Flucht in andere Welten

  • Flucht in andere Welten


    Diese Story beginnt mit einer Lüge an sich selbst. Denn die Einleitung ist alles andere als "schnell", sondern sehr ausführlich, weil ich bei deren Erstellung doch leicht melancholisch wurde und keine Facette meiner Vergangenheit auslassen wollte. Darum verzeiht mir, dass diese Einleitung so detailliert wurde. Aber irgendwie war mir danach, das alles genau so nieder zuschreiben, wie es durch meinen Kopf schoss. Falls dich als Leser diese Vergangenheit nicht interessiert und du nur wegen meiner neuen Story hier bist, kannst du einfach nur den fett geschriebenen Abschnitt am Ende dieses Textes lesen. Ansonsten wünsche ich dir natürlich viel Spass bei meinem Blick in die Vergangenheit…


    Der Weg zur ersten Story

    Vor fast 15 Jahren habe ich mich im FMGate-Forum registriert, nachdem ich zuvor rund zwei Wochen als Gast die Stories gelesen hatte. Registriert hatte mich natürlich, um selbst eine Story zu schreiben. Zum damaligen Zeitpunkt war ich gerade arbeitslos und hatte viel Zeit für Games und eben auch, um hier zu schreiben. Ich hatte zwar immer wieder Nebenjobs, doch eine feste Anstellung fand ich dann erst im Herbst 2007 wieder. In diesen zwei Jahren, in denen ich mal mehr und mal weniger Zeit fürs Zocken hatte, sind einige Stories entstanden. Vieles wurde wieder abgebrochen und dann folgerichtig auch gelöscht. Einige Stories haben aber bis zum heutigen Tag überlebt. Die älteste dabei ist "Story aus einem anderen Blickpunkt", in der ich zum ersten Mal eine journalistische Aufarbeitung der Dinge verwendet hatte. Diese Art, über meine Errungenschaften zu berichten, sollte mir schliesslich am meisten zusagen. Darum waren auch die meisten Stories von mir wie eine Zeitung zu lesen. Das Verrückte an der damaligen Story war, dass diese noch mit dem FM05 entstanden ist. Denn damals war diese Art zu berichten nur schwer möglich, da man nur von den eigenen Wettbewerben überhaupt detaillierte Informationen (wie z.B. Torschützen) erhielt. Diese Story fand dann leider ein abruptes Ende, weil ich den Spielstand (und vieles mehr) aufgrund eines Festplatten-Crashs verloren hatte.


    Die Suche nach Anerkennung

    Auch meine dritte vollwertige Story "Ein Europapokal-Sieg für die Schweiz?" hat im Forum überlebt. Die Aufmachung dieser Story war die Grundlage für meine beiden längsten Stories. Immerhin brachte ich es damals auf stattliche zehn Saisons, über die aber gegen Ende nicht mehr sehr ausführlich berichtet wurde. Nachdem ich mein damaliges Ziel erreicht hatte, fehlte mir immer mehr die Motivation bei diesem Spielstand. Ich versuchte dem zwar mit einem Vereinswechsel entgegenzuwirken, doch leider war der Wechsel gleichbedeutend mit dem Ende der Story. Während dieser Zeit kam ich auf eine verrückte Idee einer kompletten Zeitungs-Story, welche bezüglich des Aufwands zum damaligen Zeitpunkt unübertroffen war und mir genau in dieser Kategorie 2006 auch einen Story-Oscar einbrachte. "Schutte – Die Berner Fussball-Zeitung" ist ebenfalls noch im Forum zu finden, hat jedoch aufgrund der Farb-Formatierung zum damaligen dunklen Hintergrund heute an einigen Stellen an Lesegenuss eingebüsst. Und dies, obwohl ich damals extra auf Screenshots verzichtet habe, weil die nach einiger Zeit bei den Free-Hostern wieder gelöscht wurden. Leider war dann der Aufwand irgendwann zu gross und aufgrund von fehlendem Feedback verlor die jugendliche 2006er-Ausführung von mir die Lust am Weitermachen. Obwohl die damalige Story nur rund drei Monate Ingame-Spielzeit beinhaltete, brachte sie es auf fast 150 Beiträge. Die 2020er-Ausführung von mir kann nicht mehr nachvollziehen, wie es dazu kommen konnte, dass ich lediglich aufgrund von fehlendem Feedback nicht mehr weitergemacht habe. Wahrscheinlich war ich damals in einer Phase, in der mir Anerkennung sehr wichtig war. Auch wenn ich meine damaligen Reaktionen so durchlese, fällt mir auf, dass mir wohl Feedback fast wichtiger war, als die Story an sich.


    Vom Langzeit-Save zur schnellen Story

    Nach diesen beiden Stories tauchte ich hier nur noch einmal grösser in Erscheinung. Ab Ende Februar 2007 erstellte ich eine schnelle Story mit dem Titel "Ära 1860". Der Clou dieses Mal war, dass ich bei einer solchen Story kein Feedback erwartet hatte, sondern das ganze in erster Linie für mich selbst als Überblick über die Leistungen gemacht hatte. Auf die Idee, diesen Spielstand zur Story zu machen, hatte ich auch erst, nachdem ich bereits zehn Saison gespielt hatte. Am Ende wurde daraus die Story mit der längsten Laufzeit, was die Anzahl Saisons betrifft. Total 25 Saisons mit unglaublich viel Erfolg wurden in diesem Spielstand gespielt. Das Prinzip der Story war simpel. Während ich gespielt habe, war ich meistens nebenher über MSN mit Bekannten am Schreiben und habe dann denen, die sich dafür interessiert haben, jeweils die Resultate mit Torschützen mitgeteilt. Als der Spielstand zur Story wurde, begann ich, diese Resultate zusätzlich ein Dokument zu schreiben. So spielte ich dann jeweils eine komplette Saison durch und notierte mir währenddessen Transfers, Spiele und Statistiken raus und präsentierte diese anschliessend hier in einem einzelnen Eintrag pro Saison. Ich hätte dieses Projekt bestimmt noch weitergeführt, wenn ich nicht aufgrund meines neuen Jobs viel weniger Zeit gehabt hätte. Ich spielte zwar immer weiter, doch nebenbei noch eine Story dazu zu schreiben lag nicht drin.


    Viele Veränderungen

    Dann vergingen einige Jahre, in denen ich zwar immer mal wieder Versuche gestartet hatte, jedoch feststellen musste, dass die Leidenschaft nicht mehr die gleiche war und ich deshalb meine reduzierte Freizeit schliesslich doch wieder in andere Sachen gesteckt habe und jede begonnene Story ziemlich schnell im Sand verlaufen war. Dann kam der FM Gate-Crash und der Name änderte auf FMWelten. Nach diesem Wechsel startete ich nochmals mehrere Versuche hier. Wer sich die Mühe machen will, wird diese sicher noch finden, da sie im Archiv zu finden sind. Es sind aber keine Beiträge, auf die ich stolz wäre, weil ich meine Ansätze zwar allesamt sehr gut fand, doch jeweils viel zu schnell bereits wieder aufgab. Eine Story entstand im Mai 2014 mit dem 1. FC Saarbrücken, den ich gerne wie damals 1860 München zurück in die Bundesliga führen wollte. Nach dem neunten Spieltag war hier im Forum aber aus Frust schon Schluss. Was ich niemals aufgelöst hatte, war die Tatsache, dass ich damals den 10. Spieltag insgesamt rund zwei Dutzend Male gespielt habe, dabei unterschiedliche Aufstellungen und Taktiken getestet hatte. Ich weiss die Resultate nicht mehr. Ich weiss nur noch, dass ich in keiner einzigen Variante das Spiel gewonnen hatte, obwohl ich fast immer dominiert hatte. Da war die Lust am Spiel komplett weg und darum auch die Story vorbei.
    Dann folgte die nächste Veränderung. EA hatte kein Interesse mehr, einen FM zu veröffentlichen und ich wechselte daraufhin zum Football Manager von SEGA. Und dieser Manager ist für meine Art von Stories perfekt geeignet. Trotzdem dauerte es relativ lange, bis ich hier mal wieder einen Story-Versuch wagte. Im Zuge der EM 2016 hatte ich dann die Idee, eine weitere journalistische Story zu machen, in der nur über Länderspiele berichtet wird. Leider habe ich damals nach einer sehr ausführlichen Vorschau bereits nach dem Eröffnungsspiel wieder aufgegeben. Und wieder war der Grund ziemlich banal. Ich hatte den jeweiligen Eintrag auf einem Laptop erstellt, während ich auf dem PC jeweils das Spiel geschaut habe. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des letzten Eintrages hier, war ich bei der EM schon viel weiter, hatte die einzelnen Einträge aber als Dokumente gespeichert, weil ich das Forum nicht mit Beiträgen zuspammen wollte. Ich hatte jedoch den Fehler gemacht, dass ich von den Dokumenten kein Backup erstellt hatte. Es kam, wie es kommen musste. Die Festplatte mit den Spielberichten drauf ist abgeraucht und zum zweiten Mal wurde eine Story so gestoppt. Ich hätte natürlich die gesamten Spiele auch nochmals neu schreiben können, denn der Football Manager bietet diese Funktion, dass man sich die Spiele auch nochmals anschauen kann. Doch dazu konnte ich mich nicht überwinden. Nach diesen erneut gescheiterten Versuch im Sommer 2016 war das Thema Stories erstmal für lange Zeit vom Tisch...


    Der Stand der Dinge

    Und jetzt stehen wir hier im April 2020. Wie komme ich jetzt wieder hier her? Da auf der ganzen Welt aktuell vieles still steht und mein grösster Lebensinhalt - der Sport - komplett weggebrochen ist, klammere ich mich an jegliche Ablenkung. In den vergangenen Wochen habe ich unzählige Bundesliga-Dokumentationen auf Sky geschaut. Währenddessen stieg in mir die Lust, mal wieder den Football Manager zu starten. Irgendwie erinnerte ich mich natürlich auch wieder an dieses Forum, was mich seit fast 15 Jahren immer mal wieder begleitet hat. Und ich stiess auf die schnelle Story von Schorsch Held "Was ich euch noch schuldig bin", dessen Einleitung mich dann dazu bewegt hat, selbst auch wieder einen Versuch zu wagen. Auch ich mache bloss eine schnelle Story, die zeitlich sehr wahrscheinlich beschränkt sein wird. Sobald der Alltag mich wieder hat, wird es schwierig werden, hier weiter aktiv zu sein. Aber wer weiss, vielleicht ist es ja eine Story komplett ohne Druck, die mich länger durchhalten lässt.

    Wie Schorsch Held schon treffend gesagt hat, ist die aktuelle Situation nicht in Worte zu fassen. Ich selbst bin zum Glück nicht direkt davon betroffen. Ausser, dass ich aktuell nicht arbeiten darf und sehr viel Freizeit habe. In meinem 90-Seelen-Kaff begegne ich beim täglichen Spaziergang mit meinem Hund auch bei normalen Zuständen niemandem. Und da wir etwas abgelegen wohnen, haben wir schon immer für zwei Wochen im Voraus eingekauft. Daher ändert sich auch dort in meinem Leben nicht viel. Ich weiss, dass ich mich glücklich schätzen kann, dass dies so ist. Trotzdem fehlt mir mein Live-Sport im TV doch sehr. Natürlich weiss ich auch, dass für viele Menschen da draussen "Live-Sport" nun wahrlich die kleinste Sorge ist. Für mich persönlich entwickelt es sich aber langsam zu einem psychischen Problem, weil mir da wirklich ein sehr grosses Stück von meinem Alltag weg fällt, das nicht so leicht zu ersetzen ist. Es ist wohl auch die Tatsache, dass ich glücklicherweise keine anderen Sorgen habe, die dazu führt, dass ich primär auf die Rückkehr des Sports warte.

    Und da komm ich nochmal auf die Story von Schorsch Held. Genauer gesagt, zu seiner Einleitung, in der er vom Abgleiten in eine fiktive Parallel-Realität spricht. Im Gegensatz zu ihm möchte ich das aber mit einer Story machen. Im Stil greife ich dabei auf meine alten Stories zurück und möchte das ganze im journalistischen Stil machen. Ich möchte Spielberichte erstellen, wie sie mir aktuell in der Realität so sehr fehlen. Mir fehlen neue Ergebnisse, die ich noch nicht kenne. Mir fehlen Überraschungen und Sensationen, die absolut keiner erwartet hat. Dabei möchte ich auch meine Vergangenheit hier im Forum würdigen. Wie bei "Ära 1860" werde ich pro Beitrag eine komplette Saison abarbeiten, doch wird es nicht ein simples Aufführen von Ergebnissen sein, sondern wie ein Saisonrückblick daherkommen. Genau so, wie ich es bei Sky in den letzten Tagen so oft gesehen habe. Ich fokussiere mich dabei auf die 1. und 2. Bundesliga sowie DFB-Pokal und die internationalen Wettbewerbe. Vielleicht kann ich mich mit meinen erschaffenen Geschichten ablenken. Vielleicht kann ich auch dich auf die Reise mitnehmen und dich für einen Moment in meine Parallel-Welt entführen.



    In meiner Story übernehme ich zwar einen Verein, werde aber darüber nicht berichten. Ich werde einfach das Spiel spielen, mir dabei aber ständig Notizen machen. Ich berichte dann jeweils am Ende einer Saison über die ganze Saison. Ich beschränke mich dabei auf die beiden höchsten Spielklassen in Deutschland, sowie den Bewerben, in denen diese Teams sonst noch teilnehmen. Das Projekt möchte ich im Stil eines dokumentarischen Rückblicks machen, der bei der Liga grundlegend in vier Teile eingeteilt wird. Die Saisonvorschau, die Hinrunde, spezielle Ereignisse und die Entscheidungen. Da ich lediglich den FM2019 besitze, simulierte ich die erste Saison, sodass sich meine fiktive Welt bereits beim Projektstart von der realen Welt unterscheidet. Die Story beginnt also mit der Saison 2019/20, die ich auch schon fast abgeschlossen habe. Natürlich muss ich die Saison zuerst fertig spielen, bevor es hier losgehen kann. Um die Wartezeit zu verkürzen, erstelle ich euch heute Abend – quasi als Prolog – die Konferenz zum letzten Spieltag 2018/19. Ein Spieltag, der es in sich hatte!

  • Hallo ST_AGATHA und willkommen zurück im Forum!

    Ich bin ja relativ neu hier, von daher freue ich mich deinen Ansatz einer Storie hier mal lesen zu können.


    Leider bin ich aktuell noch dabei die laufenden Stories aufzuarbeiten, aber wenn ich damit mal durch bin, werde ich mich bestimmt auch mal zu einer deiner ehemaligen Stories verirren :)

  • Der letzte Spieltag 2018/19


    Vorschau

    Egal, was heute Nachmittag passiert, die Meisterschaft wird als die Spannendste aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Gleich vier Mannschaften haben heute noch die Möglichkeit, Meister zu werden, auch im Kampf um den letzten Europa League-Platz gibt es einen Dreikampf. Damit noch nicht genug, es steht mit Düsseldorf auch erst ein Absteiger fest…

    Rollen wir also das Feld von hinten auf. Bremen, Augsburg und Nürnberg tragen den Abstiegskampf aus. Bremen rutscht dabei schlimmstenfalls, Nürnberg bestenfalls noch in die Relegation. Damit die Franken diese jedoch noch erreichen können, brauchen sie einen hohen Sieg gegen Stuttgart und eine hohe Niederlage von Augsburg im Direktduell gegen Bremen. Aufgrund des schlechten Torverhältnisses müssten sie acht Tore aufholen. Die Ausgangslage bietet sich nämlich nach 33 Spieltagen wie folgt:


    15. Bremen...... 34 32:46

    16. Augsburg... 32 43:58

    17. Nürnberg... 29 27:49


    Im Kampf um den letzten Europa League-Platz sind Gladbach, Frankfurt und Leverkusen involviert. Da die beiden Pokal-Finalisten Schalke und Stuttgart in der Liga nur Mittelmass waren, qualifizieren sich nur die Teams auf den Plätzen 5 und 6 für die Europa League. Den 5. Platz lässt sich Wolfsburg nicht mehr nehmen, dahinter trennt das Trio nur das Torverhältnis:


    6. Gladbach...... 49 47:37

    7. Frankfurt...... 49 45:39

    8. Leverkusen.. 49 46:42


    Gladbach startet aus der Pole Position in den letzten Spieltag, hat aber ein schweres Auswärtsspiel in Gelsenkirchen auf dem Programm. Frankfurt spielt zwar zuhause, trifft dort aber auf Dortmund, welches noch im Meisterrennen involviert ist. So könnte plötzlich Leverkusen das Feld von hinten aufrollen, da sie zuhause auf Hannover treffen.


    Kommen wir nun also zum Titelrennen, welches in drei verschiedenen Stadion entschieden werden wird. Blicken wir zunächst auf die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag:


    1. Leipzig........ 69 59:22

    2. Dortmund.. 69 61:34

    3. Mainz.......... 67 68:36

    4. Bayern........ 67 53:27


    Wie bereits erwähnt, muss Dortmund zum Abschluss nach Frankfurt fahren. Die Mainzer, die eine unglaubliche Rückrunde gespielt haben, treffen zuhause auf Wolfsburg und werden versuchen, den 14. Sieg in der Rückrunde zu sichern. Gar zu einem Direktduell kommt es in Leipzig, wo die Bayern zu Gast sein werden. Die Leipziger sahen schon länger wie der sichere Meister aus, doch in den letzten fünf Spielen konnten sie nur noch fünf Punkte gewinnen. Aus diesem Grund geht Dortmund als Favorit in den letzten Spieltag. Sie haben zuletzt fünfmal in Folge gewinnen können.



    Die Konferenz

    Leipzig: Es ist Punkt 15.30 Uhr, als Schiedsrichter Schlager diese Partie anpfeift, die getrost als Leipziger Meisterprüfung angesehen werden kann. Gelingt es heute, die Bayern zu schlagen, müsste es bei Frankfurt-Dortmund schon wie im Frühling 1978 zu und her gehen, dass die Leipziger nicht Meister werden würden. Gleich um zehn Tore besser ist das Torverhältnis der Leipziger, die hier mit einem 4-4-2 auflaufen. Doch auch Bayern München hat noch theoretische Chancen auf den Titel, braucht dazu aber Schützenhilfe aus Frankfurt und Wolfsburg. Und natürlich einen eigenen Sieg, doch die sehr defensiv ausgerichtete 4-5-1 lässt eher auf Konterspiel vermuten. Beim ersten Duell kurz vor Weihnachten 2018 trennten sich die beiden Teams in der Allianz-Arena 0:0. Ein Ergebnis, welches keinem der beiden Teams helfen würde. Geben wir weiter nach Frankfurt...


    Frankfurt: Hier in Frankfurt geht es für beide Teams um sehr viel. Die Borussen spekulieren natürlich auf die Schützenhilfe durch die Bayern und spielen hier mit einem 4-5-1 eher defensiv, obschon das Mittelfeld eher offensiv ausgerichtet ist. Auch die Frankfurter brauchen Schützenhilfe, um den letzten Europa League-Platz zu erreichen. Sie versuchen ebenfalls mit einem 4-5-1 den Gelb-Schwarzen ein Bein zu stellen.


    TOR IN AUGSBURG


    Augsburg: Wir haben bereits den ersten Treffer in der Konferenz. Werder Bremen geht in der dritten Minute durch Max Kruse mit 1:0 in Führung und macht einen grossen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Für Kruse war es der sechste Saisontreffer.


    Mainz: Blicken wir noch etwas genauer auf das dritte Duell in der Meister-Konferenz. Die Mainzer haben dank einer hervorragenden Rückrunde noch die Chance auf den Titel, brauchen dabei aber zwingend einen Sieg hier gegen Wolfsburg und einige Schützenhilfe von Frankfurt und den Bayern. Man setzt hier alles auf eine Karte und spielt mit einem sehr offensiven 4-3-3, während aber auch Gegner Wolfsburg mit einem 4-4-2 offensiv ausgerichtet ist. Bisher tasten sich die beiden Teams noch ein wenig ab. Zeit, für einen ersten Blick nach Gelsenkirchen...


    Gelsenkirchen: Auch hier auf Schalke gibt es noch keine Torchancen zu vermelden. Die Gladbacher sind auch sehr defensiv aufgestellt und spielen mit einem 5-4-1. Dabei müssen sich davon ausgehen, dass ein Unentschieden wohl kaum reichen wird, um den sechsten Platz zu halten. Auch das Heimteam spielt nur mit einer Spitze, spielen aber mit einer offensiven Variante des 4-5-1. Wie sieht es in Leverkusen aus?


    Leverkusen: Deutlich offensiver versucht die Werks-Elf zum Erfolg zu kommen. Man setzt dabei auf ein 4-4-2, während die Gäste aus Hannover ebenfalls auf ein 4-5-1 setzen. Bisher sieht das hier aber noch alles sehr geordnet aus und kommen kaum offensive Aktionen zu Stande.


    TOR IN MAINZ


    Mainz: Nun ist auch das Meisterrennen so richtig lanciert. Der in der Winterpause verpflichtete Issah Abass trifft in der 17. Minute von der Strafraumkante zum 1:0 und schiebt die Mainzer damit an den Dortmundern vorbei auf Platz 2


    TOR IN NÜRNBERG


    Nürnberg: Der Schwede Mikael Ishak sucht sich einen guten Zeitpunkt für seinen allerersten Bundesliga-Treffer aus. Dank seinem Tor in der 19. Minute geht der Club mit 1:0 in Führung.


    TOR IN LEVERKUSEN


    Leverkusen: Die Konferenz nimmt langsam Fahrt auf. Zwölfter Saisontreffer für Julian Brandt, der nächste Saison zu den Bayern wechseln wird. Noch ist er aber hier und bringt Leverkusen in der 26. Minute mit 1:0 in Führung. Dies bringt das Team aktuell auf den erhofften sechsten Platz.


    TOR IN FRANKFURT


    Frankfurt: Dortmund übernimmt in der 33. Minute die Spitze. Nach einem wunderbaren Doppelpass mit Paco Alcacer steht Marco Reus ganz alleine vor Torhüter Trapp und schiebt den Ball an diesem vorbei ins Tor zum 1:0 für Dortmund. Es war dies bereits sein 15. Saisontreffer, mit der zu Mainz' Mateta auf Platz 2 aufschliesst.


    TOR IN MAINZ


    Mainz: Da hatten wir es gerade noch von diesem Mateta, schon steht er mitten drin in der Action. Sein Schuss wird zwar Casteels noch pariert, doch der Nachschuss von Abass landet zum 2:0 im Kasten. Für den 20jährigen Ghanaer ist es bereits sein zweiter Doppelpack für Mainz.


    TOR IN NÜRNBERG


    Nürnberg: Zweiter Treffer für das Heimteam. Und wieder ist es ein Spieler, welcher sein Premieren-Tor in der Bundesliga feiern kann. Der von Sporting Lissabon ausgeliehene Matheus Pereira trifft via Unterkante der Latte zum 2:0. Doch der Weg für Nürnbergs Klassenerhalt ist noch lange. Aktuell liegt man immer noch vier Tore hinter Augsburg und hat dabei erst noch weniger Tore erzielt.


    TOR IN FRANKFURT


    Frankfurt: Ausgleich! Vierter Saisontreffer für Mijat Gacinovic und dies quasi mit dem Halbzeit-Pfiff. Der Serbe schlich sich seinem Bewacher auf der linken Seite davon und überlistete Bürki aus spitzem Winkel. Damit fallen die Borussen wieder zurück auf Rang 3 und Leipzig übernimmt wieder die Spitze.


    HALBZEIT


    Blicken wir auf die aktuellen Ergebnisse aus den Stadien:

    Nürnberg-Stuttgart 2:0, Mainz-Wolfsburg 2:0, Leverkusen-Hannover 1:0, Frankfurt-Dortmund 1:1, Augsburg-Bremen 0:1, Schalke-Mönchengladbach 0:0, Düsseldorf-Hoffenheim 0:2, Hertha-Freiburg 0:1, Leipzig-Bayern 0:0


    Auf die einzelnen, noch relevanten Tabellen-Bereiche haben diese Ergebnisse ein ziemlichen Einfluss. Hier die aktuelle Situation, wie es sich in den einzelnen Tabellen-Regionen verhält:


    Das Meister-Rennen:

    1. Leipzig........ 70 59:22

    2. Mainz.......... 70 70:36

    3. Dortmund.. 70 62:35

    4. Bayern........ 68 53:27


    Der Kampf um Europa:

    6. Leverkusen.. 52 47:42

    7. Gladbach...... 50 47:37

    8. Frankfurt...... 50 46:40


    Der Abstiegskampf:

    14. Bremen...... 37 33:46

    15. Hertha........ 36 45:70

    16. Augsburg... 32 43:59

    17. Nürnberg... 32 29:49


    Im Meisterrennen ist zwar noch keine Entscheidung gefallen, doch die Chancen für Titelverteidiger München sind deutlich gesunken, da die bis dahin souverän aufspielenden Mainzer ihr Spiel wohl kaum mehr aus der Hand geben dürften. Der Kampf um den letzten Europa League-Platz ist immer noch völlig offen, da sowohl Gladbach, als auch Frankfurt schon ein Treffer reichen würde, um wieder an Leverkusen vorbeizuziehen. Die Bremer kontrollieren seit dem Führungstreffer das Spiel in Augsburg und konzentrieren sich aufs Verteidigen. Die Augsburger riskieren ihrerseits auch nicht zu viel, da bei einem höheren Rückstand noch Unheil aus Nürnberg drohen könnte. Schauen wir nun gespannt auf die letzte Halbzeit der Saison. Wer wird Meister?



    TOR IN FRANKFURT


    Frankfurt: Das geht hier gleich mit einem Paukenschlag los. Es ist noch keine Minute gespielt, da geht das Heimteam mit 2:1 in Führung. Torschütze ist erneut Gacinovic, der zum ersten Mal in seiner Karriere doppelt trifft. Die Hessen klettern damit an Gladbach und Leverkusen vorbei auf Rang 6.


    TOR IN MAINZ


    Mainz: Deckel drauf in Mainz. Mateta mit seinem 16. Saisontreffer sorgt hier in der 53. Minute für die Entscheidung mit dem 3:0. Kommt da vielleicht sogar noch mehr? Mit zwei weiteren Toren würden die Mainzer gar Leipzig überholen, sollte diese ihr Spiel nicht gewinnen!


    TOR IN FRANKFURT


    Frankfurt: Das ist der Wahnsinn! Innerhalb von zehn Minuten zerstört hier Gacinovic wohl sämtliche Meisterträume der Dortmunder. Hattrick für den Serben, der nun innert zehn Minuten gleich viele Tore erzielt hat, wie in der gesamten Saison zuvor.


    TOR IN NÜRNBERG


    Nürnberg: Steven Zuber zerstört in der 68. Minute die letzten Hoffnungen der Nürnberger auf einen Klassenerhalt. Durch den Anschlusstreffer zum 2:1 bräuchten die Franken nun noch mindestens sechs Tore, um die Augsburger doch noch abzufangen. Natürlich könnte es auch Schützenhilfe von Bremen geben. Darauf vertrauen darf man nicht. Immerhin kann man nun die restliche Zeit in Überzahl agieren, den jetzt sieht hier Loftus-Cheek die gelb-rote Karte.


    Leipzig: Zeit, mal wieder nach Leipzig zu schauen, wo die Bayern gerade zu einer guten Freistoss-Gelegenheit kommen. Die Flanke des eben eingewechselten James Rodriguez ist jedoch etwas zu hoch für Lewandowski, der den Ball nicht mehr entscheidend ablenken kann. Weiterhin 0:0 zwischen Leipzig und Bayern.


    TOR IN NÜRNBERG


    Nürnberg: Schon wieder klingelt es im Max-Morlock-Stadion. Das 3:1 für das Heimteam erzielt Törles Knöll in der 77. Minute nach einem schönen Zuspiel von Ishak, der den Torreigen eröffnet hatte.


    TOR IN FRANKFURT


    Frankfurt: Viererpack durch Gacinovic! Es gibt Geschichten, die nur der Fussball schreiben kann. Diese hier ist so eine. Mijat Gacinovic, der zuvor in 91 Bundesliga-Spielen für Frankfurt gerade mal sechs Tore erzielen konnte, trifft hier in der 83. Minute zum vierten Mal in einem Spiel. So ganz nebenbei zerstört er damit nun endgültig die Meisterträume des BVBs. 4:1 für Frankfurt! Sollte Gladbach in den letzten Minuten nicht noch der Lucky Punch gelingen, reicht diese Performance gar zum Europa League-Platz!


    TOR IN NÜRNBERG


    Nürnberg: Wenn man schon gehen muss, dann wenigstens mit Stil! 4:1 durch Patrick Erras in der 81. Minute. Der Club nutzt die freien Räume durch den Platzverweis hervorragend aus und zeigt im letzten Saisonspiel die wohl beste Saisonleistung. Doch dieser Effort kommt leider zu spät. Da es in Augsburg immer noch 0:1 steht, fehlen dem Heimteam immer noch vier Tore, um den direkten Wiederabstieg zu verhindern.


    ELFMETER IN LEIPZIG


    Leipzig: Wird hier gerade Mainz zum Sensations-Meister gemacht? Klostermann kommt im Duell mit James Rodriguez zu spät und foult diesen im Strafraum. Robert Lewandowski hat sich den Ball zurechtgelegt und schickt sich an, seinen 18. Saisontreffer zu erzielen. Kurzer Anlauf, Schuss in die linke Ecke – Tor! 1:0 für Bayern München.


    Mainz: Die Zuschauer vernehmen den Führungstreffer der Münchner und flippen hier völlig aus. Durch diesen Treffer übernimmt nun Mainz rund fünf Minuten vor Schluss der Saison die Tabellenspitze. Die Situation sieht augenblicklich wie folgt aus: 1. Mainz 70 (+35), 2. Bayern 70 (+27), 3. Leipzig 69 (+36), 4. Dortmund 69 (+24)


    TOR IN GELSENKIRCHEN


    Gelsenkirchen: Führung für die Gastgeber. Die Gladbacher riskierten in den letzten Minuten hier deutlich mehr, weil sie den Sieg für die Europa League-Qualifikation brauchen. Doch jetzt laufen sie in einen Konter, der von Breel Embolo zum 1:0 verwertet wird. Damit brauchen die Fohlen nun zwei Tore in der Schlussphase.


    TOR IN LEIPZIG


    Leipzig: Alles zurück auf Anfang! Emil Forsberg trifft 100 Sekunden nach der Münchner Führung postwendend zum Ausgleich. Damit liegt nun wieder Leipzig an der Spitze und in Mainz dürfte der Schock tief sitzen.


    Mainz: Die Fankurve starrt entsetzt auf die LED-Anzeige, die soeben das Tor verkündet. Die Spieler auf dem Feld bekommen das natürlich mit und rennen noch einmal an, doch mittlerweile steht die Wolfsburger Hintermannschaft gefestigt da. Es dürfte schwierig werden, hier noch zwei Tore nachzulegen.


    TOR IN GELSENKIRCHEN


    Gelsenkirchen: Ausgleich auch hier. In der Nachspielzeit trifft Jonas Hofmann zum Ausgleich für Gladbach. Doch es reicht für die Fohlen zu keinem weiteren Angriff mehr, das Spiel ist zu Ende.


    Leipzig: Schlusspfiff auch hier in Leipzig, ist das der Titel? Man wartet auf die Meldung über den Schlusspfiff in Mainz, das einzige Spiel, welches noch läuft. Und dann ist der Moment da! Auch in Mainz ist das Spiel aus und RB Leipzig wird damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Deutscher Meister!



    Nachbericht

    Was für eine verrückte Saison ging hier soeben zu Ende. Wer vor der Saison auf einen Titel von Leipzig vor Mainz gewettet hätte, wäre jetzt ein sehr reicher Mann. Für 100 Sekunden war gar Mainz Meister, ehe Forsberg seine Mannschaft ins Glück schiessen konnte. Blicken wir nun abschliessend noch einmal auf die Ergebnisse des heutigen Spieltages:


    Nürnberg-Stuttgart 4:1 (2:0)

    Mainz-Wolfsburg 3:0 (2:0)

    Leverkusen-Hannover 1:0 (1:0)

    Frankfurt-Dortmund 4:1 (1:1)

    Augsburg-Bremen 0:1 (0:1)

    Schalke-Mönchengladbach 1:1 (0:0)

    Düsseldorf-Hoffenheim 0:2 (0:2)

    Hertha-Freiburg 0:1 (0:1)

    Leipzig-Bayern 1:1 (0:0)


    Damit endet eine sehr knappe Meisterschaft, in der den viertplatzierten Bayern zum Schluss nur ein einziger Sieg zur Titelverteidigung gefehlt hat.


    1. Leipzig........ 70 60:23

    2. Mainz.......... 70 71:36

    3. Dortmund.. 69 62:38

    4. Bayern........ 68 54:28


    Wenn man bei den Bayern die fehlenden Punkte sucht, wird man ziemlich schnell auf dem 30. November 2018 kommen, als man auswärts beim Aufsteiger Nürnberg mit 0:1 verlor. Hätte man dort die erwarteten drei Punkte geholt, wäre man heute wieder Meister geworden. Doch das Hauptproblem waren die Direktduelle gegen die Konkurrenten. Einzig gegen Mainz konnte man ein Spiel gewinnen, während man gegen Dortmund zweimal verlor und gegen Leipzig zweimal die Punkte teilte. Es war eine Saison zum Vergessen für die Bayern. Im DFB-Pokal war schon in der dritten Runde bei Stuttgart Schluss und in der Champions League bedeutete das Achtelfinale und dort Real Madrid Endstation. Ganz anders die Leipziger, die übernächste Woche sogar noch einen zweiten Titel gewinnen können. Sie stehen nämlich im Endspiel der Europa League gegen Ajax Amsterdam.


    Stichwort Europa League. Diese haben nämlich die Adler aus Frankfurt durch eine furiose Leistung von Gacinovic erreicht, während Leverkusen und Mönchengladbach nächste Saison keinen europäischen Fussball spielen werden. Die Wolfsburger kassieren zwar zum Abschuss eine 0:3-Packung, standen aber schon vorher als Europa League-Teilnehmer fest.


    5. Wolfsburg..... 56 55:36

    6. Frankfurt....... 52 49:40

    7. Leverkusen... 52 47:42

    8. Gladbach....... 50 48:38


    Kommen wir noch zum Ende der Tabelle. Dort heisst es für die beiden Aufsteiger Düsseldorf und Nürnberg nach nur einer Saison bereits wieder Abschied nehmen. Während die Fortuna die gesamte Saison über chancenlos war und nur gerade vier Siege feiern konnte, hatten die Franken bis zum Schluss ihre Chancen, wenigstens die Relegation zu erreichen. Augsburg seinerseits kann den Abstieg nach acht Jahren Bundesliga noch verhindern. Sie treffen in der Relegation auf Bochum, die dort als klarer Aussenseiter ins Rennen gehen werden.


    14. Bremen....... 37 33:46

    15. Hertha......... 36 45:70

    16. Augsburg.... 32 43:59

    17. Nürnberg.... 32 31:50

    18. Düsseldorf.. 17 29:83




    Damit endet die Berichterstattung zur letzten Konferenz der Saison 2018/19.

  • Hey ST_AGATHA schön von dir zu lesen :)

    Es freut mich sehr, dass ich dich inspirieren konnte. Verrückt, dass die damalige Zeit jetzt schon 15 Jahre zurück liegt.

    Sich mit dem, was man damals geschaffen hat, nochmals auseinanderzusetzen, macht wirklich Spaß!


    Als großer Doku-Fan mag ich deine Idee der Berichterstattung. Ich freue mich auf mehr :)

  • Information an Alle - Da in diesem Forum offenbar nur 20'000 Zeichen pro Beitrag erlaubt sind, teilt sich mein Saison-Rückblick auf zwei nacheinanderfolgende Beiträge auf.


    Serono - Da meine alten Stories meine lange Abwesenheit überstanden haben, denke ich, dass du dich da auch nicht beeilen musst, diese mal zu lesen. Freut mich, dass es auch noch neue Leute in diesem Forum gibt und nicht nur alte Hasen da sind.


    Lancelot - Wie schon gesagt, das "selber treu" bleiben wird dieses Mal eher von der Situation in der Welt da draussen abhängig sein. Ich habe zwar beim Erstellen dieses Teiles hier sehr viel Freude verspürt, doch ob und wie eine solche Story in meinem "normalen" Leben Platz finden könnte, kann ich jetzt noch nicht abschätzen. Wenn der Schritt zum Alltag getan ist, werde ich sehen, ob ich weiterhin soviel Zeit in Games stecken kann, wie das aktuell der Fall ist.


    Schorsch Held - Auch ich hatte wirklich Spass, meine alten Stories nochmal rauszusuchen. Beim Überfliegen von diesen habe ich mich natürlich an zahlreiche Sachen erinnern können, die längst in Vergessenheit geraten waren. Nun folgt mein erster "Doku-Teil". Ich hoffe, dass nun die Umsetzung meiner Idee auch Anklang bei dir finden kann.



    Die Saison 2019/20



    Nach der Saison ist ja bekanntlich vor der Saison. Die Teams traten unter unterschiedlichen Bedingungen die neue Saison an. Während Leipzig trotz Abgang von Emil Forsberg versuchen würde, den Titel zu verteidigen, versuchten die Bayern durch zahlreiche Neuverpflichtungen diesen zurückzuholen. Für Mainz galt es, möglichst den Exploit zu bestätigen, während Gladbach und Leverkusen den Anschluss zur Spitze wieder verkleinern wollten. Die Aufsteiger Hamburg und Darmstadt traten auch unter unterschiedlichen Ausgangslagen an. Darmstadt wurde ein ähnlicher Verlauf wie Düsseldorf prognostiziert, während dem HSV durchaus ein Mittelfeld-Platz zugetraut wurde.


    Die Favoriten

    Man erwartete vor der Saison in etwa die gleichen Teams an der Spitze, wie in der Spielzeit davor. Einzig Mainz wurde kein zweiter Coup zugetraut. Als klarer Favorit gingen dabei mal wieder die Bayern ins Rennen, die ihre sowieso schon starke Truppe durch vier teure Einkäufe veredelten. Von Arsenal London kam Lucas Torreira für 58 Mio, von Stuttgart Benjamin Pavard für 35 Mio. Zudem wurden von Leverkusen mit Julian Brandt und Leon Bailey gleich zwei Teamstützen an die Isar gelotst. Fast 140 Millionen Euro kostete das Duo. Diesen Transfers gegenüber stehen nur die Abgänge von Javi Martinez zu PSG und Corentin Tolisso zu Real Madrid. Dahinter traute man Borussia Dortmund am meisten zu, die praktisch unverändert in die neue Saison steigen konnten. Einzig Raphael Guerreiro (zu Manchester City) und Abdou Diallo (zu Real Madrid) verliessen den Verein von den etablierten Kräften. Als Ersatz für Guerreiro wurde Malang Sarr von Nizza verpflichtet. Zudem kehrte Benjamin Henrichs nach nur einer Saison in Monaco zurück in die Bundesliga. Leipzig konnte seinen Meisterkader mehrheitlich zusammenhalten. Einzig Emil Forsberg zog für 69 Mio zu Liverpool. Es gab auch keine nennenswerten Neuverpflichtungen.


    Das breite Mittelfeld

    Hinter den drei meistgenannten Favoriten gingen Leverkusen, Schalke und Wolfsburg als Favoriten auf die europäischen Plätze ins Rennen. Auch den Mainzern traute man der starken Saison im Vorjahr einen der vorderen Plätze zu. Eher weiter hinten erwartete man Hoffenheim, Gladbach und Frankfurt. Eine ruhige Saison im gesicherten hinteren Mittelfeld erwartete man von Aufsteiger Hamburg, sowie den Teams von Werder Bremen und Hertha BSC Berlin. Von all diesen Teams im Mittelfeld gab es keinerlei spektakulären Transfers zu vermelden. Natürlich stehen die Abgänge bei Leverkusen zu Buche, welche durch mehrheitlich unbekannte Spieler ersetzt wurden. Einzig die Leihe von Harry Winks von Tottenham konnte einige Staub in der Medienlandschaft aufwirbeln.


    Der Abstiegskampf

    Neben Aufsteiger Darmstadt wurden hier vor allem Freiburg und Augsburg als akut gefährdet bezeichnet. Doch auch Hannover und Stuttgart wurde nicht zu viel Kredit zugesprochen. Letztere galten aufgrund des Abgangs von Pavard gar als auf dem Papier schwächste Defensive der Liga.




    Die Hinrunde


    Teil 1 (Saisonstart bis Ende September)

    Gleich zum Auftakt trafen in der Allianz-Arena Bayern München und Borussia Dortmund aufeinander. Lewandowski brachte die Münchner mit einem frühen Doppelpack 2:0 in Führung, doch Dortmund hatte die Antwort in Form von Alcacer bereit, der ebenfalls mit einem Doppelpack für eine Punkte-Teilung gesorgt hatte. Gegen Gladbach (1:0), Frankfurt (3:1), Hoffenheim (5:1), Freiburg (2:0) und Darmstadt (3:0) folgten daraufhin fünf Siege in Folge, die die Tabellenführung nach sechs Runden brachte.


    Der Titelverteidiger startete mässig in die Saison. Zwar wurden vor der Saison mit DFL-Supercup und dem UEFA Super Cup gleich zwei Trophäen gewonnen, doch der Start in der Liga war durchwachsen. Zwei glücklichen Siegen über Bremen und Stuttgart standen zwei Unentschieden gegen Frankfurt und Darmstadt gegenüber, ehe der BVB zu Gast in der Red Bull Arena war. Nach einer torlosen ersten Halbzeit sorgten Mere, Poulsen, Klostermann und Werner für einen klaren 4:0-Erfolg. Auch am sechsten Spieltag gegen Hoffenheim gab es dann einen klaren 2:0-Erfolg und man war erster Verfolger der Bayern.


    Zwei völlig unterschiedliche Gesichter zeigte bis hierhin Dortmund. Auswärts gab es nur zwei Punkte und die Klatsche in Leipzig, zuhause war man eine Macht mit drei Siegen und 11:0-Toren. Zuletzt wurde Aufsteiger HSV gleich mit 6:0 abgeschossen.


    Vize-Meister Mainz machte nach dem Fehlstart in Gelsenkirchen (1:4-Klatsche) dort weiter, wo man letzte Saison aufgehört hatte und reihte drei Siege gegen Leverkusen, Augsburg und Gladbach aneinander. Dann geriet der Motor doch etwas ins Stocken und nach Niederlagen gegen Frankfurt und Freiburg lag man nur noch im Mittelfeld.


    Die Befürchtungen bei Stuttgart wurden früh Wahrheit. Vier Gegentore gegen Wolfsburg und Bremen, drei Gegentore gegen Freiburg. Mit 15 Gegentoren aus den ersten sechs Runden lag man zusammen mit Augsburg am Tabellenende. Die grossen Kaliber standen jedoch erst bevor. Direkt vor diesem Duo klassierten sich nach sechs Runden die beiden Aufsteiger. Darmstadt bezwang am zweiten Spieltag Augsburg und holte je einen Punkt gegen Hannover und überraschend gegen Leipzig. Die Hamburger bezwangen Gladbach am fünften Spieltag gleich mit 4:0 und luchsten auch Schalke einen Punkt ab.



    Teil 2 (Oktober bis Mitte November)

    Es war ein regnerischer Herbst. Ganze 18 Regentage allein im Oktober drückten vielerorts auf die Stimmung. Fussball gespielt wurde natürlich trotzdem. Während es bei den Fans der einen Mannschaft ein guter Ausweg aus dieser Tristesse war, führte das dargebotene bei anderen Fans zu noch mehr Verdruss. So zum Beispiel die Fans von Meister Leipzig. Am 26. Oktober unterlag man bei nasskaltem Wetter zuhause Bayern München mit 0:2, obwohl die Gäste auf Lewandowski verzichten mussten. Damit noch nicht genug, unterlag man auch noch dem HSV eine Woche später mit 2:3 und verlor den Anschluss an die Bayern, die ihren Lauf ungebremst fortsetzen konnten.


    3:0 gegen Hertha, 1:0 gegen Bremen, 2:0 gegen Leipzig, 3:0 gegen Stuttgart und 4:0 gegen Augsburg. Bereits nach elf Runden waren die Bayern ihrer Konkurrenz um zehn und mehr Punkte entwichen. Auf die spannendste Saison aller Zeiten drohte die Langweiligste zu folgen. Dies auch darum, weil Dortmund auswärts immer noch nicht in Schwung kam. Es setzte Unentschieden bei Hoffenheim, Leverkusen und Frankfurt ab. Auch zuhause im Revier-Derby kam man nicht über eine Punkteteilung hinaus. Die Ernüchterung war gross. Nur Rang 7 nach elf Partien und bereits 13 Punkte Rückstand auf die enteilten Bayern. Obwohl man nur eine Partie bisher verloren hatte, war man ins Mittelfeld abgesackt. Weil jedoch in dieser Phase der Meisterschaft auch andere Teams überraschende Niederlagen kassierten (beispielsweise Schalke zuhause gegen Bremen oder Leverkusen in Hannover), bildete sich eine riesige Traube im Kampf um Platz 2. Ganze sieben Teams lagen innerhalb von drei Punkten.


    Auch in Bremen war es lange Zeit zappenduster. Nach neun Spieltagen lag das Team von Jorge Jesus wieder dort, wo man schon im Dezember 2018 bei dessen Anstellung lag. Man war das Schlusslicht der Liga mit gerade mal vier Pünktchen. Dann folgten im November der Sieg auf Schalke sowie ein 2:1-Heimerfolg im Derby gegen den HSV. Dank Letzterem zog man sogar am Aufsteiger-Duo vorbei und verliess zum ersten Mal in der laufenden Saison die Abstiegszone. Der HSV seinerseits hatte eine schwache Phase mit der Niederlage gegen Augsburg sowie zwei eher glücklichen Unentschieden gegen Hannover und die Hertha. Dann folgten jedoch zwei Siege gegen Leipzig innerhalb von vier Tagen. Zunächst kam man im DFB-Pokal weiter, anschliessend der 3:2-Heimsieg auch in der Liga.


    Für Stuttgart sah es auch Mitte November düster aus. Nach einem 2:0-Sieg gegen Hoffenheim, verlor man zuletzt viermal in Folge. Die Gegner waren mit Mainz (1:2), Leverkusen (1:2), Bayern (0:3) und Schalke (0:1) aber auch nicht gerade leicht. Deutlich mehr Bedeutung bekommt dagegen die 0:1-Niederlage im Pokal gegen Darmstadt, welches auch in einer schwierigen Phase steckt und seit dem zweiten Spieltag auf den zweiten Saisonsieg wartet. Dank den Unentschieden gegen Frankfurt und Freiburg hält man sich aber noch auf dem Relegationsplatz, einen Punkt vor Stuttgart und Augsburg, welche zuletzt gegen Frankfurt (2:4), Gladbach (1:3) und Bayern (0:4) dreimal unter die Räder kamen.



    Teil 3 (Mitte November bis 17. Spieltag)

    Auch in der restlichen Hinrunde marschierten die Bayern schier unaufhaltsam weiter. Einzig Leverkusen hatte im Direktduell etwas entgegenzusetzen. Am Ende hatten die Bayern doch auch dort mit 4:3 das bessere Ende für sich. Einen Ausrutscher leistete man sich dann aber doch noch. Am 14. Dezember kam man beim HSV nicht über ein 0:0 hinaus. Zum Abschluss der Hinrunde war dann der längst im Mittelfeld verschwundene Vize-Meister Mainz zu Gast und wurde mit 4:2 nach Hause geschickt.


    Dahinter hatten sich aber die Verfolger gefangen. Sowohl Leipzig als auch Dortmund holten ab Mitte November gleich viele Punkte wie die Bayern. Der Meister kam zuhause gegen Leverkusen nicht über ein Unentschieden raus. Dortmund patzte wie die Bayern am 14. Dezember beim anderen Aufsteiger Darmstadt. Ein wahres Spektakel erlebten die Zuschauer am 17. Spieltag im Heimspiel gegen Wolfsburg. Bereits nach 24 Minuten führte das Heimteam durch Tore von Alcacer, Bruun Larsen und Sancho mit 3:0. Kurz vor der Pause verkürzte Dimata auf 3:1. Nach einer guten Stunde brachen dann alle Dämme. Sancho traf zunächst zum 4:1, doch Wolfsburg kämpfte sich umgehend zurück. Bis zur 74. Minute brachten Weghorst und Malli die Gäste wieder auf 4:3 heran. Innert 180 Sekunden machten die Hausherren dann aber klar, wer hier das Sagen hat. Nochmals zweimal Sancho und Witsel trafen nacheinander bis zum 7:3. Das vierte Wolfsburger Tor von Gerhardt war dann nicht mehr als Kosmetik. Dieses Spiel war aber nicht das einzige Torfestival am 17. Spieltag. In Frankfurt sahen die Zuschauer auch neun Tore, jedoch längst nicht so aufgeteilt wie in Dortmund. Gleich mit 9:0 schickte die Eintracht Hertha zurück nach Berlin. Diese Klatsche kostete dann Mircea Lucescu den Trainerstuhl. Er war der dritte Trainer innerhalb einer Woche, der seinen Platz aufgrund schlechter Ergebnisse räumen musste, nachdem in der Woche zuvor Markus Weinzierl (Stuttgart) und Frank de Boer (Gladbach) ihre Posten räumen mussten.


    Die Kurve nach oben zeigte auch bei Werder Bremen. Dank vier knappen Siegen über Hertha, Augsburg, Hannover und Darmstadt verschwand man aus dem Abstiegskampf ins Mittelfeld. Tief im Sumpf steckten auch nach der Hinrunde weiterhin Augsburg und Stuttgart, deren Rückstand aufs rettende Ufer bereits sieben resp. gar acht Punkte betrug. Dazwischen lag ein Aufsteiger. Überraschenderweise handelte es sich dabei aber nicht um Darmstadt, sondern um den HSV. Die Hamburger konnten nach dem Sieg gegen Leipzig kein Spiel mehr gewinnen. Zwar kam man zu Punktgewinnen gegen Leverkusen und Bayern München, doch speziell die Niederlagen gegen Freiburg und Hoffenheim wogen schwer. Diese Teams waren direkte Konkurrenten im hinteren Mittelfeld und zogen nicht zuletzt dank diesen Siegen etwas davon. Darmstadt kam gegen Ende der Hinrunde in einen richtigen Lauf. Gegen den HSV gab es zunächst nur ein 0:0 und gegen Wolfsburg verspielte man eine 2:0-Führung und verlor am Ende gar noch. Doch anschliessend gab es Siege über Stuttgart und Gladbach, sowie ein Unentschieden gegen Dortmund. Speziell beim Schlusslicht Stuttgart ist die Lage prekär, da man seit dem 26. Oktober kein Tor mehr erzielen konnte. Von den neun Spielen in dieser Zeit gingen acht verloren. Lediglich gegen das andere Sorgenkind Augsburg gab es ein 0:0.


    Die Tabelle nach der Hinrunde

    1. Bayern............ 47

    2. Leipzig............ 37

    3. Dortmund...... 34

    4. Frankfurt........ 33

    5. Wolfsburg...... 31

    6. Leverkusen.... 29

    7. Schalke........... 28

    8. Mainz............. 27

    9. Hoffenheim.. 23

    10. Bremen....... 23

    11. Freiburg...... 19

    12. Gladbach.... 19

    13. Hannover... 17

    14. Darmstadt. 15

    15. Hertha........ 15

    16. Hamburg... 12

    17. Augsburg... 8

    18. Stuttgart.... 7



    In der 2. Bundesliga zeichnete sich nach der Hinrunde ein packender Kampf um die Aufstiegsplätze ab. Nebst den favorisierten Teams von Köln und Absteiger Düsseldorf befanden sich auch Aufsteiger Karlsruhe, St. Pauli, Dresden und die Sensations-Mannschaft von Regensburg innerhalb von drei Punkten. Die Regensburger wurden vielerorts als Abstiegskandidat Nr. 1 gehandelt. Doch nun lagen sie punktgleich mit St. Pauli und Düsseldorf an der Spitze. Der zweite Absteiger Nürnberg enttäuschte bis dahin auf ganzer Linie und lag zur Saisonhälfte nur an zehnter Stelle. Der Club war dabei näher dran am Abstieg in die 3. Liga als am direkten Wiederaufstieg.

  • Die Rückrunde


    Direkt vor dem Start der Rückrunde sorgte ein Trainerwechsel für grossen Wirbel. Kenan Kocak, der Darmstadt in die Bundesliga geführt hatte, wechselte per sofort auf den Trainerstuhl des VfB Stuttgart. Darmstadt musste daraufhin zum ersten Spiel der Rückrunde gegen Leverkusen ohne Trainer antreten. Doch auch Hertha und Gladbach hatten zu diesem Zeitpunkt - kurz vor Weihnachten - noch keinen Ersatz verpflichtet.


    Am 18. Spieltag gelang den Bayern dann ein 2:1-Erfolg in Dortmund, der die letzten Chancen von Dortmund praktisch in Luft auflöste. Auch die weiteren Verfolger der Bayern, Leipzig und Frankfurt waren auf Verlierer-Kurs. Doch sowohl Frankfurt gegen Hannover als auch Leipzig in Bremen konnten in den Schlussminuten ein 0:1 noch in ein 2:1 drehen. Ansonsten war dieser Spieltag die grosse Revolte der Kellerkinder. Die Teams auf den Plätzen 15 bis 18 konnten allesamt gewinnen und damit mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen. In dieser Winterpause konnten dann auch Gladbach (Marco Rose), Hertha (Daniel Fahrke) und Darmstadt (Uwe Rösler) neue Trainer verpflichten. Bei den Winter-Transfers schlug vor allem einer davon hohe Wellen. Lukas Klostermann wechselte für 44 Mio. von Leipzig zu Dortmund. Leipzig seinerseits steckte dieses Geld dann in den Stürmer Moussa Dembele von Olympique Lyon – Kostenpunkt: 39 Mio.


    Auch ohne Klostermann gelang den Leipzigern ein guter Start ins neue Jahr. Im Verfolgerduell mit Frankfurt gab es einen 1:0-Heimsieg. Direkt danach setzte es jedoch einen Punktverlust bei Darmstadt ab – nur 0:0. Bitter, da zeitglich die Bayern in Frankfurt mit 0:1 unterlagen und damit der Abstand hätte verkürzt werden können. Für die Bayern war es die erste Saisonniederlage, die fast kaum Konsequenzen hatte. Denn auch Dortmund hatte direkt zum Jahresbeginn beim 2:2 in Hannover Punkte liegen lassen.


    Am 21. Spieltag gelang dann Dembele das erste Tor für die Leipziger beim 2:0-Heimsieg gegen Stuttgart. Doch auch die restlichen Spitzenteams gewannen ihre Spiele. Für die Stuttgarter war es inklusive Pokal die neunte Auswärtsniederlage in Folge und trotz bereits zwei Siegen in der Rückrunde lag man immer noch vier Punkte hinter den rettenden Plätzen.


    Am 22. Spieltag hatte dann Leipzig mal wieder die Chance, den Rückstand auf die Bayern zu verkürzen, da die Münchner in Freiburg nicht über ein 1:1 hinaus kamen. Im Spitzenspiel der Woche musste man aber auswärts in Dortmund antreten. An diesem regnerischen Samstagabend bei sechs Grad entschied Marco Reus mit einem verwandelten Elfmeter in der 90. Minute die Partie zugunsten des BVBs. Ausgerechnet Klostermann war dabei der beste Spieler auf dem Feld.


    Diese Partie war der Anfang einer Schwächephase des Titelverteidigers. Nach einem 1:1 gegen Hoffenheim unterlag man zuhause Wolfsburg 2:3. Weil sowohl die Bayern als auch Dortmund beide Spiele gewannen, fiel Leipzig auf den dritten Platz zurück und der Vorsprung der Bayern betrug zehn Runden vor Schluss bereits 15 Punkte. Am 25. Spieltag kehrte man dank einem Last-Minute-Tor von Timo Werner zum Siegen zurück. Gleichzeitig gab Bayern in Bremen einen Vorsprung noch aus der Hand und verlor gar mit 1:2. Die Vorzeichen für ein spannendes Direktduell am 26. Spieltag waren somit gegeben. Gleichzeitig war aber auch klar, dass sich Leipzig mit einer Niederlage definitiv aus dem Meisterrennen verabschieden würde. Die Bayern gaben von Anfang an den Ton an und waren sehr dominant. Es dauerte jedoch bis zur 41. Minute, ehe Gnabry das 1:0 gelang. Keine 120 Sekunden später doppelte er nach. Es war bereits der achte Treffer im 14. Spiel für ihn. Ohne Verletzungspech könnte er ganz vorne mitspielen. Direkt nach der Pause verkürzte Cunha auf 1:2. Die Bayern vergaben in der Folge zahlreiche Chancen aufs 3:1, brachten den Vorsprung aber souverän nach Hause. Weil tags darauf Dortmund in Freiburg einen weiteren Last-Minute-Sieg feiern konnten, bleiben sie der letzte Verfolger der Bayern, der "nur" zwölf Punkte Rückstand hat. Noch acht Runden blieben zu spielen und die heisse Phase der Meisterschaft stand unmittelbar bevor.




    Die Entscheidungen


    Zugegeben, der Kampf um den Titel war nicht mehr heiss. Die Frage war nicht mehr, ob Bayern München den Titel zurückerobert. Die Frage war nur noch, an welchem Spieltag das der Fall sein würde. Weil sowohl die Bayern (3:2 Stuttgart, 2:0 Augsburg, 3:0 Leverkusen) als auch Dortmund (2:0 Leverkusen, 3:0 Frankfurt, 1:0 Mainz) in der Folge all ihre Spiele gewannen, blieb der Abstand auch nach 29 Runden bei zwölf Punkten. Weil das Torverhältnis der Bayern 18 Tore besser war als jenes von Dortmund, hatte man am 30. Spieltag auf Schalke die Chance, den Titel klar zu machen. Doch der von Frankfurt gekommene Sebastien Haller hatte was dagegen und schoss die Bayern mit einem Hattrick aus dem Stadion. 3:0 für Schalke und somit ausgerechnet Schützenhilfe für den Erzrivalen aus Dortmund. Am gleichen Tag sorgte Stuttgart mit einem 5:0 über Gladbach für ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf. Mit dem zweiten Sieg in Folge gab man zum ersten Mal seit dem 16. Spieltag die rote Laterne ab. Der Rückstand auf den Relegationsplatz war mit fünf Punkten aber immer noch beträchtlich. Die Schlusslicht-Position übernahmen die Augsburger, die dann am Sonntag die Chance gehabt hätten, diese wieder abzugeben und zeitgleich den Bayern zu helfen. Zu Gast waren nämlich die Dortmunder und sie waren nicht zum Spass da. Jacob Bruun Larsen und Paco Alcacer mit seinen Saisontoren 19 und 20 sorgten für eine sehr frühe 3:0-Führung, die Witsel in der zweiten Halbzeit gar noch auf 4:0 ausbauen konnte. Damit konnte Dortmund den Rückstand auf die Bayern auf neun Punkte und elf Tore reduzieren.


    Doch bereits eine Woche später war Dortmund wieder unter Zugzwang. Weil die Bayern am Samstag gegen Hannover dank dem zehnten Saisontor von Leon Bailey mit 1:0 gewonnen hatten, musste man im Abendspiel am Sonntag gegen Gladbach dringend gewinnen und dabei möglichst auch noch ein paar Tore aufholen. Doch Gladbach war nicht Augsburg und ging in der achten Minute durch Morelos mit 1:0 in Führung. Eine Viertelstunde später stand es dank Ginter bereits 2:0. Die Dortmunder rannten an und kamen noch vor der Pause durch Reus zum Anschlusstreffer. Kurz nach der Pause traf mal wieder Paco Alcacer zum Ausgleich. Doch die Gladbacher wollten hier die drei Punkte mitnehmen und gingen durch Morelos erneut in Führung. Dieses Mal konnte der BVB nicht mehr reagieren und das spielfreie Bayern München stand drei Runden vor Schluss als Meister fest. Am Tabellenende gelang Stuttgart in Darmstadt der dritte Sieg in Serie. Für Augsburg dürfte das 0:0 in Leipzig zwar ein Achtungserfolg sein, den Abstieg jedoch kaum mehr vermeiden.


    Am 32. Spieltag gelang Augsburg gleich nochmal ein Unentschieden, dieses Mal gegen Bremen. Daher wurde eine erste Entscheidung um die Absteiger erstmals noch vertagt. Vorne sicherte sich Dortmund mit einem 4:0-Sieg in Stuttgart den zweiten Platz. Diese Stuttgarter verblieben damit auf dem 17. Platz. Am vorletzten Spieltag stand für Stuttgart das Heimspiel gegen den Letzten Augsburg auf dem Programm. Die Gäste müssen gewinnen, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Bei den Stuttgartern ist es von der Konkurrenz abhängig, was man braucht. Durchaus möglich, dass dieses Duell nächste Saison in der 2. Liga stattfinden wird. Dass sich beide retten können, ist nahezu auszuschliessen.


    Wer die erste Halbzeit in diesem Duell ohne Vorinformationen sah, wäre niemals darauf gekommen, dass hier die beiden schwächsten Teams der Liga aufeinander trafen. Es war ein attraktives Spiel von beiden Teams, in dem die Stuttgarter klar mehr Torchancen hatten. Zur Pause stand es trotzdem 0:0, weil auch die Torhüter ihren Teil zur Show beitrugen. Weil Hannover (0:3 in Bremen) und Darmstadt (0:2 in Dortmund) deutlich zurücklagen, hatte der VfB die grosse Chance, diese beiden Teams mit einem Sieg zu überholen. Es dauerte bis zur 70. Minute, ehe das erste Tor in dieser Partie fiel. Chadrac Akolo mit seinem dritten Saisontor brachte Stuttgart mit 1:0 in Führung. Nun warfen die Augsburger natürlich alles nach vorne. Sie hatten nichts mehr zu verlieren. Doch auch die Stuttgarter kamen nun durch Konter zu guten Szenen. Tor fiel jedoch in dieser Partie keines mehr. Augsburg stand somit als erster Absteiger fest. Stuttgart hingegen verlässt zum ersten Mal seit dem achten Spieltag die Abstiegszone. Neu auf Rang 17 liegt nun Hannover, welches seinerseits zum ersten Mal seit dem sechsten Spieltag auf einem Abstiegsplatz liegt.





    Der letzte Spieltag


    Vor dem letzten Spieltag waren die meisten Entscheidungen schon durch. Die Bayern waren bereits Meister, den Dortmundern konnte der Vize-Titel nicht mehr genommen werden und dahinter war Leipzig bereits sicher in der Champions League dabei. Zwischen Leverkusen (4./61 Punkte/+16) und Wolfsburg (5./59 Punkte/+8) kam es noch zum Fernduell um den letzten Champions League-Platz. Da es Wolfsburg zuhause mit Dortmund und Leverkusen auswärts mit Gladbach zu tun bekam, ging die Werks-Elf als Favorit in dieses Rennen. Direkt dahinter war Eintracht Frankfurt der sechste Platz nicht mehr zu nehmen. Spannend war die Ausgangslage in der Abstiegszone, die sich wie folgt darstellte:


    14. Hamburg.... 32 37:45

    15. Stuttgart..... 29 33:54

    16. Darmstadt.. 29 31:53

    17. Hannover... 28 28:55


    Die Hamburger waren aufgrund des Torverhältnisses so gut wie gerettet, hätten selbst an einem verrückten Spieltag nur noch maximal auf den Relegationsplatz fallen können. Mitaufsteiger Darmstadt würde mit einem Unentschieden gegen Werder Bremen den direkten Abstieg vermeiden, da Hannover und Stuttgart direkt aufeinander trafen. Aus diesem Grund war eine Rettung für Darmstadt natürlich schwierig. Das Torverhältnis war aber fast gleich wie jenes von Stuttgart, sodass ein hoher Sieg vielleicht sogar bei einem Erfolg des VfBs reichen würde.


    Es dauerte gerade mal sechs Minuten, ehe Stuttgart in Hannover durch Emiliano Insua bereits in Führung ging. Die Hannoveraner waren in Schockstarre und kassierten weitere sieben Minuten danach bereits das 0:2 durch Oral Mangala. Dazwischen war auch Darmstadt gegen Bremen in Führung gegangen. In der 15. Minute dann bereits das nächste Tor. Florent Muslija verkürzte für Hannover auf 1:2. Nach einer halben Stunde stand dann erneut Muslija goldrichtig und köpfte zum 2:2-Ausgleich ein. Kurz danach flog dann auch noch Torschütze Mangala beim VfB vom Platz. Nun lagen die Vorteile klar bei Hannover. Doch es gab auch noch gute Nachrichten für Stuttgart. Bremen hatte in Darmstadt durch Sargent und Skrzybski die Partie gedreht. Doch direkt vor der Pause der nächste Nackenschlag. In der Nachspielzeit gelang Franco di Santo das 3:2 für Hannover.


    Der Stand zur Pause:

    14. Hamburg.... 32 37:46

    15. Hannover.... 31 31:57

    16. Stuttgart..... 29 35:57

    17. Darmstadt.. 29 32:55


    Auch in der zweiten Halbzeit ging es torreich zur Sache. Darmstadt drehte seinerseits die Partie gegen Bremen erneut mit zwei schnellen Toren durch Wurtz und Kempe. In Hannover erhöhte di Santo mit seinem zweiten Treffer auf 4:2 und dabei war noch nicht einmal eine Stunde gespielt. Doch die Stuttgarter, die jetzt auf dem Abstiegsplatz standen, gaben sich noch nicht auf und kamen in der 78. Minute durch Isak nochmals auf 3:4 heran. Praktisch zeitgleich legte Darmstadt noch einen Treffer nach und führte nun 4:2. Dabei blieb es dann auch und Stuttgart musste nach drei Jahren wieder in die 2. Liga. Aufsteiger Darmstadt rettet sich tatsächlich am letzten Spieltag und Hannover muss trotz Sieg in die Relegation.

    Leverkusen reicht ein 0:0 zur Champions League-Qualifikation, obwohl Wolfsburg gegen Dortmund mit 5:3 gewinnen konnte. Nany Dimata traf für die Wölfe dreifach und wurde damit mit 28 Treffern Torschützenkönig. Die Abschlusstabelle sah folgendermassen aus:


    1. Bayern............ 85

    2. Dortmund...... 72

    3. Leipzig............ 64

    4. Leverkusen.... 62 (+16)

    5. Wolfsburg.......62 (+10)

    6. Frankfurt........ 59

    7. Hoffenheim... 51

    8. Mainz............. 50

    9. Bremen......... 45

    10. Schalke........ 44

    11. Freiburg...... 38 (-9)

    12. Hertha......... 38 (-16)

    13. Gladbach.... 36

    14. Hamburg.... 32 (-9)

    15. Darmstadt.. 32 (-20)

    16. Hannover.... 31

    17. Stuttgart..... 29

    18. Augsburg... 23



    Die Überraschung der Saison

    Eine richtige Überraschung blieb in diesem Jahr aus. Es gab kein Team, welches über sich hinauswachsen konnte. Erwähnenswert an dieser Stelle wäre Werder Bremen. In der letzten Saison erst am letzten Spieltag gerettet, lag man in dieser Saison nach neun Spielen mit nur vier Punkten auf dem letzten Platz. Anschliessend kam man immer besser in Fahrt und konnte sich unter anderem auch dank Siegen über Bayern, Mainz und Schalke im Mittelfeld festsetzen.


    Die Enttäuschung der Saison

    Borussia Mönchengladbach: Nachdem man im Vorjahr am letzten Spieltag aus den europäischen Plätzen flog, wollte man es dieses Jahr besser machen. Doch daraus wurde nichts. Schon in der Hinrunde lag man mit 19 Punkten lediglich auf Rang 12. In der Rückrunde gab es dann gar nur noch 17 Punkte und man rutschte noch um einen Platz nach hinten. Absteiger Stuttgart hat in der Rückrunde gleich fünf Punkte mehr gesammelt, hatte jedoch eine katastrophale Hinrunde erlebt.
    Auch Schalke 04 erlebte mit Rang 10 erneut eine Enttäuschung. Auch der DFB-Pokal war im Gegensatz zum Vorjahr, als man sich den Titel holen konnte, eine einzige Enttäuschung.


    Der Torschützenkönig

    Nany Dimata: Der erst 22-jährige Belgier vom VfL Wolfsburg überragt mit seinen 28 Toren aus 32 Spielen alle. Nach einem schlechten ersten Jahr in Wolfsburg, in dem er in 21 Spielen kein einziges Tor erzielen konnte, spielte er letzte Saison in Belgien für den RSC Anderlecht und traf da auch schon 16 Mal. Nun hat er in der Bundesliga voll eingeschlagen und die Angebote von Topclubs dürften nicht lange auf sich warten lassen. Bei den Wölfen besitzt er noch einen Vertrag bis Sommer 2024.


    Der beste Spieler der Saison

    Paco Alcacer: Auch der 26-jährige Spanier von Borussia Dortmund hat seine bislang klar beste Saison gespielt. Mit 24 Toren aus 34 Spielen wurde er in seiner zweiten Saison in Deutschland klar Zweiter in der Torschützenliste. Kein anderer Spieler traf mehr als 15 Mal. Zudem bereitete er noch sieben Treffer vor, durch die er bester Scorer der Liga wurde. Alcacer gewann die Wahl zum Spieler der Saison knapp vor Dimata und Teamkollege Jaden Sancho. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2023.





    Die 2. Bundesliga


    Der SSV Jahn Regensburg schaffte die Sensation. Der von vielen Experten als Abstiegskandidat gehandelte Verein steigt zum dritten Mal innerhalb von fünf Saisons auf und schafft es damit innerhalb von fünf Jahren aus der Regionalliga in die 1. Bundesliga. Der Aufstieg stand schon drei Runden vor Schluss fest. Am zweitletzten Spieltag gelang dann auch dem 1. FC Köln die Sicherung des Aufstiegs. Den Relegationsplatz machten am letzten Spieltag Düsseldorf und Ingolstadt im Fernduell untereinander aus. Der Fortuna reichte schliesslich ein 0:0 auswärts gegen St. Pauli, weil Ingolstadt gleichzeitig in Bochum mit 3:4 verlor.


    Absteigen mussten Union Berlin und Paderborn. Sie werden in der kommenden Saison durch Magdeburg und 1860 München ersetzt, die in der 3. Liga hinter der nicht aufstiegsberechtigten zweiten Mannschaft von Hertha BSC die weiteren Plätze belegten. Kaiserslautern kann seinerseits den direkten Wiederabstieg in der Relegation gegen Ahlen verhindern.




    Wie die Relegations-Spiele ausgegangen sind, werde ich im nächsten Teil präsentieren. Dort gibt es dann auch die Saison-Rückblicke zum DFB-Pokal, zur Champions- und Europa League sowie eine Kurzübersicht über die Meister in den anderen Ländern und eine Zusammenfassung über die Länderspiel-Geschehnisse inkl. EM 2020.

  • Die Relegationsspiele


    2. Bundesliga / 3. Liga

    1. FC Kaiserslautern – VfR Aalen 0:2 (0:1) Tore: 44' Schnellbacher 0:1, 63' Göbel 0:2


    VfR Aalen – 1. FC Kaiserslautern 1:3 (1:1) Tore: 15' Spalvis 0:1, 40' Deville 1:1, 63' Bakir 1:2, 72' Fechner 1:3


    Das war knapp! Die roten Teufel retten sich in Extremis, nachdem man zuhause eine katastrophale Leistung zeigte und sogar von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde. Dank der Auswärtstorregel verbleibt Kaiserslautern in der 2. Bundesliga und Aalen muss die Rückkehr weiter vertagen. So nahe war man aber in den Saisons zuvor nicht mal annähernd dran.



    1. Bundesliga / 2. Bundesliga

    Hannover 96 – Fortuna Düsseldorf 1:1 (0:0) Tore: 81' Nielsen 0:1, 84' di Santo 1:1


    Fortuna Düsseldorf – Hannover 96 0:0 (0:0)


    Auch in der höheren Relegation ging es knapp zu und her. Auch hier entschied die Auswärtstorregel, jedoch für den Unterklassigen. Fortuna Düsseldorf schafft den direkten Wiederaufstieg. Dabei hätten sie es aber nicht so spannend machen müssen. Man war in beiden Spielen hoch überlegen und hätte genug Chancen gehabt, zwei Kantersiege einzufahren. Speziell das Rückspiel war ein Spiel auf ein Tor. Hannover hatte nur eine einzige, jedoch ziemlich harmlose Torchance, während Düsseldorf sogar dreimal am Pfosten scheiterte. Ohne einen hervorragenden Michael Esser im Tor wäre der Bundesligist mit einer Demütigung abgestiegen. Nach dem letzten Abstieg kehrte man direkt zurück, dieses Mal stehen die Vorzeichen schlechter.




    DFB-Pokal


    1. Runde

    In der ersten Runde ging es natürlich erstmals darum, sich nicht zu blamieren. Für zwei Erstligisten war dennoch bereits Endstation. Hertha unterlag Sandhausen nach einem 2:2 im Elfmeterschiessen. Ebenfalls im Elfmeterschiessen Schluss wars für Augsburg in Braunschweig. Die restlichen Bundesliga-Teams konnten sich allesamt durchsetzen, doch bei einigen Mannschaften ging es sehr knapp aus. Werder Bremen benötigte in Duisburg einiges Glück. Nach einem frühen Rückstand glich Kenedy in der 70. Minute aus. Kurz vor Schluss trafen die Duisburger nur die Latte. In der Verlängerung traf dann erneut Kenedy und Osako machte mit dem 3:1 alles klar. Ebenfalls die Verlängerung benötigte Hannover gegen Schwarz-Weiss Rehden. Der HSV (gegen Magdeburg), Dortmund (gegen Bautzen) und Stuttgart (gegen Türkgücü München) kamen jeweils zu einem 1:0-Minisieg.


    2. Runde

    In der zweiten Runde trafen dann einige Bundesligisten aufeinander. Am 29. Oktober bezwang der HSV zuhause den amtierenden Meister Leipzig durch ein frühes Tor von Fiete Arp mit 1:0. Tags darauf bezwang Darmstadt den Vorjahresfinalisten Stuttgart mit dem gleichen Resultat. Titelverteidiger Schalke stand gegen Gladbach vor dem Aus. Bruma und Haller drehten das Spiel in der Nachspielzeit zum 2:1. Hoffenheim hatte in Dortmund nicht den Hauch einer Chance und verlor 0:3. Mit Mainz (1:2 gegen Paderborn) und Wolfsburg (im Elfmeterschiessen gegen Düsseldorf) schieden zwei weitere Erstligisten aus.


    3. Runde

    In der dritten Runde erwischte es dann Titelverteidiger Schalke. Man unterlag auswärts in Bochum mit 1:3. Auch die Niederlage von Leverkusen in Darmstadt war eine Überraschung. Wieder viel Glück brauchte Werder Bremen im Heimspiel gegen Paderborn. Osako erlöste die Fans in der Verlängerung in der 101. Minute mit dem 1:0-Siegtor. Ebenfalls Überstunden musste der BVB zuhause gegen Regensburg absolvieren. Der überraschende Leader der 2. Bundesliga hielt stark dagegen und kassierte das 1:2 erst in der 108. Minute durch Marco Reus. Einen deutlichen 4:1-Auswärtssieg gelang dem HSV in Freiburg. Im Topspiel zwischen Frankfurt und Bayern München musste nach 120 torlosen Minuten das Elfmeterschiessen entscheiden, welches Frankfurt mit 4:2 für sich entscheiden konnte.


    Viertelfinale

    Im Viertelfinale bekam es Frankfurt dann zuhause mit Dortmund zu tun. Wieder ging es ins Elfmeterschiessen, doch dieses Mal mit dem schlechten Ende für die Adler. Darmstadt verpasste den Halbfinal-Einzug durch eine 1:2-Niederlage gegen Bochum. Die beiden Nordlichter Hamburg und Bremen gewannen jeweils ihre Heimspiele gegen Köln und Hannover.


    Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund 2:2 (0:0, 1:1) n.V. 4:5 n.E.

    Tore: 59' Rebic 1:0, 73' Weigl 1:1, 99' Passlack 1:2, 118' Augustin 2:2

    SV Darmstadt 98 – VfL Bochum (2.) 1:2 (0:2)

    Tore: 24' Hinterseer (Elfer) 0:1, 36' Celozzi 0:2, 82' Kempe 1:2

    Hamburger SV – 1. FC Köln (2.) 3:1 (1:0)

    Tore: 16' Özcan 1:0, 56' Vietto 1:1, 70' Jairo 2:1, 93' Steinmann 3:1

    SV Werder Bremen – Hannover 96 2:1 (1:0)

    Tore: 2' Augustinsson 1:0, 48' Mensah 2:0, 68' Moreno 2:1


    Halbfinale

    Auch im Halbfinale profitierten die Teams aus dem Norden vom Heimrecht und zogen ins Endspiel ein. Während der Erfolg von Bremen erwartet wurde, war der Sieg von Hamburg klar als Überraschung zu werten.


    Hamburger SV – Borussia Dortmund 3:1 (1:0)

    Tore: 21' Arp 1:0, 58' Reus 1:1, 64' Özcan 2:1, 70' Zinchenko 3:1

    SV Werder Bremen – VfL Bochum (2.) 2:0 (1:0)

    Tore: 26' Kruse 1:0, 87' Skrzybski 2:0


    Finale

    Der HSV stand zum ersten Mal seit 1987 im Pokalfinale. Ganze neun Mal stand Gegner Werder Bremen in dieser Zeitspanne im Finale und gewann dabei fünf Mal. Das letzte Endspiel lag jedoch auch bei Bremen schon zehn Jahre zurück. Die Hamburger hatten dabei den deutlichen schwereren Weg in dieses Finale als die Bremer, die lediglich im Viertelfinale mit Hannover einen Gegner aus der 1. Bundesliga hatten. Im Finale war dann aber Bremen die deutlich bessere Mannschaft und gewann am Ende verdient den Titel.


    SV Werder Bremen – Hamburger SV 2:0 (1:0)

    Tore: 42' Wollscheid 1:0, 68' Traore 2:0





    Die deutschen Teams in der Champions League


    RB Leipzig

    Der Deutsche Meister wurde in eine Gruppe mit Liverpool, Lyon und Kopenhagen gelost. Dank einem Last-Minute-Tor gab es zum Auftakt ein 1:1 an der Anfield Road. Danach gab es ein 3:1 zuhause gegen Lyon und ein 2:0 auswärts in Kopenhagen. Die Rückrunde war das komplette Gegenteil. 0:0 gegen Kopenhagen, 0:1 gegen Liverpool und 0:2 in Lyon. Trotz dieser offensiven Impotenz erreichte man als Gruppenzweiter hinter den Engländern das Achtelfinale.

    Dort war dann jedoch gegen den FC Barcelona Schluss. Zuhause trennte man sich 1:1, in Spanien unterlag man dann mit 1:3.


    1. FSV Mainz 05

    Der Vize-Meister spielte eine sensationelle Gruppenphase. Nach einem 2:2 zum Auftakt in Mailand gegen Inter gewann man sämtliche weiteren Gruppenspiele. 3:0 gegen Chelsea, 1:0 gegen St. Petersburg, 3:2 in St. Petersburg, 6:1 gegen Inter und 4:0 in London. 16 Punkte und 19:5-Tore zum souveränen Gruppensieg.

    Diesen Schwung nahmen die Mainzer dann auch in die K.O.-Phase mit. Gegen Manchester City gab es auswärts ein 3:3 und zuhause ein 4:2. Im Viertelfinale kam es dann zum Direktduell mit Bayern München.


    Borussia Dortmund

    Der BVB leistete sich einen kapitalen Fehlstart in die Gruppenphase: 1:4 in Manchester gegen City, 0:1 zuhause gegen Valencia. Nach zwei klaren Siegen gegen Besiktas Istanbul (2:0 und 3:0) hatte man es aber noch selbst in der Hand, weiterzukommen. Nach einem 1:1 gegen City unterlag man in Valencia mit 1:3 und musste sich fortan mit der Europa League begnügen.


    Bayern München

    Die Bayern hatten die schwerste Gruppe erwischt. Zwar hatte man mit Pilsen einen klaren Aussenseiter in der Gruppe, der schliesslich auch alle sechs Partien verlieren sollte. Mit Real Madrid und dem SSC Neapel erhielt man aber zwei dicke Brocken zugelost. Nachdem man in Madrid mit 1:3 verloren hatte, gewann man zuhause gegen Pilsen (3:1) und Neapel (1:0). Nach einem 0:5-Debakel in Neapel war man zuhause gegen Real Madrid gehörig unter Druck. Dank eines Elfmeters von Alaba gewann man diese kapitale Partie mit 1:0. Weil man das letzte Spiel in Pilsen mit 4:0 gewinnen konnte und gleichzeitig Neapel gegen Real verlor, sicherte sich Bayern das Achtelfinal-Ticket.

    Im Achtelfinale schalteten die Bayern dann Valencia nach zwei 1:0-Heimsiegen im Elfmeterschiessen mit 4:3 aus, bevor es im Viertelfinale zum Duell mit Vize-Meister Mainz kam. Nach einem 3:0 in der Allianz Arena gab es in Mainz einen 2:1-Erfolg. Im Halbfinale wartete dann der FC Barcelona. Auswärts holte man dank zwei Toren von Gedson Fernandes einen 2:1-Erfolg. Zuhause war man dann den Spaniern überlegen. Gleich mit 4:0 wurde Barca nach Hause geschickt. So kam es dann im Finale zum Duell mit Paris Saint-Germain.


    Das Finale in Istanbul

    Bereits nach 70 Sekunden gingen die fulminant startenden Bayern durch Lewandowski mit 1:0 in Führung. Paris kam aber immer besser ins Spiel und kam in der 18. Minute durch Mbappe zum Ausgleich. Der gleiche Spieler war es dann in der 68. Minute, der sein Team erstmals in Führung schiessen konnte. Diese Führung hielt aber nur acht Minuten, ehe Torreira ausgleichen konnte. Dann kam der grosse Auftritt des VAR. Der Video-Schiedsrichter sah ein Foulspiel von Danilo. Den fälligen Strafstoss verwertete Lewandowski zum 3:2. In der Schlussphase warf PSG alles nach vorne und wurde tatsächlich belohnt. In der 94. Minute traf Cavani zum 3:3-Ausgleich. Weil in der Verlängerung keine Tore fielen, musste das Elfmeterschiessen entscheiden. Dort trafen die ersten zehn Schützen, ehe Goretzka den 6. Elfer für die Bayern verschoss. Lozano hatte die Entscheidung auf dem Fuss und traf flach in die linke Ecke ins Herz der Bayern-Fans. Paris Saint-Germain war damit der zweite Französische Champions League-Sieger nach Marseille 1993.


    FC Bayern München – Paris Saint-Germain 3:3 (1:1, 3:3) n.V. 5:6 n.E.

    Tore: 2' Lewandowski 1:0, 18' Mbappe 1:1, 68' Mbappe 1:2, 76' Torreira 2:2, 85' Lewandowski (Elfer) 3:2, 94' Cavani 3:3





    Die deutschen Teams in der Europa League


    VfL Wolfsburg

    Der Fünfte der vergangenen Meisterschaft wurde in eine Gruppe mit Steaua Bukarest, Girondins Bordeaux und Fenerbahce Istanbul gelost. Diese Gruppe erwies sich als extrem ausgeglichen. Gegen Bukarest gewann Wolfsburg zuhause mit 3:1, verlor auswärts aber mit 1:2. Auch gegen Fenerbahce gab es einen Heimsieg. Das 4:0 am letzten Spieltag stand einem 1:2 in Istanbul gegenüber. Gegen Bordeaux gewann man zunächst das Auswärtsspiel mit 2:1, unterlag dann jedoch zuhause mit 0:2. Weil die Gruppe jedoch so ausgeglichen war, erreichte man mit lediglich neun Punkten als Gruppensieger die nächste Runde.

    In der K.O.-Phase entpuppte sich der spätere Finalist Inter Mailand dann aber als eine Nummer zu gross. In Mailand verlor man mit 1:3, zuhause gab es dann ein 2:2, bei dem man jeweils nur auf die gegnerische Führung reagieren konnte.


    Eintracht Frankfurt

    Der Sechste der letzten Saison musste die Qualifikation spielen. Dort setzte man sich nacheinander gegen den Walisischen Vertreter Cork City (3:2 und 3:0), die türkische Mannschaft Trabzonspor (3:0 und 0:2) und den FC Basel (2:0 und 1:0) durch und traf dann in einer Gruppe auf Benfica Lissabon, Qarabag und Olympique Marseille. In der Hinrunde gewann man alle drei Spiele – 2:0 in Lissabon, 3:1 gegen Qarabag und 2:0 gegen Marseille. Auswärts bei den Franzosen setzte es dann eine 0:1-Niederlage ab. Nach einem 1:1 zuhause gegen Lissabon gewann man zum Schluss in Aserbeidschan gegen Qarabag mit 1:0 zog man als Gruppenzweiter in die K.O.-Phase ein.

    Dort war dann jedoch auch für Frankfurt direkt in der ersten Runde Schluss. West Ham United machte in Frankfurt aus einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2. Im Rückspiel lag die Eintracht dann sehr früh 0:2 zurück. In der zweiten Halbzeit gelang dann nur noch der Ehrentreffer, nachdem West Ham den dritten Treffer erzielt hatte.


    Schalke 04

    Pokalsieger Schalke startete furios in die Gruppenphase: 3:0 gegen die Mazedonier von Tetovo und 3:1 in Warschau. In den beiden Duellen mit Fiorentina trennte man sich zweimal 1:1. Dank einem 2:1 in Tetovo lag man vor dem letzten Spieltag an der Spitze. Zwei Punkte vor Warschau, drei Punkte vor Fiorentina, die das um drei Tore schlechtere Torverhältnis hatten. Ein Unentschieden im letzten Spiel hätte gereicht, doch bereits in der ersten Halbzeit flogen mit Mascarell und McKennie zwei Schalker vom Platz. Die neun verbliebenen kämpften bis zum Umfallen und wurden dafür nicht belohnt. In der 91. Minute gelang Niezgoda das Siegtor für Legia Warschau. Weil zeitgleich Fiorentina mit 5:0 gegen Tetovo gewann, schied Schalke aufgrund des schlechteren Torverhältnisses nach der Gruppenphase aus.


    Borussia Dortmund

    Der BVB kam als Gruppendritter aus der Champions League in die K.O.-Phase und traf als erstes auf Sporting Lissabon. Einem 2:0 zuhause folgte eine 0:1-Niederlage in Lissabon und damit der knappe Einzug ins Achtelfinale. Dort hatte man dann mit Slavia Prag keine Probleme. Nach einem 3:2 in Prag gewann man zuhause gleich mit 4:0. Im Viertelfinale wurde man von der Startruppe von Juventus Turin auseinander genommen. Cristiano Ronaldo, Pjanic, Dybala, Bentacour und Higuain hiessen die Torschützen beim deutlichen 5:0-Heimerfolg der alten Dame. Im Rückspiel war spätestens nach dem 1:1 kurz vor der Pause der Ofen aus. Ein Elfmeter-Tor von Reus brachte immerhin noch den 2:1-Heimsieg.


    Das Finale in Danzig

    Im Finale trafen dann Tottenham Hotspur und Inter Mailand aufeinander. Die Engländer gingen in der 24. Minute durch Alderweireld mit 1:0 in Führung, doch noch vor der Pause glich Lallana für Inter aus. Nach einer torlosen zweiten Halbzeit sah es kurz vor Schluss nach einer Verlängerung aus, als Tottenham einen Elfmeter zugesprochen erhielt. Dele Alli übernahm die Verantwortung, doch Handanovic fischte den Ball sensationell aus dem Winkel.

    So ging das Spiel in die Verlängerung. Dort blieb die erste Hälfte torlos, doch in der 109. Minute gelang Joao Mario das 2:1 für Inter. Toptorjäger Icardi erhöhte vier Minuten später auf 3:1 und die Partie schien entschieden. Dann verkürzte ausgerechnet der Italiener Belotti für Tottenham zum 2:3 in der 116. Minute. Drei Minuten später wurde Inters de Vrij zum Pechvogel, weil er einen Schuss von Son Heung-Min ins eigene Tor ablenkte. Damit aber noch nicht genug Drama für die Italiener. In der Schlussminute fiel gar noch das 4:3 durch eben diesen Son Heung-Min, welches den Titel für Tottenham bedeutete.


    Tottenham Hotspur – Inter Mailand 4:3 (1:1, 1:1) n.V.

    Tore: 24' Alderweireld 1:0, 44' Lallana 1:1, 109' Joao Mario 1:2, 113' Icardi (Elfmeter) 1:3, 116' Belotti 2:3, 119' de Vrij (Eigentor) 3:3, 120' Son 4:3




    Länderspiele


    Die EM-Qualifikation

    Auf dem Weg zur Endrunde gab es schon einige Überraschungen. So verpasste Holland aufgrund der 0:2-Niederlage im letzten Spiel gegen Serbien die direkte Qualifikation. Über das Hintertürchen der Nations League gelang dank einem 3:1 über Russland und einem 2:1 über Tschechien doch noch die Qualifikation. Ebenfalls über diesen Weg qualifizierten sich Schweden, Schottland und Georgien. Keine Probleme hatten Deutschland, Italien und Spanien in ihren Gruppen. Während die beiden Südeuropäer jeweils ein Unentschieden in Kauf nehmen mussten, zogen den Deutschen makellos in die Endrunde ein.


    Russland scheiterte in einer Gruppe mit England, Nordmazedonien und Bosnien-Herzegowina. Anschliessend scheiterte man wie bereits erwähnt an Holland. Gruppensieger wurde England. Auch Frankreich, Kroatien, Portugal, Dänemark, Belgien und ziemlich überraschend Rumänien wurden Gruppensieger. Dahinter ging es einige Male eng zu und her. Österreich schaffte die Qualifikation gegenüber der Türkei dank dem Tor zum 1:2 im Direktduell. Die Nordiren überholten den Kosovo zehn Minuten vor Ende der letzten Partie. Die Schweiz hatte am Ende die Nase um einen Punkt vor den Slowenen. Bitter war das Ausscheiden für Island. Zunächst kassierte man in Portugal spät den Ausgleich und fiel hinter Griechenland zurück. Beim Umweg über die Nations League unterlag man dann Tschechien im Elfmeterschiessen, nachdem man zuvor einen 0:2-Rückstand (nach zwei Elfmetern für Tschechien) aufholen konnte. Nordmazedonien gewann am letzten Spieltag völlig überraschend gegen England und qualifizierte sich als Zweiter.



    Die EM 2020

    Die Gruppe A war sehr ausgeglichen. Die Ukraine spielte dreimal Unentschieden und schied aus, weil Serbien, Italien und Wales sich gegenseitig schlugen und mit vier Punkten weiterkamen. In der Gruppe B waren die Schweizer bereits nach zwei Siegen über Norwegen und Dänemark als Gruppensieger weiter. Auch die beiden Skandinavier kamen weiter, Georgien holte zum Schluss noch einen Ehrenpunkt gegen die Schweiz. In Gruppe C marschierte Frankreich mit drei Siegen voran. Dahinter wurde Holland Zweiter, Rumänien und Griechenland schieden nach der Vorrunde aus. In der Gruppe D gewann Kroatien die Gruppe. Nordmazedonien war hier erneut mit England in einer Gruppe und schaffte die Sensation ein zweites Mal. Auch an der Endrunde besiegte man die Engländer und zog als Zweiter in die K.O.-Phase ein. Doch auch England schaffte es unter die letzten 16. Belgien zog in Gruppe E mit drei Siegen in die nächste Runde ein. Dahinter qualifizierten sich auch noch die Spanier. Polen und Nordirland mussten ohne Sieg nach Hause fahren. In Gruppe F wäre Deutschland beinahe gescheitert. Nach einer Niederlage gegen Österreich und einem Unentschieden gegen Titelverteidiger Portugal stand man mit dem Rücken zur Wand. Dank einer Leistungssteigerung im letzten Spiel gegen Schweden konnte man dort aus einem 0:1 noch ein 4:1 machen und die Schweden mussten die Heimreise antreten.


    Im Achtelfinale gab es mehrheitlich knappe Entscheidungen. Holland (gegen Serbien) und Wales (gegen die Schweiz) setzten sich erst im Elfmeterschiessen durch, Italien (gegen Norwegen) und Kroatien (gegen Österreich) benötigten jeweils die Verlängerung. Spanien besiegte Nordmazedonien mit 1:0, Portugal gewann gegen Dänemark mit 2:0. Ausgerechnet in den Topspielen gab es klare Ergebnisse. Belgien bezwang England mit 2:0, Deutschland eliminierte Weltmeister Frankreich gleich mit 3:0.


    Im Viertelfinale schoss Timo Werner die Deutschen mit zwei frühen Toren gegen Kroatien ins Halbfinale. Auch Holland zog ins Halbfinale ein, 1:0-Sieg gegen Wales. Im Spiel zwischen Italien und Portugal musste nach einem 1:1 das Elfmeterschiessen entscheiden. Der 14. Schütze Neves verschoss als einziger und Italien erreichte mit einem 7:6 im Elfmeterschiessen das Halbfinale. Den letzten Platz unter den Top 4 schnappte sich Spanien mit einem 2:1 im Revanche-Spiel gegen Belgien.


    Im Halbfinale waren dann diese Spanier eine Nummer zu gross für Deutschland. Asensio und Isco schossen die beiden Tore beim 2:0-Erfolg. Im zweiten Halbfinale musste dann zwischen Holland und Italien einmal mehr das Elfmeterschiessen entscheiden. Beide Nationen hatten an diesem Turnier schon ein Elfmeterschiessen gewinnen können. Dieses Mal waren die Italiener nicht mehr so treffsicher wie im Viertelfinale, Immobile und Jorginho verschossen. Bei Holland scheiterte nur De Jong und Holland stand zum ersten Mal seit dem Titel 1988 im Endspiel.


    Das Finale

    Im Endspiel kam es also zur Neuauflage des WM-Finals von 2010 zwischen Spanien und Holland. Das Spiel endete mit dem gleichen Ergebnis wie damals. Brauchte Spanien damals die Verlängerung, fiel dieses Mal das Tor bereits in der 20. Minute. Marco Asensio verwertete dabei einen Elfmeter.


    Torschützenkönig wurde der Italiener Andrea Belotti von Tottenham Hotspur, der wie Timo Werner 5 Tore erzielen konnte. Belotti brauchte dafür aber nur vier Einsätze. Zum besten Spieler des Turnieres wurde der Belgier Kevin De Bruyne ausgezeichnet. Ins Dream Team wurden mit Kimmich und Müller auch zwei Deutsche gewählt. Neben Torschützenkönig Belotti und De Bruyne schaffte es auch der Kroate Kovacic in dieses Team. Die restlichen Spieler waren alle vom Europameister. Torhüter De Gea, die Abwehrspieler Ramos, Busquets und Nacho, sowie die Mittelfeldspieler Isco und Asensio. Die Spanier hatten im gesamten Turnier bloss drei Gegentore kassiert.

  • Der Alltag hat mich wieder, zumindest fast. Die Freizeit hat sich wieder reduziert und darum auch die verfügbare Zeit für den Football Manager. Ich spiele aber weiterhin mit Leidenschaft und möchte auch die Story weitermachen. Damit hier das nächste Update nicht so lange auf sich warten lassen muss und ich die Saison aufgrund der Zeichen-Beschränkung sowieso aufteilen muss, habe ich mich dazu entschieden, bereits nach der soeben beendeten Hinrunde diese hier schon zu veröffentlichen.


    Die Saison 2020/21


    Neue Saison, neues Glück? Auf dem Papier rückten die Spitzenteams etwas dichter zusammen. Wieder einmal hiess es jedoch "Alle gegen die Bayern". Der Weg zum Titel wird definitiv auch in der neuen Saison über die Münchner führen. Gleich drei Aufsteiger versuchen den Klassenerhalt zu bewerkstelligen, doch allen dreien wird nicht sehr viel zugetraut. Doch aufgepasst, Neuling Regensburg startete letzte Saison mit den gleichen Voraussetzungen in die 2. Liga.


    Die Favoriten

    Es wäre Blasphemie, wenn wir beim Blick auf die Favoriten nicht mit Bayern München beginnen würden. Der Titelverteidiger hatte zwei Abgänge zu verkraften. Im Fall von Renato Sanches dürfte vor allem der finanzielle Verlust auf den Magen geschlagen haben. Der Portugiese kehrte zurück zu Benfica Lissabon, welche mit 6 Mio. nur gerade einen Bruchteil dessen bezahlen mussten, was die Bayern vor vier Jahren überwiesen hatten. Sanches spielte letzte Saison jedoch nur vier Spiele und spielte im System keine Rolle mehr. Härter wog da natürlich der Weggang von Weltmeister Pavard zu Real Madrid. Als Ersatz kam Antonio Rüdiger von Chelsea. Zudem kam Stürmer Fiete Arp vom HSV.

    Als erster Verfolger wurde auch in diesem Jahr Dortmund angesehen, die jedoch die Abgänge von Sarr (zu Manchester United) und Götze (zu Wolfsburg) verkraften mussten. Im Mittelfeld wurde mit Buendia aber der Spieler von Hoffenheim verpflichtet, der in der Saison davor die meisten Tore vorbereitet hatte (17 Vorlagen). Für die Abwehr wurde Theo Hernandez von Real Madrid verpflichtet, der jedoch zuletzt an Inter Mailand verliehen war und dort im Europa League-Finale stand. Zudem wurde von PSG Kevin Trapp ausgeliehen.

    Dicht dahinter folgte Leipzig, die nochmals kräftig investiert hatten. Carlos Soler kam für 51 Mio. vom FC Barcelona, Lautaro Martinez für 28 Mio. von Inter Mailand und Donny van de Beek für 15 Mio. von Ajax Amsterdam. Ziemlich hohe Ausgaben für Spieler, die allesamt in der vergangenen Saison kaum zu Einsätzen kamen.

    Im Gegensatz zum Vorjahr durften dieses Jahr auch Leverkusen und Wolfsburg zum Favoritenkreis gezählt werden. Beide konnten sich gegenüber der letzten Saison nochmals verstärken. Bei Leverkusen verteidigte neu Jordan Torunarigha (von Hertha), während Maximilian Eggestein von Werder Bremen das Mittelfeld verstärkte. In Wolfsburg freut man sich nicht nur auf den 20 Mio.-Mann Götze, sondern auch auf Keeper Ron-Robert Zieler (von Stuttgart gekommen) und Leo Santos (von Inter Mailand). Zudem konnte Torschützenkönig Dimata gehalten werden.


    Das Mittelfeld

    Die mittlere Tabellenregion wurde von Schalke angeführt, die auf dem Papier durchaus auch mit Leverkusen und Wolfsburg mithalten könnten, doch nach den letzten beiden Saisons traute man dem Team aus Gelsenkirchen keine Wunderleistungen zu. Der beste Torschütze der letzten Saison (Sebastien Haller) hatte den Verein verlassen und wurde durch Davie Selke von Hertha ersetzt. Keeper Timo Horn kam von Aufsteiger Köln, Bakkali und Chakvetadze stiessen aus der Belgischen Jupiler League ins Ruhrgebiet. Auch Hoffenheim, Mainz und Frankfurt traute man wieder den Kampf um die Europa League-Plätze zu. Mit eher weniger Kredit starteten Gladbach und Pokalsieger Bremen in die Saison, die man mit Hertha, Freiburg und Hamburg eher im hinteren Mittelfeld sah. Namhafte Transfers gab es bei diesen Clubs allesamt nicht zu vermelden. Mit einer Ausnahme: Achraf Hakimi, der zuletzt von Real Madrid zwei Jahre an Dortmund ausgeliehen war, verteidigt in dieser Saison für die andere Borussia aus Mönchengladbach.


    Der Abstiegskampf

    Im Kampf gegen den Abstieg sah man nebst den drei Aufsteigern Köln, Düsseldorf und Regensburg auch Darmstadt, welches sich letztes Jahr knapp retten konnte. Manche Experten sahen auch Freiburg und Hamburg als potenzielle Abstiegskandidaten, jedoch nur dann, wenn einer der Aufsteiger über sich hinauswachsen würde. Am wenigsten traute man dies Regensburg zu. Praktisch dasselbe Kader, dem die Experten im letzten Jahr den Abstieg in die 3. Liga prophezeiten, würde in der 1. Bundesliga erst recht keine Chance haben.




    Die Hinrunde


    Teil 1 (Saisonstart bis Ende September)

    Mit sechs Siegen in den ersten sechs Spielen zeigte der BVB deutlich seine Meisterambitionen. Speziell die beiden 3:1-Erfolge in Leverkusen und zuhause gegen die Bayern dürfen als Ausrufezeichen bezeichnet werden. Zuhause gab es zudem noch ein 2:1 gegen Köln und ein 3:0 gegen Bremen. Auswärts holte man sich zwei 2:0-Siege in Freiburg und Darmstadt.


    Dahinter bildete sich ein Verfolger-Duo, welches fünf Siege aufweisen konnte. Leipzig verlor zum Auftakt gegen Hoffenheim mit 0:1. Danach reihte man Sieg an Sieg, doch bezwang dabei mehrheitlich Teams aus den hinteren Regionen der Prognose-Rangliste. Gegen den HSV (1:0), Leverkusen (2:1) und Darmstadt (1:0) gab es jeweils knappe Siege. In Mainz (2:0) und Freiburg (6:1) feierte man dagegen deutliche Siege. Ebenfalls nach einer Niederlage zum Auftakt war Schalke anschliessend fünf Mal in Folge erfolgreich. Dabei bezwang man mit Bayern München und Leverkusen direkt hintereinander zwei Top-Teams mit 2:0.


    Bayern München startete sehr schwach in die Saison. Zuhause gab es zwar drei Siege gegen Bremen (3:0), Hamburg (3:0) und Düsseldorf (1:0). Auswärts wartete man Ende September aber immer noch auf Punkte. 0:2 in Gelsenkirchen, 1:3 in Dortmund, 2:3 in Wolfsburg. Dadurch lag man nur auf Rang 9.

    Gar noch zwei Ränge schlechter gestartet ist Leverkusen. Die hatten mit Wolfsburg (4:1), Dortmund (1:3), Schalke (0:2) und Leipzig (1:2) einen sehr schweren Spielplan. Zuletzt gab es nach einem 3:0 über Regensburg ein 1:1 bei Gladbach.


    Die Aufsteiger waren komplett unterschiedlich in die Saison gestartet. Köln befand sich nach Siegen über Regensburg (3:1), Wolfsburg (2:1) und Frankfurt (1:0) gar vor den Bayern auf Platz 8. Düsseldorf hatte etwas Mühe mit dem Toreschiessen. Einzig beim 2:0 in Bremen hatte man bisher getroffen. Gegen Freiburg und Darmstadt gab es zuhause immer jeweils ein 0:0, weshalb man nach sechs Runden auf Rang 13 klassiert war. Regensburg lag zu diesem Zeitpunkt zusammen mit Mainz, Hertha und Bremen am Tabellenende. Bei der Premiere lag man schon nach 20 Sekunden in Rückstand. Noch nie lag ein Aufsteiger so schnell in Rücklage. Durch die hohen Niederlagen gegen Gladbach (0:3), Mainz (2:7) und Leverkusen (0:3) hatte man das schlechteste Torverhältnis. Doch auch Bremen, welches gegen Bayern, Schalke und Dortmund jeweils 0:3 verloren hatte, war ganz hinten anzutreffen.



    Teil 2 (Oktober bis Mitte November)

    Auch im Herbst marschierte der BVB nahezu ungebremst weiter. Einzig in Mainz gab es nur ein 1:1, ehe am 10. Spieltag das Derby auf Schalke anstand. Dort zeigten die Gastgeber die wohl beste Halbzeit der Saison. Man gestand dem Tabellenführer keine einzige Torchance zu, während man selbst durch Selke und Bruma mit zwei Längen davonzog. Direkt nach der Pause kam der BVB allerdings zurück. Marco Reus traf im achten Spiel zum achten Mal. Daraufhin mussten die Heim-Fans einige Male zittern, doch die erste Saisonniederlage des BVBs war perfekt.


    Doch Leipzig konnte von dieser Niederlage nicht profitieren. Man unterlag zuhause Frankfurt mit 0:1. Weil eine Woche später auch in Berlin keine Punkte gewonnen werden konnten (1:2-Niederlage), vergrösserte sich der Rückstand auf Dortmund bereits auf sechs Punkte.


    In Berlin kamen die Bayern zum ersten Auswärtssieg der Saison, nachdem man zuvor auch noch in Leverkusen 1:3 verloren hatte. Beim 4:2 in Berlin traf Lewandowski doppelt, der zu diesem Zeitpunkt aber schon arg in Kritik geraten war. Nach einem 0:1 im Pokal, einem 0:0 gegen Köln und einem 0:0 in der Champions League passierte das Undenkbare. Der Pole wurde auf die Bank verbannt und Fiete Arp spielte zum ersten Mal von Anfang an. Der Youngster blieb ohne nennenswerte Aktion, doch die Bayern gewannen dank zwei Bailey-Toren in Sinsheim mit 2:1. Weil Schalke gleichentags in Düsseldorf nur 2:2 spielte und Leipzig wie bereits erwähnt verloren hatte, stellten die Bayern damit den Anschluss an Platz 2 wieder her. Der Rückstand auf Dortmund war aber weiterhin neun Punkte.


    Weiterhin vor den Bayern lag Gladbach, welche nach der Nationalmannschaftspause im Oktober nacheinander Schalke (2:1), Düsseldorf (3:2) und Freiburg (1:0) besiegen konnten. Das Torverhältnis der Gladbacher war jedoch negativ, weil zum 0:4 in Darmstadt am dritten Spieltag zwei weitere 0:4-Pleiten in München und Dortmund dazu kamen.


    Einen sehr schwachen Herbstbeginn erlebte Aufsteiger Köln. Einen 3:1-Sieg im Derby gegen Düsseldorf und ein überraschendes 0:0 in München standen drei Niederlagen bei Schalke (1:3) und zuhause gegen Freiburg (3:4) und Darmstadt (0:2) zu Buche. Speziell das Spiel gegen Freiburg war an Dramatik nicht zu überbieten. Die Gäste gingen zweimal in Führung, Köln glich zweimal aus und lag kurz nach der Pause plötzlich in Führung. Doch zwei späte Tore der Breisgauer drehten die Partie erneut. Zwar lagen die Geissböcke nach elf Spielen immer noch auf Rang 10, doch der Rückstand auf Platz 6 ist grösser als der Vorsprung auf die Abstiegszone.


    Dort befinden sich die beiden anderen Aufsteiger Düsseldorf und Regensburg. Düsseldorf holte zuhause gegen Leipzig, Schalke und Leverkusen jeweils einen Punkt, doch verlor die Spiele in Köln und Mönchengladbach. Regensburg reihte Niederlage an Niederlage ehe es am zehnten Spieltag einen überraschenden Sieg in Darmstadt gab. Auch am elften Spieltag zuhause lag man gegen Frankfurt lange in Führung, verlor jedoch noch mit 1:3.



    Teil 3 (Mitte November bis 17. Spieltag)

    Auch die restlichen Spiele der Hinrunde meisterte der BVB souverän. 4:0 gegen Hamburg, 3:0 bei Hoffenheim, 2:1 gegen Frankfurt, 2:1 in Leipzig, 2:0 in Düsseldorf und zum Abschluss 3:0 gegen Hertha waren die restlichen Schritte zu einer fast makellosen Hinrunde. Nur eine Niederlage und ein Unentschieden bei 15 Siegen sorgten für 46 Punkte, ähnlich souverän wie die Bayern im Vorjahr.


    Dahinter sorgte der einzige Bezwinger von Dortmund, dass die Meisterschaft im Gegensatz zum Vorjahr trotzdem spannend bleibt. Schalke feierte nämlich in den letzten sechs Spielen der Hinrunde ebenfalls sechs Siege und ist der einzige Verfolger, der noch ansatzweise mithalten kann. Zuletzt kam der Zug aber etwas in Stottern. Dreimal in Folge gab es nur noch ein 1:0, obwohl die Gegner Freiburg, Leipzig und Wolfsburg allesamt in der Krise steckten.


    Wahrlich bessere Tage erlebten die Fans von RB Leipzig noch vor kurzem. Doch der Meister von 2019 war in der Vorweihnachtszeit nur ein Schatten seiner selbst. Gerade mal ein mickriges Pünktchen aus den letzten fünf Spielen sorgte dafür, das Leipzig zur Saisonhälfte gar aus den europäischen Plätzen raus fiel. Gegen sämtliche direkten Konkurrenten, Dortmund, Schalke, Frankfurt und Gladbach hatte mal verloren, nur gegen die Bayern holte man ein schmeichelhaftes 2:2 heraus.


    Womit wir auch schon beim zweiten Sorgenkind wären. Nicht nur der Meister 2019 taumelt, nein auch der Meister 2020 steckt in der Krise. Zwar gewannen die Bayern drei ihrer letzten sechs Spiele, doch die Gegner waren dabei mit Regensburg (3:0), Darmstadt (1:0) und Freiburg (3:0) wahrlich keine grossen Kaliber. Den Siegen standen aber auch in dieser Phase der Meisterschaft Punkteteilungen mit Mainz und Leipzig (jeweils 2:2) und eine Niederlage in Frankfurt (0:1) gegenüber. Mit bereits 16 Punkten Rückstand ist der Meisterzug für die Münchner bereits abgefahren.


    Als Dritter bewies Frankfurt, dass die Hinrunde der letzten Saison kein Zufallsprodukt war. Nach einem schwachen Saisonstart mit nur neun Punkten aus sieben Spielen konnte man anschliessend aus zehn Spielen neun Siege einfahren, nur gegen Klassenprimus Dortmund zog man den Kürzeren. Doch auch der Hamburger SV, welcher vor Leverkusen und Leipzig die Hinrunde beendete und Gladbach auf Rang 4 gehörten zu den positiven Überraschungen.


    Böse Überraschungen bot die Winterzeit aber auch für Mainz und Wolfsburg. Die Mainzer konnten zwar fast allen Topteams Paroli bieten, blieben aber zuletzt sieben Mal in Folge sieglos. Der 17. Platz nach der Hinrunde war die Quittung für den Vize-Meister 2019. Wolfsburg seinerseits startete mit vier Siegen aus sechs Spielen stark in die Saison. Nun stehen sie am Ende der Hinrunde bei fünf Siegen. Dieser eine Sieg sorgt dafür, dass die Wolfsburger aktuell auf dem Relegationsplatz stehen. Gewonnen hat man gegen Aufsteiger Regensburg, welcher hoffnungslos auf dem letzten Platz liegt.


    Die Tabelle nach der Hinrunde

    1. Dortmund........ 46

    2. Schalke............. 40

    3. Frankfurt.......... 36

    4. Gladbach.......... 31

    5. Bayern.............. 30

    6. Hamburg......... 28

    7. Leipzig............. 26

    8. Leverkusen..... 23

    9. Hertha............. 23

    10. Bremen......... 22

    11. Freiburg........ 21

    12. Hoffenheim.. 20

    13. Köln............... 19

    14. Darmstadt.... 17

    15. Düsseldorf... 16

    16. Wolfsburg.... 15

    17. Mainz........... 14

    18. Regensburg.. 7



    In der 2. Bundesliga war der 1. FC Nürnberg der Konkurrenz enteilt. 42 Punkte aus der Hinrunde und damit zehn und mehr Punkte Vorsprung auf den Rest der Liga. Dahinter formierte sich ein extrem breites Mittelfeld. Zwischen Absteiger Hannover auf Rang 2 und Braunschweig auf Rang 10 lagen nur gerade mal sechs Punkte. Während sich Mit-Absteiger Augsburg als Sechster ebenfalls in diesem Pulk aufhielt, spielte Stuttgart eine katastrophale Hinrunde und liegt hinter dieser Gruppe auf Rang 11 und ist dabei näher am Abstieg in die 3. Liga dran, als an einem Aufstiegsplatz.

  • Die Rückrunde


    Beim Auftakt der Rückrunde waren die Top 8 der Hinrunde unter sich. Während Dortmund gegen Leverkusen zu einem souveränen 4:0-Heimsieg kam, verloren die direkten Verfolger Schalke (0:3 in München) und Frankfurt (1:2 gegen Gladbach) und die Borussen konnten ihren Vorsprung ausbauen. Der HSV gewann sein Heimspiel gegen Leipzig mit 2:1 und vergrösserte seinerseits den Vorsprung auf die Leipziger. Auch am Ende der Tabelle wurde der Abstand vergrössert. Regensburg verlor, die vier direkt davor liegenden Teams gewannen das letzte Spiel 2020.


    In der Winterpause flogen dann wieder Trainer raus. Zidane musste sein Büro bei den Bayern räumen und Fonseca war nicht länger Trainer bei Mainz. Sie wurden durch Deschamps und Solbakken ersetzt. Bei beiden Mannschaften war ein positiver Effekt erkennbar. Mainz verlies dank Siegen gegen Leipzig (2:1) und Gladbach 3:1 die Abstiegsplätze, während Bayern nach einem Sieg in Bremen (4:2) und einem 2:2 in Hamburg zuhause am 21. Spieltag den souveränen Leader Dortmund dank einem Alaba-Treffer 1:0 besiegen und damit auf Rang 4 vorrücken konnte. Für den bis dahin souveränen BVB hatte diese Niederlage kaum Auswirkungen, weil Schalke zeitgleich in Bremen nicht über ein 2:2 hinaus kam.


    Bei den Transfers lief nicht ganz so viel in diesem Januar. Keine nennenswerten Zugänge, kaum Abgänge. Es wurden zahlreiche Leihen abgeschlossen, auf die wir hier jetzt jedoch nicht näher eingehen wollen.


    Die ganze Liga fieberte dem Ruhrpott-Derby am 27. Spieltag entgegen, doch auf dem Weg dorthin stürzten sich sowohl Dortmund als auch Schalke in eine veritable Krise. Von den fünf Spielen vor dem Derby gewann Dortmund nur noch die Heimspiele gegen Mainz und Darmstadt jeweils mit 2:0, verlor in Bremen 2:3 und bei Gladbach 0:1. Sogar beim abgeschlagenen Schlusslicht Regensburg konnte man nicht mehr als ein 1:1 herausholen.

    Noch schlimmer erging es jedoch den Gelsenkirchenern. Dreimal in Folge blieb man ohne Torerfolg gegen Hertha (0:1), Mainz (0:2) und Köln (0:1) und musste daraufhin den zweiten Platz an die Bayern abgeben, die in dieser Phase der Saison Sieg an Sieg reihten. Zwar kehrte man daraufhin mit einem 4:0-Heimsieg gegen Gladbach auf die Siegerstrasse zurück, doch am 26. Spieltag verspielte man in der Schlussphase eine 2:0-Führung im Spitzenspiel gegen Frankfurt und kam nur zu einem Unentschieden.


    Weil die Bayern weiterhin überzeugten und dem Sieg gegen Dortmund fünf weitere Siege folgen liessen, betrug der Rückstand von Schalke auf die Bayern nun bereits vier Punkte. Trotzdem erhielt das Derby natürlich wegweisenden Charakter, weil der BVB dringend den Sieg braucht, weil man selber auf die Bayern nur noch sieben Punkte Vorsprung aufwies.


    Im Tabellenkeller kam Regensburg weiterhin nicht vom Fleck, zwar holte man gegen Dortmund und Leverkusen zwei überraschende Unentschieden, jedoch waren dies zu diesem Zeitpunkt die einzigen Punkte der Rückrunde und der Rückstand auf den Relegationsplatz war bereits auf 15 Punkte angewachsen. Dort befand sich nach einer Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg ein anderer Aufsteiger, nämlich Düsseldorf. Nachdem man zunächst gut in die Rückrunde gestartet war, erzielte man in den letzten 600 Minuten nur noch einen einzigen Treffer. Da man in den nächsten Runden ausschliesslich auf Teams aus dem vordersten Tabellendrittel traf, war die Lage sehr ernst.

    Viel besser sah es beim Rivalen und Mitaufsteiger Köln aus. Dank überraschenden Siegen über Frankfurt und Schalke lag man plötzlich auf einem Europa League-Platz, ehe dann in Freiburg die Ernüchterung in Form einer 1:5-Schlappe einkehrte.



    Die Entscheidungen


    Weil die Bayern ihr Nachmittagsspiel in Köln mit 3:0 gewonnen hatten, waren an diesem Samstagabend natürlich alle Augen auf den Signal Iduna Park gerichtet. Das Heimteam übernahm sehr früh die Initiative, kam jedoch nicht bis zum Tor durch. Dies änderte sich, als sich nach 33 Minuten Reus auf der rechten Seite durchsetzen konnte und seinen 19. Saisontreffer erzielen konnte. Kurz nach der Pause traf dann auch der Schalker Toptorjäger. Für den Schweizer Embolo war es der 16. Saisontreffer, womit er mit Lewandowski auf Platz 2 gleichziehen konnte. Der Ausgleich änderte aber nichts daran, dass der BVB die bessere Mannschaft war. In der 77. Minute wurden die Bemühungen belohnt, als Witsel eine schöne Kombination zum 2:1-Siegtreffer abschliessen konnte. Schalke war damit definitiv aus dem Titelrennen raus und der Vorsprung der Borussia auf die Bayern blieb bei sieben Punkten.


    Am gleichen Spieltag wurde auch der Abstieg von Regensburg besiegelt. Aufgrund der 1:2-Heimniederlage im Kellerduell mit Darmstadt wuchs der Rückstand auf Platz 16 bereits auf 18 Punkte an. Zwar hätte es die mathematische Chance noch gegeben, wenn man selber die restlichen sieben Spiele gewonnen hätte und sich die Teams auf den Plätzen 14 bis 17 in den ausstehenden Direktduellen noch gegenseitig die Punkte weggenommen hätten. Da aber im Schlussprogramm mit Frankfurt, Bayern und Schalke gleich noch drei Top-Teams warteten, hätte es schon den Sieg gegen Darmstadt gebraucht.


    Am 29. Spieltag war es dann soweit. Durch eine 1:5-Heimschlappe gegen die Bayern besiegelte man den definitiven Abstieg. Weil Dortmund am gleichen Spieltag in Hamburg patzte und 0:1 verlor, rückten die Bayern auf vier Punkte an den Tabellenführer heran.


    Den nächsten Nackenschlag kassierte Dortmund am 31. Spieltag mal wieder in Frankfurt, wo man schon 2019 die Meisterschaft verspielt hatte. Gleich mit 0:4 ging man unter und hätte daraufhin Schützenhilfe von Mainz benötigt. Das sich im Abstiegskampf befindende Team hätte auch beinahe geholfen, doch Kingsley Coman traf in der 90. Minute zum 3:2-Siegtreffer. Drei Runden vor Schluss trennten die Bayern und Dortmund nur noch ein einziges Pünktchen! Auch der Abstiegskampf wurde am 31. Spieltag noch ein bisschen spannender. Wolfsburg überholte dank einem 3:2 im Direktduell Düsseldorf und lag erstmals seit dem 25. Spieltag nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Dort lag neu Darmstadt, das Schalke 0:1 unterlag.


    Am 32. Spieltag fiel dann eine weitere Entscheidung. Weil Leipzig in Dortmund mit 1:2 verlor, war der Kampf um die Champions League-Plätze entschieden. Neben Dortmund und Bayern haben sich auch Schalke und Frankfurt qualifizieren können. Im Keller kam Düsseldorf gegen Regensburg nicht über ein 1:1 hinaus, überholte damit jedoch wieder Wolfsburg.


    Am 33. Spieltag gewann Darmstadt überraschend gegen Frankfurt mit 2:1 und Wolfsburg besiegte Regensburg mit 4:1, sodass die Entscheidung im Abstiegskampf ebenso auf den letzten Spieltag vertagt wurde, wie auch die Meisterfrage noch offen war.



    Der letzte Spieltag


    Erst ein Absteiger und die Champions League-Teilnehmer standen vor dem letzten Spieltag fest. Um den Titel duellierten sich noch Dortmund und Bayern, um die Europa League-Plätze ging es zwischen Leipzig, Hamburg und Köln. Ums nackte Überleben ging es noch bei Bremen, Wolfsburg, Darmstadt und Düsseldorf, die um den Ligaerhalt kämpften.

    An der Spitze war der Fall klar. Dortmund ging mit einem Punkt Vorsprung und dem um 6 Tore besseren Torverhältnis ins Rennen. Somit mussten die Bayern ihr Heimspiel gegen Frankfurt gewinnen und dann darauf hoffen, dass Dortmund in Berlin nicht gewinnt. Spannend war der Kampf um die beiden Europa League-Plätze.


    5. Leipzig....... 53 60:33

    6. Hamburg... 53 42:35

    7. Köln............ 53 47:51


    Alle drei involvierten Teams hatten gleich viele Punkte, doch das Torverhältnis konnte kaum unterschiedlicher sein. Zwei Plätze waren zu vergeben und sowohl Leipzig (in Gladbach), als auch Hamburg (in Leverkusen) konnten die Qualifikation aus eigener Kraft schaffen. Köln, welches in Bremen antreten musste, brauchte hingegen Schützenhilfe.


    14. Bremen........ 34 44:60

    15. Wolfsburg.... 34 40:66

    16. Darmstadt... 33 30:53

    17. Düsseldorf... 31 28:46


    Zwei Teams konnten sich im Abstiegskampf retten, ein Team schaffte zumindest die Relegation, für eine Mannschaft würde es am Ende des Tages Tränen geben. Die schlechteste Ausgangslage hatte natürlich Düsseldorf, welches zuhause gegen Mainz dringend einen Sieg brauchte. Auch Bremen durfte, wie schon erwähnt zuhause gegen Köln antreten. Darmstadt versuchte sein Glück ebenfalls zuhause gegen Freiburg, wobei man aus eigener Kraft nur den Relegationsplatz halten könnte. Das schwerste Los hatte Wolfsburg, das auswärts in Gelsenkirchen antreten musste.


    Der erste Treffer fiel im Abstiegskampf, als der letztjährige Torschützenkönig Dimata Wolfsburg in Führung brachte. In der 12. Minute wurde dann auch der Meisterkampf lanciert, als Süle die Bayern mit 1:0 in Führung brachte. Danach folgte die grosse Ruhe vor dem Sturm. Bis zur 30. Minute passierte gar nichts mehr, ehe sich kurzzeitig die Ereignisse überschlugen. Zuerst ging Freiburg in Darmstadt in Führung, dann eroberte Dortmund dank Klostermann die Tabellenführung zurück und Embolo glich für Schalke gegen Wolfsburg aus. Auch der Kampf um die Europa League wurde lanciert, als fast zeitgleich Hamburg und Leipzig in Rückstand gerieten.

    Status Quo im Meisterrennen zur Pause, Köln zog ohne eigene Leistung den Konkurrenten vorbei und im Abstiegskampf eroberte Düsseldorf dank dem Rückstand von Darmstadt den Relegationsplatz.


    Direkt nach der Pause gelang Coman das 2:0 für die Bayern. Dank dem Ausgleich durch Palsson in der 55. Minute kehrte Darmstadt auf den Relegationsplatz zurück. Nach ziemlich genau einer Stunde leistete sich Dortmund-Verteidiger Camara ein womöglich folgenschweres Eigentor, was den Ausgleich für Hertha bedeutete. Doch auch die Bayern waren noch nicht durch. Dank einem verwandelten Elfmeter von Uth kam Frankfurt wieder auf 1:2 heran und war plötzlich die bessere Mannschaft.


    In der 69. Minute ging Schalke durch Rudy in Führung und Darmstadt verlies auf Kosten von Wolfsburg gar den Relegationsplatz. Im Europa League-Kampf ging es dann wieder Schlag auf Schlag. Zuerst glich der HSV aus, dann ging Köln in Führung um postwendend wieder den Ausgleich zu kassieren.

    In der 84. Minute machte Coman dann den Deckel in München drauf, 3:1. In der 89. Minute ging Hamburg mit 2:1 in Führung, während fast zeitgleich Köln in Bremen das 1:2 kassierte und somit wieder aus den Europa League-Plätzen rausflog. In der Nachspielzeit machte Joelinton den Hattrick für den HSV perfekt und eine Minute danach traf dann auch noch Holtby zum 4:1!


    Und dann war alles aus, Dortmund wurde tatsächlich wegen eines Eigentores auf der Ziellinie noch von den Bayern abgefangen, denen trotz katastrophaler Hinrunde die Titelverteidigung gelang. Ebenfalls auf der Ziellinie, jedoch noch etwas knapper verpasste Aufsteiger Köln die Europa League. Ganz im Gegensatz zum HSV, der nächste Saison endlich wieder europäisch spielen wird.

    Ganz unten leistete sich ein anderer Aufsteiger, Düsseldorf eine Nullnummer und muss direkt wieder absteigen. Erneut am letzten Spieltag rettet sich Darmstadt, während Wolfsburg in die Relegation musste. Die Abschlusstabelle sah folgendermassen aus:


    1. Bayern............... 79

    2. Dortmund......... 78

    3. Schalke.............. 70

    4. Frankfurt........... 64

    5. Hamburg.......... 56

    6. Leipzig...... 53 (+26)

    7. Köln............. 53 (-5)

    8. Gladbach.......... 52

    9. Leverkusen...... 49

    10. Hoffenheim... 47

    11. Hertha............ 43

    12. Freiburg......... 41

    13. Mainz............. 38

    14. Bremen.......... 37

    15. Darmstadt.. 34 (-23)

    16. Wolfsburg.. 34 (-27)

    17. Düsseldorf.... 32

    18. Regensburg.. 10


    Die Überraschung der Saison

    Gab es in der letzten Saison kaum Überraschungen, haben wir in dieser Saison gleich deren zwei Stück. Der Hamburger SV zeigte eine sehr konstante Saison, welche mit Rang 5 belohnt wurde, obwohl man von einigen als Abstiegskandidat gehandelt wurde. Am Ende lag man sogar vor Meisterkandidat Leipzig.

    Auch die Rückrunde vom 1. FC Köln muss gewürdigt werden. Der Aufsteiger entzog sich ab Saisonhälfte nicht nur dem Abstiegskampf, sondern lag eine Minute vor Schluss der Saison sogar noch auf einem Europa League-Platz, denn sie durch ein spätes Tor doch noch hergeben mussten. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass die Kölner die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde waren.


    Die Enttäuschung der Saison

    Der VfL Wolfsburg startete als Meisterkandidat in die Saison und musste am Ende in die Relegation. Zieler war nicht der erhoffte Rückhalt, Götze gelangen mickrige zwei Törchen und auch Dimata's Torproduktion brach ein. Zwar waren seine elf Tore immer noch ein respektabler Wert, doch wenn man im Vorjahr 28 erzielte, ist das zu wenig. Ebenfalls enttäuschte Bayer Leverkusen auf ganzer Linie. Nur Rang 9 ist als Meisterkandidat auch viel zu wenig.

    Und dann müssen wir noch über Aufsteiger Regensburg sprechen. Nur zehn Punkte, 19:82 Tore. Das ist auch für einen Aufsteiger in seiner Premieren-Saison ein Debakel.


    Der Torschützenkönig

    Marco Reus holte sich mit 22 Toren die Torjägerkanone. Der 31-jährige liess dabei Lewandowski (20 Treffer), Embolo und Moussa Dembele (je 19 Treffer) hinter sich. Reus besitzt bei Dortmund noch einen Vertrag bis 2023.


    Der beste Spieler der Saison

    Marco Reus schnappte sich auch die Auszeichnung zum Spieler des Jahres. Er wurde in 32 der 34 Saisonspiele eingesetzt und wurde nicht weniger als elf Mal zum Spieler des Spiels ausgezeichnet. An ihm lag es definitiv nicht, dass der BVB den ersten Meistertitel seit 2012 verpasste.




    Die 2. Bundesliga


    Nürnberg brach zwar in der Rückrunde etwas ein, brachte den Vorsprung aber über die Ziellinie und wurde 2.-Liga-Meister. Dahinter hatten am letzten Spieltag noch fünf Mannschaften die Chance auf den direkten Aufstieg. Heidenheim verlor jedoch in Dresden. Karlsruhe (2:2 in Ingolstadt), Bochum (2:2 in Fürth) und Hannover (1:1 bei St. Pauli) liessen allesamt Punkte liegen, sodass sich Eintracht Braunschweig, welche nach der Hinrunde nur auf Rang 10 lagen, am letzten Spieltag zum ersten Mal auf einen Aufstiegsplatz vorarbeiten konnten. Perfektes Timing und ein 4:2 über Kiel sorgten für den Aufstieg. Für Bochum, welches aus der Pole Position um Platz 2 in den letzten Spieltag stieg, blieb immerhin die Relegation gegen Wolfsburg.

    Aufsteiger 1860 München muss direkt wieder absteigen. Kaiserslautern, welches sich letztes Jahr in der Relegation noch retten konnten, folgen ihnen in die 3. Liga. St. Pauli durfte noch hoffen. In der Relegation wartete der Hallescher FC.




    Die Relegations-Spiele folgen wie gewohnt in einen eigenen Teil mit den Rückblicken zu DFB-Pokal, Champions League, Europa League und Länderspielen. Zudem habe ich beim Durchlesen der letzten Saison festgestellt, dass ich euch die Meister aus den anderen Länder unterschlagen hatte. Das wird dieses Mal anders, versprochen!

  • Die Relegationsspiele




    2. Bundesliga / 3. Liga

    FC St. Pauli – Hallescher FC 1:1 (0:1) Tore: 37' Kilian (Elfmeter) 0:1, 69' Morer 1:1


    Hallescher FC – FC St. Pauli 0:0


    Der Osten jubelt, denn mit dem Hallescher FC steigt ein Team aus der ehemaligen DDR in die 2. Bundesliga auf. Dazu steigen auch Duisburg und Aalen auf, deren Aufstiege ich euch im letzten Part vorenthalten hatte. Katerstimmung dagegen bei den Hamburgern, die erstmals seit 2007 wieder drittklassig sein werden. Für den Hallescher FC ist es der erste Aufstieg in die 2. Bundesliga, in der man 1991/92 nach der Wende teilnehmen durfte, jedoch direkt abstieg.



    1. Bundesliga / 2. Bundesliga

    VfL Wolfsburg – VfL Bochum 0:2 (0:2) Tore: 10' Hinterseer 0:1, 17' Hinterseer 0:2


    VfL Bochum – VfL Wolfsburg 1:2 (1:0) Tore: 30' Rodriguez 1:0, 74' Götze 1:1, 80' Galeno 1:2


    Im VfL-Duell setzte Wolfsburg den Schlussstrich unter eine katastrophale Saison. Nur 25 Minuten Fussball zu spielen reicht halt auch in der Relegation nicht aus. Auch wenn es Ende noch knapp wurde und die Wölfe für diesen Minimalismus beinahe belohnt wurden. Der erste Abstieg aus der Bundesliga ist Tatsache, nachdem man seit 1997 durchgängig erstklassig war. Bochum, das am letzten Spieltag den direkten Aufstieg noch verspielt hatte, wird erstmals seit 2010 wieder erstklassig sein.




    DFB-Pokal




    1. Runde

    Dieses Jahr kam es in der ersten Runde zu interessanten Begegnungen. So traf 1860 München auf den den VfL Wolfsburg, während der Stadt-Rivale Bayern gegen den 1. FC Kaiserslautern antreten musste. Wolfsburg musste dann tatsächlich kämpfen. Es kam nach einem torlosen Unentschieden zur Verlängerung. Dort ging man dann aber früh in Führung und kam schliesslich zu einem komfortablen 3:0-Erfolg in eben dieser. Ebenfalls erst in der Verlängerung erfolgreich waren die Hertha beim 2:0 gegen Regionalligist TuS Hartenholz, Dortmund beim 1:0 in Aalen sowie Freiburg beim 2:1 bei Union Berlin.


    Gar mit einem Rückstand sah sich Bayern München in Kaiserslautern konfrontiert, als Neuzugang Hunt einen Elfmeter verwerten konnte. Doch Kimmich und Coman drehten die Partie noch vor der Pause. Am Ende hiess es dann gar 4:1 für die Bayern. Die restlichen Favoriten hielten schadlos. Eintracht Frankfurt benötigte aber gleich drei Elfmeter bei Wormatia Worms, ehe Abraham das 4:0 erzielen konnte. Kein einziger Erstligist musste in der ersten Runde die Segel streichen.


    2. Runde

    Dies änderte sich alleine schon aufgrund von Direktduellen in der zweiten Runde. So flog Freiburg vor heimischer Kulisse gegen Düsseldorf mit 2:3 aus dem Wettbewerb. Ebenfalls zuhause flog Regensburg gegen Leverkusen (0:2) raus. In Leipzig sahen die Zuschauer ein packendes Duell zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund. Der BVB ging durch Reus (9'), Alcacer (32') und Witsel (83') dreimal in Führung, Leipzig glich durch den doppelten Werner (11'/40') und Laimer (85') jeweils kurz danach wieder aus. In der letzten Minute der Verlängerung gelang dann Gomez das Siegtor für den BVB.


    Völlig überraschend flog Eintracht Frankfurt zuhause gegen den 1. FC Köln raus. Gleich mit 0:3 unterlag man. Embalo, Cordoba und wieder Embalo brauchten für die drei Tore gerade mal rund sechs Minuten. Die noch grössere Überraschung gelang allerdings Absteiger Stuttgart, welche zuhause die Bayern dank eines Gomez-Tores mit 1:0 besiegen konnten. Ausgerechnet der ehemalige Bayern-Stürmer stürzte die zu dem Zeitpunkt kriselnden Münchner weiter runter. Auch Mainz verlor bei einem Absteiger der letzten Saison. Nach einem 0:0 nach 90 Minuten entschied Walace das Spiel zu Gunsten von Hannover. In den Schlussminuten warf Mainz alles nach vorne und kassierte noch zwei Kontertore zum 0:3. Doch damit noch nicht genug, Titelverteidiger Bremen unterlag zuhause 2.-Liga-Tabellenführer Nürnberg mit 0:2, Gladbach unterlag in Karlsruhe 2:3 und der HSV verlor das Bundesliga-Duell mit Wolfsburg 0:1. Gleich die halbe Liga flog also in der zweiten Runde raus.


    3. Runde

    Auch in der dritten Runde ging das Favoritensterben weiter. Den Anfang machten Leverkusen, welches im Elfmeterschiessen am Karlsruher SC scheiterte und Darmstadt, welches in Fürth 0:2 verlor. Doch das war längst nicht alles. Köln verlor zuhause gegen Stuttgart mit 0:1 und Düsseldorf verlor in Ingolstadt gar mit 0:3. Auch Hoffenheim wäre beinahe gescheitert. Im Spiel gegen Nürnberg machte man in der letzten halben Stunde aus einem 1:3 noch ein 5:3 und bildet damit mit Schalke (welches Dortmund 2:1 n.V.) und Hertha BSC (2:0 gegen Wolfsburg) das verbliebene Bundesliga-Trio im Viertelfinale


    Viertelfinale

    Gleich fünf unterklassige Teams unter den letzten Acht bedeutete ein Direktduell. In diesem Duell setzte sich der KSC auswärts in Ingolstadt durch. Hertha gewann derweil gegen Hannover und ist das einzige verbleibende Team aus der Bundesliga. Denn sowohl Schalke (in Fürth), als auch Hoffenheim (in Stuttgart) flogen überraschend raus. Doch so richtig überraschen konnte diese Saison im Pokal nichts mehr.


    FC Ingolstadt 04 (2.) – Karlsruher SC (2.) 0:2 (0:1)

    Tore: 9' Febas 0:1, 83' Sararer 0:2

    Hannover 96 (2.) – Hertha BSC Berlin 0:2 (0:0)

    Tore: 75' Samardzic 0:1, 81' Saint-Maximin 0:2

    SpVgg Greuther Fürth (2.) – FC Schalke 04 3:1 (2:0)

    Tore: 30' Rivollier 1:0, 43' Keita-Ruel 2:0, 80' Rudy 2:1, 91' Keita-Ruel 3:1

    VfB Stuttgart (2.) – TSG 1899 Hoffenheim 2:1 (1:1)

    Tore: 2' Success 1:0, 18' Kramaric 1:1, 75' Kempf 2:1


    Halbfinale

    Im Halbfinale hatte dann der letzte verbliebene Erstligist auch noch ein Heimspiel zugelost erhalten. Gegen den VfB Stuttgart geriet man zwar in Rückstand, konnte diesen noch vor der Pause drehen und ins Finale einziehen. Auch das Zweitliga-Duell wurde vom Heimteam gewonnen. Fürth lag zweimal im Rückstand und setzte sich an Ende in der Verlängerung durch.


    Hertha BSC Berlin – VfB Stuttgart (2.) 2:1 (2:1)

    Tore: 20' Mangala 0:1, 31' Samardzic 1:1, 42' Jastrzembski (Elfmeter) 2:1

    SpVgg Greuther Fürth (2.) – Karlsruher SC (2.) 3:2 (0:1, 2:2) n.V.

    Tore: 45' Sararer 0:1, 47' Rivollier 1:1, 52' Teuchert 1:2, 66' Green 2:2, 108' Rivollier 3:2


    Finale

    So sollte es zu einer Premiere kommen. Weder Fürth noch die Hertha hatten in ihrer Vereinsgeschichte jemals den DFB-Pokal gewinnen können. Die Berliner standen immerhin zum vierten Mal im Endspiel (einmal die Amateur-Mannschaft 1993!), während die Fürther zum ersten Mal dieses erreichen konnte. Zudem hätte zum ersten Mal seit 1992 Hannover 96 wieder ein Zweitligist den Pokal holen können.


    Die Berliner waren haushoher Favorit, konnten diesen Vorteil jedoch erst in der Verlängerung ausspielen, die nach 90 torlosen Minuten notwendig wurde. Durch diesen Sieg wird Hertha das siebte deutsche Team in der nächsten Europacup-Saison sein.


    Hertha BSC Berlin – SpVgg Greuther Fürth (2.) 2:0 (0:0, 0:0) n.V.

    Tore: 92' Saint-Maximin 1:0, 112' Saint-Maximin 2:0




    Die deutschen Teams in der Champions League


    Bayern München

    Der deutsche Meister und Vorjahresfinalist erhielt mit Barcelona wieder ein spanisches Topteam in der Gruppenphase. Mit einem 0:0 zuhause und einem 0:1 auswärts. Weil man aber gegen KRC Genk (2:0/2:0) und PSV Eindhoven (2:1/0:0) relativ schadlos blieb, zog man trotzdem sehr souverän in die K.O.-Phase ein.

    Im Achtelfinal wartete dann Tottenham. Nach einem 2:0-Heimsieg reichte auswärts ein 2:2 um weiterzukommen. Im Viertelfinale kam es dann zur Neuauflage des letztjährigen Finals. Erneut waren die Franzosen, die mittlerweile auch noch Dybala und Bentancour im Kader hatten, eine Nummer zu gross. Einem 0:1 in Paris folgte ein 1:2 zuhause.


    Borussia Dortmund

    Der Vizemeister schien an Konditions-Problemen zu leisten. Bei der 1:2-Niederlage in Marseille fiel das entscheidende Tor in der 95. Minute. Das 0:1 in Tottenham fiel in der 92. Minute. Zudem kassierte man gegen Marseille im Heimspiel und auswärts bei Galatasaray jeweils spät den Ausgleichstreffer. Gegen Marseille wars die 88. Minute, in Istanbul die 89. Minute. Jenes Spiel in der Türkei sorgte dann auch dafür, dass Dortmund Gruppenletzter wurde und somit ausschied. Bei einem Sieg hätte man sogar die K.O.-Phase erreicht.


    RB Leipzig

    Der Dosenclub startete mit zwei Nullnummern in Lissabon bei Sporting und zuhause gegen Juventus in den Wettbewerb. In den Duellen mit Schachtar Donezk sahen die Zuschauer zwei torreiche Spiele. Einem 5:2-Heimsieg von Leipzig folgte eine 1:4-Niederlage in der Ukraine. Nach einem 1:0-Sieg gegen Sporting gewannen die Leipziger auswärts in Turin mit 2:1 das entscheidende Duell um den zweiten Platz in der Gruppe.

    Im Achtelfinal wartete dann mit dem grossen FC Barcelona eine sehr grosse Hürde. Nach einem 0:0 zuhause, lag man in Spanien lange 0:2 hinten, ehe Haidara in der 77. Minute verkürzen konnte. In der Nachspielzeit erhielt Leipzig einen Elfmeter, den Moussa Dembele zum 2:2 verwandelte und damit die Leipziger ins Viertelfinale schoss. Dort kam man dann auswärts bei Porto gleich wieder zu einem 2:2-Unentschieden und hatte zuhause die grosse Chance, ins Halbfinale einzuziehen. War das Glück im Viertelfinale noch auf deutscher Seite, wechselte es dieses Mal zum Gegner, weil Lincoln in der 89. Minute das goldene Siegtor für Porto erzielen konnte.


    Bayer Leverkusen

    Die härteste Auslosung erwischte die Werkself. Mit Manchester United, Neapel und Atletico Madrid war ein europäisches Überwintern alles andere als sicher. Am Ende reichte es sogar zum Gruppensieg, weil man als einziges Team in Madrid gewinnen konnte. Atletico, das auswärts alle drei Spiele verlor, gewann gegen United und trennte sich von Neapel Unentschieden. Dies führte dazu, dass Leverkusen trotz einem 0:3 in Neapel und einem 1:3 zuhause gegen Manchester Gruppensieger wurde. Doch es war nicht nur Schützenhilfe, die dazu führten. Massgeblichen Anteil hatte natürlich auch der 4:1-Sieg im Old Trafford.

    Im Achtelfinale gelang Leverkusen auswärts ein 0:0 gegen Porto, jedoch verlor man das Heimspiel aufgrund eines frühen Treffers Oliver mit 0:1 und schied aus.


    Das Finale in Dortmund

    Im Finale standen sich dann Titelverteidiger Paris Saint-Germain und völlig überraschend der FC Porto gegenüber. Der portugiesische Champions League-Sieger von 2004 schaltete nach Leverkusen und Leipzig im Halbfinale Real Madrid dank einem 4:1-Heimsieg aus.

    Die Zuschauer im Signal Iduna Park sahen eine äusserst langweile Partie. Paris war hochüberlegen und führte Porto phasenweise richtig vor. Nur ein Treffer wollte lange Zeit nicht gelingen. Erst in der 83. Minute traf Kimpembe auf Vorlage von Dybala. Die beiden anderen Offensiv-Stars Neymar und Mbappe waren dann zusammen für den zweiten Treffer kurz danach verantwortlich. Mit diesem Erfolg konnte PSG den Titel erfolgreich verteidigen.


    Paris Saint-Germain – FC Porto 2:0 (0:0)

    Tore: 83' Kimpembe 1:0, 85' Mbappe 2:0



    Die deutschen Teams in der Europa League



    VfL Wolfsburg

    Der Fünfte der vergangenen Meisterschaft landete in einer Drei-Klassen-Gesellschaft. Vorne marschierte Chelsea mit sechs Siegen durch, hinten hatte Vardar Skopje keine Chance. In der Mitte trafen sich die Wölfe mit dem russischen Vertreter FK Rostow. Dank einem 1:0-Heimsieg und einem Auswärtstor bei der 1:2-Niederlage auswärts hatte Wolfsburg am Ende die Nase vorne. Es wurde am Ende sogar noch deutlicher, weil Rostow überraschend in Skopje mit 2:4 verlor, doch auch ein Kantersieg hätte den Russen nicht mehr geholfen.

    In der K.O.-Phase zog man dank einem 3:0-Auswärtssieg in Malmö ins Achtelfinale ein. Zuhause hatte es zuvor ein 0:0 gegeben. Auch im Achtelfinale, wo es erneut gegen Chelsea ging, gab es zuhause ein 0:0. Nachdem auch das Spiel an der Stamford Bridge 0:0 ausging, musste die Verlängerung entscheiden. In dieser setzten sich dann die Engländer mit 2:0 durch.


    Eintracht Frankfurt

    Der Sechste der letzten Saison marschierte zuerst relativ schadlos durch die Qualifikation. Nacheinander wurden Riteriai (LIT/3:0 und 1:0), MOL Vidi FC (UNG/1:1 und 3:0) und NK Olimpija Ljubljana (SVN/3:0 und 2:1) eliminiert. Diesen Schwung nahmen die Hessen dann gleich in die Gruppenphase mit. Sechs Spiele, sechs Siege und 19:0-Tore lautete die makellose Bilanz am Ende. 1:0 und 2:0 gegen Bordeaux, zweimal 3:0 gegen Dynamo Kiew und 4:0 und 6:0 gegen Basaksehir. Ante Rebic erzielte dabei zehn Tore, so viele wie kein anderer zu diesem Zeitpunkt.

    Auch in der K.O.-Phase ging es gut los und nach zwei 3:1-Erfolgen gegen FK Jablonec stand man im Achtelfinale. Auch Frankfurt musste im Achtelfinale gegen einen englischen Vertreter antreten. In Liverpool verlor man knapp mit 1:2 und machte sich Hoffnungen fürs Rückspiel. Dort kassierte man jedoch kurz nach der Pause das 0:1 und war mit dem Rücken zur Wand. N'Diaye glich in der 85. Minute aus und rettete Frankfurt in der 96. Minute (!) mit dem 2:1 in die Verlängerung. Auch in der Verlängerung fiel ein Tor in der Nachspielzeit. In der 121. Minute schoss Tainio die Hessen ins Glück.

    Im Viertelfinale musste man zunächst nach Mailand zur AC Milan. Nach einer 2:3-Niederlage hatte man erneut gute Chancen aufs Weiterkommen. Dort gab es dann einen souveränen 3:1-Erfolg, der die Qualifikation fürs Halbfinale bedeutete. Im Halbfinale traf man dann mit Fiorentina gleich wieder auf ein italienisches Team. Dieses Mal war man jedoch deutlich unterlegen. Nach einem 0:1 im Heimspiel lag man auch auswärts bereits mit 0:3 im Rückstand, ehe mit zwei Toren das Ergebnis noch ein bisschen beschönigt werden konnte.


    SV Werder Bremen

    Pokalsieger Bremen startete mit einem 3:1 gegen APOEL Nikosia und einem 3:3 bei Lokomotive Moskau furios in den Wettbewerb. Zwei 0:1-Niederlagen gegen die Glasgow Rangers, in denen das entscheidende Tor einmal in der letzten und einmal in der ersten Minute fiel, geriet man aber in Rücklage. Dank einem 3:2 auf Zypern kam es im letzten Spiel zum grossen Showdown. Dank einem 2:1-Heimsieg gegen Moskau reichte es am Ende doch noch fürs Weiterkommen.

    In der K.O.-Phase wartete dann mit Milan ein zu grosser Brocken für die Norddeutschen. Nach einem respektablen 1:1 zuhause konnte man zwar auch im San Siro das Spiel lange Zeit ausgeglichen halten, doch offensiv gelang gar nichts. Nicht ein Schuss kam aufs Tor von Donnarumma im Kasten der Mailänder. Kurz vor Schluss kassierte man dann auch noch das 0:1 und verlor die Partie.


    Das Finale in Rotterdam

    Im Finale standen sich mit Fiorentina und der AS Rom zwei italienische Mannschaften gegenüber. Nach einer längeren Abtastphase nahm das Spiel zur Mitte der ersten Halbzeit an Fahrt auf. Das Führungstor für Fiorentina in der 29. Minute war dann mehr Slapstick-Einlage denn finalwürdigem Kombinationsspiel. Nach einem Abspielfehler in Roms Hintermannschaft schiesst Eysseric den Römer Mancini an, von dort fliegt der Ball an den Pfosten, dann an den Rücken von Keeper Olsen und landet im Netz. Es sollte der einzige Treffer in der ersten Halbzeit bleiben, obwohl die Roma noch einige Chancen herausspielen konnte.

    Nach der Pause war es zunächst Fiorentina, das zu besseren Torchancen kam. Olsen hielt nun jedoch seine Mannschaft mit guten Paraden im Spiel. Nach vorne wollte den Römern jetzt aber gar nichts mehr gelingen, weil Fiorentina die Räume sehr gut zustellte. So kam es, dass kein weiterer Treffer fiel und ein Slapstick-Eigentor das Europa League-Finale entschied. Für Fiorentina war es der zweite internationale Titel. 1961 hatte man den Europapokal der Pokalsieger gewonnen.


    ACF Fiorentina – AS Rom 1:0 (1:0)

    Tor: 29' Olsen (Eigentor) 1:0



    Die Meister in den anderen Ländern


    In Spanien feierte der FC Barcelona einen souveränen Meistertitel. Mit 33 Siegen und 5 Unentschieden beendete man die Saison ungeschlagen mit 104 Punkten. Am Ende lag man 16 Punkte vor Titelverteidiger Atletico Madrid. Der ehemalige Leverkusener Chicharito von Levante wurde mit 22 Treffern Torschützenkönig. Die Copa del Rey gewann überraschend Villareal mit einem 2:0 über Barcelona.


    In England holte sich Chelsea nach drei Jahren den Titel von Manchester City zurück. Die Londoner lagen am Ende 13 Punkte vor City. Auch in England holte sich ein ehemaliger Bundesliga-Profi den Titel des Torschützenkönigs. Der ehemalige Mainzer Yushinori Muto traf für Newcastle 24 Mal ins Schwarze. Den FA Cup holte sich Liverpool mit einem 1:0 gegen Burnley. Der EFL Cup ging durch ein 3:0 über Leeds United an Tottenham Hotspur.


    In Italien ging nach neun Meistertiteln in Folge die Dominanz von Juventus Turin zu Ende. 14 Punkte fehlten der alten Dame am Ende zum zehnten Titel in Folge. Inter Mailand holte 95 Punkte, wesentlichen Anteil am Titel hatte Stürmer Icardi, der mit 29 Toren Torschützenkönig wurde. Dafür konnte sich Juventus Turin die Coppa Italia mit einem 3:1 über Udinese Calcio sichern.


    In Frankreich überragte die Star-Truppe von Paris Saint-Germain mal wieder alles. 30 Siege, 8 Unentschieden, 0 Niederlagen und ein Torverhältnis von 96:17 sprechen eine klare Sprache. 28 Punkte Vorsprung auf den Zweiten Lyon waren es am Ende. Die Dominanz zeigt sich auch in der Torschützenliste. Neymar holte sich diese Auszeichnung mit 20 Treffern, obwohl er nur 26 Spiele bestritt. Mbappe und Cavani wurden mit jeweils 25 Einsätzen und 15 Toren gemeinsame Dritte in dieser Wertung. Einziger Ausreisser dazwischen war Ninga von Caen, der in 37 Spielen 16 mal traf. Den Coupe de France gewann PSG mit einem 3:1 gegen Stade Reims. Lediglich den Coupe de la Ligue gewann man nicht. Dort unterlag man im Finale dem FC Nantes mit 0:2.


    In der Schweiz feierten die Young Boys aus Bern den vierten Titel in Folge, in Österreich gab es für Salzburg gar den achten Titel in Serie. Während Salzburg das Double gewann, unterlag YB im Finale des Schweizer Cups den Grasshoppers im Elfmeterschiessen.

  • Länderspiele



    Nations League

    In der Nations League qualifizierten sich Frankreich, Portugal, England und die Niederlande für das Finalturnier. Einzig Frankreich hatte sich schon zwei Jahre zuvor für das Finalturnier qualifizieren können. Titelverteidiger Spanien scheiterte an England, das 2019 drittplatzierte Italien scheiterte an der Niederlande. Der vierte Finalrunden-Teilnehmer von 2019, die Schweiz, scheiterte nicht nur an Frankreich, sondern stieg sogar in die B-Gruppe ab. Bosnien konnte sich als einziger Aufsteiger oben halten. Mit der Schweiz steigen die anderen drei Aufsteiger Schweden, Dänemark und die Ukraine direkt wieder ab.


    Von den vier A-Absteigern 2019 kehren Kroatien, Polen und Deutschland direkt wieder in die höchste Klasse zurück. Island dagegen wird direkt durchgereicht und steigt gar in die C-Gruppe ab. Als vierte Nation schafft C-Aufsteiger Schottland den Durchmarsch in die A-Gruppe und macht damit den umgekehrten Weg von Island.


    Am Final-Turnier setzte sich im ersten Halbfinale England im Elfmeterschiessen gegen die Niederlande durch. Im zweiten Halbfinale verpasste Frankreich den zweiten Finaleinzug mit einer 1:2-Niederlage gegen Portugal.


    Im Spiel um Platz 3 setzte sich dann Frankreich gegen die Niederlande mit 3:2 durch. Im Endspiel setzte sich Portugal gegen England gleich mit 3:1 durch und gewann damit die zweite Ausgabe der Nations League.



    WM-Qualifikation

    In der Qualifikation zur WM sind in Europa die ersten vier Runden gespielt. In der Gruppe 1 läuft alles auf ein Duell zwischen Belgien und Russland hinaus, die bisher vier Siege feiern konnten. Die Gruppe 2 wird von Kroatien angeführt, die bisher ebenfalls vier Siege feiern konnten. Österreich hat in dieser Gruppe überraschend gegen Moldawien verloren, hat es aber noch in der eigenen Hand, weil man noch nicht gegen Kroatien gespielt hat.


    In der Gruppe 3 liegen Griechenland und die Schweiz gemeinsam mit zehn Punkten an der Spitze. Das Direktduell in Athen endete 1:1, seither gab es nur Siege für die beiden Nationen. Die Ukraine und Bulgarien befinden sich mit sieben Punkten jedoch in Lauerstellung. Auch die Gruppe 4 wird von zwei Teams mit zehn Punkten angeführt, die am ersten Spieltag gegeneinander Unentschieden spielten. Es handelt sich dabei um Deutschland und Serbien. Dahinter lauert Tschechien mit neun Punkten, welches bisher nur gegen Deutschland verlor.


    Die Gruppe 5 wird von Spanien angeführt. Den einzigen Punktverlust gab es dabei sensationell im Heimspiel gegen Aserbaidschan, welches ansonsten keine Punkte hat. Weil sich dahinter aber die Türkei, Dänemark und Albanien gegenseitig die Punkte wegnahmen, ist der Vorsprung dennoch beruhigend. In den restlichen Gruppen sind nur 5 Teams, weshalb nicht alle Mannschaften gleich viele Spiele haben. Die Gruppe 6 wird von Italien mit sieben Punkten aus drei Spielen angeführt. Schweden ist in dieser Gruppe völlig überraschend auf dem letzten Platz, obwohl man noch nicht gegen Italien gespielt hat.


    In der Gruppe 7 liegt England mit sechs Punkten auf Platz 1, obwohl man aufgrund der Nations League erst zwei Spiele bestritten hat. Die Gruppe 8 wird von Nordmazedonien angeführt, die jedoch davon profitieren, dass die Niederlande ebenfalls erst zwei Spiele bestreiten konnte.


    Auch in den Gruppen 9 und 10 befinden sich Final-Turnier-Teilnehmer der Nations League. In der Gruppe 9 hat Portugal gegen Montenegro verloren und liegt nur auf Rang 4. Angeführt wird diese Gruppe von den Polen, die bislang alle drei Spiele gewinnen konnten. In der Gruppe 10 hat Frankreich zwar beide Spiele gewonnen, liegt jedoch einen Punkt hinter Wales, das aber schon vier Spiele bestritten hat.


    In Südamerika sind schon 14 der 18 Qualispiele gespielt. Argentinien und Brasilien sind bereits für die WM qualifiziert. Dahinter befinden sich Paraguay, Uruguay und Kolumbien. Zwischen dem fünftplatzierten Kolumbien und den Teams dahinter liegen bereits vier und mehr Punkte. Die ersten vier qualifizieren sich direkt, der fünfte muss in die Playoffs.


    In Asien sind sieben von zehn Partien der Endrunde absolviert. Südkorea fehlt in Gruppe A noch ein Punkt zur Qualifikation, Saudi Arabien in Gruppe B noch deren zwei Punkte. Auch der Iran kann in der Gruppe A mit einem Sieg über die Vereinigten Arabischen Emirate die Qualifikation sichern. Der vierte Fixplatz wird zwischen Japan und Australien ausgespielt, während der Verlierer dieses Fernduells die Playoffs gegen den Dritten der anderen Gruppe (wahrscheinlich V.A.E. oder Syrien) bestreiten wird.


    In Nordamerika ist die Qualifikation schon abgeschlossen. Die USA, Costa Rica und Mexiko haben sich für die WM qualifiziert. Jamaika hat die Playoffs erreicht und wartet noch auf den Gegner.


    In Ozeanien steht Neuseeland im Finale und wird dort auf den Sieger von Vanuatu gegen Papua-Neuguinea treffen. Ozeanien ist der einzige Kontinentalverband ohne Fix-Startplatz. Der Gewinner des Finals wird die Playoffs erreichen.


    In Afrika sind erst zwei von sechs Runden gespielt. Die fünf Gruppensieger werden sich für die Endrunde qualifizieren. Einzig in Gruppe 2 scheint die Vorentscheidung schon gefallen zu sein, weil Algerien mit zwei Siegen gestartet ist und bereits vier Punkte Vorsprung auf Guinea hat, welches zweimal Unentschieden gespielt hat.


    FIFA Confederations Cup in Australien

    Im Sommer 2021 fand dann auch noch der Confederations Cup statt. In der Gruppe A setzte sich Europameister Spanien mit drei Siegen gegen die USA (2:1), dieElfenbeinküste (2:0) und Gastgeber Australien (2:0) souverän durch. Auch die USA konnten die Elfenbeinküste (2:1) und Australien (3:1) besiegen und damit ins Halbfinale einziehen.


    In der Gruppe B hatte Argentinien lediglich gegen Weltmeister Frankreich (2:1) einige Probleme. Sowohl Neuseeland (2:0), als auch Japan (4:0) waren keine Gradmesser. Die Franzosen hatten deutlich mehr Mühe, setzten sich aber auch gegen Japan (2:1) und Neuseeland (3:1). Nach 85 Minuten stand es in beiden Partien noch 1:1.


    Im Halbfinale kam es zum europäischen Duell zwischen Frankreich und Spanien. Die Partie ging in die Verlängerung, wo sich Frankreich schliesslich mit 3:2 durchsetzen konnte. Im zweiten Halbfinale zeigte Argentinien eine solide Leistung und zog mit einem viel zu knappen 2:1 über die USA ins Finale ein.


    Im Spiel um Platz 3 gewann die USA im Elfmeterschiessen gegen Spanien. Im Finale sorgten Jose Gomez und Lionel Messi für den Unterschied. Argentiniengewann damit zum zweiten Mal nach 1992 den Confederations Cup.

  • Du lockst hier mit falschen Versprechungen.. "Flucht in andere Welten" und am Ende verdaddelts der BVB doch und die Bayern werden wieder Meister.:maul: Zugegeben, die Hertha als Pokal- und PSG als CL-Sieger, das ist dann tatsächlich anders.


    Aber Spass beiseite, ich geniesse es hier zu lesen, obwohl oder gerade weil es keine klassische Story ist. Die bringen meist eine eher eingeengte Perspektive mit sich. Du verpackst all die Ereignisse und Entwicklungen wirklich gut!

  • Wahnsinn, was hier in meiner Abwesenheit alles passiert. Geteilte Wahl zur Story des Monats, Verschiebung von den schnellen zu den "normalen" Stories und dann dort gleich auch noch angepinnt. Ich fühle mich echt geehrt und meine "Arbeit" wertgeschätzt. Ich danke allen dafür verantwortlichen Personen, ihr gebt mir die Motivation, meine nun doch wieder sehr spärliche Freizeit in dieses Hobby zu stecken. Vielen lieben Dank!


    Fanakick - Zugegeben, dass die Bayern auch hier Meister wurden, weil der BVB die gute Ausgangslage nicht nutzen konnte, erinnert schon stark an die Realität. Aber die Story heisst ja "Flucht in andere Welten" und nicht "Flucht ins Gegenteil-Universum", von daher lasse ich deine Aussage bezüglich falschen Versprechungen nicht zu. :P
    Ansonsten danke ich natürlich auch dir für die lieben Worte!



    Die Saison 2021/22


    Es floss viel Geld in diesem Sommer. Wieder einmal waren es aber die Bayern, die die dicksten Fische an Land zogen und nach der sensationellen Rückrunde in der letzten Saison wieder von allen gejagt werden würden. Vor der Saison waren auch die Fragezeichen über die Konkurrenzfähigkeit der Aufsteiger sehr gross.


    Die Favoriten

    Auf dem Papier sah alles nach dem Titel-Hattrick der Bayern aus. Das Team, welches in der ersten Jahreshälfte 2021 kein einziges Ligaspiel verloren hatte, verstärkte sich noch weiter. Von Juventus Turin kehrte Emre Can für 75 Mio. nach Deutschland zurück und von der Hertha kam für 57 Mio das Riesentalent und Neo-Nationalspieler Arne Maier. Abgänge gab es dagegen keinen nennenswerten.

    Auch Dortmund gehörte natürlich wieder zu den Favoriten. Man hatte Torhüter Trapp nach dessen Leihe nun definitiv übernommen und dafür Bürki nach Bremen verkauft. Zudem wurden zwei junge Holländer verpflichtet. Von Ajax Amsterdam kam der 19-jährige Stürmer van Zwam für 15 Mio, zudem wurde Tahith Chong von Manchester United ausgeliehen. Der erst 21-jährige Mittelfeldspieler spielte die letzten zwei Saisons für Frankfurt und erzielte dabei beachtliche 14 Tore.

    Auch die Nummer 3 der letzten Saison, Schalke 04 startete mit Aussenseiter-Chancen in die Saison. Von PSG kehrte Julian Draxler ablösefrei nach Gelsenkirchen zurück. Zudem wurde die Abwehr mit Niklas Stark von der Hertha und Gian-Luca Itter von Wolfsburg verstärkt. Abgänge gab es keinen einzigen.

    Zwar immer noch mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft, doch mit vielen Fragezeichen bespickt ging Leipzig in die neue Spielzeit. Konate weg, Vagnoman weg (beide zu PSG) und dazu gleich noch ein Dutzend weiterer Spieler, die aber keine grosse Rolle gespielt hatten. Einziger namhafter Zuzug war Ryan Gravenberch von Ajax Amsterdam. Da man schon letzte Saison nicht ganz vorne mithalten konnte, dort aber oftmals unter dem Potential blieb, war für die neue Spielzeit vieles möglich, Sowohl der Titel, als auch der Fall ins Mittelfeld.


    Das Mittelfeld

    In diesem Mittelfeld gab es nämlich mit Leverkusen, Frankfurt und Gladbach gleich drei Teams, die aufgrund des Kaders durchaus um die Champions League-Plätze mitspielen konnten. Für Gladbach und Leverkusen galt auch in diesem Jahr wieder, dass das Kader ausreichend für eine Teilnahme am europäischen Wettbewerb war, doch speziell Gladbach verpasste dieses Ziel zuletzt fünf Mal in Folge.

    Gespannt war man, ob der HSV und Köln ihre starken Leistungen aus der Vorsaison bestätigen würden. Beim HSV befürchtete man das Problem in der Mehrbelastung, die Kölner sah man bestenfalls im hinteren Mittelfeld. Dort sah man auch Mainz, Hoffenheim, Bremen und die Hertha, die einen ziemlichen Substanzverlust erlitten hatte.


    Der Abstiegskampf

    Auch wenn die Aufsteiger Nürnberg, Bochum und Braunschweig sehr wenig Kredit zugesprochen erhielten und auch keinerlei Verstärkungen tätigten, hatte man natürlich noch die letzte DFB Pokal-Saison im Kopf, in der die 2. Liga-Teams zahlreiche Erfolge landen konnten. Darmstadt, welches sich zuletzt zweimal am letzten Spieltag retten konnte, war gewarnt und war ebenso erneut gefährdet, wie der SC Freiburg. Doch einige Experten sahen auch Köln durchaus in Gefahr, da die letzte Saison nicht der eigentlichen Qualität des Kaders entsprach.




    Die Hinrunde


    Teil 1 (Saisonstart bis Ende September)

    Dortmund legte mal wieder einen starken Saisonstart hin. Nach fünf Siegen in Folge über Freiburg (3:1), Bochum (5:1), Frankfurt (4:2), Mainz (2:1) und Hoffenheim (1:0) kam es am 6. Spieltag zum Spitzenspiel gegen den erneut überraschenden HSV, welches dann 1:1 endete.


    Drei Punkte hinter dem BVB lag ein Duo mit 13 Punkten, wobei man beide nicht so weit oben erwartet hatte. Der HSV unterlag zum Auftakt zwar Titelverteidiger Bayern (2:3), holte anschliessend aber vier Siege gegen Schalke (4:2), Köln (4:1), Nürnberg (4:0) und Gladbach (2:0). Massgeblichen Anteil an diesem Lauf hatte Arianit Ferati, der nach sechs Spielen bereits bei neun Saisontoren stand und dabei in jedem Spiel mindestens einmal getroffen hatte.


    Ebenfalls 13 Punkte hatte Darmstadt, das damit schon fast gleich viele Punkte wie in der kompletten Hinrunde 2020/21 gesammelt hatte. Dabei gewann man nicht nur gegen die Aufsteiger Bochum (2:1) und Braunschweig (1:0), sondern auch gegen Bremen (2:1) und Leverkusen (1:0). Dazu gab es ein achtbares Unentschieden gegen Leipzig (1:1). Die einzige Niederlage setzte es auf Schalke ab (0:1)


    Die Leipziger lagen zwar auf Rang 6, liessen aber schon viele wichtige Punkte liegen, als man gegen Mainz (1:3) verlor oder zuhause gegen Hoffenheim (1:1) eine Führung preisgab. Die Spiele im Oktober gegen Dortmund, Hertha und die Bayern würden wegweisenden Charakter besitzen. Erschwerend kam hinzu, dass Ende August auch noch Moussa Dembele den Verein für 61 Mio in Richtung Madrid verliess und sich Real anschloss.


    Die Bayern kamen mal wieder nicht so recht aus den Startblöcken raus. Mit bisher zehn Punkten lagen sie auf Rang 9. Speziell die Niederlage in Köln (1:3) muss als Ausrutscher betrachtet werden. Für die Kölner waren das nämlich die einzigen Punkte. Deren Abwehr war des Öfteren heillos überfordert. Gegen Hertha (2:4), den HSV (1:4) und Frankfurt (2:5) fasste man viel zu viele Gegentore und lag ziemlich am Ende der Tabelle.


    Noch schlechter starteten Werder Bremen und Aufsteiger Nürnberg, die nach sechs Partien noch immer auf Punkte warteten. Nürnberg droht dabei das gleiche Schicksal wie letztes Jahr Regensburg erlebte. Man hat nämlich bereits gegen Bochum (0:3), Braunschweig (0:1) und Freiburg (0:1) Niederlagen kassiert und konnte zuletzt beim 1:3 gegen Schalke das erste Saisontor erzielen.




    Teil 2 (Oktober bis Mitte November)

    Der BVB hielt die Kadenz bis in den Herbst hinein durchgehend hoch. Zwar kassierte man in Leipzig die erste Saisonniederlage (1:2), doch ansonsten hielt man sich schadlos. Schalke (2:0), Hertha (2:0) und Bremen (3:0) wurden nacheinander weggeputzt. Im letzten Spiel vor der Länderspielpause liess man aber in Nürnberg beim 1:1 unnötig Punkte liegen.


    Erster Verfolger war zu diesem Zeitpunkt neu Hoffenheim, weil die anderen Überraschungsteams aus Hamburg und Darmstadt die Pace nicht halten konnten. Darmstadt holte aus den letzten fünf Spielen nur noch drei Punkte gegen Aufsteiger Nürnberg, während der HSV in Mainz und zuhause im Direktduell gegen Darmstadt siegreich war. Ein Grund für den Absturz von Hamburg dürfte die plötzliche Tor-Impotenz von Ferati sein, der nun seit fünf Spielen torlos war.


    Die Bayern lagen mittlerweile auf Rang 5. Aus den wichtigen Duellen mit den direkten Konkurrenten Leipzig (1:1) und Hoffenheim (0:1) schaute aber nur ein einziger Punkt heraus. Die restlichen Spiele gegen Darmstadt (2:1), Nürnberg (1:0) und Gladbach (1:0) gewann man zwar alle, jedoch für die Meister-Anspr¨üche viel zu knapp.


    Das Mittelfeld war sehr dicht zusammen. Die Hertha, welche nach elf Spieltagen auf Rang 15 lag, war näher an einem Champions League-Platz dran, als einem direkten Abstiegsplatz. Dort befanden sich nach wie vor Bremen und Nürnberg. Bremen lag auf dem letzten Platz mit nur drei Punkten, die sie in Mainz holen konnten. Die Nürnberger bezwangen Bremen im Direktduell und standen dank zwei überraschenden Unentschieden gegen Leverkusen und Dortmund zwei Punkte besser da.


    Die beiden anderen Aufsteiger standen unterschiedlich gut da. Braunschweig konnte nach akzeptablem Start zuletzt aus sechs Spielen nur noch zwei Punkte holen. In den letzten drei Partien gegen Mainz (0:5), Leverkusen (0:4) und Hoffenheim (0:3) kassierte man drei Klatschen in Serie. Umgekehrt waren die Verhältnisse bei Bochum. Nach verhaltenem Saisonstart holte man aus den letzten fünf Partien satte zehn Punkte und lag auf Rang 9.




    Teil 3 (Mitte November bis 17. Spieltag)

    Auch nach der Länderspiel-Pause in die Adventszeit hinein stotterte der Dortmund-Motor gelegentlich. So setzte es zwei 0:1-Niederlagen gegen die Mittelfeld-Teams von Köln und Gladbach ab und nach einem Unentschieden in Leverkusen musste man sogar die Tabellenführung abgeben. Am 17. Spieltag stand dann auch noch das Duell mit Bayern München an, welches man dank Toren durch Sancho und Isak mit 2:0 gewinnen konnte.


    Weil Schalke im Spitzenspiel in Sinsheim nur 0:0 spielte, rückte Dortmund wieder auf Platz 1 vor. Diesen hatten sich die Schalker zuvor durch sieben Siege in Serie erobert. Dabei zeigten sie sich sehr minimalistisch, denn ausser beim 3:1-Erfolg in Köln gewann man stets mit einem Tor Unterschied, was sich natürlich im Torverhältnis negativ auswirkt.


    Die Bayern lagen zwar nur sechs Punkte hinter der Spitze, doch weiterhin holten sie gegen die direkte Konkurrenz kaum Punkte. Einem 0:0 in Leverkusen folgte das bereits erwähnte 0:2 in Dortmund. Weil diese Konkurrenz ihrerseits aber zahlreiche Punkte liegen liess, hiellten die Bayern den Anschluss und lagen auf Rang 6.


    Direkt hinter dem Titelverteidiger lag mittlerweile der HSV. Die Hamburger, die seit dem 11. Spieltag auf ihren Torjäger verzichten mussten, der sich im Training einen Muskelbündelriss in der Wade zuzog und mehrere Wochen ausfiel, fingen sich im Dezember wieder. Man holte zuletzt zehn Punkte aus den vergangenen vier Spielen und stellte damit den Anschluss an die internationalen Plätze her. Weit davon entfernt auf Rang 10 lag Leipzig, welches die zahlreichen Abgänge nicht zu kompensieren wusste.


    Im Kampf gegen den Abstieg sah es nach der Hinrunde beinahe so aus, als wären schon die meisten Entscheidungen gefallen. Nürnberg, Braunschweig und Bremen lagen zwar untereinander sehr dicht zusammen, doch der Rückstand auf das rettende Ufer war schon unglaublich gross. Die Braunschweiger setzten ihre Serie mit hohen Niederlagen fort. 0:4 in Dortmund, 0:3 gegen Frankfurt und 0:5 in München. Danach gab es immerhin zwei Unentschieden zuhause gegen Hamburg und Leipzig, ehe man zuletzt in Freiburg wieder 0:3 tauchte. Doch auch die anderen beiden Kellerkinder kommen nicht vom Fleck.


    Die Tabelle nach der Hinrunde

    1. Dortmund........ 36

    2. Schalke............. 36

    3. Hoffenheim..... 33

    4. Frankfurt.......... 31

    5. Leverkusen....... 30

    6. Bayern............... 30

    7. Hamburg.......... 29

    8. Gladbach.......... 27

    9. Köln................... 25

    10. Leipzig............. 24

    11. Hertha............. 23

    12. Bochum.......... 22

    13. Freiburg.......... 20

    14. Darmstadt...... 20

    15. Mainz.............. 19

    16. Nürnberg........ 10

    17. Braunschweig 10

    18. Bremen............ 9


    Auch in der 2. Bundesliga war die Spitze nahe beieinander. Augsburg lag nach der Hinrunde mit 33 Punkten auf Platz 1. Dicht gefolgt von Ingolstadt und Hannover mit je 32 Punkten. Von den Absteigern lag Düsseldorf mit 30 Punkten auf Rang 4 am besten da. Regensburg (8./26 Punkte) und Wolfsburg (10./23 Punkte) verschwanden dagegen im breiten Mittelfeld. Noch weiter von einer Rückkehr in die Bundesliga entfernt war Stuttgart, welches auf Rang 13 lag und nur gerade sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze hatte, auf denen sich die Ost-Teams aus Halle und Magdeburg befanden.