sorgen konnte.

      Matthews blieb - wie schon bei Mailand-Sanremo - Rang drei. „Ich habe meine Nase 200 Meter vor dem Ziel in den Wind gesteckt, hatte aber nicht mehr den Kick, den ich gerne gehabt hätte", kommentierte der Orica-Kapitän gegenüber radsport-news.com sein nächstes Spitzenergebnis bei einem Klassiker.

      Bester deutscher Fahrer war Paul Martens (LottoNL-Jumbo), der in der zweiten Gruppe 18 Sekunden nach Kwiatkowski ins Ziel kam und Rang 27 belegte. „Im Moment finde ich keine Worte, um meine Enttäuschung zu beschreiben. Aber ich habe keine Fehler gemacht, so muss ich den Blick auf die nächsten beiden Ardennen-Klassiker legen“, twitterte Martens, der im Finale durch Krämpfe behindert wurde.

      Sein Landsmann Linus Gerdemann (Cult Energy) hatte zuvor das Rennen lange Zeit mitbestimmt. Der 32-Jährige hatte sich bei besten Wetterbedingungen nach gut 20 Kilometern gemeinsam mit Laurens De Vreese (Astana), Jan Polanc (Lampre), Timo Roosen (LottoNL-Jumbo), Johann Van Zyl (MTN-Qhubeka) und Mike Terpstra (Team Roompot) aus dem Feld gelöst und nach gut 90 Kilometern – an der ersten Verpflegungszone – einen Vorsprung von gut zehn Minuten herausgefahren.

      Doch danach machten die Teams der Favoriten ernst und hatten den Rückstand am Eyserbosweg rund 40 Kilometer vor dem Ziel fast wettgemacht. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Spitzengruppe nur noch aus Gerdemann, Polanc und De Vreese, nachdem zehn Kilometer zuvor am Gulpenerberg Terpstra, Roosen und van Zyl den Kontakt verloren hatten.

      Nach einer Attacke am Eyserbosweg initiierten David Tanner (IAM) und Simon Clarke (Orica-GreenEdge) eine neue Spitzengruppe, der aber Tony Martin (Etixx-QuickStep), Vincenzo Nibali (Astana) und sein Teamkollege Diego Rosa, Wilco Kelderman (LottoNL-Jumbo), Damiano Caruso (BMC) und Alex Howes (Cannondale-Garmin) im Nacken saßen. Caruso und Rosa stürzten kurz darauf, doch den anderen drei Fahrern gelang es, den Anschluss zum Spitzenduo herzustellen.

      Doch die Gruppe harmonierte nicht, auch deshalb, weil Martin nur als Aufpasser für seinen Kapitän Kwiatkowski dabei war und sich nicht an derTempoarbeit beteiligte. So attackierte zunächst Nibali erfolglos, dann ein weiteres Mal Clarke, der sich tatsächlich auf der 18,5 Kilometer langen Schlussrunde absetzen konnte und einen kleinen Vorsprung einige Kilometer lang verteidigen konnte.

      Doch der Teamkollege von Matthews hatte ebenso wenig Aussichten auf einen Coup wie Jakob Fuglsang (Astana) und Greg Van Avermaet (BMC), die aus dem Feld heraus an Clarke vorbeizogen, ihrerseits aber von den Verfolgern schnell wieder eingefangen wurden.

      Auf den letzten fünf Kilometern übernahm dann Orica-GreenEdge das Kommando in der noch sehr großen Kopfgruppe und konnte seinen Kapitän Matthews vor dem Cauberg so gut positionieren, dass der 24-Jährige als zunächst als Einziger auf Gilberts Attacke reagieren konnte, die am Fuß des 900 Meter langen und 7,5 Prozent steilen Anstiegs erfolgte.

      Der Weltmeister von 2012 – damals war Gilbert übrigens ebenfalls in Valkenburg auf identischen Kurs erfolgreich gewesen – wandte damit sein Erfolgsrezept des vergangenen Jahres an. Doch diesmal wussten die Konkurrenten zu kontern, und als zunächst Matthews und Valverde und am höchsten Punkt des Caubergs auch noch Kwiatkowski sowie weitere, kurzzeitig abgehängte Fahrer aufschließen konnten, waren Gilberts Aussichten auf einen vierten Amstel Gold-Sieg nach 2010, 2011 und 2014 praktisch gen Null gesunken.

      Endstand:
      1. Michal Kwiatkowski (Etixx-Quick-Step)
      2. Alejandro Valverde (Movistar) s.t.
      3. Michael Matthews (Orica GreenEdge)
      4. Rui Costa (Lampre-Merida)
      5. Tony Gallopin (Lotto Soudal)
      6. Greg Van Avermaet (BMC)
      7. Julian Alaphilippe (Etixx-Quick-Step)
      8. Enrico Gasparotto (Wanty - Groupe Gobert)
      9. Maciej Paterski (CCC Sprandi)
      10. Philippe Gilbert (BMC)

      Quelle=www.radsport-news.com
      "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
      "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.

      Autor: unbekannt