Offenbacher Oldschool

  • Liebe Freunde des virtuellen Fußballs!


    Was FM-Geschichten angeht, bin ich ja schon seit vielen Jahren hier nicht mehr aktiv gewesen. Ich war es ein bißchen in einem anderen Forum aber nicht sehr regelmäßig und oft. Jetzt habe ich aber mal wieder Lust gekriegt, mal schauen, was daraus wird.

    Bin mal gespannt, wie ich mit der geänderten Technik zurechtkomme. »Damals« hatte ich die Tags immer direkt in meinen Text eingebaut, das scheint jetzt nicht mehr zu gehen. Naja, dafür wirkt der Editor komfortabler. Wenn jemand einen kurze Übersicht zu den Tricks und Kniffen der Beitragsbearbeitung hier im Forum hat, immer her damit!


    * * *


    Es wird Oldschool. Gespielt wird mit dem FM2010. Das Startjahr dementsprechend 2009 in Deutschland. In Gedenken an meinen Papa, der OFC-Fan war, spiele ich mit den Kickers aus Offenbach. Die habe ich zwar nur zweimal live spielen sehen, aber beide Male war es ein Erlebnis.

    Beim ersten Mal war es der DfB-Pokal 1995. Runde weiß ich nicht mehr. Meine Lieblinge aus Gladbach zu Gast in Offenbach. Knappes 1:0 für die Gäste, ich hab mich natürlich gefreut, vor allem, weil sie dann später den Pokal geholt haben.

    Das zweite Mal sollte ein Geburtstagsgeschenk für meinen Papa sein. Zweite Liga, Offenbach wieder gegen Gladbach, damals noch mit Marko Marin. Das mit dem Geschenk ging leider in die Hose, denn die Gäste gewannen zu meiner heimlichen Freude mit 7:1 ...

    Das wird aber in diesem Spielstand so nicht passieren – hoffe ich zumindest. Mein Ziel: Titel für Offenbach. Entweder den zweiten DfB-Pokalgewinn oder was anderes Großes. Schluß mit Insolvenz, Regionalliga, Tristesse.


    Wer könnte dafür besser geeignet sein als Peter Neururer. Nein, nur Spaß. Mein Alter Ego wird Dragoslav »Stepi« Stepanovic sein - auch ziemlich Oldschool. Und auch wenn ich der Eintracht nicht sonderlich viel abgewinnen konnte, mochte ich Stepi als Frankfurt-Trainer in der 90ern sehr.

    Der hatte schon einmal 2000 die Kickers trainiert, allerdings nur einen Monat, dann war er auch schon wieder wegen Erfolglosigkeit weg. Diesmal wird es anders laufen.


    Bei der Berichterstattung werde ich die guten alten Zeitungen meiner alten Beiträge wieder herauskramen, es sei denn, mir fällt noch etwas Besseres ein.


    Nun denn, auf geht’s!



    BOLZER

    Deutschlands größte Fußballzeitung



    Saisonvorbereitung Drittligasaison 2009/2010

    - Kickers Offenbach -


    Heute sprechen wir die Kickers aus Offenbach durch. Mit dem Bundesliga-Veteran Dragoslav Stepanovic haben sie sich einen alten, neuen Trainer geangelt, der zwar schon Erfolge vorzuweisen hat, welche aber schon lange zurückliegen. Doch mit seiner bunten Art passt er sicherlich gut zur Multikulti-Stadt Offenbach.

    Die Gründungssaison der dritten Liga letztes Jahr haben sie als 7. abgeschlossen und wollem mittelfristig in die zweite Liga aufsteigen. Das größte Problem werden dabei die angeschlagenen Finanzen sein, »Stepi«, wie der neue Trainer liebevoll genannt wird, muss jeden Euro für Verstärkungen zweimal umdrehen.

    Keine leichte Aufgabe, wir wollen mal schauen, ob sie Chancen haben.




    Kader


    Insgesamt gesehen haben die Kickers einen ausgeglichenen Kader, der problemlos in der dritten Liga bestehen kann. Aber ob es für den Aufstieg reicht? Andere können auch Fußball spielen!



    Die Abwehr um den Torwart-Veteran Wilnikowski und den kernigen Kroaten-Neuzugang Kopilas wirkt sattelfest, zumindest wenn es keine größeren Ausfälle gibt. Jede Position in der Viererkette ist doppelt besetzt, es existiert Talent und Erfahrung gleichermaßen.


    Das Mittelfeld soll von Stepis Neuzugang Julien Brellier angeführt werden. Der willensstarke Franzose ist ein echter Teamworker, der neben seinen exzellenten Defensivqualitäten auch noch einen ordentlichen Ball spielen kann. Er bringt viel Erfahrung aus ganz Europa mit und wurde in seiner Jugend gar eine zeitlang bei Inter Mailand geschult.

    Um ihn herum gibt es mit Haas, Rode und Baier junge Talente sowie mit Fröhlich, Pfingsten und Pospischil gestandene Drittligakicker.


    Der Sturm um Startorjäger Mesic wurde vom neuen Trainer durch einen weiteren Torjäger verstärkt. Robert Maah ist Franzose mit kamerunischen Wurzeln und ebenfalls schon ein wenig in Europa herumgekommen. Seine Stärke ist der explosive Antritt, der in dieser Liga seinesgleichen suchen dürfte, sowie ein ausgeprägter Torinstinkt.

    Die restlichen Stürmer wissen ebenfalls im allgemeinen wo das Tor steht und sind teilweise ebenfalls schnell.



    Umfeld

    Wie gesagt ist das größte Problem der Kickers das Geld. Stepi hat das Maximum herausgeholt ohne weitere Schulden aufzunehmen und das Kleingeld dazu genutzt, den Trainerstab auszubauen und zu professionalisieren. Mit Andreas Möller steht ihm außerdem ein versierter Co-Trainer zur Verfügung.

    Die Fans auf dem Bieberer Berg sind hungrig nach Fußball, der Vorstand möchte Erfolge sehen. Im Grunde gute Voraussetzungen, die einem aber bei einem schlechten Start durchaus um die Ohren fliegen könnten.



    Einschätzung

    Mit Stepanovic und auch der ausgewogenen Mannschaft der Offenbacher sollte immer zu rechnen sein. Es darf allerdings keine Verletzenserie ausbrechen, sonst wird es schnell dünn.

    Zudem ist die Konkurrenz groß, im Prinzip könnte die halbe Liga Ansprüche auf den Aufstieg anmelden und hätte in guten Jahren auch das Zeug dazu .

    Wie schon so oft sieht es vermutlich eher danach aus, dass die Kickers sich wie so oft in den letzten Jahren im entscheidenden Moment selbst ein Bein stellen. Da wird auch der »bunte Hund« Stepi kaum etwas daran ändern können.

    Bolzer-Tip: Platz 7.



    Kurz-Interview mit dem neuen Trainer Dragoslav Stepanovic:

    Stepi, willkommen zurück im deutschen Fußball! Sie sind ja erst im Dezember bei Ihrer letzten Station in Serbien entlassen worden, was führt Sie nun zurück in die zweite Heimat?


    Danke, Danke. Na ja, entlassen ist nicht schön gesagt. Mir habbe die letzte 7 Spiele verloren, das lag aber nicht an mir, sondern vor allem an die Gegner. Manchmal läuft es halt, manchmal nicht.

    Ich war dann zurück in Frankfurt und hab mit dem Andi mal widder ein Bier getrunken.


    Sie meinen Andreas Möller, den Manager von Kickers Offenbach.


    Genau. Und da habbe wir uns über die alten Zeiten unterhalten und ma richtig Lust bekomme, widder was zusammen zu machen. Und da hat er mich gefragt, ob ich es nicht noch einmal versuchen will.


    Jetzt sind Sie der Trainer und er der Co-Trainer. Ist es für die Fans nicht schwierig aufgrund Ihrer beider Frankfurter Vergangenheit und der großen Rivalität zwischen den Vereinen?


    Schwierig, ja. Essen gehen ohne Sonnenbrille könne mer jetzt in Frankfurt vergesse. Aber die Fans in Offenbach werden schnell Freude haben, wenn wir gut und erfolgreich Fußball spielen.


    Wie werden Sie spielen lassen? Und was sind Ihre Saisonziele?


    Wir wollen so spiele, dass wir immer mehr Tore machen als die Gegner. Fußball kann einfach sein. Und natürlich wollen wir in die zweite Liga aufsteigen. Aber fragt mich das nochmal 5 Spieltage vor Saisonschluss, dann kann ich sagen, ob wir es auch schaffen.


    Sie haben mit Brellier und Maah zwei Franzosen für die neue Saison verpflichtet. Warum keine Deutschen?


    Das musst du nicht so eng sehen. Ich bin auch kein Deutscher, in Offenbach gibt es sowieso wenig davon. Es gibt nur gute Spieler und weniger gute. Und wenn die zwei gut nach Offenbach basse, dann basst des.


    Alles klar, Stepi, wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben.


    Danke euch, wir sehen uns im Stadion!

  • Direkt verlinkte Inhalte externer Seiten müssen wir seit den letzten Rechtsänderungen leider blockieren.

    Was aber auch den Vorteil hat, das man sie nicht woanders hosten muss.


    Ansonsten empfehle ich dir das Testforum, die beiden angepinnten Threads erklären eigentlich alles

    "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
    "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.


    Autor: unbekannt

  • Prima, danke für die Tipps. Ist zwar komisch, weil es meine eigene Seite ist, aber über Dateinanhänge ist es eh praktischer. Hätte ich auch gerne von Anfang an so gemacht, hab den entsprechenden Knopf aber nicht gefunden ...

  • SPIELMACHER

    Das Magazin für das feine Bällchen



    Winterpausen-Einschätzung 3.Liga – Kickers Offenbach

    Ein Kommentar von Nachwuchs-Reporter Aro Gant



    »Ich weiß nicht, was ich verbrochen habe, über die dritte Liga schreiben zu müssen. Hab ich jemanden zuwenig Zucker in den Latte getan? Vor allem: das liest doch niemand.

    Und auch noch Kickers Offenbach. Die Stadt ist ja sowas von grau und häßlich. Und der Verein hat mal irgendwann den DfB-Pokal erstolpert, das ist aber noch von Anno Asbach.

    Das lustigste sind aber die Gestalten, die das Trauerspiel in die nächst höhere Spielklasse führen sollen. Man stelle sich mal vor: Dragoslav Stepanovic, den radebrecheden Geck mit dem schlechten Modegeschmack. Wo kam der nochmal her? Rumänien? Egal, er sieht aus wie das Abziehbild eines Zirkusdirektors und hat trainertechnisch genauso viele Erfolge vorzuweisen. Aber irgendwie passt er damit ja zum Club.

    Und war da nicht noch was? Hatten die Fans ihn nicht schon einmal nach ein oder zwei Monaten rausgeekelt, weil er früher beim Erzrivalen Eintracht Frankfurt Spieler und Trainer gewesen war?

    Seinen Co-Trainer kennen wir noch von früher. Schwalben-Heintje. Der Mann mit dem weinerlichen Gesicht und der Kampfkraft eines löchrigen Schmetterlings soll seinem dilettierenden Cheftrainer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mein Rat wäre: Andy, schalte den Turbo ein und mach dich so schnell du kannst weg von dort. Ist doch alles sinnlos und wird nicht funktionieren.

    Vor allem wenn der Verein ohnehin schon halb Pleite ist. Die könnten alle Wetltrainer der letzten 10 Jahre an der Seitenlinie stehen haben: Wenn diese keine Moneten bekommen, das Team zu verstärken, müssen sie mit dem Ausschuss leben, der schon dort ist. Nein, hier ist definitiv ewige Tristesse angesagt!

    Das sieht man schon an der ersten Saisonhälfte. Die Offenbacher hinken den selbsterhobenen Ansprüchen immens hinterher. Ein Wunder, dass das überhaupt möglich ist.

    Stepanovic war schon nach zehn Spieltagen angezählt und stand öffentlich in der Kritik – von den obigatorischen Fan-Schmähungen ganz abgesehen.

    Aber der Mann hat es stoisch über sich ergehen lassen und sich sichtlich für bessere Resultate abgemüht - so soll er auch sonst hin, es nimmt ihn ja keiner mehr. Zu seinem Glück haben seine Spieler dann doch irgendwie mit dem Punktesammeln angefangen und stehen nun immerhin noch halbwegs in Reichweite der Aufstiegsplätze irgendwo im oberen Mittelfeld. Genau kann ich es nicht sagen, die Dritlligatabelle sehe ich mir nicht an. Aus Prinzip.

    Das ist aber alles kein Wunder bei einer Mannschaft, von der man keinen Spieler kennt und auch niemals kennen wird.

    Nein, lasst uns Offenbach vergessen und diesen unnützen Kommentar schnell beenden.«

  • GRASFRESSER

    Das Blatt für den ehrlichen Fußball


    Saisonabschluss dritte Liga – Platz 2: Kickers Offenbach

    Leute ich sage es euch. Die Offenbacher unter Stepi machen Spaß. Der Kerl bringt nicht nur große Laune wie in seinen besten Tagen, sondern er hat seinen Jungs noch gezeigt wie man kämpft. Nie aufgeben, nie zufrieden sein, um jeden Punkt jede Minute rennen. Super!



    Dabei lagen sie zu Saisonbeginn schon am Boden, kamen nicht richtig aus dem Quark. Aber dann hat Stepis Medizinballtraining gefruchtet und auch die eine oder andere Ansage kam an. Plötzlich war sich keiner mehr zu fein und es war egal ob die Frisur sitzt. Es wurde endlich Fußball gearbeitet!

    Und das konnte man in Offenbach schon immer und das macht sie so sympathisch. Woche für Woche ging es aufwärts und man ließ sich nicht von kurzen Rückschlägen beeindrucken.

    Am Ende gar eine tolle Siegesserie mit dem Finale am letzten Spieltag. Platz 1 war schon lange weg aber es war die Frage: 2 oder 3? Relegation oder direkter Aufstieg?

    Mit einem 5:0 gegen Carl Zeiss Jena ballerten sich Stepis Spieler in die höchste ehrliche Spielklasse!




    Die Abwehr hat eigentlich immer ihren Job gemacht und wurde fast nie auseinandergenommen. Selbst beim 0:2 in der ersten DfB-Pokalrunde gab es gegen den Bundesligisten HSV nur zwei Gegentore.

    Wichtigster Spieler dabei war Marko Kopilas, der fast alles Spiele mitgemacht hat und auf den immer Verlass war. Überrascht haben aber auch die jungen Außenverteidiger Huber und Chaftar und auch Marc Heitmaier, der im Saisonendspurt den immer müder werdenden Hysky in der Innenverteidigung ablöste.

    Enttäuscht haben hingegen Ausleih-Bubi Teixeira von den Pillen und auch das Weichei Schutzbach.


    Stepi hat auch im Mittelfeld das richtige Händchen bewiesen. Sein Wunschspieler Brellier ist eine echte Kampfsau und hat die Erwartungen voll erfüllt. Nebenher hat er es noch geschafft 11 Vorlagen zu erarbeiten – klasse! Am Ende haben aber auch die anderen Kämpfer im Mittelfeld immer alles gegeben und gute Arbeit abgeliefert. Nur Fröhlich und Pfingsten sind wegen langwieriger Verletzungen selten aufs Feld gekommen.


    Im Sturm hat der andere Franzose auch voll gezündet. Der geht ab wie eine Rakete und konnte ganze 25 Tore einlochen. Zweitbester der Liga!

    Aber auch der Eiertänzer Mesic und der mannschaftsdienliche Tosunoglu haben eine beachtliche Menge Tore gemacht.

    Ulm und Laux haben dagegen ziemlich enttäuscht. Sie dürften wohl nächstes Jahr nicht mehr dabei sein.

    Trotzdem haben die Kickers die meisten Tore von allen Mannschaften erzielt. Und genauso soll doch Fußball sein, oder? Stepi stand schon immer für Offensivfußball und harte Arbeit, das hat sich auch hier wieder gezeigt.


    Also, Glückwunsch nach Offenbach! Nächstes Jahr geht der Kampf weiter, diesmal gegen den Abstieg in Liga 2. Aber der Stepi, der wird schon die richtigen Worte finden. Wir freuen uns drauf.



    Interview mit Robert Maah, Offenbachs Spieler der Saison und Drittliga-Vize-Torschützenkönig


    Wow, Robert, 25 Tore in 31 Spielen und noch dazu 8 Vorlagen! Das ist klasse, wie hast du das gemacht?

    Ja gut, äh, der Trainer lässt uns viel angreifen und da bekomme ich halt viele Chancen und so und dann mache ich eben meine Tore.


    Kommst du gut in Offenbach klar? Immerhin ist es ein großer Schritt aus dem Süden ins kalte Deutschland.

    Die Mitspieler und Fans haben mich gut aufgenommen und ich fühle mich hier wohl. Klar, bißchen wärmer wäre gut, aber wir haben ja jetzt Sommer.


    Wie findest du das Training von Stepi?

    (Lacht) Der Trainer nimmt uns schon manchmal hart ran. Viel laufen, viel spielen, viele verrückte Übungen. Aber es macht mir Spaß und ich bin fit für das Spiel.


    Was sagt euch der Trainer vor den Spielen? Immerhin wart ihr ja nicht gerade ein Top-Favorit für den Aufstieg und habt es trotzdem geschafft.

    Er macht uns Mut, sagt, dass wir jedes Spiel gewinnen können. Und wenn wir nicht immer 110 Prozent geben, tritt er uns auch einmal in den Hintern. Meistens haben wir es dann auch verdient.


    Und was denkst du, werdet ihr nächste Saison die Klasse halten können?

    Ich weiß nicht. Wir haben jetzt erst mal Urlaub und dann sehen wir, wer noch kommt. Aber warum sollen wir es nicht schaffen? Wir sind gut, machen viele Tore. Wir werden bestimmt unsere Punkte holen.

  • SPIELMACHER

    Das Magazin für das feine Bällchen



    Saisonvorbereitung 2.Liga – Kickers Offenbach

    von Nachwuchs-Reporter Aro Gant



    Nun also zweite Liga. Gilt für mich wie für Offenbach. Aber es ist klar, dass einer von beiden ganz schnell nach oben klettert und es ist auch klar, wer.

    Wollen wir aber mal »professionell« sein und die Kickers für diese Saison analysieren.


    Vorneweg: Ich glaube kaum, dass sie absteigen werden. Der Übungsleiter Stepanovic leistet auf diesem niedrigen Niveau durchaus brauchbare Arbeit und man muss einfach zugeben, dass es eine Menge Vereine von der Resterampe gibt, die es definitiv schlechter machen. Wenn sie im grauen Offenbach die Aufstiegseuphorie mitnehmen könnten sie durchaus einen guten Mittelfeldplatz erreichen.


    Jetzt höre ich schon wieder die Kommentare. »Aber Aro! Mittelfeldplatz für Offenbach? Die sind grade erst aufgestiegen und haben kein Geld. Willst du uns verschaukeln?«

    Nein, will ich nicht. Ich sage euch auch warum. Sie haben zwar kein Geld, das aber intelligent ausgegeben – nämlich für relativ starke Neuzugänge. Ich würde gar behaupten, sie haben das beste rausgeholt, was möglich ist. Und ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, wo Möller und Stepanovic herumtelefoniert und diese ganzen Leute hergezaubert haben.



    Die Flaschen auf der Abgangsseite können wir getrost vergessen. Aber schauen wir uns einmal die Neuzugänge an, die allesamt ablösefrei gekommen sind:


    Marc-André Ter Stegen. Von dem habe ich zwar noch nie gehört, aber er gilt als Geheimtipp unter den Nachwuchstorhütern bundesweit. Warum ihn die Gladbacher abgegeben haben, verstehe ich daher nicht, aber er dürfte in Offenbach mittel- bis langfristig Einsatzchancen haben.


    Christian Vander. Da haben sie sich relative Qualität ins Tor geholt. Vander hat es letztes Jahr in 10 Bundesligaspielen in Bremen ordentlich gemacht und jetzt die Gelegenheit für einen Stammplatz erhalten. Ich bin mir sicher, dass er die zweite Liga meistern wird.


    Jonathan Soriano. Für dieses Niveau ist der Spanier aus Barcelona eine echte Granate. Ausgewogene Fähigkeiten, relativ schnell und abschlußstark. An dem werden sie normalerweise viel Freude haben.


    Andreas Görlitz. Der neue Rechtsverteidiger ist nun so etwas wie der Star der Mannschaft. Immerhin ist er zweifacher Nationalspieler und kommt vom deutschen Rekordmeister Bayern München – wo er zugegebenermaßen keine wirkliche Rolle gespielt hat. Aber dass sie ihn nach Offenach lotsen konnten ist schon ein starkes Stück, da kann man ja fast gratulieren.


    Steve Gohouri. Noch so ein Husarenstück des serbischen Trainers, das er ablösefrei von Wigan Athletic bekommen hat. Komischerweise wird der ivorische Neuzugang von den Fans mit Zurückhaltung betrachtet. Dabei verkörpert er doch alles, was die Offenbacher so schätzen. Kraft, Mut, Einsatzfreude, Aggressivität. Wenn er nicht solche Defizite in Spielintelligenz und Konzentration hätte, wäre er sogar ein gestandener Bundesligaspieler.


    Adam Szalai vom Ligakonkurrenten Mainz hat bereits ungefähr das Niveau von Soriano und bringt wohl noch ein Fitzelchen Talent mit um besser zu werden. Der siebenfache ungarische Nationalspieler hat einfach alles, was ein Zweitligarstürmer zum Glänzen braucht – wobei er freilich in einer richtigen Liga gnadenlos überfordert wäre.

    Der Spanier Bruno kann alles, aber nichts richtig. Damit genau der passende Mann für Stepanovics zentrales Mittelfeld.


    Filipe Oliveira. Der Portugiese kommt von Sporting Braga wo er wenig gebracht hat und gilt als sowas wie der Pausenclown. Im Prinzip ein Bruno nur athletischer und defensivschwächer.


    Angel. Mal von tatsächlich solider Technik abgesehen ein Mann ohne Eigenschaften. Aber auch ohne schlechte und damit wohl sicherlich für die zweite Liga brauchbar.




    Wenn man sich den Kader nun komplett anschaut sieht man, dass er für seine Ansprüche ausgewogen besetzt ist. Wenn nicht Zeter und Mordio über die Truppe einbrechen, wird sie die üblichen Verletzungssorgen kompensieren können.

    Es könnte natürlich ein Problem werden, dass zuviele neue Spieler dazu gekommen sind. Aber Stepanovic war schon immer dafür bekannt, ständig neue Leute einzubauen und hat es trotzdem meist geschafft, dass ihm die Truppe nicht um die Ohren fliegt.

    Und ich sagte es schon zu Beginn: Viele andere Vereine arbeiten weit schlechter. Daher sollte der Aufsteiger relativ unkompliziert die Klasse halten können.

    Wenn ich zweite Liga schauen würde, wäre ich gespannt!




    Kommentar von Rudi Völler, Urgestein der Kickers:

    »Ich muß schon sagen, ich bin überrascht und erfreut. Andy und Stepi haben die Kickers wieder auf Kurs gebracht. Die Schulden sind abbezahlt, das Budget knapp aber offenbar ausreichend um eine Menge gute Leute nach Hessen zu holen. Wenn sie es schaffen aus dieser Sammlung von Fußballern, die sich präsentieren oder eine zweite Chance haben wollen, eine Einheit zu bilden, dann werden sie sicher nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Mein Herz hofft natürlich auf noch mehr, aber da sind halt noch ein paar andere gute Mannschaften, die es den Jungs richtig schwer machen werden. Aber naja, vielleicht sehen wir uns ja in ein paar Jahren in der Bundesliga oder gar bald im DfB-Pokal. Jeder Fußballer will im Oberhaus spielen und jeder Trainer auch. Und warum sollen sie es nicht schaffen, wenn sie weiter so gute Arbeit leisten? Ich drücke jedenfalls meinem alten Club die Daumen und freue mich auf die Saison.«

  • Fanforum Offenbacher Kickers

    Thread: Wo geht die Reise hin?

    Beiträge vom 18.12.2010




    Adlerklatscher:

    Leute, es hat schon lange nicht mehr soviel Spaß gemacht, Offenbach-Fan zu sein. Die Jungs machen Tore am Fließband, die Konkurrenz rutscht dauernd aus und Stepi kommt aus dem Grinsen nicht mehr raus. Das coolste Weihnachten ever.



    Einrudivöller:

    Findest du? Ich weiß, daß ich mich wieder zum Buhmann mach, aber für mich ist das nur Glück. Stepi kann grinsen, das konnte er schon immer. Aber im Endeffekt sind die Siege mehr als nur Glück gewesen. Es gehören ja immer zwei dazu und irgendwie schaffen wir es, die anderen an ihrem schlechten Tag abzukriegen.

    Und die Tore, die Sori da reinstoplert, die würde Rudi heute noch machen. Kullerbälle und angeschossen und was weiß ich. Ne, es ist nur eine Frage der Zeit bis wir die Punkte holen, die unserer Leistung entsprechen.



    Adlerklatscher:

    Äh, du weißt schon, dass wir auf dem ersten Platz stehen? Bei dir klingt das wieder als ob wir mitten im Abstiegskampf stecken.



    Einrudivöller:

    Das klingt nicht nur so, wir stecken mitten im Abstiegskampf! Das hat der Andy vor der Saison so kommuniziert und ich gebe ihm völlig recht. Mit den paar Püntchen, die wir jetzt haben, reicht es zwar momentan für Platz 1, aber die reichen nicht, um drinnen zu bleiben. Das kann ganz schnell wieder nach unten gehen. Denk mal an die E*****, die können dir ein Lied davon singen!



    Adlerklatscher:

    Mann, Rudi, du bist echt immer der Oberpessimist. Das kann man doch gar nicht vergleichen. Wir haben soviel Qualität im Kader und es hebt auch keiner ab. Ich sage ja nicht, dass wir auf Platz 1 bleiben, aber wir steigen sicher nicht mehr ab, da leg ich mich fest. Man kann sich doch auch einfach mal nur an der Tabelle erfreuen, ohne gleich alles schlecht reden zu müssen.



    stevo91:

    genau einrudi haltdi klappe. die jungs spielen supa fußball und der stepi machtdesschon.



    Einrudivöller:

    Ah, der stevo ist wieder unter seinem Stein hervorgekrochen? Komisch, wenns mal schlecht läuft hört man von dir gar nix mehr.

    Außerdem kann ich mich an der Tabelle erfreuen. Aber das bringt gar nix, wenn wir jetzt nur noch verleiren und am Ende wieder in die Röhre gucken. Das ist doch immer so, wenn es mal gut läuft, verkacken es die Jungs am Ende wieder. Das ist doch der Normalzustand.



    Adlerklatscher:

    Würde ich dir normalerweise recht geben. Und so eine gewisse Grundangst ist auch bei mir da. Aber ich hab einfach das Gefühl, dass es unter Stepi jetzt anders ist. Ich mein, wir sind echt gut aufgestiegen und er hat genau das erfüllt, was der Vorstand wollte.

    Und jetzt will der Vorstand einen sicheren Platz irgendwo im Mittelfeld und wir sind auf dem allerbesten Weg dorthin. Ne, da haben echt alle ein gutes Hänchen bewiesen.

    Das ich das mal von einem Ex-Frank***** sagen würde. Aber ne, der Stepi, der ist schon ein Glücksgriff.



    Einrudivöller:

    Da sind wir uns ja mal einig. Ich hab am Anfang auch gedacht um Gottes Willen, nicht schon wieder. Aber diesmal scheint es zuminudest zur Zeit einigßermaßen zu klappen.

    Jedenfalls besser als mit Dancing Pete oder was auch immer wir ansonsten bekommen hätten.



    stevo91:

    wirstsheen am sesonende steign wir auf und adam und sori sinzusammen toccj+tzenkönig.



    Einrudivöller:

    Äh, ja, genau. Geraucht hat er auch. Ich bin für heute raus. Geh mir jetzt Zigarillos kaufen und mach den Stepi.



    Adlerklatscher:

    Der hat doch aufgehört?!



    Einrudivöller:

    Stimmt. Naja, dann gibt halt nen Ebbler. Auch net schlecht.

  • BOLZER

    Deutschlands größte Fußballzeitung




    Saisonende 2.Bundesliga 2010/2011

    - Kickers Offenbach -





    Durchmärsche durch die zweite Liga hat es schon oft gegeben, in beide Richtungen. Aber kaum jemand hätte ernsthaft vor der Saison auf Offenbach gesetzt. Doch der Verein hat es unter dem harmonischen Duo Möller/Stepanovic hervorragend gemacht und den Bieberer Berg zur Festung ausgebaut. Man konnte den Schwung des Aufstieges mitnehmen und sich mit dem letzten bißchen Rückenwind am Saisonende noch über die Ziellinie retten.


    Dabei begann die Spielrunde bereits mit mehreren Paukenschlägen. Trotz vieler Neuzugänge verstand es der Trainer ein funktionierendes Kollektiv auf den Platz zu bringen, das beim FSV Frankfurt ein knappes aber verdientes 1:0 herausholen konnte.

    Die nächsten Gegner begingen den Fehler, die Kickers dennoch zu unterschätzen und so ging der FC St.Pauli in Offenbach gnadenlos mit 1:4 unter und Rot-Weiß Oberhausen ließ sich gar zu Hause mit 1:6 abschlachten.

    Danach hatte die Liga Respekt und ließ es vorsichtiger angehen. Dennoch spielten sich die Kickers in einen Rausch und verloren bis zur Winterpause nur einmal und boten Phasenweise wunderschönen und effektiven Offensivfußball. Der Lohn: Platz 1.


    In der Rückrunde wurde es dann etwas schwerer, zumal sich Kapitän und Starspieler Görlitz schwer verletzte und monatelang ausfiel. Es wurden weniger Partien gewonnen und ein Vierkampf um die Aufstiegsränge entwickelte sich zwischen Stepanovics Truppe, Nürnberg, Mainz und St.Pauli.

    Zwischendurch rutschten die Offenbacher dabei gar auf den vierten Platz ab, retteten sich aber mit Standhaftigkeit am Ende tatsächlich noch auf Platz 2 und schafften damit den direkten Aufstieg.

    Den haben sie sich auch verdient, denn nur Nürnberg zeigte eine ähnlich starke Kombination zwischen stabiler Abwehr, kreativem Mittelfeld und treffsicherem Sturm – jene scheiterten jedoch im Gegensatz zu den Hessen knapp.


    Im DfB-Pokal tobte der Bieberer Berg in der ersten Runde, in der man den großen Konkurrent Alemannia Aachen direkt mit 4:0 nach Hause schickte.

    Runde zwei wurde nicht einfacher, schließlich musste man auswärts erneut bei einem Ligakonkurrenten ran. Doch man schaffte es, sich knapp mit 1:0 in Paderborn durchzusetzen und war damit schon weiter als erhofft.

    Das Ende kam dann in der dritten Runde mit dem Gast vom 1.FC Köln. Beim 1:3 spielten Stepanovics Jungs aber auf Augenhöhe und mit ein wenig mehr Glück für die Hessen hätte das Spiel auch andersherum ausgehen können.


    Jetzt kommt natürlich viel Arbeit auf das Team der Kickers aus Offenbach zu. Es müssen Verstärkungen her, damit die Chance auf den Klassenerhalt steigt. Das Stadion muss den Erfordernissen des Bundesligafußballs gerecht werden. Und man darf die neue Saison nicht zu naiv und leichtfertig angehen.

    Doch zuerst haben sich Spieler und Trainer ihren Urlaub redlich verdient und ganz Offenbach feiert.





    Der Kader unter der Lupe




    TOR

    Vander war hier eindeutig die Nummer eins, wenn er auch nicht immer sattelfest wirkte. Doch mit einigen glanzvollen Paraden half er seiner Mannschaft kräftig zum Aufstieg mit und verwies Endres und den jungen ter Stegen auf die Ersatzbank.



    ABWEHR

    Die Innenverteidigung erwies sich mit dem kernigen Gohouri und dem überraschend gut mitspielenden Heitmeier als tüchtig und sattelfest. Die beiden harmonierten so gut, dass Drittliga-Stammspieler Kopilas nur zu wenigen Einsätzen kam und Goldschmitt gar keine einzige Minute ran durfte.


    Links duellierten sich Angel und Chaftar um den Stammplatz, wobei der Spanier zwar zu Saisonbeginn die Nase vorn hatte, aber gegen Ende vom gebürtigen Frankfurter mehr als würdig abgelöst wurde.


    Auf der rechten Seite war ganz klar Ex-Nationalspieler Görlitz die Nummer eins. Er hat es auch wirklich hervorragend gemacht, wurde aber leider durch eine langwierige Verletzung ausgebremst. Huber hat ihn aber ordentlich vertreten.



    MITTELFELD

    Stepanovic lässt mit drei zentralen Mittelfeldspielern spielen, die eine Kette bilden. In diesem Mannschaftsteil herrschte bei den Kickers wohl die größte Ausgewogenheit. Der beste unter den guten war wohl Dauerbrenner Bruno, der fast alle Spiele mitgemacht und die meisten (12) Vorlagen im Team gegeben hat. Nachwuchstalent Rode steht dem jedoch kaum nach und entwickelte sich von Monat zu Monat weiter. Auch auf Aufstiegsheld Brellier und den Portugiesen Felipe Oliveira war verlass.

    Haas und Baier kamen hingegen zu relativ wenigen Einsätzen, was aber vor allem daran lag, dass ihre Kameraden es so gut gemacht haben.



    STURM

    Toptorjäger war in diesem Jahr Soriano, der zünftige 21 Tore erzielen konnte. Zusammen mit Robert Maah, der spielerisch allerdings nicht mit dem Spanier mithalten konnte und dem ungarischen Talent Szalai bildeten sie einen hochgefährlichen Dreiersturm. Tosunoglu war Ersatzmann Nummer eins, während Albayrak und Mesic nur hin und wieder eingewechselt wurden. Aber gerade der alternde Bosnier spielte wirklich zum Vergessen, traf keinmal das Tor und war quasi die Enttäuschung der insgesamt aber hervorragenden Saison.

  • GRASFRESSER

    Das Blatt für den ehrlichen Fußball



    Saisonvorbereitung Bundesliga – Kickers Offenbach

    Die Kickers auf Offenbach haben es allen gezeigt. Mit Kampfkraft, mutigem Angriffsfußball und guter Laune sind sie unter Führung von Stepi bis in die Bundesliga gestürmt.

    Alle sagen: Die gehen direkt wieder runter. Aber wir vom Grasfresser sind uns da nicht sicher. Denn eines können die Jungs vom Bieberer Berg und das ist Kämpfen! Und damit haben sie den Schönwetter-Eiertänzern von der Bundesliga schon mal etwas voraus.

    Schauen wir mal, wie sie sich nur neuen Runde verändert haben:



    Abgänge:

    Marko Kopilas war nie der Mutigste und auch nicht der Einsatzfreudigste. Und wenn wir ehrlich sind, ist er für die Bundesliga zu langsam.


    Der Bosnier Mirnes Mesic war eher der Typ Ballstreichler und körperlich ein ziemliches Würstchen. Der ist kein Verlust.


    Daniel Goldschmitt ist für einen richtigen Innenverteidiger viel zu schwächlich und auch nicht entschlossen genug. Auf ihn kann Stepi sicher leicht verzichten.



    Zugänge:


    Boban Grncarov ist Mazedonier und wie sein Trainer auch Serbe. Da ist den Kickers ein Schnäppchen gelungen, denn Boban ist groß, stark, aggressiv und einsatzfreudig. Zwar ist er nicht schnell, aber das muss er als Innenverteidiger auch nicht unbedingt sein.


    Von Twente Enschede kommt Nikita Rukavytsya nach Hessen. Der Australier ist zwar eher ein Techniker und auch nicht gerade eine Kampfsau, aber dafür ist er ein Bilderbuchathlet. Schnell, beweglich, standsicher, Pferdelunge und recht kernig. Damit wird er es den gegnerischen Abwehrspielern schwer machen.


    Der Kroate Andrej Keric ist ein Instinktfußballer, der immer da auftaucht, wo der Ball hinfliegt. Außerdem ist er eine echte Rakete. Allerdings ist er weder kräftig noch ausdauernd und dürfte mit körperlich starken Gegenspielern so seine Probleme kriegen.


    Der tschechische Nationalspieler Jan Polak wechselt von RSC Anderlecht nach Offenbach. Ihn zeichnet große Kondition und ein ungebrochener Teamgeist aus. Er ist ein echter Anführer, der sich für seine Kameraden den Hintern aufreißt. So jemanden kann jede Mannschaft gebrauchen!


    Für Roman Neustädter haben die Kickers zum ersten Mal Geld in die Hand genommen. Für 1,4 Millionen bekommen sie einen jungen Spieler, der kräftig und sprungstark ist und weiß, wie man verteidigt. Eine gute Alternative für die Innenverteidigung, die auch mal im Mittelfeld aushelfen kann.





    Es ist ganz klar, dass auf dem Papier der Kader mit den anderen Bundesligisten nicht mithalten kann. Es fehlen echte Superstars und Spieler mit herausragenden Qualitäten. Aber wo sollen die auch herkommen? Offenbach hat noch nicht sehr viel zu bieten.

    Aber das ist ja gerade deren Stärke. Hier spielen Männer, denen nicht nur das Geld wichtig ist. Hier zählen Kameradschaft, ein Original als Trainer und ehrlicher Fußball. Wenn alle zusammenarbeiten, können sie vielleicht sogar die Klasse halten.




    Interview mit dem Trainer:


    Stepi, sei gegrüßt! Da habt ihr euch ja was vorgenommen mit der Bundesliga.

    Ja, ich sag mal so, damit ham wir net wirklich gerechnet. Es ist ja schon fast ein richtiger Traum.


    Die Experten sehen euch ja als klares Schlußlicht. Was sagst du denen?

    Mir ham 34 Spiele zu spielen. Und danach können wir reden.


    Meinst du, der Kader ist auf allen Positionen stark genug besetzt? Es wird ja gemeckert, dass du nur Billigleute aus dem Osten oder dem Balkan holst.

    Da gibts nix zu meckern. Die Spieler vom Balkan können Fußball spielen, das weiß ich. Klar sind die net immer die Fleißigsten, aber die können auch was. Wirste bald sehen!


    Wie wollt ihr spielen? Immer noch mutig nach vorne oder auch mal defensiver?

    Wir wolle jedes Spiel gewinne. Da müssen wir angreifen und Tore schießen. Aber des Verteidige dürfe mer auch net vergesse, ist ja klar. Mir werde uns net verstecke, vor keinem. Klar gewinnen wir net immer, aber wir geben sicher die Punkte net vorher ab!


    Auf welche Spiele freust du dich am meisten?

    Ganz klar die Duelle mit der Eintracht. Da könne mir middem Fahrrad hinfahren. Ich hab da auch zwei Herzen in meiner Brust. Eines schlägt für Offenbach und des andere für Frankfurt. Aber diese Saison gewinnt Offenbach, des ist klar. Ich hoffe nur, die lasse mich dann in Frankfurt noch in meine Lieblingskneipe rein ...


    Wir wünschen es dir. Viel Erfolg und grüß die Jungs von mir!

    Danke, mach ich.

  • Stellungnahme des Offenbacher Sportdirektors Andreas Möller zur Situation im Winter 2011/2012


    »Liebe Mitglieder und Fans!


    Weihnachten ist vorbei und das neue Jahr auch schon ein paar Wochen alt. Zeit für ein kurzes Fazit der ersten Bundesliga-Hinrunde seit langer Zeit.

    Ich weiß, dass sich sicher mancher mehr erhofft hat, aber mit Platz 15 sind wir absolut im Soll. Vergesst nicht, dass uns viele schon vor der Saison das Abo zur Roten Laterne schenken wollten.


    Wir sind im DfB-Pokal bis zur dritten Runde gekommen und auch wenn die 0:1-Niederlage bei der Eintracht weh tut, dürfen wir auch nicht die guten Spiele vergessen. Ich erinnere nur an das 2:2 bei Bayern München oder das 5:1 zu Hause gegen Schalke!

    Es war von vorneherein klar, dass wir uns alles, was einstellig ist abschminken können. Aber seid versichert: Stepi, ich und die Mannschaft tun in jeder Partie alles, um zu gewinnen. Aber ich bin mir sicher, dass ihr das auch merkt, wenn ihr im Stadion seid. Mit euch auf den Rängen fällt alles ein wenig leichter.

    Und vielleicht sind wir deswegen immer noch recht gut im Rennen um den Klassenerhalt, auch wenn es nur ein paar magere Pünktchen Vorsprung sind.

    Vergesst nicht, dass mit Sicherheit auch noch Niederlagenserien kommen werden. Vielleicht rutschen wir auch unten rein. Aber abgerechnet wird am 34. Spieltag und wenn wir Ruhe bewahren, um jeden Punkt kämpfen und weiter so zusammenhalten wie bisher, haben wir durchaus Chancen.


    Zu den Neuverpflichtungen noch ein Wort. Der komplizierte Kreuzbandriß von Andrej Keric hat uns alle geschockt, denn er wird frühestens im Spätsommer nächsten Jahres wieder einsatzfähig sein. Wir drücken ihm alle Daumen!

    Zudem haben wir Tufan Tosunoglu mitgetelit, dass wir ihn auf Dauer leider nicht in der ersten Mannschaft sehen.

    Deswegen haben wir zwei Ergänzungen verpflichtet. Zum einen wird uns der Kamerunische Nationalstürmer Dorge Kouemaha, 28, für kleines Geld vorerst bis zum Saisonende verstärken. Er ist ein echtes Kraftpaket und hat in Belgien beim FC Brügge bewiesen, dass er Tore schießen kann. Von ihm erhoffen wir uns Entlastung, falls Erschöpfung, Sperren oder Verletzungspech zuschlagen.

    Der US-Nationalstürmer Charlie Davies kommt für 1,5 Millionen vom FC Sochaux. Er hat schon den Anspruch, Stamm spielen zu wollen und mit seinem rasanten Antritt und dem Näschen für gefährliche Torraumsituationen auch das Werkzeug dazu. Wer dann letztendlich auf dem Platz steht, entscheidet der Trainer.


    Ich denke wir haben uns gut verstärkt, um die Ausfälle zu kompensieren und können frohen Herzens in die zweite Saisonhälfte Bundesliga starten.


    Wir sehen uns im Stadion!


    Euer Andy«

  • SPIELMACHER

    Das Magazin für das feine Bällchen



    Abschluß Bundesliga Saison 2011/2012

    - Kickers Offenbach -



    Überraschung, Überraschung, aber die Kickers aus Offenbach sind noch da. Ich hätte ja keinen Pfifferling auf sie gesetzt, aber so ist das manchmal im Fußball. Und auch wenn ich dem Trainerfuchs Stepanovic nichts Schlechtes will, so ist die durchaus beachtliche Leistung – zumindest mit diesem Rumpelkader – von Platz 11 weniger auf seinen Mist gewachsen als auf den Dilettantismus des gesamten letzten Tabellendrittels.

    Man konnte ja quasi sich daran ergötzen wie sich die halbe Bundesliga darum prügelte, mit Slapstick-Fußball nach unten durchgereicht zu werden. Weit abgeschlagen war dann Mainz der Gewinner, gefolgt von Kaiserslautern. Aber bis hoch zu eben diesem Platz 11 war jeder ständig gefährdet und es hätte ihn mit ein wenig Pech auch erwischen können.


    Man muss dem häßlichen Nachbarn von Frankfurt aber auch einen lassen: Tore schießen können sie. Sie haben wirklich versucht immer anzugreifen und den Gegner unter Druck zu setzen und oftmals ist es auch gelungen. 53 Tore sind viertbester Wert in der Liga und Ergebnisse wie das 5:1 gegen Schalke oder das 5:2 gegen Leverkusen sind die Folge – auch der Erzrivale aus der Nachbarstadt konnte zumindest einmal geschlagen werden. Sie haben es sogar geschafft, dem überlegenen Meister Bayern München zweimal ein Unentschieden abzutrotzen.

    Allerdings haben sie auch Tore geschluckt wie ein Absteiger, was aber bei dieser Abwehr kein Wunder ist.


    Nun denn, wie gesagt, sie haben es trotzdem geschafft und im DfB-Pokal auch ein paar kleine Spuren hinterlassen. Das 3:0 beim VfB Hüls war obligatorisch, aber das 5:3 n.V. gegen den VfL Wolfsburg auf dem Bieberer Berg war ein Fest für Freunde der vielen Tore. Und die letztendliche 0:3-Niederlage bei Werder Bremen kam auch erst ausgepumpt in der Nachspielzeit zu Stande.


    Was soll ich sagen, ein bißchen bewundere ich das auch. Sie sind zäh, geben nie auf und sind mit ihrem lustigen Trainer durchaus unterhaltsam. Klar ist es nichts fürs Auge, was sie spielen, aber damit müssen wir uns anfreunden, sie sind noch ein weiteres Jahr in der Eliteliga zu Gast.




    Die Mannschaft im Blick




    TOR

    Vander ist das, was man einen Fliegenfänger nennt, aber neben ein paar starken Spielen hat er es insgesamt gar nicht so schlecht gemacht. Wenn man bedenkt, was alles auf sein Tor kam, hat er es doch einigermaßen sauber gehalten.

    Sein junger Ersatzmann ter Stegen hat allerdings überhaupt nicht überzeugt und dürfte langfristig in der Fußball-Versenkung verschwinden.



    ABWEHR

    Die absoluten Konstanten waren in der Abwehr Neuzugang Neustädter und Konzentrationslegastheniker Gohouri, die hinten mit Gewalt rausgehauen haben, was ging. Auch der andere Innenverteidiger-Neuzugang mit dem Zungenbrechernamen, Grncarov, hat es meist ganz ordentlich hingekriegt.

    Der Rest darf die Gegentorflut gerne auf seine Kappe nehmen. Linksverteidiger Angel war ein absoluter Totalausfall und die Alternative Chaftar auch oft überfordert. Ersatzinnenverteidiger Heitmeier stümperte vor sich hin und die Nichtleistung des Rechtsverteidigers Huber wurde nur noch von der Arbeitsverweigerung des satten Ex-Nationalspielers Görlitz unterboten.

    Hier sollten die Verantwortlichen dringend nachlegen, denn nächste Saison werden die anderen vielleicht nicht so gnädig schlecht spielen.



    MITTELFELD

    Das Mittelfeld als Kreativzentrale zu bezeichnen wäre eine Beleidigung für dieses Wort, denn einjeder pflügte sich irgendwie über den Rasen. Überraschend solide haben es noch der junge Steffen Haas und der neue tschechische Führungsspieler Jan Polak gemacht – auch wenn selbst bei ihnen wenig Vorlagen heraussprangen.

    Mit dem 17 jährigen Yannic Jäger hat auch ein Talent aus dem eigenen Stall auf sich aufmerksam gemacht, aus dem zwar kein guter Fußballer werden wird, das aber immerhin schnell rennen kann.

    Der Rest des Mittelfeldes – Dauergrinser Oliveira, der schweigende Spanier Bruno, Holzfuß Brellier, der laufende Durchschnitt Baier sowie Bleichgesicht Rode – hat spielerische Magerkost angeboten. Aber was sollen sie tun, sie können es halt nicht besser. Zumindest ist keiner besonders negativ aufgefallen.



    STURM

    Natürlich fragt man sich, wo denn die vielen Offenbacher Tore herkommen. Im Grunde verteilen sie sich auf ganze 13 Spieler, wobei der mit Abstand gefährlichste Neustürmer Rukavytsya war. 14 Tore und 8 Vorlagen sind schon eine reife Leistung in dieser Mannschaft. Er ist einer der wenigen, dem der Ball nicht total fremd ist und ist mit Fug und Recht als Stürmer Nummer eins zu bezeichnen.

    Gefährlich war zudem sonderbarerweise auch Robert Maah, der in der dritten Liga noch so etwas wie der Star war, nun aber eigentlich höchstens ein Ergänzungspieler sein dürfte. Aber wie sagt man so schön: Da ist jemand über sich hinausgewachsen.

    Auch der Ungar Szalai hat seinen Soll erfüllt, während der Spanier Soriano oft glücklos blieb. Vielleicht fehlt ihm aber auch einfach die Fähigkeit, gegen richtige Abwehrspieler oft zu bestehen.

    Kommen wir zum Pechvogel der Saison. Andrej Keric kann eigentlich nicht viel außer schnell rennen, hat es aber doch ein paar Mal geschafft, irgendwie den Ball ins Tor zu treten. Bis ihn dann ein langwieriger Kreuzbandriß schon im Herbst für den Rest der Saison außer Gefecht setzte.

    Die Kickers reagierten und holten gleich zwei Verstärkungen hinzu. Kouemaha erhielt vorerst nur einen Halbjahresvertrag, aber dabei dürfte es auch bleiben. Denn außer bullig auszusehen, hat er rein gar nichts geleistet.

    US-Nationalspieler Davies hat es auch nicht viel besser gemacht, aber da dürfte immerhin noch Hoffnung bestehen, dass er sich im nächsten Jahr steigert.



    Nun, ich bin erfreut und amüsiert, dass die Offenbacher noch eine Runde drehen dürfen und bin mal gespannt, wie sie sich im harten zweiten Jahr schlagen werden.

  • Glückwunsch zum noch "Dasein". Platz 11 ist sicher eine stramme Leistung. Damit habt ihr quasi schon eine Saison übersprungen und dürft nächstes Jahr den einstelligen Tabellenplatz anstreben. Herauskommen wird natürlich ein Europa League Platz und spätestens dann drehen die in Offenbach durch und nehmen das Straßenpflaster auf um daraus ein Denkmal zu bauen.

    "Lohnt es sich denn?" fragt der Kopf.
    "Nein, aber es tut so gut!" antwortet das Herz.


    Autor: unbekannt

  • (Danke, Lancelot. Vermutlich hast du mit dem Europaplatz recht, auch wenn ich es gerne etwas spannender gestalten würde. Aber wir alle spielen das Spiel schon so lange und kennen alle Tricks und Kniffe, da kommt der Erfolg notgedrungen. Sich limitieren macht natürlich auch Spaß und habe ich ja an anderer Stelle schon getan, aber diesmal will ich einfach nur Erfolg und ziehe daher alle Register. Dennoch gibt es genug Spannendes, Sachen, die Schief gehen und die berühmten Tischbeißer-Momente. ;) )



    BOLZER

    Deutschlands größte Fußballzeitung




    Saisonvorbereitung Bundesliga 2012/2013 – Kickers Offenbach

    Die Kickers aus Offenbach haben in der letzen Saison mit viel Herzblut etwas überraschend die Klasse gehalten. Der schon fast vergessene Dragoslav Stepanovic hat gemeinsam mit dem einstigen »Schwalbenkönig« Möller eine Mannschaft geformt, die nicht unterschätzt werden sollte.

    Aber wie eine der vielen Fußballweisheiten sagt: Das zweite Jahr nach dem Aufstieg ist das schwerste. Es wäre nicht der erste Verein, der daran scheitert, dass Leistungsträger weggekauft werden und das Team nicht mehr von den meisten Kontrahenten unterschätzt wird.

    Dennoch lassen es sich »Stepi« und der Vorstand nicht nehmen, Optimismus zu verbreiten und erneut mit dem Abstieg nichts zu tun haben zu wollen.

    Ob ein Erfolg wie Platz 11 erneut gelingen kann, hängt freilich mit den Zu- und Abgängen zusammen. Schauen wir sie uns einmal an:



    Abgänge

    Ugur Albayrak hatte nicht die Klasse, um in der Bundesliga zu bestehen und schließt sich dem Drittligisten Oberhausen an.


    Dorge Kouemaha sollte als Lückenbüßer vorerst ein halbes Jahr für den schwerverletzten Keric einspringen. Das hat er aber dermaßen schlecht gemacht (Bolzer-Note 4,7), dass es klar ist, dass der Vertrag nicht verlängert wird.


    Der Spanier Angel konnte die Erwartungen an ihn nicht erfüllen und bekam deshalb ebenfalls keinen neuen Vertrag.


    Tufan Tosunoglu hat es als Ersatzspieler sicher nicht schlecht gemacht, wäre aber in der neuen Saison nicht über die Rolle des absoluten Notnagels hinausgekommen und wechselt daher in die 3. Liga nach Augsburg.


    Ersatztorwart Endres war mit seinem Platz als Torwart Nummer drei unzufrieden und durfte daher den Verein in die nächst tiefere Liga nach Kaiserslautern verlassen.


    Niemand weiß, wie Möller das hingekriegt hat, aber er hat tatsächlich den limitierten Innenverteidiger Nummer vier, Heitmaier, für 2,5 Mio. an den Zweitligisten Düsseldorf verkauft.


    Benjamin Baier hätte im üppig besetzten Mittelfeld der Kickers wenig Einsatzchancen gehabt und wechselt daher für 1,1 Mio. ebenfalls nach Augsburg.


    Etwas überraschend wechselt auch Bruno in die zweite Liga, nämlich für 1,5 Mio. nach Braunschweig. Der erweiterte Stammspieler wird dort sicher eine Führungsrolle übernehmen wollen.



    Zugänge

    Asier Royo, 17, kommt für 0,5 Mio. aus Osasuna. Er ist ein Talent für das zentrale Mittelfeld, dass einmal ein Leistungsträger werden und vielleicht auch schon in der kommenden Saison ein wenig Eindruck hinterlassen könnte.


    Der neue Torwart Nummer eins, Tobias Sippel, 24, wechselt für 2,4 Mio. vom Absteiger Kaiserslautern. Damit hat Stepanovic sicher einen guten Griff getan, denn Sippel ist ein guter Mann, der seinem Kollegen Vander in quasi allen belangen überlegen ist.


    Germán Pacheco, 21, schließt sich ablösefrei von Atletico Madrid an. Und er macht sich gleich bei den Fans unbeliebt, weil er Offenbach unverblümt als Durchgangsstation ansieht. Ober er diese Worte mit Leistung vergessen machen kann? Immerhin ist er schnell, gefährlich vor dem Tor und technisch gut. Wenn ihn Stepi in den Griff kriegt, könnte er eine echte Bereicherung sein.


    Der serbische Nationalverteidiger Slobodan Rajkovic ist in Offenbach für die Rolle des Linksverteidigers vorgesehen, kann aber auch alle anderen defensiven Positionen spielen. Für 2,5 Mio. von Chelsea kommend, wo er keine echte Chance mehr hatte, verbindet er gute Verteidigerqualitäten mit Übersicht und Ausdauer und dürfte daher als Stammspieler gesetzt sein.


    Ebenfalls von Chelsea, für den Rekordbetrag von 3,8 Mio. wechselt Franco di Santo an den Main. Das Kopfballungeheuer besitzt eine Pferdelunge, ist stark, ein echter Teamspieler und gibt niemals auf. Damit dürfte er schnell bei den Fans einen Stein im Brett haben.


    Viktor Elm, 27, ist ein neuer Stammspielerkandidat aus Schweden. Für 2,9 Mio.verlegt er seine Zelte von Tottenham nach Offenbach und wird das Kickers-Spiel mit seiner defensiven Stärke, seiner Körperlichkeit und seinem intelligenten Paßspiel im Mittelfeld lenken.


    Adrian Garcia Garcia, 19, kommt für 1,5 Mio. von Real Madrid und bringt alles mit, um einmal ein sehr guter Innenverteidiger zu werden. Lediglich die Sprungkraft geht ihm ab. Aber hätte er die, wäre er wohl ein Regal zu hoch für Offenbach gewesen.





    Durch die vielen Ab- und Zugänge kommt einiges auf den Trainer Stepanovic zu. Wird er die Mannschaft schnell zu einer Einheit formen können? Immerhin sind die Leistungsträger geblieben und es wurde zumindest auf dem Papier nicht billig, aber sinnvoll und clever eingekauft.

    Die Kickers sind jetzt auf allen Positionen recht ausgewogen besetzt und die Schwachstelle der letzten Saison, die Abwehr, sollte nun etwas stabiler sein. Dazu ist der Sturm noch ein bißchen gefährlicher geworden und sollte jede Mannschaft der Bundesliga an einem guten Tag vor echte Probleme stellen können.

    Zwar fehlt es dem Kader nach wie vor an echter Qualität in die Spitze, aber es sind schon einige Leute vorhanden, die gut kicken können.

    Daher denken wir, dass Stepi und Möller sich mit gutem Gewissen darauf freuen können, dass ihr Verein die Klasse erneut hält. Wenn es optimal läuft, ist vielleicht sogar ein einstelliger Tabellenplatz drin, aber im Normalfall sollten die Kickers im gesicherten Mittelfeld einlaufen.

    Bolzer-Tipp: Platz 13, denn die anderen Vereine haben sich ebenfalls verstärkt und das zweite Jahr ist eben immer schwerer als das erste.

  • DfB-Pokal, 2. Runde.


    Kickers Offenbach – Eintracht Frankfurt

    25.September 2012, Bieberer Berg.



    "Was für ein Spiel! Das Derby der Erzrivalen, das schon vor Jahrzehnten für rauschende Fußballnächte gesorgt hat, war auch in der Gegenwart ein Spektakel.

    Trotz des Heimvorteils für die Kickers ging die Eintracht als leichter Favorit ins Spiel und sorgte auch in der 3. Minute gleich für eine Glanzparade von Sippel gegen Amanatidis.

    Obwohl Stepis Jungs heiß wie Frittenfett waren, waren doch die Frankfurter zu Beginn leicht überlegen.

    Doch dann die kalte Dusche für die Adler: In der 7. Minute schnappte sich der bullige di Santo an der Mittellinie den Ball und stürmte nach vorne. Seitenwechsel zu Pacheco auf die linke Seite, der passte clever auf den mitgelaufenen Keric, welcher in Ruhe unbedrängt vollstrecken konnte.

    Doch die Gäste ließen sich nicht schocken und griffen weiter an. In der Folgezeit kamen sie zu einigen guten Gelegenheiten, während die Gastgeber ebenfalls weiterhin durch Konter gefährlich blieben.

    Mit dem 1:0 ging es in die Pause.


    Direkt nach dem Wiederanpfiff der Aufreger: Mannschaftskapitän Polak fällte Amanatidis in Strafraumnähe. Der Schiedsrichter zückte Rot und blieb trotz energischer Proteste bei seiner Entscheidung.

    In der Folgezeit mehrten sich die Angriffe der nun deutlich feldüberlegenen Frankfurter, die aber dennoch immer vor schnellen Kontern der Gastgeber auf der Hut bleiben mussten. Mit Kampfkraft und einem brillianten Sippel konnten die Offenbacher die knappe Führung verteidigen, bis dann die 90. Minute anbrach.


    Nachdem Amanatidis im Abseits gestanden hatte, führte Sippel einen schnellen Freistoß aus. Di Santo kam an den Ball und vermied selber knapp das Abseits und tankte sich Richtung Frankfurter Tor. Ein Dropkick zwang Pröll zur Rettungstat, aber er konnte den Ball nur unsauber vor die Füße von Pacheco klären. Dieser musste nur noch einschieben. 2:0, das Spiel war gelaufen und ganz Offenbach im Freudentaumel, während Pacheco wohl in den Albträumen der Adlers-Fans auftauchen dürfte.


    Gerüchte über Unruhen am Frankfurter Hauptbahnhof waren übertrieben."

  • Stepis Notizbuch

    Saisonende 2012/2013



    Ich bin zufrieden, die Fans auch und der Vorstand ebenso. Der siebte Platz ist mehr als uns die meisten zugetraut haben und zusammen mit der Saison 72 / 73 die beste Platzierung in der Bundesliga überhaupt.

    Wir spielen offensiv, schießen schöne und viele Tore und unsere Abwehr ist auch sattelfester geworden.

    Und dennoch denke ich, dass wir hätten mehr erreichen können. Ich weiß nicht warum, aber hin und wieder brechen die Jungs einfach ein und treffen das Tor nicht mehr. Das sind dann die Punkte, die am Ende zum Europapokalplatz fehlen.

    Aber ich will mich nicht beschweren, es läuft gut. Der Vorstand ist mit mir sehr zufrieden und verspricht mir endlich, dass das Trainingsgelände und das Jugendzentrum verbessert werden. Die Geschäftsführung hat gut gewirtschaftet und nächste Saison werden wir ein gutes Gehalts- und Transferbudget haben.



    Andy hat mir mit dem Scoutingteam schon ein paar interessante Vorschläge gemacht, aber ich weiß nicht, ob es so leicht ist, Jungs zu finden, die unser weiter bringen und auch nach Offenbach gehen wollen. Trotzdem werde ich es natürlich versuchen, ich will jedes Spiel gewinnen und noch etwas erreichen und die Spieler merken das auch.

    Meine harte Hand bei Schludereien zahlt sich aus, wir sind zielstrebig, diszipliniert und siegeshungrig auf dem Platz. Dabei kommt der Spaß natürlich nicht zu kurz. Leben ist nicht nur Arbeit, Fußball ist Spaß.


    Ich bin auch froh, dass die Fans mich mittlerweile ins Herz geschlossen haben. Ich kann verstehen, dass sie am Anfang skeptisch waren. Aber sie sehen, dass ich immer alles gebe und der Erfolg gibt mir Recht. Natürlich waren sie ganz aus dem Häuschen, dass wir die Eintracht zweimal mit 2:0 nach Hause geschickt und auch einen Punkt in Frankfurt entführt haben. Auch wenn es mir ein bißchen weh tut, denn Frankfurt ist immer noch meine Heimat – dass darf ich nur nicht laut sagen, soviel weiß ich jetzt.

    Und ich bin mir sicher, dass selbst die härtesten unserer Fans die Eintracht vermissen werden, die ja überraschend und tragischerweise abgestiegen ist.




    So, mal überlegen, wer mich von den Jungs im Saisonverlauf überzeugt hat und wer besser woanders seine Schuhe schnürt ...




    TOR


    Tobias Sippel

    Der hat seine 2,4 Mio. voll und ganz zurückgezahlt. Ein klasse Torwart, ich bin froh, dass ich ihn habe.


    Christian Vander

    Er würde sogar eine ordentliche Nummer eins abgeben, was er ja die letzten zwei Jahre getan hat. Aber an die Klasse von Tobi kommt er nicht ran. Dennoch einer der besten Ersatzkeeper der Liga meiner Meinung nach.


    Marc-Andre Ter Stegen

    Hat in der dritten Liga in Saarbrücken bei seinem Leihjahr nicht viel auf die Kette bekommen. Hat hier keine Zukunft.




    ABWEHR


    Mounir Chafter

    Bei ihm tut es mir leid. Er ist ein echter Frankfurter Junge und hat es wirklich gut gemacht. Aber was will ich mit drei guten Linksverteidigern? Einer muss gehen und das wird dann wegen Vertragsende er sein. Aber wir werden sicher Kontakt halten.


    Adrian Garcia Garcia

    Ich hatte mir viel von dem mit 1,5 Mio. recht teuren Innenverteidigertalent erhofft. Aber ihm fehlt es einfach an Sprunkraft. Das hat man bei seinen mißglückten Einsätzen leider gemerkt. Ich glaube, ich werde ihn als Rechtsverteidiger umschulen, da bringt er alles mit und vielleicht wird es noch was.


    Steve Gohouri

    Ich mag ihn einfach. Ob links, ob rechts oder im Zentrum, der räumt in der Abwehr alles kompromisslos ab. Seine Konzentrationsfehler bügelt er mit Einsatz und Athletik wieder aus. Allerdings fehlt ihm zunehmen die Spritzigkeit, daher wird es mit dem Stammplatz schwer werden. Trotzdem gut, ihn in der Hinterhand zu haben.


    Andreas Görlitz

    Hat endlich gebracht, was ich von ihm fordere. Bei seiner Erfahrung musste er den anderen vorangehen und hat es endlich getan. Macht er so weiter, gehört die rechte Seite wieder ihm.


    Boban Grancarov

    Da bin ich enttäuscht. Mein Landsmann hat es eigentlich drauf, aber er ist auch ein Schluderer. War wohl doch von den sehr guten Bundesligastürmern überfordert. Kriegt keinen neuen Vertrag, mit 31 wird er nicht mehr besser.


    Alexander Huber

    Ist nur zu einem Einsatz gekommen, weil die anderen einfach besser waren. Vertrag auslaufen lassen.


    Roman Neustädter

    Der hat sich richtig gemacht. Für die Nationalmannschaft wird es nicht mehr reichen, aber ich bin mir sicher ohne ihn hätten wir eine Menge mehr Dinger kassiert. Zuverlässig mit ausgeglichenen Fähigkeiten, was will man mehr.


    Slobodan Rajkovic

    Ach, er erinnert mich ein bißchen an mich selbst vor langer Zeit. Natürlich war ich besser, aber Slobo hat es schon drauf und kann vor allem auch überall hinten spielen.

    Das war eine grundsolide erste Saison und ich erhoffe mir noch mehr von ihm.


    Isaac Vorsah

    Da haben wir doch im Winter ein Schnäppchen gemacht, für eine halbe Million von Hoffenheim. Er war in der Rückrunde klarer Stammspieler und ich wüsste nicht, warum das nicht so bleibe sollte. Er hat fast alles, was ich mir für einen Innenverteidiger wünsche. Ein richtiges Kraftpaket, klasse Sprungkraft, Kämpferherz und klasse in den Abwehrtechniken. Wenn er jetzt noch einen vernünftigen Antritt, bessere Balance und solidere Offensivtechnik hätte, würder er wahrscheinlich nicht bei uns spielen.




    MITTELFELD


    Julien Brellier

    Auch er wird schweren Herzens keinen neuen Vertrag erhalten. Er hat in der Bundesliga seinen Mann gestanden, wenn auch ohne zu glänzen. Aber er wird nicht mehr jünger, das merkt man leider auch. Danke für vier tolle Jahre!


    Viktor Elm

    Alter Schwede, er hat genau das gebracht, was ich wollte. Trotz seiner eher gemächlichen Geschwindigkeit hält er das Mittelfeld zusammen, reißt sich den Hintern für die Mannschaft auf und bringt auch noch die eine oder andere Vorlage. Weiter so!


    Steffen Haas

    Ich finde es ja überhaupt gut, dass er in der ersten Liga bestehen kann. Aber zu mehr als einem Rotationsspieler wird es in Zukunft nicht reichen, wenn wir uns verbessern wollen. Dennoch ist er den Weg bis hier mit mir gegangen und es wird noch weitergehen.


    Filipe Oliveira

    Auch von ihm bin ich ein wenig enttäuscht. Offenbar ist die Bundesliga doch eine Nummer zu groß für ihn. Er konnte zwar mithalten, aber überzeugend war das nicht. Ich brauche bessere Spieler im Mittelfeld. Bei einem guten Angebot lasse ich ihn gehen.


    Jan Polak

    Er ist ein geborener Anführer und auch noch mannschaftsdienlich. Aber um ehrlich zu sein, hätte ich mir mehr von ihm erwartet. Er spielte nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Da er körperlich mit den jungen Hüpfern nicht mithalten kann, werde ich wohl den Vertrag auslaufen lassen.


    Sebastian Rode

    Er macht mich ein bißchen stolz. In der dritten Liga noch sehr grün hinter den Ohren. Aber er hat hart gearbeitet und ist mittlerweile zu einem recht guten jungen Mittelfeldspieler herangewachsen. Mal sehen ob er sich noch steigern kann, vielleicht reicht es dann gar für die Stammelf.


    Asier Royo

    Er war gerade mal 17, als die Saison begann. Und auch wenn er nicht das Kaliber eines Messi erreichen wird, zeugt es doch schon von Talent, eine alles in alles gute Saison hinzulegen. Ich würde ihn jetzt nicht als unverzichtbar einstufen, aber ich bin guter Dinge, dass da noch einiges kommt. Ich werde es aus ihm herauskitzeln.




    STURM


    Franco di Santo

    Unser Kopfballungeheuer aus Argentinien waren jeden Cent seiner 3,4 Mio. Rekordablöse wert. Am Anfang hatte er ein paar Anlaufschwierigkeiten, aber dann ging es los und am Ende stand im Schnitt in jedem zweiten Spiel ein Tor.


    Andrej Keric

    Um Andrej tut es mir immer noch leid. Vor zwei Jahren frisch zu uns gewechselt und dann durch diese fürchterliche Verletzung quasi eine ganze Saison außer Gefecht. Leider hatte er dadurch auch seine Stärke, die Geschwindigkeit, merklich eingebüßt. Trotzdem ist er noch ein guter Spieler, aber im Moment hat er sich noch nicht über den Status einer Ergänzung hinausgearbeitet.


    Robert Maah

    In der dritten Liga war er noch unserer Tormaschine, aber in diesem Jahr konnte er sich gar nicht mehr für die Startelf aufdrängen. Schade, aber so ist das eben. Ich werde ihn gehen lassen, denn mit einem Dauerplatz auf der Ersatzbank ist keinem geholfen.


    German Pacheco

    Was bin ich angegangen worden, so einen arroganten Schnösel nach Offenbach zu holen. Und es war auch nicht clever von ihm, die Kickers von Anfang an als Durchgangsstation zu bezeichnen. Dennoch hat er am Anfang richtig viele Tore gemacht. Bis dann das Heimweh und die Undiszipliniertheiten kamen. Aber mit ein wenig Extra-Medizinballtraining und Gehaltskürzungen habe ich ihm glaube ich klar gemacht, wie es hier läuft. Ich gebe ihm jedenfalls nächste Saison noch eine Chance, denn sein Antritt und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor sind schon eine Klasse für sich.


    Nikita Rukavytsya

    Mit seiner Schnelligkeit, Beweglichkeit und Athletik stellt er jede Abwehrreihe vor Herausforderungen. Daher war er im zweiten Jahr hintereinander unser wertvollster Stürmer und ist an zwei Dritteln seiner Spiele an einem Tor beteiligt gewesen. Genau das, was ein guter Stürmer so macht.


    Jonathan Soriano

    Für ihn war es ganz düster, denn er musste sich hinten anstellen und kam nur zu ein paar Kurzeinsätzen. Die anderen sind halt mittlerweile deutlich besser, aber solange er nicht meckert, bleibt er eine Option auf der Ersatzbank.


    Adam Szalai

    Hat sich auch prächtig gemacht und braucht sich vor Nikita kaum verstecken. Er ist zwar ein anderer Spielertyp aber auch immens torgefährlich. Wenn er fit bleibt, dürfte er auch nächste Saison mit seiner Intuition und seinem Torriecher punkten.




    Na gut, jetzt mal schauen, was Andy für mich vorbereitet hat. Aber dann geht’s erstmal in den Urlaub nach Serbien. Mal ein paar Tage ohne Fußball muss sein, auch wenn es schwer fällt.