Beiträge von schwarzgrün1913

    Nach knapp eineinhalb Jahren fühlt es sich fast surreal an, wieder "auf Achse" zu sein, über eine Grenze zu fahren und Menschen auch ohne viereckiges Kästchen um sie herum kennenzulernen... ;) Mit diesem Mehr an Möglichkeiten für Austausch, Veranstaltungen, Proben etc. haben sich vor allem meine freizeitlichen und semi-professionellen Verpflichtungen in Sport und Musik (endlich) wieder stärker in meinem Alltag ausgebreitet. :) Leider hab ich es daher in den letzten Wochen nicht geschafft, mich in den FMWelten weiter aktiv zu beteiligen - ich bin aber ganz sicher, das wird wieder! Zwei längere Trigonon-Beiträge liegen schon eine Zeit lang halbfertig in der Schublade, ganz zu schweigen vom Spielstand selbst, der noch die ein oder andere spannende Titelentscheidung birgt...

    Bis dahin freue ich mich, eure FM-Geschichten mitzulesen! :lesen::ball:

    Tatsächlich äußerst kurios (auch weil die Entlassung offenbar eine "einmalige" Wendung im Spielstand war) und schade. Dennoch bedanke ich mich dafür, mich mit dem SAF-Challenge-Format bekanntzumachen, und für den Einblick in drei abwechslungsreiche Saisons mit Newcastle! :thumbup: Deine Entscheidung kann ich nachvollziehen.

    Nachdem ich nun mehr oder weniger im Schnelldurchlauf die bisherigen eineinhalb Saisons aufgeholt habe (ich freu mich schon, wenn ich sie mir "en detail" zu Gemüte führen kann), bleibt zu sagen: Ja, die Lothringer sind wieder da ("Hurra"!) - sowohl mit Pauken und Trompeten in der Ligue 1, als auch als frischer, nach Granatäpfeln duftender Wind hier im Forum - und darüber freue ich mich sehr! :)


    Wo mag die Reise in dieser Saison wohl noch hingehen? Führt er tatsächlich schon jetzt nach Europa und wenn ja, ist der Kader für eine Vierfachbelastung überhaupt schon bereit? ... ich bin gespannt und bleibe dran! :lesen::)


    Capítulo Nueve

    "The Wild Youth"


    Während sein Freund Hugo mit dem kleinen RCD Mallorca die Liga erstaunte, hatte bei David Gutierrez‘ Celta Vigo in den vergangenen Wochen am meisten der Altersdurchschnitt seiner blutjungen Elf für gehobene Augenbrauen gesorgt. Gegenpole zu den Teenagern Sebastiano Esposito, Naci Ünüvar, Rayan Cherki, Melvin Bard und Gabri Veiga waren mit ihrer Erfahrung der Rechtsverteidiger Hugo Mallo, der mexikanische Innenverteidiger Nestor Araújo sowie Barca-Leihgabe Rafinha. Unter dem Motto „Jugend forscht“ hatte es zuletzt in der Liga einen 3:0-Auswärtssieg beim Liga-Vorletzten aus Granada gesetzt. Torschützen waren hier der bisher äußerst überzeugende Esposito sowie der Däne Pione Sisto. Zwar hatte man an den beiden Spieltagen zuvor sowohl gegen Real Madrid als auch gegen den direkten Konkurrenten um die europäischen Plätze Athletic Bilbao verloren, doch war gegen den designierten Meister aus Barcelona mit einem 1:1-Unentschieden mehr als nur ein Achtungserfolg gelungen. Insgesamt schien sich das Team nach der schwierigen Phase im Jänner allmählich zu festigen und David war mit dem Fortschritt zufrieden, bangte insgeheim aber um einen internationalen Startplatz in der UEFA Europa League. Die Rolle des Stabilistators im Zentralen Mittelfeld hatte mit Filip Bradaric mehr und mehr ein Neuzugang eingenommen, den bereits Davids Vorgänger verpflichtet hatte, der aufgrund einer Vertragsklausel aber erst im Winter zum Team gestoßen war und den David in all dem Tumult ganz vergessen hatte. So war er Ende des Transferfensters sowohl von der Ankunft als auch von den Fähigkeiten des Neuen positiv überrascht und es war zu weiten Teilen dessen Können zu verdanken, dass der Verkauf von Kreativspieler Denis Suarez nicht so schwer wog, wie anfangs befürchtet.


    Mit dem März kamen wieder mildere Temperaturen in die galicische Hafenstadt Vigo und David bereitete sein Team akribisch auf den 29. Spieltag vor, an dem mit Espanyol Barcelona eine Mannschaft aus dem gesicherten Mittelfeld zu Gast war. Espanyol hatte, nach einer Saison mit Auf und Abs zwar zwei Mal Hugos Mallorquiner besiegen können, erlebte momentan aber wieder einmal eine ihrer schwächeren Phasen in dieser Saison. Auch deshalb hoffte David, im mittlerweile gut eingespielten 4-2-3-1 ein hohes Pressing ansetzen zu können, um die ohnehin schon verunsicherten Gäste zu Fehlern zu zwingen. In eigenem Ballbesitz setzte er, wie immer, auf Kontrolle. Die Außenverteidiger wurden weit nach außen gezogen, während Fran Beltran als Zurückgeschobener Spielmacher die Rolle des tiefer stehenden, das Spiel lenkenden Achters übernahm und sich eher horizontal bewegte, während Bradaric, den er aus Fitnessgründen Pape Cheikh Diop vorzog, als Box-to-Box-Mittelfeldspieler auf die Höhe des Offensiven Mittelfeldspielers Rafinha aufzog und die Wege in die Tiefe suchte.


    Das Spiel entwickelte sich von Beginn an stark zugunsten des Heimteams, jedoch ohne dass Vigo aus den sich bietenden Chancen Kapital zu schlagen wusste. Espanyol erkannte rasch die Gefahr des hohen Pressings der Gastgeber und verlegte sich auf lange Bälle auf die beiden Offensiven, von denen in Minute 41 einer beinahe zum Kontertor geführt hätte. Weil aber Blanco parierte und sowohl Ünüvar als auch Esposito für Vigo aus aussichtsreichen Positionen vergaben, ging es mit einem eher unzufriedenstellenden 0:0 in die Pause. Auch in der zweiten Halbzeit zeigte sich ein ähnliches Bild: das junge Celta Vigo dominierte Ball und Gegner, jedoch ohne den klaren Zug zum Tor. Von den Gästen kam in die Offensive nun noch weniger, die Defensive schien aber zu halten - bis zur 67. Spielminute und der wohl spielentscheidenden Unachtsamkeit der verteidigenden Gäste: Ein Querschläger nach einem Eckball landete bei Esposito, der sich mit einer schnellen Körperdrehung an seinem Bewacher vorbeischlängelte und aus sieben Metern zum Abschluss ansetzte, als er im letzten Moment zurückgerissen wurde. Den fälligen Strafstoß verwertete der Gefoulte selbst. Nun musste Espanyol sein Spiel öffnen, tat dies auch, doch vergaß in der Rückverteidigung erneut auf den schnellen Italiener, der nach einem schönen Steilpass von Rafinha zum 2:0-Endstand verwertete.


    La Liga | 29. Spieltag | Estadio Balaídos | 7. März 2020
    Celta Vigo (6) – Espanyol Barcelona (12) 2:0 (0:0)
    :shirt: Blanco – Olaza, Araújo, Aidoo, Mallo – Beltran (:in:Diop), Bradaric – Ünüvar (:in:Cherki), Rafinha, Sisto – Esposito
    :ball: Sebastiano Esposito (67, Elf., 71)
    :star3: Sebastiano Esposito (Celta Vigo)


    Ergebnisdienst:

    RCD Mallorca – UD Levante 1:0 (1:0) | Tor: Abdón Prats (40)

    Real Sociedad San Sebastián – Betis Sevilla 1:0 (1:0) | Tor: Alexander Isak (41)



    In Valladolid bestritt David sein 30. Ligaspiel auf der Trainerbank seiner Mannschaft und hoffte gegen den Abstiegskandidaten erneut auf drei Punkte und eine dominante Auswärtsleistung. Tatsächlich hatten seine Spieler kein Problem, rasch ein spielerisches Übergewicht zu gewinnen, zu schwach waren die Gäste und zu unkontrolliert ihre hin und wieder initiierten Gegenstöße. Einzig das Glück im Abschluss fehlte den Galiciern mal wieder. Sisto scheiterte nach 20 Minuten gleich zweimal am großartig aufgelegten Torwart des Heimteams, Rafinha bei einem Distanzschuss an der Querlatte und Esposito nach einer mustergültigen Flanke von Sisto im Kopfball an sich selbst. Dennoch war es wieder der 17-Jährige, der kurz vor der Pause zum letztlich entscheidenden 1:0 abstaubte.


    La Liga | 30. Spieltag | Nuevo Estadio Municipal José Zorrilla | 14. März 2020
    Real Valladolid (18) – Celta Vigo (6) 0:1 (0:1)
    :shirt: Blanco – Olaza (:in:Bard), Araújo, Aidoo, Mallo – Beltran (:in:Diop), Bradaric – Ünüvar, Rafinha, Sisto (:in:Cherki) – Esposito
    :ball: Sebastiano Esposito (44)
    :star3: Filip Bradaric (Celta Vigo)


    Ergebnisdienst:

    FC Getafe – RCD Mallorca 2:1 (1:1) | Tore: Jason (11), Jaime Mata (67) bzw. Antonio Raíllo (9)

    Betis Sevilla – FC Barcelona 0:1 (0:0) | Tor: Sergi Roberto (69)



    Vor der letzten Länderspielpause dieser Saison traf Vigo zuhause auf den Vierzehnten aus Alavés, gegen die man im Hinspiel glücklich mit 2:1 gewinnen hatte können. Die Basken zeichnete eine kampfbetonte und strukturierte Spielweise aus, ohne dabei aber defensiv vollends zu überzeugen. Gerade gegen die Topteams der Liga hatte es für sie die ein oder andere empfindliche Klatsche gesetzt, ohne davon aber je merkliche Formeinbußen davonzutragen.


    Gegen Celta Vigo gelang den Gästen eines ihrer besseren Spiele. In der Defensive gelang es, den zuletzt so gefährlichen Sebastiano Esposito zu neutralisieren und Vorne konnten vor allem via Standardsituationen immer wieder Nadelstiche gesetzt werden. Obwohl Ünüvar nach einem gelungenen Dribbling und schönen Abschluss nach knapp 20 Minuten zum 1:0 traf, brachte Vigo nicht die gewohnte Ruhe in das eigene Aufbauspiel, zeigte sich im Zweikampf als zu zaghaft und in der Defensive als nicht abgeklärt genug. Das 1:1 durch Luis Rioja war die logische Folge und letztlich war der Punktgewinn nur zweier Glanzparaden von Ruben Blanco zu verdanken.


    La Liga | 31. Spieltag | Estadio Balaídos | 21. März 2020
    Celta Vigo (6) – Deportivo Alavés (14) 1:1 (1:0)
    :shirt: Blanco – Olaza, Araújo, Aidoo, Mallo (:in:Kevin) – Beltran, Bradaric (:in:Diop) – Ünüvar, Rafinha (:in:Veiga), Sisto – Esposito
    :ball: Naci Ünüvar bzw. Luis Rioja (47)
    :star3: Luis Rioja (Deportivo Alavés)


    Ergebnisdienst:

    Real Sociedad San Sebastián – RCD Mallorca 1:1 (1:1) | Tore: Alexander Isak (14, Elf.) bzw. Abdón Prats (2)

    FC Sevilla – Betis Sevilla 7:2 (2:1) | Tore: Nemanka Gudelj (35, 76), Olivér (42), Munir (51, 78), Rony Lopes (63), Jules Koundé (90+1) bzw. Sergio Canales (3), Borja Iglesias (90+3)



    Ganz andere Probleme als ein unzufriedenstellendes 1:1 im Heimspiel gegen Alavés, das David als klaren Rückschritt gegenüber den Leistungen in den vergangenen drei Spielen interpretierte, hatte nach einer 7:2-Niederlage im Derby Sevillano Diego Navarro zu lösen. Die jüngste Niederlage war die Spitze einer Serie an schwachen Ergebnissen, von der Abgebrühtheit und Ruhe der ersten Saisonhälfte war bei Betis momentan nichts mehr zu spüren. Vor dem direkten Duell mit seinem Freund David kam Diego nicht umhin, sein taktisches System zu hinterfragen. Bisher hatte er stets im 5-2-2-1 oder im 5-2-1-2 auflaufen lassen, was – wie in einem System mit Fünfer- bzw. Dreierkette üblich – zwar Räume auf den Außen öffnete, doch der Kreativität in der Zentrale gut bekommen war. Mit drei Innenverteidigern und William Carvalho als Sechser schien die Restverteidigung (zumindest auf der Taktiktafel) unheimlich stabil und dennoch hatten individuelle Fehler und eine falsche Herangehensweise im Spiel gegen den Ball zum jüngsten peinlichen Debakel geführt. Gegen Vigos schnelle Angreifer setzte Diego auf ein tieferes Pressing und ein ungewohnt vertikales Konterspiel mit zwei Spitzen. Dafür opferte er Kreativperle Sergio Canales, der anstelle des zweiten Angreifers Juanmi auf der Bank Platz nehmen musste.


    Die taktischen Umstellungen zeigten in Hälfte Eins insofern Wirkung, als dass sich ein unsagbar langweiliges Spiel entwickelte. Bis zur 35 Minute und einem gefährlich abgefälschten Bradaric-Weitschuss hatte keiner der beiden Keeper auch nur einen Schuss abwehren müssen. Die Gegenstöße der Gastgeber aus Sevilla wurden stets früh von den weit aufgerückten Verteidigern unterbunden, Vigos kreative Bemühungen pendelten sich meist 30 Meter vor dem gegnerischen Tor ein, Esposito war erneut ein Schatten seiner selbst und die Schnelligkeit der beiden Flügelspieler kam vorerst nicht zu tragen. Auf der Suche nach der goldenen Mitte zwischen eigener Aktivität und defensiver Stabilität nahm Diego in der Pause einige taktische Feinjustierungen vor, die seine Mannschaft in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit mit viel Elan in die Tat umsetzte, nur leider an Blanco und dem Pfosten scheiterte. Iglesias‘ Kopfball wurde vom Torhüter der Gäste gerade noch von der Linie gekratzt und an die Torstange gelenkt, bevor Nestor Araújo klären konnte. Der mexikanische Innenverteidiger war es dann 15 Minuten vor Schluss, der einen Sturmlauf von Nabil Fekir nur noch mit einer Notbremse zu stoppen wusste und dafür mit Rot vom Platz gestellt wurde. Nun ging Diego doch „All in“ und wies seinen Spielern an, die Gäste mit voller offensiver Kraft voraus noch mehr nach hinten zu drängen, um den späten Sieg herbeizuführen. Davids Spieler, die mit einem Mann weniger nur noch auf Konter spielten, hatten bei einem Badiashile-Kopfball erneut Glück, dass der Ball an die Querlatte klatschte, und schienen von Minute zu Minute mehr unter dem Dauerdruck der Gastgeber zu ächzen. In Minute 90 gelang Beltran am eigenen Strafraum mit einer riskanten Grätsche der Ballgewinn. Bradaric führte den frei liegenden Ball einige Schritte und fand dann mit einem 50-Meter-Pass Pione Sisto auf der linken Seite, der nur noch Evan N’Dicka vor sich hatte, diesen aussteigen ließ und im Eins gegen Eins Robles keine Chance ließ. 1:0 für das zahlenmäßig unterlegene Celta Vigo – und Freud und Leid standen einander keine zehn Meter gegenüber.


    La Liga | 32. Spieltag | Estadio Villamarín | 4. April 2020
    Betis Sevilla (3) Celta Vigo (6) 0:1 (0:0)
    :shirt: Blanco – Olaza, Araújo, Aidoo, Mallo – Beltran, Bradaric – Ünüvar (:in:Cherki), Rafinha (:in:Murillo), Sisto – Esposito (:in:Diop)
    :shirt: Robles – Pedraza (:in:Moreno), Badiashile, Bartra, N'Dicka, Emerson – Guardado (:in:Shabani), Carvalho, Aleña – Fekir (:in:Canales) – Juanmi, Iglesias

    :ball: Pione Sisto (90)
    :star3: Pione Sisto (Celta Vigo)


    Ergebnisdienst:

    RCD Mallorca – FC Valencia 0:2 (0:2) | Tore: Ferran Torres (28), Goncalo Guedes (36)



    Sechs Runden vor Ende der Spielzeit spitzt sich der Kampf um die internationalen Plätze und gegen den Abstieg zu. Während vorne der FC Barcelona einsam seine Kreise zieht und sich rechnerisch bereits am 33. Spieltag zum Meister küren könnte, und vierzehn Punkte zurückliegend Real Madrid seinen zweiten Platz einzementiert hat, ist dahinter noch alles offen. Zwischen Platz 3, den noch immer Diego Navarros Betis Sevilla innehat und Platz 6, auf dem unbewegt David Gutierrez mit seiner jungen galicischen Garde steht, liegen nur vier Punkte. Das Rennen um Platz 7 geht momentan an Bilbao, drei Punkte dahinter liegen Villarreal und Levante, gefolgt vom erweiterten Verfolgerduo FC Valencia und RCD Mallorca. Am Tabellenende scheinen sich die beiden baskischen Teams aus Alavés und Eibar, wie sich über die gesamte Saison hinweg schon abgezeichnet hat, aus der Affäre zu ziehen, wohingegen es für Osasuna und Leganés in den verbleibenden Spielen noch einmal um alles geht. Die schlechtesten Karten, jedoch aktuell beste Form hat der FC Getafe, der mit 20 Zählern hinter Valladolid und Granada weiterhin auf dem letzten Platz steht.



    Hi :), da mein Post ja der Auslöser für eure Kommentare war, melde ich mich hier rasch zu Wort:


    Ich bin als (männlicher) 23-jähriger Student zweier geisteswissenschaftlicher Disziplinen einerseits aus meinem Alltag daran gewöhnt, in meinem Schreiben und wenn möglich auch in meinem Sprechen alle Geschlechter zu berücksichtigen - mich stört es daher auch weder im Schreib- noch im Lesefluss -, andererseits finde ich es aus mehreren Gründen sinnvoll und wichtig. Am meisten überzeugen mich - wiederum aus einer geisteswissenschaftlichen Perspektive - stets zwei Gesichtspunkte, nämlich (1) dass Anerkennung in der Sprache (mit)verwurzelt ist und sich Machtverhältnisse in der Sprache äußern;


    Hier z.B. das bekannte und vielzitierte Beispiel: "Vater und Sohn fahren im Auto. Sie haben einen Unfall, bei dem beide verletzt werden. Sie werden in ein Krankenhaus gebracht, in dem ein bekannter Chirurg arbeitet. Die Operation des Jungen wird vorbereitet, alles ist fertig, als schließlich der Chirurg erscheint, blass wird und sagt: 'Ich kann nicht operieren, das ist mein Sohn!'"

    --> "Der" Chirurg ist die Mutter des Jungen.

    oder auch die Verwendung des Wortes "schwul" als Schimpfwort, die Wortschöpfung "Entbindungspfleger" als "männliche Hebammen", "Putzkraft" statt "Putzfrau", usw.


    und (2), dass Sprache ohnehin einem steten Wandel unterworfen ist. Das vielgehörte Argument einer "Verunstaltung" des klassischen oder gar "reinen" Schriftbilds, kann man allein schon mit Verweis auf die (deutsche) Sprachgeschichte so nicht stehen lassen. Schließlich ist der Begriff "gendern" selbst ein wunderbares Beispiel für eine äußerst rasche Veränderung der Sprache. Auch schreibt in diesem Forum niemand so wie Schiller "Durch diese hohle Gasse muss er den Direktpass spielen. Es führt kein andrer Weg zum Tor." (zugegeben, ein albernes Beispiel) ;)


    ABER (!) nur, weil ich mich v.a. aus den genannten Gründen auch hier weiter mit * oder _ geschlechtsneutral ausdrücken werde, müsst ihr euch nicht daran anpassen. Ich möchte euch in eurem Schreibfluss keineswegs einschränken oder gar verwirren und werde auch niemanden "militant" darauf hinweisen. Und meinen Respekt habt ihr ganz davon abgesehen ohnehin.

    Gratulation zum verdienten Aufstieg und auch zur (wenngleich zähneknirschenden) Vertragsverlängerung! :bravo2:


    Die Reise mit Kaiserslautern geht also weiter - das finde ich großartig, denn ich bin schon hochgespannt, wie ihr euch eine Liga höher schlagt. Wenn man bedenkt, dass Bielefeld zweimal in Folge abgestiegen ist, muss man hier wohl mit einer ungemein ausgeglichenen Konkurrenz rechnen. Es erwartet euch daher eine umkämpfte Saison mit engen Spielen, eine Situation, mit der du - das hast du ja schon mehrmals gezeigt - gut umzugehen weißt und die für uns Leser umso spannender mitzuverfolgen ist. ;):lesen:


    Beeindruckend finde ich übrigens auch die finanzielle Entwicklung von 5,1M an Gehaltsbudget zu deinem Einstand (wenn ich mich beim Nochmal-Nachlesen nicht verschaut habe) auf 8,7M + 3,3M für Transfers. Auch hier erwarte ich mit Spannung die Transferphase... :)

    Ich finde die Definition ebenfalls gelungen. Damit ist eine gewisse Offenheit gegeben und doch betritt man als Leser*in/Autor*in das Unterforum mit einer bestimmten Erwartungshaltung, die sich von den "Stories" in den besprochenen Punkten unterscheidet. Find ich gut! :thumbup:

    Hui, das geht aber flott ;)

    Erstmal gratuliere zu einer guten ersten Saison. Platz 9 in der Liga und insbesondere das Pokalfinale sprechen für sich, die Abstiegsplätze sind weit weg - da lässt sich doch drauf aufbauen.:thumbup: Aufbauen lässt sich auch auf deinem System, wobei ich die Kombination Hängender Stürmer + Stoßstürmer meist bevorzuge, da letzterer noch häufiger den tiefen Weg sucht. Sprich: Hängender Stürmer = guter Passspieler, gute Technik, gute Übersicht; Stoßstürmer = schnell und gut in den klassischen Angriffsattributen (Abschluss, Ohne Ball, Nervenstärke, Konzentration, etc.). Auch was die Kaderplanung angeht, scheint es mir, dass du die richtigen Schritte unternimmst, eine faire Gehaltstruktur anstrebst und junge Spieler förderst bzw. holst. Wenn ich auf Baltazar blicke, stört mich aber dessen schlechte Zielstrebigkeit und sein Teamwork doch gewaltig. Gut, er ist noch jung und 1,6M Ablösesumme im Hinblick auf sein Potential sind nicht die Welt, aber naja... (Merke: schwarzgrün-Fetisch: Mentale Werte ;)) Am besten du steckst ihn in eine Mentoring-Gruppe, die ihn in diesen Bereichen pushen kann.


    Viel Erfolg und Spaß für die neue Saison und weiter so! :)


    Capítulo Ocho

    "Bat-Hiru"



    Das Ausscheiden in der Copa del Rey hatte Hugo schnell verdaut. Viel Zeit der 0:2-Niederlage gegen das von seinem Freund Diego Navarro trainierte Betis Sevilla gab es ohnehin nicht, denn nur drei Tage später stand das 24. Ligaspiel dieser Saison an. Erneut war es ein Duell, dem die Freunde besonders entgegenfieberten, traf das formstarke Mallorca doch auf David GutierrezCelta Vigo, das im Winter eine radikale Neugestaltung des Kaders eingeleitet hatte. Nach einem 1:1 in Vigo im ersten Aufeinandertreffen rechneten sich beide Trainer im Rückspiel im San Moix drei Punkte aus und auch die Medien erwarteten, mit leichten Vorteilen für die Gäste, ein offenes Aufeinandertreffen. Wie schon über die gesamte Saison hinweg, vertraute Hugo weiter auf sein vom Erfolg gekröntes 4-4-1-1-System. Bei gegnerischem Ballbesitz tief stehend und den Gegner kommen lassend, spielte das Team prinzipiell ein dynamisches Konterspiel, das jedoch nicht ausschließlich dem Ziel nacheiferte, möglichst schnell von einem Tor zum anderen zu gelangen. Vielmehr hatte Hugo seinen Spielern (die weder die schnellsten noch die abschlussstärksten, jedoch einigermaßen gut am Ball und Pass waren) eingebläut, auch mal längere Ballbesitzphasen einzubauen. So wurden eigene Fehler minimiert und es kam vermehrt zu Standardgelegenheiten – neben den hinterlaufenden Außenverteidigern eines der gefährlichsten Elemente des Mallorquiner Spiels. David hatte sich nach anfänglichem Wechsel mittlerweile auf ein 4-2-3-1-System festgelegt, das sehr kompakt nach vorne verteidigte, bei eigenem Ballverlust sofort ein Gegenpressing vorsah und in Ballbesitz auf ein dynamisches Ballbesitzspiel ausgelegt war.


    Am 1. Februar 2020 schickten die beiden Trainer folgende 22 Spieler aufs Feld: Mallorca spielte mit dem Fulham-Leihspieler Fabricio im Tor, vor ihm von links nach rechts die gut eingespielte Viererkette Baba Rahman, Kapitän Antonio Raíllo, Ronald Araújo und Ismael Casas. Im Mittelfeld agierten Lago Júnior als Inverser Flügelspieler auf der linken Seite, neben ihm der Zurückgeschobene Spielmacher Pol Lozano, Box-to-Box-Spieler Aléix Febas und schließlich auf der rechten Seite als Flügelspieler der junge, vom FC Sevilla geliehene Alejandro Pozo. Als offensiver Mittelfeldspieler vertraute Hugo dem Japaner Takefusa Kubo, im Angriff erhielt der Pressende Stürmer Abdón Prats gegenüber dem Kolumbianer Juan Hernández den Vortritt. Celta Vigos 4-2-3-1 stellte sich nach den vielen Abgängen im Winter einigermaßen von selbst auf. An der Rolle als Nummer 1 hatte sich nichts geändert, weiterhin hütete Rubén Blanco das Tor, vor ihm spielte links der eben langfristig verpflichtete Lucas Olaza, in der Innenverteidigung Nestor Araújo und Joseph Aidoo und als rechter Flügelverteidiger Neo-Kapitän Hugo Mallo. Die Doppel-Sechs (oder besser Doppel-Acht) bildeten der junge Fran Beltran als Kreativspieler und Pape Cheikh Diop als Box-to-Box-Midfielder. Vor ihnen agierte links das Wunderkind Naci Ünüvar, im Zentrum Rafinha und auf der rechten Seite der Däne Pione Sisto, während sich im Sturm der teure Neuzugang Sebastiano Esposito beweisen durfte.


    Pünktlich um 15 Uhr wurde die Partie angepfiffen und Celta Vigo legte los wie die Feuerwehr. Ein Diop-Fernschuss landete am Lattenkreuz und keine Minute später kratzte Fabricio einen Esposito-Kopfball von der Linie. Tatsächlich musste man sich Sorgen um die eigentlich gefestigte Mallorquiner Mannschaft machen, die dem Druck der Gäste nicht standzuhalten schienen. Das 0:1 durch Espositos erstes Tor im ersten Spiel war nur eine logische Konsequenz der ersten Spielminuten. Nach knapp zwanzig Minuten schien Hugos Team die Partie besser in den Griff zu bekommen, kamen durch zwei gefährlich getretene Eckbälle zu ersten Halbchancen, hatten die Rechnung aber nicht mit Pape Cheikh Diop gemacht, der erst mit einer mutigen Grätsche am eigenen Strafraumrand klärte und im eigentlich ungefährlich wirkenden Gegenangriff die Kugel aus 27 Metern unhaltbar in die Maschen drosch. 0:2 – das nahm Mallorca erstmal die Luft. Als dann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit Esposito per fragwürdigem Elfmeter zum 0:3-Pausenstand traf war guter Rat teuer.

    Hugo stellte sein System um und riskierte – was blieb ihm denn schon anderes übrig? – mit zwei Stürmern, höherem Pressingspiel und weiter aufgerückter Abwehrreihe eine entblößte Abwehr. Vorne sollten zwei Pressende Stürmer bereits auf Celta Vigos Rubén Blanco Druck ausüben, rechts stellte er einen zweiten Inversen Flügelspieler auf, um Rechtsverteidiger Casas mehr Raum zum Hinterlaufen zu bieten.
    Eine Besserung war sofort offensichtlich. Vigo gelang es nicht, die Räume hinter der Abwehr mit hohen Bällen auszunützen, sondern versuchten sich weiterhin spielerisch aus den Pressingsituationen zu lösen – ein grober Fehler, denn die Zahl der Eigenfehler und mit ihr die Unsicherheit in eigenem Ballbesitz wurde immer augenscheinlicher. Einzig die Anzeigetafel zeigte noch immer 0:3. Dann traf Lago Juniór in Minute 74 zum Anschlusstreffer und impfte den Gastgebern wieder Hoffnung ein. Vigo verlegte sich nun doch mehr auf das Verteidigen, stand tiefer und spielte vermehrt weite Bälle, doch vorne stand Esposito allein auf weiter Flur und zog gegen die nun abgebrühten Innenverteidiger stets den Kürzeren. Chance um Chance, Halbchance um Halbchance erspielte sich Hugos Mannschaft, doch die Messe schien trotz aufopferungsvollem Kampf in der zweiten Halbzeit gelesen. Dann in der bereits dritten Minute der Nachspielzeit wieder Lago Juniór zum 2:3, bei nicht ganz 120 Sekunden auf der Uhr womöglich mehr als bloß ein Hoffnungsschimmer? Vigo spielt den Anstoß und kommt per hohem Ball auf den eingewechselten Cherki zum Einwurf tief in der Mallorquiner Hälfte. Wertvolle Sekunden, viele Anspielstationen finden sich in dieser Hälfte des Feldes nicht mehr. Febas erobert den Ball, spielt nach rechts auf Casas, der die Kugel noch einmal nach vorne treibt. 40 Meter vor dem Tor wird sein Lauf aber rustikal von Beltran beendet. Wieder Gelb, wieder Zeit von der Uhr, aber noch ein hoher Ball in den Sechzehner. Febas läuft zum Freistoß an. Hugos Blick geht in die Mitte – wo ist der Kopf von Ronald Araújo? Wie einstudiert hat sich der Uruguayer weit in Richtung langer Pfosten postiert, dicht an dicht gedrängt um ihn sein Partner-in-Crime, Innenverteidiger-Kollege Antonio Raíllo. Die Flanke kommt und tatsächlich kommt einer der beiden mit dem Kopf an den Ball, dieser fliegt in Richtung des langen Ecks, an diesem vorbei und direkt auf den Fuß von Abdón Prats, der zum 3:3 ausgleicht. Dann brechen im San Moix alle Dämme.


    La Liga | 24. Spieltag | San Moix | 1. Februar 2020
    RCD Mallorca (9)Celta Vigo (6) 3:3 (0:3)
    :shirt: Fabricio – Rahman (:in:Koutris), Raíllo ©, Araújo, Casas – Lago Júnior, Lozano, Febas, Pozo (:in:Chavarria) – Kubo (:in:Gelabert) – Prats
    :shirt: Blanco – Olaza, Araújo, Aidoo (:in:Murillo), Mallo © – Beltran, Diop – Ünüvar, Rafinha (:in:Veiga), Sisto (:in:Cherki) – Esposito
    :ball: Lago Juniór (74, 90+3), Abdón Prats (90+4) bzw. Sebastiano Esposito (14, 45 Elf.), Pape Cheikh Diop (24)
    :star3: Lago Juniór (RCD Mallorca)


    Ergebnisdienst:

    FC Villarreal – Betis Sevilla 1:1 (1:0) | Tore: Gerald Moreno (7) bzw. Nabil Fekir (53)



    Während sich unter der Woche in einer spektakulären und letztlich äußerst unglücklichen 3:4-Niederlage beim wiedererstarkten baskischen Verein Real Sociedad San Sebastian mit Diego Navarro und Betis Sevilla auch der Dritte im Bunde aus der Copa del Rey verabschieden musste, stand für Hugo am 25. Spieltag ebenfalls eine Reise in den Norden Spaniens zu Deportivo Alavés an. In der Tabelle mit 28 Zählern auf Rang 13 liegend spielte Alavés entgegen der Erwartungen vieler eine bisher sorgenfreie Saison. Mit 34 Gegentoren aus bisher 24 Ligaspielen stand die Abwehr der Basken gut und mit 27 Volltreffern hatte man selbst bereits zweimal öfter getroffen als Hugos RCD Mallorca. Hugo erwartete ein Spiel auf Messerschneide gegen einen ebenbürtigen Gegner.


    La Liga | 25. Spieltag | Estadio Mendizorrotza | 8. Februar 2020
    Deportivo Alavés (13) – RCD Mallorca (9) 1:1 (1:1)
    :shirt: Fabricio – Rahman, Raíllo ©, Araújo, Sastre – Lago Júnior, Lozano (:in:Baba), Febas, Pozo (:in:Alvaréz) – Kubo – Prats (:in:Hernández)
    :ball: Victor Camarasa (19) bzw. Ronald Araújo (39)
    :star3: Ronald Araújo (RCD Mallorca)


    Ein enges Spiel wurde den Zuseher*innen im Estadio Mendizorrotza auch geboten, wenngleich die Spielanteile nur 45 Minuten lang ausgeglichen waren und in Halbzeit 2 klar zugunsten der Gäste schwenkten. Nach dem 1:0 für die Gastgeber durch Victor Camarasa konnte Ronald Araújo noch vor der Pause nach einem Eckball ausgleichen. Nach dem Seitenwechsel gelang es Hugos Mannschaft nicht, die spielerische Überlegenheit und das klare Chancenplus in Zählbares umzumünzen. So blieb es im direkten Duell dieser beiden Mannschaften bei zwei Remis und nach dem bitteren 0:0 im San Moix am 2. Spieltag trauerte Mallorca erneut den vergebenen Möglichkeiten nach.


    Ergebnisdienst:

    Espanyol Barcelona – Betis Sevilla 1:2 (0:1) | Tore: Facundo Ferreyra (67) bzw. Andrés Guardado (40), Borja Iglesias (55)

    Celta Vigo – FC Barcelona 1:1 (0:1) | Tore: Naci Ünüvar (65) bzw. José Callejón (12)



    Ein völlig anderes Bild erwartete Hugo am Samstag, dem 15. Februar im heimischen San Moix. Zu Gast war der Auftaktgegner dieser Saison, zu Gast waren erstmals seit Jahren die Königlichen, Real Madrid. In der Tabelle mittlerweile um vier Punkte an Betis Sevilla vorbeigezogen erlebte die Mannschaft von Zinedine Zidane gerade seine konstanteste Phase einer schwierigen Saison, in der man vom Langzeitrivalen aus Barcelona bereits jetzt meilenweit entfernt war. Auch gegen den übermächtigen Kontrahenten entschloss sich Hugo gegen eine Abänderung des Systems, sorgte durch einen Wechsel aber doch für mehr Defensivstärke, indem er den zweikampfstärkeren Idrissu Baba im Zentralen Mittelfeld neben Aleíx Febas auflaufen ließ. Zudem musste er auf Real-Leihgabe Kubo aufgrund einer Leihklausel verzichten.


    Das Spiel entwickelte sich in den ersten Minuten offener, als Hugo selbst es für möglich gehalten hatte. Zwar hatten die Gäste das klare spielerische Übergewicht und zeitweise minutenlange Ballbesitzphasen, doch schienen sie defensiv verwundbar und Mallorca gelang es immer wieder, den Gegner mit kleinen Nadelstichen aus dem Konzept zu bringen. Nach einer Viertelstunde ereignete sich dann die Szene des Spiels: Raíllo klärt einen Kroos-Steilpass per Kopf aus der Gefahrenzone, Baba setzt sich im Mittelfeld-Zweikampf durch, leitet direkt auf Kubo-Ersatzmann und Ex-Real-Spieler César Gelabert weiter und der macht das Spiel schnell. Wie in der Taktik vorgesehen, nützt der Offensive Mittelfeldspieler das viele Grün vor sich, um den Ball weit vom eigenen Tor weg zu tragen. Dort legt er 25 Meter vor dem Tor auf rechts zu Pozo, der spielt eine feste flache Hereingabe an den zweiten Pfosten und Lago Juniór kann unbedrängt zum 1:0 einschieben. In der Folge gelingt es den Außenseitern mit viel defensivem Können und Glück, den knappen Vorsprung ins Ziel zu bringen. Mallorca siegt zuhause gegen Real Madrid – wer hätte das nach der Ohrfeige an Spieltag 1 im Estadio Bernabéu gedacht?


    La Liga | 26. Spieltag | San Moix | 15. Februar 2020
    RCD Mallorca (11) – Real Madrid (2) 1:0 (1:0)
    :shirt: Fabricio – Rahman, Raíllo ©, Araújo, Casas (:in:Sastre) – Lago Júnior (:in:Lozano), Febas, Baba, Pozo (:in:Valjent) – Gelabert – Prats
    :ball: Lago Juniór (15)
    :star3: Antonio Raíllo (RCD Mallorca)


    Ergebnisdienst:

    Athletic Bilbao – Celta Vigo 1:0 (1:0) | Tor: Iker Muniain (38)

    Betis Sevilla – CA Osasuna 2:0 (1:0) | Tore: Carlos Aleña (33), Guido Rodríguez (86)



    Im vorletzten Spiel dieses Monats traf Mallorca zuhause auf Athletic Bilbao, unverhofft einer der direkten Konkurrenten in der Tabelle, der mit 38 Punkten nur einen Zähler vor den Insulanern lag. Ein Sieg könnte Mallorca in der Tabelle gar auf Rang 8 hieven, vorbei auch am FC Valencia, der in den vergangenen Wochen in ein tiefes Formloch gefallen war. Gut und erfolgreich spielte dagegen momentan der Gegner aus dem Baskenland, was zuletzt auch David GutierrezCelta Vigo erfahren hatte müssen.


    Neben dem spektakulären 3:3 gegen Vigo entwickelte sich für die Zuseher*innen im leider erneut nicht ausverkauften San Moix das optisch ansprechendste Spiel dieser Saison. Ein stetes Hin und Her mit Chancen auf beiden Seiten, guten Offensivaktionen, vielen Flanken und zwei fehleranfälligen Defensivlinien (was Hugo gerade nach dem defensiv herausragenden Sieg gegen Real ratlos zurückließ). Bereits in der dritten Spielminute gelang Abdón Prats das 1:0, das jedoch postwendend von Iñaki Williams ausgeglichen wurde, bevor Raíllo mal wieder nach einem Freistoß aus dem Halbfeld sträflich freistehend noch vor der Pause zum 2:1 traf. War das Spiel in der ersten Halbzeit schon einem Offensivspektakel gleichgekommen, so kamen Fans des Offensivspiels in Halbzeit 2 noch mehr auf ihre Kosten. Nie wusste man, ob die Basken dem Ausgleich oder die Mallorquiner der Vorentscheidung näher waren, das Glück auf seiner Seite hatten aber vorerst die Gäste. Erneut war es Williams, der nach einem Eckball zum Ausgleich abstaubte. Dieser Spielstand hielt aber wiederum nur knapp 15 Minuten, dann erhöhte der bärenstarke Prats zum 3:2. Mit der Führung im Rücken wollte Mallorca nun mehr Kontrolle in die Partie bringen, hatte die Rechnung aber erneut nicht mit dem Gegner gemacht. Ander Capa schaffte in der 84. Spielminute den dritten Ausgleich der Gäste in dieser Partie.


    La Liga | 27. Spieltag | San Moix | 22. Februar 2020
    RCD Mallorca (10) – Athletic Bilbao (9) 3:3 (2:1)
    :shirt: Fabricio – Rahman, Raíllo ©, Araújo, Sastre – Lago Júnior, Lozano (:in:Baba), Febas, Alvaréz (:in:Pozo) – Kubo (:in:Gelabert) – Prats
    :ball: Abdón Prats (3, 72), Antonio Raíllo (35) bzw. Iñaki Williams (7, 56), Ander Capa (84)
    :star3: Iñaki Williams (Athletic Bilbao)


    Ergebnisdienst:

    Celta Vigo – Real Madrid 1:3 (0:1) | Tore: Pione Sisto (80) bzw. Toni Kroos (34), James Rodríguez (72), Rodrygo (81)

    CD Leganés – Betis Sevilla 2:2 (1:1) | Tore: Marc Navarro (27), Roque Mesa (90+3) bzw. Juanmi (8, 66)



    In Eibar ging für Mallorca ein sehr baskischer Monat zu Ende. „Bat, bi, hiru“ – „eins, zwei, drei“ Gegner aus dem Baskenland. „Bat-Hiru“, war das nicht auch der Titel eines bekannten baskischen Musikalbums aus der Zeit der kulturellen Bewegung im Baskenland? Entfernt klingelte da etwas, nachschlagen würde es Hugo aber später müssen, denn zunächst galt all seine Konzentration dem nächsten Gegner. Eibar lag nach 27 gespielten Spielen auf Rang 14 der Tabelle. Die mit 26 geschossenen Toren eher schwache Offensive kompensierte eine meist bombensichere Abwehr, die bisher – ebenso wie jene von RCD Mallorca – nur 32 Gegentreffer zugelassen hatte. Beruhigende 11 Punkte Vorsprung auf den achtzehnten Tabellenrang zeugten auch hier von einer guten Arbeit des Trainerteams und des sportlichen Managements, die jene sorgenfreie Saison ermöglichten, die Eibar von Spieltag 1 an spielte. Gerade im heimischen Estadio Munical de Ipurua erwartete jeden Gegner ein harter Kampf um jeden Punkt.


    La Liga | 28. Spieltag | Estadio Munical de Ipurua | 29. Februar 2020
    SD Eibar (14) – RCD Mallorca (11) 1:2 (1:1)
    :shirt: Fabricio – Rahman, Raíllo ©, Araújo, Casas – Lago Júnior, Lozano, Febas, Alvaréz (:in:Chavarria) – Kubo (:in:Gelabert) – Prats (:in:Hernández)
    :ball: Ivan Ramis (40) bzw. Carlos Alvaréz (28), Pedro Bigas ET (53)
    :star3: Ismael Casas (RCD Mallorca)


    Umso höher wusste Hugo den 2:1-Auswärtssieg seiner Mannschaft an diesem 28. Spieltag einschätzen. Wenngleich in der Entstehung etwas glücklich (das entscheidende 2:1 fiel durch ein Eigentor von Eibars Pedro Bigas), war der Auftritt der Gäste doch äußerst erwachsen gewesen und der Sieg im Endeffekt aufgrund der Spielanteile verdient. Mit seinem ersten Ligator in der 28. Spielminute avancierte der 16-jährige rechte Flügelspieler Carlos Alvaréz, der vor der Saison für eine halbe Million Euro von Sevillas C-Mannschaft gekommen war, zum jüngsten Torschützen in Mallorcas Ligageschichte und zum mittlerweile drittjüngsten (Vigos Rayan Cherki hatte in dieser Saison bereits diesen Rekord gebrochen) in der Geschichte von La Liga.


    Ergebnisdienst:

    Granada CF – Celta Vigo 0:3 (0:0) | Tore: Sebastiano Esposito (71, 87), Pione Sisto (75)

    Betis Sevilla – Deportivo Alavés 4:1 (4:1) | Tore: Andrés Guardado (7, 25), Francis (15), Borja Iglesias (30) bzw. Lucas (33)



    Herzlichen Glückwunsch zu einem vollkommen verdienten Aufstieg! :trophy3::bravo2:

    Ich freue mich auch schon sehr auf die Bundesliga-Saison der Nürnberger, wobei ich (zuvor) ja schon gespannt auf die anstehende Transferzeit warte...

    Ich tu mich hier sehr schwer, mich mit der einen oder anderen Antwort/Definition anzufreunden.


    - Single Malts Definition ist sehr klar und schließt somit unweigerlich bestimmte Formate aus dem Bereich der "Shortstory"/"Schnellen Story" (diese begriffliche Unterscheidung halte ich für ganz wichtig) aus. Z.B. fällt eine monatliche "kurze" Darstellung, die dementsprechend "schnell" verfasst wurde (ich weiß, Single Malt hat das mit "schnell" anders gemeint, aber auch so könnte man es interpretieren) aus diesem Rahmen, da sie es nicht schafft, in vier Updates eine Saison abzudecken. Trotzdem unterscheidet sie sich von dem, was wir (bisher) als "normale"/große Stories verstehen.


    - TMUs Ansatz würde für genau solche Beispiele wieder Platz schaffen, wir haben damit aber wieder das Problem der unklaren Definition. Wo liegt die Grenze, was bedeutet "schlank" und was ist alles "Drumherum"? Ich fürchte, wenn wir hier beginnen, Definitionen oder gar Schablonen zu entwerfen, wird auch die Vielfalt der Vortragsformen begrenzt.


    Ich sammle hier mal einige Argumente für eine Auflösung des "Schnelle Story"-Bereichs:

    -> "Shortstories" haben auch im Bereich der Stories ihren verdienten Platz, weil sie genau das ja sind. Sie beschreiben das im Spiel Erlebte.

    -> Auf diese Weise wäre die Vielfalt im Storybereich noch größer. Neuankömmlinge im Forum sehen: auch so kann ich meine Geschichte schreiben (gut, das sehen sie jetzt auch schon, nur eben in einem anderen Bereich des Forums und womöglich nicht da, wo man zunächst sucht).

    -> Wichtig wäre hier: es darf keine Wertigkeit entstehen zwischen jenen Stories, die längere (und somit meist weniger) Updates haben und jenen, die "kürzer" oder "schneller" berichten. Zugleich gilt es, den Spagat hinzubekommen, jene Autoren, die in ihren Stories einen größeren Schreib-/Recherche-/Rechenaufwand leisten, auch zu honorieren. Das ist sicher schwierig und ich glaube nicht, dass Definitionen hier der Weisheit letzter Schluss sind. Den Oscar "Größter Aufwand" fand ich zwar immer besonders schwer zu bewerten, insgesamt sehe ich ihn hieraber positiv.

    ... Nicht Weisheits letzter Schluss sind übrigens auch diese Gedanken hier, die ich lediglich zur Diskussion stelle.


    Eine Idee könnte sein (und so könnte man vielleicht die "Shortstory" in ihrer Urform(?) wiederbeleben), in einem stattdessen geschaffenen Unterforum gegenwärtige Spielstände in einem Update oder mit einem Update pro Saison vorzustellen und mithilfe von Screenshots die verwendete Taktik, die in einer Saison getätigten Transfers, den Spielplan, etc. zu zeigen.

    Capítulo Siete II

    "One Hell of a Month"



    Nein, "Pokal hui, Liga pfui" würde Celta Vigos Jänner nicht ausreichend beschreiben, denn der Negativserie in der Liga wurde am 23. Spieltag im Heimspiel gegen Villareal ein Ende bereitet. 3:1 setzte sich Davids Team nach Treffern von Sisto (3. Minute) und Mina (24. und 39. Minute) durch. Villareals Paco Alcacer konnte in der 94. Spielminute für die Seinen nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Auch Betis Sevilla gelang mit einem 1:0-Heimsieg über Eibar eine vorzeitige Beendigung der Mini-Krise, während Mallorca erstmals seit Anfang Jänner wieder verlor. Zu Gast bei Espanyol Barcelona unterlag man trotz ansprechender Leistung nach einem Treffer von Víctor Campuzano mit 0:1. Eine unterm Strich misslungene Generalprobe vor dem dritten direkten Duell mit Diego Navarro im Copa del Rey.






    Die Tage vor der vierten Pokalrunde waren jene der großen Millionentransfers von Celta Vigo. Um hier nicht den Überblick zu verlieren beginnen wir von vorne: Nach dem Verlust von Kapitän Iago Aspas an den FC Everton hatte David Nägel mit Köpfen gemacht und innerhalb von nur wenigen Stunden drei Sommertransfers unter Dach und Fach gebracht. Mit Onguéné würde am 1. Juli für 12M einer der wohl talentiertesten europäischen Innenverteidiger zum Verein stoßen. Auf dieser Position hatten sich gerade in den vergangenen Wochen deutliche Lücken offenbart und da mit Jorge Saenz und Jeison Murillo zwei der vier im Kader stehenden Innenverteidiger nur geliehen waren, war eine Nachbesserung dringend notwendig. Neben Onguéné würde Lucas Olaza auch weiterhin die Schuhe für Celta Vigo binden. Für 4M wurde der Linksverteidiger und Standardspezialist fest von den Boca Juniors verpflichtet. Und schließlich würde ab Sommer Thiago Almada für knapp 9M aus Argentinien nach Vigo übersiedeln. Der Offensive Mittelfeldspieler galt in Insider-Kreisen als einer der aufregendsten Youngsters auf seiner Position und sollte – so Davids Hoffnung – bei Vigo zu einem der weltbesten Spieler heranreifen. Als dann Ergänzungsspieler David Juncá für 4,9M zu Dynamo Moskau wechselte, war David mit seinen Gedanken schon fest bei den laufenden Verhandlungen mit Inter Mailands Sebastiano Esposito, als aus heiterem Himmel ein Transferangebot für Denis Suárez aus Newcastle über 25M Euro bei ihm eingelangte und seine Überlegungen wieder auf Leverkusens Exequiel Palacios zurückkehrten. Ein Datenanalyst hatte ihm gesteckt, anstatt den 35 Millionen könnten womöglich doch 25 bis 27 Millionen ausreichen, somit würde er einen äußerst talentierten, vielseitigen Zentralen Mittelfeldspieler, gegen einen technisch versierten Offensiven Mittelfeldspieler tauschen, einer Position, auf der er seinem Neuzugang Thiago Almada die Rolle eines Superstars versprochen hatte. Dahinter stand mit Gabri Veiga bereits ein Eigenbau-Talent in der Pipeline. Könnte er diesen beiden den Weg verbauen? Nein, selbst wenn es schmerzte, David musste Newcastles Angebot akzeptieren und verpflichtete im Gegenzug Palacios zur kommenden Saison. Am Ende hatte sich Rudi Völler sogar zu einer Transfersumme von 24M breitschlagen lassen. Fehlte noch Esposito. Doch der Transfer des italienischen Sturmtalents wurde zum zähen Ringen und selbst als David mit dem Verkauf von Ersatzstürmer Gabriel Fernández für 5,5M an AC Milan das Transfer- und Gehaltsbudget ein weiteres Mal füllte, ließen sich die Italiener mit ihrer finalen Antwort Zeit. Schließlich wurde man sich dann aber doch für 13,25M einig und Esposito übersiedelte für ein stattliches Gehalt nach Vigo. So das war’s, dachte David. Die Budgets ließen keine großen Transfers mehr zu und die nächste Saison würde mit den vielen jungen Neuzugängen zu dem von David angestrebten Neustart eines modernen Celta Vigo. Dann aber schien sein erfolgreichster Torschütze Santi Mina den Wechselgerüchten aus Lyon so sehr verfallen zu sein, dass er erst einen Streit mit Neuzugang Esposito und schließlich mit David anzettelte. „So nicht, mein Guter“, tadelte der Trainer und verscherbelte den bisher zwar einigermaßen erfolgreichen und zuletzt formstarken, aber alles in allem inkonstanten Sturmtank für 20M zum französischen Topclub.



    David Gutierrez Wintertransfers auf einen Blick

    :in: (ausg. Neuzugänge zum 1. Juli 2020)

    Juan Miguel Latasa | ST | ESP | 19 Jahre | Real Madrid B | 65K

    Sebastiano Esposito | ST | ITA | 17 Jahre | Internazionale Milano | 13,25M

    Gaston Alonso | ZM | ESP | 18 Jahre | FC Valencia | 50K (95K)


    :out:

    Iago Aspas | LF | ESP | 32 Jahre | FC Everton | 19,5M

    David Juncà | LV | ESP | 26 Jahre | Dynamo Moskau | 4,9M

    Denis Suárez | OM | ESP | 26 Jahre | Newcastle United | 21M (25M)

    Gabriel Fernández | ST | ESP | 25 Jahre | AC Milan | 5,5M

    Santi Mina | ST | ESP | 24 Jahre | Olympique Lyon | 20M


    Die neuformierte Mannschaft schlug sich im Copa del Rey auswärts bei Real Sociedad erstmal mäßig. Zwar traf Rafinha nach einer halben Stunde zur glücklichen 1:0-Führung, doch konnte Alexander Isak diesen rasch egalisieren, bevor Adnan Januzaj in der zweiten Halbzeit zum 2:1 Siegtreffer für die Hausherren traf. Das war’s also mit dem Abenteuer Copa del Rey für die Spielzeit 2019/20. Angesichts des nun noch schmäleren Kaders vielleicht gar kein so herber Verlust. Das Duell seiner beiden Freunde beobachtete David dennoch mit großem Interesse. Er sah ein dominant auftretendes Gästeteam aus Sevilla, die die ballsicheren Mallorquiner mit ihrem druckvollen Spiel gegen den Ball früh in Bedrängnis brachten und zu Risikopässen in das Zentrum zwangen, das mit den drei Mittelfeldspielern und Innenverteidigern aber gut besetzt war. Mallorcas Außen – eigentlich die große defensive Schwäche des 5-3-2-1 – wurden so weit in die eigene Hälfte gedrängt, dass sie im Offensivspiel nur kaum forciert werden konnten und Mallorcas Angriffsaktionen sich auf etwaige Standardsituationen begrenzte. Nur mit dem Ball wusste Betis wenig anzufangen und es brauchte einen abgerissenen Flankenball von Links-Flügelverteidiger Álex Moreno, der über Torhüter Fabricio seinen (Um)Weg in das lange Kreuzeck fand. In Halbzeit 2 plätscherte das Spiel eher ereignisarm vor sich hin. Betis konzentrierte sich auf das Verteidigen in der eigenen Hälfte, Mallorca darauf, über die Seiten Überzahlsituationen herzustellen, was in einigen gefährlich anmutenden Flanken, jedoch in keinerlei echter Torgefahr resultierten. Immer waren die drei Recken der andalusischen Innenverteidigung die Herren der Lüfte. Als Mallorca in der Schlussphase alles nach vorne warf, traf Borja Iglesias nach einem klinisch ausgeführten Konter zum 2:0 Endstand. Aus 3 macht 1 – nach dem 28. Jänner 2020 verblieb nur noch Diego Navarro im Pokal. Er würde in einer Woche auf Vigo-Bezwinger Real Sociedad treffen.




    Bis auf das (erwartbare) Ausscheiden im Copa del Rey hatte Hugo einen sportlich wie transfertechnisch erfolgreichen und stressfreien Winter verbracht. Neben den bereits angeführten Neuzugängen und Abgängen wurde der junge Stürmer Álvaro Santamaria, der für 600K (mit Zuzahlungen bis zu 800K) von Sporting Gijon verpflichtet. Im Gegenzug verließen Josep Señe (für 750K zu Derby County), Aleksandar Sedlar (für knapp 500K zu Lech Posen) sowie leihweise Iván Zamorano und Joaquin Rodriguez den Verein.



    Hugo Garcias Wintertransfers auf einen Blick

    :in:

    César Gelabert | OM | ESP | 19 Jahre | Real Madrid B | 190K (220K)

    Róber | LM | ESP | 19 Jahre | Betis Sevilla | 0 (Leihe)

    Àlvaro Santamaria | ST | ESP | 18 Jahre | Sporting Gijon | 600K (800K)


    :out:

    Yanni Salibur | RM | FRA | 29 Jahre | FC Metz | 2,3M (2,4M)

    Salva Sevilla | ZM | ESP | 35 Jahre | UD Extremedura | 0

    Iván Zamorano | LM | ESP | 18 Jahre | UE Olot | 0 (Leihe)

    Joaquin Rodriguez | ZM | ESP | 20 Jahre | Burgos CF | 0 (Leihe)

    Josep Señe | LM | ESP | 28 Jahre | Derby County | 750K

    Aleksandar Sedlar | IV | SRB | 28 Jahre | Lech Posen | 475K (575K)


    "One Hell of a Month" mit unzähligen Transfergesprächen, seinen vielen Pokalspielen und den damit verbundenen Reisen ging zu Ende und ehe sie sich versahen, holte die drei Freunde wieder der Ligaalltag ein...


    Capítulo Siete I

    "One Hell of a Month"



    „David Gutierrez am Apparat.“, Davids Handy hatte keine Sekunde lang geklingelt und er war mit einer ausländischen, ihm unbekannten Nummer verbunden. „Mit wem spreche ich?“


    „Hier spricht Rudi Völler“, antwortete sein Gegenüber in einem eher dem Italienischen nahen Spanisch mit deutschem Akzent, weshalb die beiden auf Davids Vorschlag hin in das Italienische wechselten. „Sie haben vergangene Woche eine Anfrage für einen Transfer von Exequiel Palacios gestellt. Nun sind wir in dieser Saison einem Transfer abgeneigt, da wir aber im Sommer auf dieser Position einen namhaften Neuzugang erwarten, wäre ein Angebot für Exequiel ab Juli möglich – deutlich über seinem Marktwert, versteht sich."


    „Von welcher Transfersumme sprechen wir hier?“


    „35 Millionen. Und da bei einem Spieler seiner Qualität die Interessenten wohl Schlange stehen, sind wir nicht gewillt, uns auf lange Verhandlungen einzulassen.“


    „Herr Völler, bleiben Sie doch bitte realistisch. Exequiel ist ein gutes Talent, aber der muss sich erst beweisen. Und 35 Millionen sind schon für ganz andere Spieler über den Tisch gegangen, selbst in der heutigen Zeit.“


    „Ich sehe unsere Preisvorstellung als durchaus realistisch an. Wenn Sie echtes Interesse haben, unterbreiten Sie ein Angebot. Guten Tag.“


    Recht kurz angebunden, der Herr, fand David und hatte gar keine Zeit lange über das Gesprochene nachzudenken, denn sofort klingelte sein Mobiltelefon erneut und David war mit einem argentinischen Spielerberater verbunden. Der Berater des jungen Thiago Almada stellte zunächst klar, welche europäischen Spitzenclubs allesamt an den Diensten seines Schützlings interessiert waren (Tottenham, Chelsea, Juventus, Bayern, etc.) und dass ein Angebot von „Celta Vigo“ – er betonte seine Geringschätzung dieses Vereins im Vergleich zu den erwähnten großen Namen – nur dann in Frage käme, wenn David bereit wäre, dem argentinischen Teenager die Rolle eines Superstars zuzuerkennen. Das Gegenangebot, von einem Stammspieler im Frühjahr zum Schlüsselspieler und schließlich zum Superstar der Mannschaft heranzureifen wurde getadelt, aber keineswegs ernstgenommen. Thiago brauche sofort das Rampenlicht und wenn er dies nicht bekomme, würde er lieber noch bis Sommer in Argentinien bleiben. „Gut, warum nicht“, meinte David, auch weil er von dem taktischen Geplänkel und den Machtspielchen im Ferngespräch allmählich genervt war und unterbreitete ein letztes Angebot. Almada könnte erst im Sommer zu Vigo stoßen und würde bereits in der kommenden Saison die Rolle eines Superstars zugesprochen bekommen. Dass er sich offenhielt, dieses Versprechen notfalls zu brechen, behielt er für sich. Der Berater verabschiedete sich und David blieben zehn Minuten, bis er an einer Raststätte den französischen Berater von Salzburgs Jérôme Onguéné traf. Vertragsgespräche an Autobahnraststätten – das kannte David noch aus Spielerzeiten und hatte er seitdem nicht wirklich vermisst. Hoffentlich schmeckte der Kaffee.


    Bis zur zweiten Pokalrunde am 11. Jänner 2020 waren auch Hugo und Diego am Transfermarkt nicht untätig geblieben. Mallorca konnte unter Hugos Führung für ein wenig Kleingeld das spanische Mittelfeld-Talent César Gelabert von Real Madrids B-Team loseisen, im Gegenzug verließen der im Herbst enttäuschende Yannis Salibur (2,4M zu FC Metz) und Routinier Salva Sevilla (ablösefrei zu Extremadura) den Verein. Betis dagegen sicherte sich für 4,8M die Dienste von Monacos Benoit Badiashile und holte für knapp 100K den jungen Jordi von Real Madrid B. Im Gegenzug verließ der dritte Stürmer Loren für 7,5M den Verein in Richtung China.


    Die zweite Runde des Copa del Rey verlief für zwei der drei Freunde erhofft unspektakulär – sowohl Diego Navarros Betis Sevilla (mit einem 4:0-Auswärtserfolg in Lleida) und David Gutierrez‘ Celta Vigo (mit einem 2:0 in Guijuelo) erreichten souverän die dritte Runde. Der Aufsteiger aus Mallorca aber mühte sich nach einem 2:2 über 120 Minuten in ein anschließendes Elfmeterschießen gegen den baskischen Drittligisten aus Getxo, um am Ende knapp den Aufstieg in die nächste Runde bejubeln zu können. Im Hinblick auf das anstehende Ligaspiel gegen Granada CF hätte sich Hugo Garcia aber ein klareres Weiterkommen gewünscht. Zugleich zeigte der knappe Erfolg die fehlende Breite in Mallorcas Erstligakader und trotz des jüngsten Formhochs die Nähe zu den unteren Ligen auf, in denen man doch selbst noch vor zwei Jahren steckte.




    Unter der Woche waren es dann aber gerade die anderen beiden des befreundeten Dreigespanns, die sich über die schlechten Auftritte ihrer Mannschaften ärgern mussten. Am 21. Spieltag kam Betis beim Abstiegskandidaten aus Valladolid nicht über ein maues 0:0 hinaus, David musste sich in Eibar gar mit 0:3 geschlagen geben. Kike hatte mit einem Triplepack seine Viererkette geradezu im Alleingang auseinandergenommen, der Angriff um den wechselwilligen Kapitän Iago Aspas war zu keiner Zeit imstande, dem Heimteam etwas entgegenzusetzen. Hugo und Mallorca feierten dank eines Weitschusses von Mittelfeld-Drehscheibe Aleíx Febas in der 32. Minute gegen Granada dagegen einen verdienten 1:0-Heimsieg, der sie in der Tabelle dank des direkten Duells punktgleich mit dem FC Villareal erstmals auf einen einstelligen Tabellenplatz springen ließ. Der Abstand zum verhängnisvollen achtzehnten Tabellenrang (Granada CF) wuchs indes auf beruhigende 14 Zähler.



    Zeit zum Verschnaufen blieb nach seinem Erfolg aber auch Hugo nicht. Bereits an Spieltag 22 wartete mit CA Osasuna der nächste abstiegsgefährdete Club auf Mallorca. In einem dominanten Auftritt fehlten dem Aufsteiger lange Zeit nur die Tore, ehe der Japaner Takefusa Kubo Hugos Team in der 77. Minute nach einem Querpass von Lago Júnior erlöste. Der eingewechselte Ghanaer Idrissu Baba machte kurz vor Schluss mit einem seiner raren Treffer alles klar. Doch auch diesmal war Hugo der Einzige der drei Freunde, der an diesem Spieltag einen vollen Erfolg bejubeln konnte. Vigo musste sich nach dem Abgang des unglücklichen Kapitäns Iago Aspas unter der Woche – für ihn überwies der FC Everton umgerechnet knapp 20M Euro – dem formstarken FC Sevilla auswärts mit 0:2 geschlagen geben. Eine Niederlage, die ob der gegenwärtigen Tabellensituation besonders bitter schmeckte, war doch Sevilla vor dem Spiel punktgleich mit Vigo nur aufgrund des 2:1-Auswärtssieges im ersten Duell vor den Galiciern gelegen. Nun klaffte da eine Lücke von drei, beziehungsweise einschließlich des direkten Duells vier Punkten. Noch schlechter ging es indes Diegos Beticos, die in Levante mit 3:0 unter die Räder kamen. UD Levante rückte so auf Platz 7 vor, nur vier Punkte von einem Champions League-Platz getrennt .



    Vor der dritten Runde im Copa del Rey am 22. Jänner war nur wenig Zeit, einen Blick auf das bisherige und laufende Transfergeschehen zu werfen. Hugo hatte sich mit Diego über ein Leihgeschäft von Rober geeinigt. Ein für beide Seiten sinnvoller Deal, fehlte es Mallorca auf den offensiven Positionen im Mittelfeld stets an Tiefe und war die Chance auf Einsatzzeiten beim Aufsteiger doch wesentlich größer. Betis verstärkte sich für 9M mit dem jungen brasilianischen Linksverteidiger Lucas Piton, der aufgrund der Begrenzung von nur drei Nicht-EU-Spielern im Erstligakader jedoch unmittelbar an den OGC Nice weiterverliehen wurde. Das gleiche Spiel wiederholte sich beim Rechtsverteidiger Jordan Lotomba, der mit allen Zuzahlungen für 7,25M von den Young Boys aus Bern kam, seine Zelte bis zum Sommer aber zunächst in Frankreich bei Angers SCO aufschlug. Zudem verließ der brasilianische Innenverteidiger Sidnei, für den nach der Ankunft von Badiashile kein Platz mehr war, Sevilla für 8,5M nach Burnley. Der größte Deal gelang Diego aber wohl mit der festen Verpflichtung des bisher nur geliehenen Alfonso Pedraza für 13M aus Villareal. Mit diesen Neuzugängen und Abgängen waren Diegos Transfertätigkeiten dieses Winters bereits abgeschlossen. Und wie erging es dem umtriebigen David? Der bastelte mit einem durch die Aspas-Millionen nun praller gefüllten Transferbudget weiterhin an irgendwelchen Autobahnraststädten an der Zukunft Celta Vigos.


    Diego Navarros Wintertransfers auf einen Blick

    :in:

    Benoit Badiashile | IV | FRA | 18 Jahre | AS Monaco | 4,8M

    Jordi | LF | ESP | 19 Jahre | Real Madrid B | 85K (165K)
    Lucas Piton | LFV | BRA | 19 Jahre | Corinthians Sao Paulo | 9M

    Alfonso Pedraza | LFV | ESP | 23 Jahre | FC Villareal | 13M

    Nico Williams | ST | ESP | 16 Jahre | Athletic Bilbao | 65K

    Jordan Lotomba | RFV | SUI | 21 Jahre | Young Boys Bern | 7,25M


    :out:

    Loren | ST | ESP | 26 Jahre | Shanghai Shenhua | 7,5M
    Róber | OM | ESP | 19 Jahre | RCD Mallorca | 0 (Leihe)

    Sidnei | IV | BRA | 30 Jahre | FC Burnley | 8,5M

    Antonio Barragán | RFV | ESP | 32 Jahre | FC Millwall | 130K

    Lucas Piton | LFV | BRA | 19 Jahre | OGC Nice | 0 (Leihe)

    Jordan Lotomba | RFV | SUI | 21 Jahre | Angers SCO | 0 (Leihe)


    Am Mittwoch, dem 22. Jänner wurde der allwinterliche spanische Spiele-Marathon mit der dritten Runde des Copa del Rey fortgesetzt. Für Mallorca ging die Reise zum Zweitligisten CD Lugo, gegen den sich Hugo bei einiger (aber keineswegs exzessiver) Rotation eine ähnliche Leistung wie zuletzt in der Liga erhoffte. Nun war die Leistung in der Defensive auch gewohnt gut, nur die Offensive offenbarte sich mal wieder als die Achillesferse der Insulaner. Bei knapp 30 Schüssen in Richtung des gegnerischen Tors fand über 120 Minuten kein einziger seinen Weg ins Netz und so musste die Entscheidung erneut über die Lotterie Elfmeterschießen fallen. Und erneut behielten die Mallorquiner die Nerven und setzten sich mit 4:2 durch. Somit war das Saisonziel im Pokal erreicht. In Runde 4 erwartete Mallorca ein weiteres Duell mit Diegos Betis Sevilla, das sich dank eines Doppelpacks von Ersatzstürmer Juanmi mit 2:0 gegen Fuenlabrada durchsetzte. Das schwerste Los erwischte das in der Liga zuletzt enttäuschende Celta Vigo. David musste zuhause die Hürde FC Valencia überwinden, um mit Runde 4 ebenfalls das Saisonziel zu erreichen. Bereits in den ersten Minuten konnten die Weichen auf ein Weiterkommen gestellt werden. Topstürmer Santi Mina traf in Minute 9 und 22 doppelt und alles roch bereits nach einer raschen Vorentscheidung, als Goncalo Guedes aus dem Nichts der 2:1-Anschlusstreffer gelang. Nun entwickelte sich ein offenes Hin-und-Her mit Chancen auf beiden Seiten. Guedes hätte gut und gerne für Valencias Ausgleich sorgen können, auf der anderen Seite hatte der dänische Chancentod Pione Sisto (diese Bezeichnung von David musste er sich nach den vergangenen Wochen gefallen lassen) gleich mehrmals das 3:1 am Fuß. Dies gelang dann in Hälfte 2 per Freistoß Linksverteidiger Lucas Olaza und trotz Valencias Angriffsbemühungen blieb es dank einer heroischen Torwartleistung von Rubén Blanco bei diesem Spielstand. Im Pokal hui, in der Liga pfui – würde man so den spanischen Winter für Celta Vigo zusammenfassen können?



    Capítulo Seis

    "Interlude"


    Am Vorabend zum Dreikönigstag waren Hugo, Diego und David in der Trattoria Pulcinella in Madrid verabredet. Da die drei Freunde seit ihren Engagements als Fußballtrainer geografisch weit voneinander getrennt lebten und in ihrem Alltag für Freizeit nur wenig Raum war, war es das erste gemeinsame Treffen seit einem halben Jahr. Man bestellte wie üblich Rotwein und Pizze und schwenkte, noch bevor die Kellnerin Gläser und Wein servierte, zum Hauptthema Fußball über.


    Hugo schien die Freude am Fußballsport und an seinem Trainerdasein wieder vollends wiedergefunden zu haben und begann überschwänglich von den Fortschritten seiner Spieler zu erzählen, die sich allmählich auch in den Ergebnissen bemerkbar machten...



    Besonders die Form von Ende Oktober bis zur unglücklichen Heimniederlage in Eibar, wo man in die alten Muster offensiver Schwächen zurückgefallen war, stellte den Trainer zufrieden. Einzig die gestrige zweite Niederlage en suite gegen Diegos Betis Sevilla ließ Hugo unerwähnt, was sein Gegenüber mit einem süffisanten Lächeln quittierte. Mit fünf Unentschieden, sieben Niederlagen und ebenso vielen Siegen lag Mallorca komfortabel auf dem zehnten Tabellenrang, bereits zwölf Punkte vom 18. Platz entfernt, den aktuell CA Osasuna (im Spiel „Atlético Pamplona“) belegte. Zum besten Torjäger war unverhofft Abdón Prats avanciert, der den glücklosen Juan Hernández auf der Sturmposition abgelöst hatte. Ebenfalls fünf Volltreffer gingen auf das Innenverteidiger-Duo Raíllo und Araújo, was für die Ausbeute bei offensiven Standards sprach. Dennoch war die Offensive mit nur 17 Saisontoren noch klar das Manko der Aufsteiger, während die Defensive mit 21 Gegentreffern (wovon allein elf in zwei Spielen gegen Real und Barca fielen) außerordentlich gut funktionierte. Im Cup stand man souverän in der zweiten Runde, wo man zum Drittligisten Arenas Club de Getxo ins Baskenland musste. „Außerdem“, so meinte Hugo geheimnisvoll, „darf man in den nächsten Wochen auf den ein oder anderen spannenden Transfer hoffen“.


    "Transfers" war das Stichwort für David, der das gestrige Unentschieden gegen den Nachzügler aus Leganés schon wieder überwunden zu haben schien. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten lotete der Trainer nun jede erdenkliche Möglichkeit aus, die italienische Sturmhoffnung Sebastiano Esposito von Inter Mailand loszueisen, zudem war er in der Hoffnung nach einem Messi 2.0 an einem herausragenden Talent aus Argentinien dran, dessen Name er geflissentlich verschwieg, und buhlte mit einer Reihe von Topclubs um die Dienste des bei Red Bull Salzburg unter Vertrag stehenden Innenverteidigers Jérôme Onguéné. Dass dies nicht ohne namhafte Abgänge möglich sein würde war David bewusst und noch war kein einziger dieser angedachten Transfers in trockenen Tüchern. Die Tabelle betrachtete David weiterhin mit gemischten Gefühlen. Einerseits war er mit dem vierten Tabellenplatz zur Saisonhalbzeit hochzufrieden, andererseits erwischte er sich täglich bei dem Gedanken, dass bereits mehr möglich gewesen wäre, hätte er in den vergangen Monaten ein konstant funktionierendes Spielsystem gefunden. Der Ballbesitzfußball, den er spielen ließ, funktionierte mal gut und mal gar nicht, ganz von der Spielanlage und den Qualitäten der Gegenmannschaft abhängig. Und so war man nach einer guten Startphase (ausgenommen der 0:5-Niederlage in Barcelona) im Laufe des Dezembers in der Liga in eine Minikrise geschlittert.



    Diego dagegen sah sich in seinen taktischen Vorüberlegungen durch die Leistungen seiner Mannschaft bestätigt. Der zweite Tabellenplatz zur Saisonhalbzeit, gepaart mit der zweitbesten Defensive und der drittbesten Offensive sprachen Bände. Mit den guten Leistungen füllte sich allmählich auch das Estadio Benito Villamarín wieder, selbst wenn auf eine hundertprozentige Auslastung noch einiges fehlte. Mit dem doppelten, beziehungsweise manchmal fast dreifachen Andrang bei Heimspielen hatte Diego auch in finanzieller Hinsicht einen klaren Vorteil gegenüber seinen beiden Kollegen, die ihre Einkünfte zum großen Teil aus Preisgeldern und Transfers lukrierten. Einen Grund, im Winter am Transfermarkt aktiv zu werden, sah der Coach aber nicht, funktionierte doch alles wunderbar, was ein Blick auf den bisherigen Spielplan nur bestätigte:



    Ein absolutes Highlight war sicher das 4:0 im Stadtderby gegen den FC Sevilla – ein Schützenfest, mit dem sich Diego (vorerst) in die Herzen der Fans gespielt hatte. Verloren hatte man nur die drei Spiele gegen die großen FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid, in Duellen mit den zu Saisonbeginn erwarteten direkten Konkurrenten sowie den schwächeren Teams war man meistens siegreich gewesen, ausgenommen die drei 1:1 gegen ein zu Saisonbeginn formstarkes Valencia, den Tabellenachten Levante und den Zwölften Alavés. In der Torschützenliste fand sich mit Borja Iglesias mit 12 Volltreffern nach 19 Spielen ein Betico weit vorne, ein interner Schützenvergleich in den bisherigen Ligaspielen wies ihn aber als einzigen konstant formstarken Vollstrecker der drei Teams aus, was im Falle von Mallorca an der geringen Gesamtanzahl an Treffern lag (allein Fekir und Iglesias schossen so viele Tore wie Mallorcas gesamtes Team) und im Falle von Vigo, so vermutete David, einerseits der derzeitigen Formkrise seines Angreifers Santi Mina und andererseits einem in der Offensive noch nicht greifenden System zuzuschreiben war.



    So saßen die drei Freunde mehrere Stunden beisammen, verglichen Tabellen und Ergebnisse, tranken Wein und aßen Pizza. Gegen Mitternacht traten sie in die ungewöhnlich klare und kalte Madrider Winternacht hinaus und spazierten, vom Wein berauscht, zurück zum Hotel. Am nächsten Morgen reisten Diego und Hugo zeitig zurück in den Süden, während David auf seinem Heimweg an die galicische Küste gespannt auf einen Anruf aus Mailand wartete.

    Wow, gratuliere zu einem phänomenalen Start in diese Challenge! :thumbup:


    Im flachen 4-4-2 habe ich im FM 2020 nur positive Erfahrungen, zumeist verbunden mit einem sehr hohen, sehr aggressiven Pressing - womöglich haben wir da ähnliche Ansätze. :) Einen so erfolgreichen Scorer wie du mit Jiménez hatte ich in diesem System bisher aber noch nie. Ihn im Sommer beim Verein (und bei Moral... und verletzungsfrei) zu halten, wird sehr wichtig sein.


    Ich bin gespannt, wie du nun deinen Kader weiter verbesserst. Der bisherige Ansatz einer Erweiterung des portugiesisch-lastigen Kaderbilds mit in England/Schottland ausgebildeten Spielern gefällt mir gut und solange du erfolgreich bist, kannst du diesen "Verstoß" gegen die Vereinskultur (ich nehme an, es ist einer) auch rechtfertigen.

    Mal sehen, was die Wölfe noch so reißen... ;)

    Immer diese neunmalklugen Fans... ;)


    Vielen Dank für die toll verpackte taktische Analyse! Fand ich sehr interessant, auch wenn sie - wie du selbst bemerkst - kaum neue Aufschlüsse zulässt. An den Schwachstellen, die sich hier herauskristallisieren, arbeitest du eh schon und ansonsten scheinen die Assists zu den Gegentoren "gut" verteilt. Was schon auffällt, sind die 17 Gegentreffer im Strafraum im Vergleich zu jeweils einem in den Positionen rundherum. Ja, das spricht für eure Torhüter, aber womöglich eben nicht nur: Es könnte auch anzeigen, dass der Weg in den 16er für die angreifende Mannschaft zu einfach ist.

    Insgesamt sehe ich fürs Erste keinen dringenden Handlungsbedarf. Womöglich werden wir mit den Rollen in der Innenverteidigung und der Abseitsfalle bei Gelegenheit etwas herumspielen. Das Wichtigste ist allerdings, dass wir mittel- bis langfristig das Profil bei unseren Abwehrspielern schärfen und mehr Wert auf Schnelligkeit legen. Bei Jusufovic haben wir das ja schon umgesetzt.

    Sehe ich genauso. EL-Sechzehntelfinale und der zweite Platz in der Liga sprechen eine deutliche Sprache. Alles "Jammern" ist Jammern auf hohem Niveau.

    Wenn sich die Möglichkeit zu kleineren taktischen Twists ergibt, wären das sicher interessante Ansätze! :)


    Die Veränderungen im Schweizer Ligensystem treffen euch, so wie viele andere Erst- und Zweitligisten hart. In Österreich kann derzeit wohl eine gegenläufige Bewegung festgestellt werden (die auch einer Kritik unterzogen werden sollte). Hier finden sich immer mehr zweite Mannschaften in der zweiten Spielklasse, während sich kleinere, sportlich erfolgreiche Dorfclubs den Aufstieg in die Bundesliga bzw. "Erste Liga" kaum bzw. nicht leisten können und die zweiten Mannschaften z.T. nicht noch einmal aufsteigen dürfen.

    In deinem Spielstand stehst du dadurch langfristig wohl vor der Aufgabe, ein gutes Nachwuchsausbildungskonzept (neu) zu entwickeln...

    ich weiss gar nicht, was ich sagen soll.

    Nun, ich schon: Herzlichen Glückwunsch zum Titel in der Premier League! :bravo2::trophy3:

    In deiner schon langen Liste an Erfolgen, ist dieser ganz weit oben einzuordnen. Und dann wird "im Vorübergehen" gleich noch das Double mitgenommen (fast schon "Sir"-like) - Respekt! :thumbup:


    Deine jüngsten Erfolge haben mich dazu animiert, die Geschichte von S. Paghetti noch einmal von ganz vorne durchzuscrollen und mir einige Glanzlichter zu vergegenwärtigen. Und ich wiederhole einige meiner Vorredner, wenn ich dir hier ein Rundum-Lob ausspreche: Ich finde es fantastisch, was dir gelungen ist - sowohl im virtuellen Managen, als auch in deinem Schreiben - und verfolge weiterhin gespannt die nächsten Schritte auf dem Weg zum womöglich erfolgreichsten Fußballtrainer aller Zeiten... (?)


    Capítulo Cinco

    "Goin' Down Slow?"



    „Wie in einem schlechten Film“, schoss es David durch den Kopf. Er hatte noch nicht einmal auf der Trainerbank Platz genommen, da kullerte der Ball schon im Netz und Diego ließ einen wilden Schrei der Begeisterung durch das Estadio Balaídos schallen. „Mund abputzen, weiter!“ und „den Fokus nicht verlieren!“, munterte David seine Spieler auf und drehte sich nur einen Moment um, um auf seinem Notizzettel den Gegentreffer zu rekonstruieren – „eigener Anstoß, Ball läuft durch die eigenen Reihen, unsauberer Pass zum Innenverteidiger, der muss die Pressingsituation notdürftig klären, Betis kommt an den Ball und spielt schnell steil auf Iglesias, Blanco wehrt ab, Nachschuss Canales, Tor.“ Nur einen winzigkleinen Moment und er lenkte seinen Blick sogleich wieder auf das Spielfeld, suchte den Ball und fand ihn… erneut im eigenen Tor. 0:2, 2. Spielminute und David hatte nicht den Hauch einer Ahnung, wie sich das zugetragen hatte. Eine Viertelstunde später wurde es noch deutlicher, der stets gefährliche Iglesias erhöhte per Kopf auf 3:0. Erst jetzt ebbte Betis‘ hohes Pressing langsam ab und Davids Mannen konnten ihr gewohntes Ballbesitzspiel aufziehen. Das führte nach und nach zu den ersten eigenen Möglichkeiten, doch sowohl Mina als auch Kapitän Iago Aspas vergaben aus aussichtsreichen Positionen. Schließlich war es Suárez, der per Abpraller noch vor der Pause auf 3:1 verkürzte. Zweite Halbzeit – neues Glück! Doch erst musste sich Vigo wieder dem stürmischen Angriffspressing der Béticos erwehren. Pünktlich nach einer gespielten Stunde ließ dieses wieder nach, doch Diego hatte das diesmal besser einkalkuliert und ließ sein Team nun tiefer, aber weiter in der gewohnten Kompaktheit stehen. Mit Guardado und Shabani tauschte er zudem zwei lauffreudige und körperlich starke Spieler ein und zwang Vigo so, mit dem Spielaufbau immer und immer wieder von vorne zu beginnen. Zwar gelang Diop per Fernschuss noch der sehenswerte Anschlusstreffer, doch alle weiteren Angriffsbemühungen der Celestes verpufften im Abwehrverbund des Gegners. Erneut hatte Diego einen seiner beiden Freunde im direkten Duell besiegt und David wusste noch immer nicht recht, wie sich das eigentlich zugetragen hatte.


    La Liga | 13. Spieltag | Estadio Balaídos | 9. November 2019
    Celta Vigo (3)Betis Sevilla (2) 2:3 (1:3)
    :shirt: Blanco – Olaza, Aidoo, Araújo, Mallo – Diop, Rafinha – Sisto (:in:Ünüvar), Suárez (:in:Beltran), Aspas © – Mina
    :shirt: Robles © – Pedraza (:in:Moreno), N‘Dicka, Bartra, Tarín, Emerson – Aleña, Carvalho, Rodríguez (:in:Guardado), Fekir, Canales (:in:Shabani) – Iglesias
    :ball: Denis Suárez (29), Pape Cheikh Diop (68) bzw. Sergio Canales (1), Nabil Fekir (2), Borja Iglesias (16)
    :star3: Nabil Fekir (Betis Sevilla)



    Es folgte die nächste Länderspielpause, sodass eine Ursachenforschung der jüngsten Niederlage nur mit denjenigen stattfinden konnte, die nicht für ihr Heimatland auflaufen mussten. Gegen Alavés erwartete David auch auswärts, Herr der Lage zu sein und dem schwächer einzuschätzenden Gegner das eigene Ballbesitzspiel aufzuzwingen. Dennoch würde man sich womöglich in Geduld üben müssen, waren die Basken doch mit ihrem organisierten Defensivspiel bisher überraschend positiv aufgefallen.


    La Liga | 14. Spieltag | Estadio Mendizorrotza | 23. November 2019
    Deportivo Alavés (10) – Celta Vigo (4) 1:2 (0:1)
    :shirt: Blanco – Olaza (:in:Bard), Aidoo, Araújo, Mallo – Diop, Beltran (:in:Suárez) – Ünüvar (:in:Sisto), Rafinha, Aspas © – Mina
    :ball: Oliver Burke (68) bzw. Pape Cheikh Diop (41), Denis Suárez (90+3)
    :star3: Pape Cheikh Diop (Celta Vigo)


    Ein zähes Anrennen mit vielen Pässen, zu viel Klein-Klein und kaum ein Durchkommen an die Grundlinie – so ließe sich insbesondere die erste Halbzeit dieses Ligaspiels beschreiben. David ärgerte sich, die Zuseher langweilten sich und selbst der ein oder andere Auswechselspieler schien ein Gähnen kaum unterdrücken zu können. Dann aus heiterem Himmel erneut ein Distanzkracher vom Box-to-Box-Midfielder Diop und der ersehnte Dosenöffner, der den 1:0-Halbzeitstand bescherte. Zurück am Spielfeld verbarrikadierten die Basken weiter gekonnt das eigene Tor und suchten bei jeder Gegnerberührung den schnellsten Weg zum Boden. David schimpfte und disputierte mit dem vierten Offiziellen, der die einfache Taktik des Heimteams nicht durchschauen wollte und in der minütlich steigenden, von David mitverschuldeten Hektik, wurden auch die Heimfans angestachelt. Es kam, wie es kommen musste: Oliver Burke traf nach einem Freistoß aus dem Halbfeld per Abpraller zum glücklichen Ausgleich. Noch einmal wechselte David offensiv, brachte den Dänen Pione Sisto für den jungen Ünüvar und den zuletzt überzeugenden Suárez für Beltran, um dafür seine Nummer 10 Rafinha als offensiveren Achter auf die Position des Zurückgeschobenen Spielmachers zu rücken. Ob es diese Umstellung war, die Vigo in der 93. Spielminute noch den Sieg bescherte? Wer weiß? In jedem Fall war es ein glückliches Händchen, denn Suárez konnte eine flache Hereingabe von Aspas zum Siegtreffer verwerten und späte drei Punkte sichern.



    „Mehr Tiefe“ – diese einfache Ansage bestimmte die folgende Trainingswoche. David entschied sich für das kommende Heimspiel gegen den Nachzügler aus Granada, seine Flügelspieler offensiver auftreten zu lassen, wies insbesondere dem dribbelstarken Sisto an, den Weg zur Grundlinie zu suchen, um erst dort nach innen zu spielen, den Rechtsverteidiger Mallo wollte er dagegen mit viel Tempo das Spielfeld auf- und abwetzen und den Raum einnehmen sehen, den ihm Aspas durch seinen Zug zur Mitte öffnete.


    La Liga | 15. Spieltag | Estadio Balaídos | 4. Dezember 2019
    Celta Vigo (4) – Granada CF (17) 4:0 (2:0)
    :shirt: Blanco – Olaza (:in:Bard), Murillo, Araújo, Mallo – Diop, Beltran – Sisto, Rafinha (:in:Suárez), Aspas © – Mina (:in:Cherki)
    :ball: Iago Aspas (15), Rafinha (17), Denis Suárez (47), Santi Mina (49)
    :star3: Iago Aspas (Celta Vigo)


    Der Plan ging auf. Aspas nützte bereits nach 15 Minuten eine Unachtsamkeit des Gegners, um nach Haken in die Mitte von 16 Metern in die Maschen zu treffen, nur zwei Minuten später erhöhte Rafinha nach feiner Vorarbeit des Kapitäns zum 2:0. Von da an flaute das Spiel etwas ab, Davids Team ließ den Ball durch die eigenen Reihen laufen, ohne je in eine gefährliche Situation zu geraten oder selbst echte Torgefahr auszustrahlen. So ging es in die Pause und David wollte mehr. Und wieder reichte eine starke Anfangsphase mit einem erneuten Doppelschlag, um die Gemüter zu beruhigen. Der zur Pause für den leicht angeschlagenen Rafinha gebrachte Suárez traf per Fernschuss zum 3:0, Mina erhöhte mit dem nächsten Angriff nach Flanke von Hugo Mallo zum 4:0-Endstand – ein vor allem in der Spielanlage vielversprechender Sieg gegen einen erschreckend schwachen Gegner.



    Ganz andere Schlüsse musste der Headcoach aus dem Aufeinandertreffen mit Espanyol am 16. Spieltag der Priméra Divisíon ziehen. 0:0, kaum zwingende Schussgelegenheiten auf beiden Seiten (die beste hatte der Gastgeber nach einem Konter kurz vor Ende der offiziellen Spielzeit), viele Pässe, die meisten davon quer und zurück – zu weiten Teilen mutete das Spiel wie eine Kopie des letzten Auswärtsspiels in Alavés an, Vigo ließ erneut die Tiefe und den Mut zum Risikopass in seinem Spiel vermissen und David kam nicht umhin, das Auftreten seiner Mannschaft bei Auswärtsspielen zu hinterfragen.


    La Liga | 16. Spieltag | RCDE Stadium | 7. Dezember 2019
    Espanyol Barcelona (10) – Celta Vigo (3) 0:0 (0:0)
    :shirt: Blanco – Olaza, Aidoo, Araújo, Mallo – Rafinha (:in:Diop), Beltran – Sisto (:in:Ünüvar), Suárez, Cherki (:in:Mina) – Aspas ©
    :ball: Fehlanzeige
    :star3: Fran Beltran (Celta Vigo)


    Klar hatte es David als Spieler immer geliebt, die Null zu halten und das war nun auch als Trainer nicht wesentlich anders. In seiner aktiven Zeit als Torwart war ein 0:0, wenn schon kein voller Erfolg für das Team, doch stets ein persönliches Erfolgserlebnis gewesen und hatte ihm, verglichen mit einem torreicheren, für die Zuseher attraktiveren Unentschieden, mehr Genugtuung gebracht. Nun hatte man sein Team mit dem Ball am eigenen Fuß und nur selten in den Reihen der Gegner seit dem Betis-Spiel kaum noch Chancen zugelassen. Doch es fehlte dem Team ein konstanter Antrieb nach vorne, es fehlte das Tempo und es fehlte die Spielfreude. David befürchtete, dass sich das „Going slow“, das Vigos Spielstil aktuell prägte, bald zum „Goin‘ down slow“ wenden könnte.



    La Liga | 17. Spieltag | Estadio Santiago Bernabéu | 14. Dezember 2019
    Real Madrid (4) – Celta Vigo (2) 7:1 (3:0)
    :shirt: Blanco – Olaza, Aidoo, Araújo (:in:Murillo), Mallo – Diop – Beltran (:in:Suárez), Rafinha – Sisto, Aspas © – Mina (:in:Fernández)
    :ball: Dani Carvajal (9, 63), Eden Hazard (27, Elf., 51, 53), Gareth Bale (33), Luka Jovic (84) bzw. Gabriel Fernández (68)
    :star3: Dani Carvajal (Real Madrid)


    Nun, so „slow“ war er dann doch nicht, der vielbesungene Fall – 7:1, nach Barcelona die nächste heftige Ohrfeige gegen einen der beiden Ligagrößen, Davids Mannschaft hatte den Blues. Erneut war man, vergleichbar mit den jeweils ersten 15 Minuten in Halbzeit 1 und 2 gegen Betis Sevilla, einem sehr offensiven Pressingstil zum Opfer gefallen. Nur ging die Wucht des königlichen Balljagens über 90 Minuten kaum verloren. Davids Spieler verließen erst die Ideen mit dem Ball, als Reaktion darauf der Ball selbst und schließlich der Mut und als der Trainer mit einer zu späten Taktikkorrektur vermehrt den langen Pass forderte, schienen seine Mannen mit dieser Spielweise noch weniger anfangen zu können. Der hohe Ball wurde ganz einfach von Reals Verteidigung aufgesammelt und die Angriffsflut ergoss sich aufs Neue über Vigos heillos überforderte Defensive.



    Copa del Rey | 1. Runde | Estadio Dehesilla | 18. Dezember 2019
    Atletico Cercedilla (-) – Celta Vigo (-) 0:10 (0:4)
    :shirt: Blanco – Bard, Murillo, Saénz, Kevin – Suárez ©, Beltran (Diop) – Sisto (Hernández), Ünüvar, Cherki – Fernández (Mina)
    :ball: Gabriel Fernández (6, Elf., 14), Jorge Saénz (30), Naci Ünüvar (45, 59, 70, 78, 80), Melvin Bard (84), Denis Suárez (85)
    :star3: Naci Ünüvar (Celta Vigo)


    Da kam das Cupspiel gegen die Amateure aus Cerceda gerade recht. Um den Kopf nach der empfindlichen Niederlage gegen das Weiße Ballett wieder frei zu kriegen, ließ David seine Young Guns ran und die ballerten aus allen Rohren. Insbesondere das Toptalent Ünüvar ließ mit einem grandiosen Fünferpack aufhorchen. War das womöglich die notwendige Moralspritze vor dem direkten Duell mit seinem Freund Hugo? David hoffte darauf.



    La Liga | 18. Spieltag | Estadio Balaídos | 21. Dezember 2019
    Celta Vigo (3)RCD Mallorca (11) 1:1 (1:1)
    :shirt: Blanco – Olaza, Aidoo, Araújo, Mallo (:in:Kevin) – Diop, Beltran (:in:Suárez) – Ünüvar (:in:Sisto), Rafinha, Aspas © – Mina
    :shirt: Fabricio – Rahman, Raillo ©, Araújo, Casas (:in:Sastre) – Júnior, Lozano, Febas, Chavarria (:in:Pozo) – Kubo – Prats (:in:Hernández)
    :ball: Pape Cheikh Diop (23) bzw. Abdón Prats (38)
    :star3: Aleíx Febas (RCD Mallorca)


    War sie es, die erhoffte Moralspritze? Angesichts der Ausgangslage im Spiel Dritter gegen Elfter konnte David mit dem gerechten 1:1 gegen den Außenseiter aus Mallorca nicht zufrieden sein. Wie in den mäßigen Auswärtsspielen vor dem Debakel gegen Real begann das Spiel auf beiden Seiten verhalten. Mallorca verstand es unter Hugo Garcia gut, den eroberten Ball zu sichern, ihn spielerisch aus dem gefährlichen Raum zu bringen und sich mit einem gefälligen Kombinationsspiel in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Dort aber passierte nicht wirklich viel. Davids Mannschaft hingegen presste höher, versuchte bei Ballgewinnen schneller umzuschalten und in eigenem Ballbesitz ein gesichertes Kurzpassspiel aufzuziehen. Das Problem war nur, dass Vigo kaum einmal zur Gelegenheit kam, den Ball zu erobern und Mallorca in den wenigen Umschaltsituationen stets genügend Spieler für die Restverteidigung parat hatte. So entwickelte sich in den ersten 20 Minuten ein Fußballspiel, in denen man die Tore auch hätte abmontieren können und niemandem wäre es aufgefallen. In dieser Lethargie fiel plötzlich das 1:0 und zum wiederholten Male konnte sich David bei seinem Fernschützen Pape Cheikh Diop bedanken. Das Tor erlöste beide Mannschaften aus der anfänglichen Starre und in einem bis zur Pause munteren Spiel mit Möglichkeiten auf beiden Seiten gelang Mallorcas Abdón Prats der Ausgleich. Unmittelbar nach der Pause hätte Mina beinahe die Führung für Vigo erzielt, scheiterte jedoch an Mallorcas Schlussmann Fabricio. Zudem köpfelte Nestor Araújo bei einem Eckball knapp über das Tor. Auf der anderen Seite konnte sich auch David bei seinem Schlussmann bedanken, der in der Schlussphase im Eins gegen Eins gegen den eingewechselten Hernández den Punkt rettete.



    La Liga | 19. Spieltag | Estadio Balaídos | 4. Jänner 2020
    Celta Vigo (4) – CD Leganés (18) 1:1 (0:0)
    :shirt: Blanco – Bard (Olaza), Aidoo, Araújo, Mallo – Rafinha, Beltran– Sisto (Ünüvar), Suárez, Aspas © – Mina (Cherki)
    :ball: Joseph Aidoo (78) bzw. Roger Assalé (56)
    :star3: Joseph Aidoo (Celta Vigo)


    Vigos Minikrise hielt auch gegen den Achtzehnten aus Leganés weiter an. 22 Minuten hatte es in Halbzeit 2 gar nach einer Heimniederlage ausgesehen, bis der Ghanaer Joseph Aidoo nach einem Eckball zum 1:1-Endstand traf. Ob der Enttäuschung der letzten Spiele fiel es David schwer, unbedarft auf die Tabelle zu blicken. Dabei war unterm Strich doch alles noch in bester Ordnung. Anstatt nur auf einem Platz in der oberen Tabellenhälfte zu liegen, rangierte man zur Saisonhalbzeit auf dem vierten Platz, der zur Teilnahme an der Champions League-Qualifikation berechtigte und in der zweiten Cuprunde traf man mit dem CD Guijuelo auf einen Drittligisten. Alles sah nach einer ruhigen und sorgenfreien Saison aus und doch ließ David das Gefühl nicht los, dass er in der Wintertransferzeit noch etwas bewegen musste, um einen „langsamen Abstieg“ zu vermeiden.


    Hui, da bahnt sich ja ein Herzschlagfinale an =O Mit den letzten Ergebnissen nach dem Liverpool-Spiel hast du dich aber gerade noch so über den Strich gerettet. Ich tippe auf einen Sieg gegen Leeds, eine Niederlage in Anfield und ein X bei den Blades. 4 Punkte - das sollte bei zwei Punkten Vorsprung + Torverhältnis doch hoffentlich reichen. Oder?